Iris Anemone Paul

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Polka für Igor.

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Polka für Igor

Polka für Igor

 (1)
Erschienen am 28.02.2018

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Rezension zu "Polka für Igor" von Iris Anemone Paul

ein alter Zirkushund der in Erinnerungen schwelgt + Polka Musik liebt. Was für eine schöne Geschicht
Kinderbuchkistevor 10 Monaten

Eine inspirierende wunderschöne Bilderbuchgeschichte, melancholisch, verzaubernd und dennoch unglaublich real

für Kinder ab 5 Jahren
und auch Erwachsene 

Mit diesem wundervollen Buch hat der Kunstanstifter Verlag wieder einmal gezeigt, das Kunst und Bilderbuch einfach eine Ideale Verbindung sind.

Kinder so früh wie möglich unterschiedlichste Stilrichtungen, Illustrationsweisen und Techniken zu vermitteln hat der Verlag sich zur Aufgabe gemacht und verzaubert uns immer wieder mit den schönsten  und kunstvollsten Bilderbüchern, so wie mit diesem.
Viele Erwachsene und Großeltern werden  beim Cover an die alte Darstellung von "Peter und der Wolf" von Frans Haacken  denken.  Iris Anemone Paul  hingegen haucht ihren Bildern im Siebdruckverfahren Leben ein. Aufwendig unter Verwendung moderner Techniken entstehen so einzigartige Kunstwerke. Sie verzaubert uns Betrachter mit einem ganz eigenen, besonderem Charme, dem man  bereits beim Betrachten des Titelbildes erliegt. Mehr noch ihr gelingt es sogar so ausdrucksstark zu zeichnen und so lebendig zu erzählen, dass man das Spiel der Instrument z.B. des Akkordeons, die Musik der Polkaschallplatte und andere  musikalischen Darbietungen zu hören glaubt, genauso wie man alles was sie uns erzählt nach-fühlen, -riechen, -schmecken, wahrnehmen kann. Sie versetzt uns in einen eigenen Kosmos aus Realität, Faszination, Erinnerung, Zirkus und Musik. Sie transportiert Stimmungen und Gefühle so wunderbar ausschmückend und dennoch einfach, dass man sofort mittendrin im Geschehen ist und sich auch nicht mehr hinausbegeben möchte.
Man wird Teil der bunten Truppe aus Tieren und Menschen, deren Lebensfreude mit jedem Strich der Zeichnungen, mit jedem Buchstaben der Worte spürbar ist.
Igor ist ein alter Zirkushund, der nun bei Alter ,sesshaft geworden, die meiste Zeit in einem weichen Ohrensessel, zuhause  bei Ola verbringt.
Hinten im Buch erzählt uns die Autorin, dass es Igor tatsächlich gegeben hat.
Er hieß Murfi und lebte die letzte Zeit seines Lebens bei ihr.
Igor liebt es Polka Schallplatten zu hören. Immer wenn die Musik erklingt fühlt er sich wieder jung und beginnt in Erinnerungen zu schwelgen, an denen er Ola und uns teilhaben lässt.
Wundervolle Erinnerungen von einem ereignisreichen Leben als berühmter Zirkushund in Polen. Von nach Wiesenschaumkraut duftenden Schafen, die sich so eng zusammen kuschelten, dass er sich nach einer Feier oder einem  aufregendem Tag darin wohlig einkuscheln konnte. Von glorreichen Auftritten und anschließenden üppigen Tischgelagen mit den köstlichsten Delikatessen, die man sich nur vorstellen kann. Von Perserkatzen, weich wie Sommerwolken die er virtuos jonglierte. Ein berühmter Komponist hatte sogar eigens für ihn ein Stück komponiert.
Was für ein Leben.
Igors Erinnerungen werden durch Iris Pauls Hände und Kreativität zu lebendigen , fantastischen Bildern voller Freude.
Da das Buch großformatig ( 300 x290mm) gestaltet ist und auch nur auf jeder zweiten Doppelseite Text ist wirken die großen doppelseitigen Bilder um so intensiver.
Sie erzählen kleine weitere Geschichten, liefern noch mehr Informationen und transportieren Gefühle, Stimmungen und Geschehen so wunderbar, das man immer wieder staunt.
Dabei spielt die Künstlerin nicht nur mit Farbkontrasten sondern auch mit Größen um den Fokus auf etwas zu intensivieren.
Der Hintergrund erinnert an Stoff der 50er und 60er Jahre, meist beige, gelb mit einem Hauch sanftem Grün.

*
Um diese Bilder und die Geschichte bewusst wahrzunehmen bedarf es einer gewissen Reife. Daher denke ich, ist eine Altersempfehlung ab 5 Jahren passend. 
Die Geschichte selbst ist auch für Jüngere zu verstehen jedoch erwarten die unmittelbar Bilder, die zum Vorgelesenen passen. Das ist hier auf Grund der Tatsache, dass es so viele Doppelseiten ohne Text gibt nicht gegeben.
Bei einigen meiner Lesungen hörte ich: "Zeig' mal das Bild!" .... " ...Das ist aber gar nicht auf dem Bild...".
Von ältere Kinder hingegen hört man dies nicht.
Sie finden es toll, das die Bilder nicht so kitschig sind. Sie überlegen wie man so toll zeichnen kann und fühlen sich zu Igor hingezogen. Zu gern hätte der ein oder andere auch so einen Freund, Hund.
Wenn ich dann erzähle, dass die Geschichte inspiriert von einem echten Hund ist und das auch ich so einen Zirkushund hatte dann sind alle noch einmal ganz still und lauschen auch meinen Erzählungen.
Anders als Murfi, der Ideengeber zu dieser Geschichte machte mein Hund ständig irgendwelche Kunststücke. Als Kind fand ich es gar nicht so toll mit einem Hund spazieren zu gehen, der ständig auf 2 Beinen laufen wollte. All zu oft habe ich gedacht: "Wieso kann er denn nicht einfach normal auf vier Pfoten durch die Welt gehen? Wieso dreht er sich tanzend im Kreis und jault bei bestimmter Musik?
heute denke ich anders darüber. Inspiriert durch diese Geschichte denke ich nun darüber nach, dass ich mich nie gefragt habe, was mein Hund so alles erlebt haben mochte bevor er aus dem Tierheim zu uns kam.
Ob er auch so viel zu erzählen gehabt hätte wie Igor?
*
Um den Lesekindern auch ein Gefühl für die Musik, für Polka zu vermitteln lasse ich sie gern im Hintergrund leise spielen und leite die Lesung mit lauter werdender Musik aus.
Im anschließendem Gespräch gehe ich immer auch auf die Polka und ihre Herkunft ein.
Wie vielseitig die Polka ist und wie sie interpretiert wird, wird danach auch häufig in einem Musik- und Tanzprojekt entdeckt.
*
Aber zurück zum Buch, das ich selbstverständlich auch in mein Seniorenprojekt mitgenommen habe. Wie ansteckend die Lebensfreude aus der Geschichte doch wirken kann war faszinierend zu beobachten. Es war als würden Menschen aus einem Dornröschenschlaf erwachen. Für kurze Zeit fühlten sie sich wieder jung. Einige tanzten später sogar noch mit den Kindern.
Viele der alten Leute können sich nicht mehr gut bewegen aber ihre Augen leuchteten, waren so wach wie schon lange nicht mehr.
Es ist immer wieder wunderschön zu sehen, was Bilder und Bilderbücher für eine Wirkung auf Jung und Alt haben können.
Die Magie der Bilder, der Geschichte fängt uns ein. Entführt uns in eine Welt voller neuer Eindrücke. Gerade bei so kunstvoll gestalteten Bilderbüchern spürt man diese Stimmung häufig.
Hier ist es aber auch die einzigartige Verbindung von Bild und Geschichte.
Ein Zirkushund ist schon etwas besonderes.
Ein alter Zirkushund der erzählt noch einmal mehr.
Erst recht wenn er sprachlich so verzaubert wie Igor.
*
Dies ist ein Buch, das man ein Leben lang, immer und immer wieder anschaut. Eine erfrischende Auszeit für die Seele.



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