Iris Anthony

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Blüten der Freiheit, The Miracle Thief und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Iris Anthony

Die Blüten der Freiheit

Die Blüten der Freiheit

 (5)
Erschienen am 01.11.2013
Die Blüten der Freiheit: Roman

Die Blüten der Freiheit: Roman

 (0)
Erschienen am 02.11.2013
The Miracle Thief

The Miracle Thief

 (0)
Erschienen am 01.04.2014

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MarySophies avatar

Rezension zu "Die Blüten der Freiheit" von Iris Anthony

Die Blüten der Freiheit
MarySophievor einem Jahr

Handlung:

In Frankreich wird im Jahr 1636 ein Importverbot für flandrische Spitze erlassen, damals ein Statussymbol der Schönen und Reichen. Die Konsequenz dessen ist, dass der Schmuggel des feinen Stoffes blüht.

Mit dem Schmuggel und Handel, sowie die Herstellung der Spitze sind nun vollkommen verschiedene Menschen eingebunden, die um ihre Freiheit kämpfen oder darum fürchten.

In Flandern arbeitet zum Beispiel die Klöpplerin Katharina in einem Kloster an ihrem letzten Stück Spitze. Lange kann sie dort nicht mehr bleiben, sie wird nicht nur immer älter, sondern auch ihre Sehkraft lässt nach den vielen Jahren Handarbeit unter verschiedensten Bedingungen nach.

Dann gibt es auch noch die verarmte Adlige Lisette, welche in ihrer Kindheit ein Stück Spitze in dem Geüäck eines Besuchers findet – und dieses ausversehen ruiniert. Durch dieses Unglück verändert sich ihre Welt vollkommen, denn der Gast droht, ihren Vater allen Besitz wegzunehmen.

An einem Stück Seide können ganze Schicksale hängen....


Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen hatte, war meine Erwartung, dass man eine Person durch viele Jahre begleitet, ihre Erfahrungen und Ängste kennenlernt, sowie auch näheres über die Herstellung von Spitze und der Bedeutung des Stoffes erfährt. Teilweise wurden meine Erwartungen erfüllt, besonders in Bezug auf die Spitze, der andere Teil war vollkommen anders als erwartet. Als Leser lernt man Katharina im Alter von ungefähr 30 Jahren kennen, sie hat den Höhepunkt ihres Lebens länst überwunden und muss nun mit den Folgen der harten Arbeit bei der Herstellung von Spitze kämpfen. Sie erblindet nicht nur langsam, mehrmals wird erwähnt, dass sie die Haltung einer alten Frau hat, die das Rentneralter schon lange erreicht hat. Dies war unter anderem etwas, was mich mit der Zeit gestört hat. Die ständigen Wiederholungen von einigen Fakten. Sie waren meiner Meinung nach für die Handlung nicht sonderlich entscheidend und ich habe sie bei dem erstmaligen Leser schon vollkommen erfasst.


Sehr besonders war für mich die Erzählperspektive. In dem Roman kommen sieben verschiedene Protagonisten zu Wort, die Geschichte wird also aus sieben Perspektiven beschrieben. Interessant ist hierbei, dass sich die Protagonisten nicht zwangsläufig kennen oder während des Handlungsverlaufs über den Weg laufen. Sie sind alle miteinander verknüpft, dies fällt jedoch erst im fortgeschrittenen Verlauf der Handlung auf. Somit bleibt die Handlung bis zum Ende spannend, manche Charaktere gehen andere Wege als erwartet oder erleiden am Ende ein Schicksal, welches man nicht voraussagen konnte.

Anfangs stand ich dieser vielfältigen Erzählperspektive etwas kritisch gegenüber, da ich Angst hatte, dass manche Protagonisten etwas zu kurz kommen könnten. Diese Ansicht musste ich jedoch schnell revidieren, es gab ein sehr ausgeglichenes Verhältnis, man hatte nie das Gefühl, über einen Protagonisten zu wenig zu erfahren. Letztendlich ist Beschreibung der Sichtweise aus sieben Winkeln für mich sogar das Highlight des Buches gewesen und macht es für mich besonders. Sehr gelungen!

Die Protagonisten waren alle recht wenig charakterisiert, sie waren ziemlich unauffällig und bleiben mir nicht lange im Gedächtnis, nachdem ich das Buch beendet habe. Sie waren mir zu wenig gekennzeichnet und mir fiel es schwer, zu einem eine Bindung aufzubauen, egal ob positiv oder negativ. Jeder Charakter wirkte auf mich sehr leblos und hatte scheinbar keine Besonderheiten, die ihn auszeichnen.


Auch der Verlauf der Handlung hat mich nicht vollkommen überzeugt. Zwar blieb es bis zum Ende spannend und offen, jedoch hat für mich ungefähr ab Mitte des Buches das Interesse abgenommen. Ich wollte immer noch wissen, wie es weitergeht, jedoch war für mich irgendwie die Luft raus und der zweite Teil des Romans war meiner Meinung nach nicht mehr so einnehmend, wie der erste.


Fazit:

Ein Buch mit einem sehr starken und wunderbaren Beginn, jedoch lässt die interessante Handlung mit der Zeit nach und ist am Ende fast etwas enttäuschend. Grandios gelungen ist jedoch die Sichtweise der Handlung aus sieben Winkeln, u.a. eines Hundes.

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Bellexrs avatar

Rezension zu "Die Blüten der Freiheit" von Iris Anthony

Der Tanz der Spulen
Bellexrvor 5 Jahren

Im Jahre 1636 blüht der Schmuggel von flandrischer Spitze in Frankreich. Kaum jemand besitzt noch welche und so ist es nicht verwunderlich, dass die kleine Lisette aus der Gascogne nicht widerstehen kann, als sie im Gepäck eines Gastes Spitzenstulpen entdeckt und diese anfasst. Unbeabsichtigt zerstört sie dabei die Spitze. Ihr Vater, ein verarmter Adliger, muss nun dem Grafen von Montreau dessen Spitze ersetzen, ein fast schier unmögliches Unterfangen. In Flandern arbeitet Katharina in einem Kloster an ihrer letzten Spitze. Katharina ist seit 25 Jahren Klöpplerin und mittlerweile erblindet. Sollten die Nonnen dies bemerken, muss die Klöpplerin das Kloster verlassen. Währenddessen ist der Soldat Denis Boulanger an der Grenze zwischen Flandern und Frankreich eingesetzt, um hier Schmuggler aufzuspüren, für den jungen Mann ein aussichtsloses Unterfangen.

 

Frankreichs König Ludwig XIII. verbot im Jahre 1636 das Tragen von Spitze. Wer gegen das Verbot verstoß, konnte unter anderem aus dem Königreich verbannt werden. Durch diesen Erlass dauerte es nicht lange bis Spitze zu einem Statussymbol wurde und der illegale Handel zwischen Flandern und Frankreich blühte. Und auch die Schmuggelvarianten wurde immer einfallsreicher: So wurden Hunde auf grausame Weise missbraucht, aber auch die Grenzüberschreitung mithilfe eines Sarges mitsamt der Leiche war ein bewährter Weg nach Frankreich. Mithilfe von sieben ganz unterschiedlichen Personen erzählt Iris Anthony den Weg der Spitze von Flandern nach Frankreich, beginnend hierbei bei ihrer Herstellung bis zum neuen Empfänger des edlen Tuches.

 

Ihre Geschichte beginnt die Autorin bei der Klöpplerin Katharina, welche in Flandern in einem Kloster unter schier unmenschlichen Bedingungen Spitze herstellt. Katharina ist zwar erst 30 Jahre alt, läuft aber gebeugt wie eine alte Frau und ist mittlerweile erblindet. Ihre Schwester Heilwich weiß nur zu genau, was mit den Klöpplerinnen passiert, die nicht mehr fähig sind, Spitze herzustellen und versucht alles, ihre Schwester aus dem Kloster freizukaufen. Auf dem Chateau Souboscq in der Gascogne wächst Lisette als Tochter eines verarmten Adeligen auf. Schwer trägt sie an ihrer vermeintlichen Schuld, welche ihren Vater in die Hände des sadistischen Grafen von Montreau spielte, dessen Spitze sie Jahre zuvor zerstört hatte. Alexandre Lefort, welcher seit Kindertagen im Chateau lebt, versucht alles, um Lisette diese Schuld zu nehmen. Zur selben Zeit hadert der französische Soldat Denis Boulanger mit sich, da er immer noch keinen Schmuggler auf frischer Tat erwischt hat. Sein Vorgesetzter droht ihm mit Versetzung. Und dann verfolgt man noch dem erbärmlichen Leben eines Hundes im ländlichen Flandern, der Spitze über die Grenze schmuggelt.

 

Mithilfe dieser so unterschiedlichen Charakteren, die scheinbar in absolut keiner Verbindung zueinander zu stehen scheinen, erzählt Iris Anthony ihren wundervollen Roman über den illegalen Handel von Spitze im 17. Jahrhundert. Dabei stellt man sehr schnell fest, dass Iris Anthony das Thema äußerst genau recherchiert hat und die Autorin vermittelt ihren Lesern ihr fundiertes Wissen äußerst interessant.  Die Geschichte entwickelt sich langsam analog zur aufwendigen Herstellung von Spitze. Anfangs ahnt man nicht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, doch so nach und nach erkennt man die Zusammenhänge und wie von selbst findet man sich plötzlich in einer überaus spannenden wie unterhaltsamen Geschichte wieder, welche Iris Anthony bildhaft, eindringlich, gefühlvoll, tiefsinnig und lebendig vermittelt.

 

Die unterschiedlichen Handlungsstränge erzählt die Autorin jeweils aus Sicht der jeweiligen Protagonisten und hierbei ist nicht nur die Geschichte um Katharina eindringlich beschrieben. Durch diesen Erzählstrang erhält man eine sehr gute Vorstellung über die schier unmenschlichen Bedingungen, welchen die Klöpplerinnen im Kloster ausgesetzt waren. Die jungen Frauen aus ärmlichen Verhältnissen werden wie Sklavinnen gehalten, sobald sie keinen Nutzen mehr für die Nonnen haben, werden die erblindeten Frauen einfach vor die Klostertür gesetzt. Umso eindringlicher werden diese Beschreibungen noch durch die facettenreich beschriebenen Charaktere. Emotional am ergreifendsten war jedoch der Erzählstrang des Hundes aus dem ländlichen Flandern. Überaus grausam, dabei aber leider wirklich authentisch beschreibt Iris Anthony das Leben eines Schmugglerhundes in Flandern. Wenn man seine Lebensumstände liest, verwundert es einen nicht, als man in einem Interview mit der Autorin liest, dass innerhalb von 15 Jahren rund 40.000 Hunde für den Schmuggel von Spitze ihr Leben lassen mussten.

 

Fazit: Ein faszinierender, unterhaltsamer, spannender wie eindringlicher Roman über den Schmuggel von Spitze im 17. Jahrhundert.

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