Das Wüten der Stille

von Iris Grädler 
4,0 Sterne bei23 Bewertungen
Das Wüten der Stille
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (19):
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gelungene Fortsetzung mit authentischen Landschaftsbeschreibungen

Kritisch (1):
brauneye29s avatar

Ich fand es etwas zäh

Alle 23 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Wüten der Stille"

Die ersten Herbststürme jagen über Cornwalls Küste, und DI Collin Brown ist in melancholischer Stimmung. Seine Frau ist für mehrere Wochen verreist, er und die Kinder sind auf sich allein gestellt. Ausgerechnet jetzt wird er mit einem beunruhigenden Fall konfrontiert: Die sechzehnjährige Carla Wellington ist verschwunden. Collin versucht das Mädchen mithilfe von Hundertschaften und Freiwilligen zu finden, doch nach einigen Tagen fehlt immer noch jede Spur. Da stößt er auf einen ungeklärten Vermisstenfall, der sich vor acht Jahren im Nachbarort ereignete: Auch dort verschwand ein Mädchen nach einem Schulfest spurlos, auch sie war Mitglied des Schulorchesters und sehr begabt. Das kann kein Zufall sein. Doch gibt es eine Verbindung? Collin bleibt nicht mehr viel Zeit, wenn er Carlas Leben retten will …
Mit erstaunlicher Beobachtungsgabe und großem Gespür für die Psychologie ihrer Figuren leuchtet Iris Grädler die Leerstelle aus, die das Verschwinden eines Kindes in einer Familie hinterlässt. ›Das Wüten der Stille‹ ist ebenso ein packender Kriminalroman wie ein einfühlsam erzähltes Familiendrama.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832163778
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:08.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    tardys avatar
    tardyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Cornwalls raue Küste ist der ideale Schauplatz für diesen düsteren Krimi
    Das Wüten der Stille

    Inspector Collin Brown muss einen beunruhigenden Fall bearbeiten. Die 16jährige Carla Wellington ist spurlos verschwunden. Doch weder die Eltern, noch die Lehrer scheinen sich große Sorgen zu machen. Auch Tage später gibt es noch keinen Hinweis, wo das Mädchen ist. Vor acht Jahren gab es schon einmal einen ähnlichen Fall. Hängen die beiden zusammen? DI Brown rennt die Zeit davon. Wird er Carla finden?

    Besser hätte man den Schauplatz für diesen Krimi nicht wählen können. Unwirtliche, trostlose Landschaften, wie die Küste Cornwalls, eigenen sich hervoragend für einen Plot dieser Art. Die unsägliche Kälte, die eisigen Winde, die rauen Stürme sind perfekte Komparsen für diese Art von Menschen, die die Autorin hier beschreibt. Gefühllose, uninteressierte Eltern, denen nur ihre eigenen Bedürfnisse wichtig sind. Egozentrische Lehrkräfte, die sich wenig bis gar nicht für ihre Schüler interessieren. Verschlossene, wortkarge Eigenbrödler. Nur der warmherzige Inspector zeigt menschliche Regungen. Er ist der Einzige, der sich Sorgen zu machen scheint. Nicht nur um die Opfer, sondern auch um seinen eigenen Kinder, die er momentan allein versorgen muss, da seine Frau in Thailand zur Selbstfindung ist. Iris Grädler beschreibt ihre Charaktere sehr genau und präzise, so detailliert, dass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Viele waren mir alles andere als sympathisch, ihre Gefühlskälte, ihre Gleichgültigkeit, machten es schwer sie zu mögen. Aber genau deswegen ist das Buch spannend und erschreckend zugleich. Trotz der düsteren Atmosphäre mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und verstrickt sich so immer mehr in diesem ungewöhnlichen Fall. Es werden viele falsche Fährten gelegt und ich irrte lange Zeit im Dunkeln herum. Das überraschende Ende hätte ich so nicht erwartet, es löst aber schlüssig auf und ist für mich realistisch.

    Alles in allem ein solider, aber nicht ganz gewöhnlicher Krimi, mit düsterer Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.

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    M
    Miltoniavor 9 Monaten
    Solider, guter Krimi an der Küste Cornwalls

    Hier passt für mich alles zusammen: ein schönes Cover, ein wirklich guter Titel und eine ganz solide Story. Das hatte ich in letzter Zeit eher selten.


    Der Ansatz: Nachdem vor einigen Jahren schon einmal ein junges, musikalisch begabtes und hübsches Mädchen aus einem kleinen Küstennest in Cornwall spurlos verschwunden ist, wird seit einem Schulauftritt wieder eine junge Frau vermisst.


    DI Collin sieht sofort Parallelen und beginnt mit Ermittlungen, obwohl Freundinnen und Eltern der vermissten Carla eine erstaunliche Ruhe an den Tag legen und seine Fragen und Erkundigungen für höchst übertrieben halten. Haben sie alle etwas zu verbergen? Und was hat es mit dem seltsamen Nachbarn auf sich?

    Nachdem einige Tage später Carla noch immer nicht wieder aufgetaucht wird, beginnt nun doch allerseits die Suche. Das alles wird flüssig beschrieben, die Sprache ist klar und schnörkellos und die Ermittlungen laufen wirklich so, wie ich mir eine solide Polizeiarbeit vorstelle, Spuren tauchen auf, werden verfolgt und sind zum Teil sehr vielversprechend und brechen eben auch wieder in sich zusammen.
    Sehr schön beschrieben sind die diversen Bewohner des Dorfes, zum einen die Eltern der zuerst verschwundenen Jenifer, die mit dem Verlust und der Ungewissheit absolut nicht klarkommen und sich immer weiter voneinander und einem „normalen“ Leben entfernen. Ebenso seltsam ist die familiäre Umgebung der vermissten Carla, Geld spielt zwar keine Rolle, aber Zuneigung und Geborgenheit gibt es hier eher kaum. Und so ähnlich läuft es auch in anderen Familien dort.

    Wer Spaß hat an einer geduldigen Spurensuche und logischer Ermittlerarbeit und auch an den nicht immer gefälligen Innenansichten von diversen Familienverhältnissen wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.

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    Leylascraps avatar
    Leylascrapvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wo ist Carla? Spannender Krimi....
    Das wüten der Stille

    RezensionCarla Wellington hat reiche Eltern ist talentiert und hübsch. Eigentlich sollte man denken, das Kind hat nicht große Sorgen. Aber weit gefehlt. Ihre Eltern sind viel in der Weltgeschichte unterwegs und sie meist alleine zu Hause. Da kann man sich schnell mal alleine fühlen. Eines Tages verschwindet Carla plötzlich und erinnert an ein anderes Mädchen, was Jahre zuvor auch plötzlich Verschwand. DI Collin Brown macht sich auf die Suche nach dem Mädchen. Auch wenn die Familie zunächst erst glaubt sie wäre einfach nur weg gelaufen, glaubt der DI Brown nicht so recht daran. Nach und nach ist sich die Familie jedoch auch nicht so recht mehr sicher, was sie denken sollen. Vieles kommt ans Licht und obwohl Cornwall nicht groß ist, scheint das Mädchen nicht auffindbar zu sein. 
    Meine MeinungFür mich fing die Story etwas schleppend an, aber immer besser kam ich in die Geschichte rein. Wie in einer anderen Geschichte von DI Brown gefiel er mir in diesem Fall auch wieder. Die restlichen Figuren haben auf ihre Art und Weise interessant. Vom Aktenkundigen "Rüpel", den man alles zutraut, reiche Eltern, die nicht viel von ihren Kindern wissen bis hin zu "Weltverbesserer". Ist eine gute Mischung.Ich finde auch, dass man nicht so schnell auf den "Täter" kommt und somit viel Spielraum ist Verdächtige zu finden. Die Landschaften, die im Buch beschrieben werden, lassen auch die Fantasie freien lauf. Gut gemacht. Auch der Ort des Geschehens finde ich sehr kreativ und passt super, auch wenn ich mir schon ähnliches gedacht hatte.

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor 9 Monaten
    Düsteres Cornwall und ein buntes Reservoir an Verdächtigen

    Collin Brown, Detective Inspector im beschaulichen St. Magor in Cornwall, wird hier von seiner Schöpferin Iris Grädler zum dritten Mal mit einem ziemlich vertrackten Fall konfrontiert.

    Zuerst scheint es nur einer zu sein, das Verschwinden einer Schülerin der Highschool im Nachbarort Cambrenne, doch während der Ermittlungen tauchen immer mehr Parallelen zu einem älteren Fall auf. Vor acht Jahren verschwand auch ein Mädchen, das auf die selbe Schule ging. Damals Jenifer, heute Carla. Bei Carla scheint sich zunächst niemand der involvierten Erwachsenen zu sorgen, doch durch die aktuellen Entwicklungen schöpfen Jenifers immer noch verzweifelte Eltern wieder Hoffnung. Ihre Leiche wurde nie gefunden.

    Der große Star dieses Krimis ist einerseits die Umgebung, die Landschaft und Küste Cornwalls, die mit Wind und Wetter ihre Rolle bei allen Schauplätzen spielt, die sich durch die Ritzen im Leben der Menschen drängt und immer präsent ist. Andererseits sind es hier die Protagonisten, Polizisten, Charaktere, Verdächtige, die das Buch trotz des tristen Wetters so bunt erscheinen lassen. Grädler schöpft für die Menschen in ihren Krimis aus dem Vollen und lässt kaum zwei Leute ähnlich wirken. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, das kommt gut heraus ohne aufgesetzt zu wirken. Aufgesetzt sind lediglich manche Verhaltensweisen der Figuren, was dennoch nicht kitschig oder nervig wirkt, manche Menschen sind einfach so - im Buch wie im Leben.

    Wer gerne selbst miträtselt und dennoch überrascht werden will, wer gerne falsche Fährten enttarnen will, ist mit diesem Krimi gut bedient. Die drei Geschichten sind gut unabhängig voneinander zu lesen, wer allerdings Collin Brown besser kennenlernen will, sollte mit einem der ersten beiden Romane beginnen (Meer des Schweigens; Am Ende des Schmerzes), da hier aufgrund mehrerer Faktoren Browns Privatleben und auch die Interaktion im Ermittlerteam etwas zu kurz kommt).

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    Polly16s avatar
    Polly16vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Welche zerstörerische Kraft mitmenschliche Kälte entfalten kann, zeigt sich in diesem Krimi mit Lokalkolorit.
    Menschliche Abgründe

    Herbst an der Küste Cornwalls: Die Bewohner des kleinen Küstenortes Cambrenne haben mit den ersten Stürmen zu tun und nicht nur das: Ein 16jähriges Mädchen aus dem Ort wird vermisst. Der zuständige Inspector DI Brown bekommt alle Hände voll zu tun, um die Umstände des Verschwindens zu rekonstruieren. Schnell ergeben sich Parallelen zu einem zurückliegenden, ungeklärten Fall. Brown trifft bei seinen Ermittlungen auf ignorante Verwandte, Freunde und Nachbarn des verschwundenen Mädchens. Lange ist nicht klar, ob es überhaupt einen Fall gibt oder ob sich die Heranwachsende lediglich für eine paar Tage eine Auszeit nimmt. Für Brown allerdings werden die Konturen der beiden Fälle immer deutlicher. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und Inspector Brown steht vor der Lösung des Falls.

    Das Wüten der Stille hält vom Anfang bis zum etwas überraschenden Ende die Spannung. Neben Kriminalistischem geht es im dritten Fall von DI Brown auch um menschliche Abgründe. Wozu die Vernachlässigung von Kindern sowie unerfüllte Sehnsüchte führen können, wird hier geschickt dargestellt. Dem Leser wird ein Reigen an Verdächtigen vorgeführt und allzu leichtfertig macht man sich ein Bild über den möglichen Täter. Das Ende hat mich vom Tempo her etwas überfordert, hat aber auch zum Nachdenken über die eigenen Vorurteile angeregt. Dieser Aspekt und nicht zuletzt die Beschreibungen Cornwalls als sagenumwobene Landschaft lassen mich das Buch Krimiliebhabern empfehlen.

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    SusanneSH68s avatar
    SusanneSH68vor 9 Monaten
    Krimi mit psychologischem Tiefgang

    DI Collin Brown bekommt es in Cornwall mit einem schwierigen Fall zu tun: die sechzehnjährige Carla ist nach einem Schulfest verschwunden. Schon bald tun zu Parallelen zu einem ungeklärten Fall auf, als ein anderes Mädchen im gleichen Alter vor acht Jahren im Nachbarort verschwunden ist, die Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

    Dieses Buch ist auf jeden Fall ein spannender Krimi, die ruhige Handlung passt zu der Landschaft Cornwalls. Und während man als Leser noch mit dem Ermittlungsbeamten fiebert, ob es gelingt, das Mädchen rechtzeitig zu finden, gewährt die Autorin gleichzeitig noch einen erschreckenden Blick in die betroffenen Familien, insbesondere auch in die Familie, die seit acht Jahren nicht weiß, was mit ihrer Tochter passiert ist. Die Ungewissheit, die belastet, und es den Eltern auch nicht ermöglicht, mit der Trauerarbeit anzufangen. Und gerade dieser Blick macht dieses Buch zu einem besonderen Krimi.    

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    Anett_Heinckes avatar
    Anett_Heinckevor 9 Monaten
    Wassergeister

    Jory Kellis und seine Frau trauern immer noch um ihre Tochter Jenifer, die vor acht Jahren nach einem Schulfest verschwunden ist. DI Collin Brown bekommt mitten in der Nacht einen Anruf, dass Carla nach dem Schulfest nicht bei ihrer Freundin aufgetaucht ist. Ihm fällt gleich der alte Fall ein, den er noch einmal recherchiert.Jetzt lernen wir auch Johnny kennen, der recht unsensibel und poltrig aber trotzdem sympathisch ist, Anne, die etwas schwer von Begriff ist und Bill mit seiner Katzenallergie. Aber trotzdem sind sie ein tolles Team. Und das nimmt nun die Suche nach Carla auf. Dabei treffen sie u.a. auf den unsympathischen Direktor der Schule und auf die nicht bessere Klassenlehrerin. Da Carla eine unzuverlässige Schülerin ist, wird davon ausgegangen, dass sie weggelaufen ist.
    Die Kapitel wechseln immer zwischen unterschiedlichen Personen oder Familien. Es wird von Jory und Heather erzählt, wobei er gerne in der Gegenwart und Zukunft leben möchte und fremdgeht, während seine Frau in der Vergangenheit lebt.
    Dann gibt es Sowenna, die nach zwei Jahren zurück nach Hause kommt und feststellt, dass sich nichts geändert hat. Ihre Eltern sind immer noch streng vegane Sportfanatiker und nicht wirklich an ihrem Leben interessiert.
    Weiter sind da Carlas Eltern, die anfangs nicht besonders beunruhigt sind von ihrem Verschwinden.
    Und von Collin, seinen Zwillingssöhnen, der Adoptivtochter und seiner Frau erfährt man mehr, als nötig ist.
    Das Buch konnte mich leider überhaupt nicht in seinen Bann ziehen, obwohl der Schreibstil einfach war und auch die Geschichte an sich eine gute Idee ist. Die Ermittlungen ziehen sich endlos hin, es passiert eigentlich nichts Spannendes. Erst am Ende wird es etwas rasanter und die Auflösung ist dann gut gelungen.
    Das Cover passt gut zur Handlung. Was mich sehr gestört hat war ein Aufkleber mitten auf dem Cover. Der ist sicher nicht auf allen Exemplaren und auch die Autorin kann nichts dafür. Aber das ist Buchschändung. 

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    brauneye29s avatar
    brauneye29vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ich fand es etwas zäh
    Ich fand es etwas zäh

    Zum Inhalt:
    Die sechzehnjährige Carla Wellington ist verschwunden. Collin versucht das Mädchen mithilfe von Hundertschaften und Freiwilligen zu finden, doch nach einigen Tagen fehlt immer noch jede Spur. Da stößt er auf einen ungeklärten Vermisstenfall, der sich vor acht Jahren im Nachbarort ereignete.
    Meine Meinung:
    Ich fand das Buch etwas zäh, den Schreibstil irgendwie schwer lesbar und auch die Story nicht so richtig interessant. Ich kannte allerdings die Vorgängerbände nicht, vielleicht hätte man dann einen anderen Zugang zum Buch, weil einem die Protagonisten schon vertrauter wären. So war das für mich eher ein Buch einer Serie, die ich für mich sicher nicht fortsetzen werde.
    Fazit:
    Nicht meins. 

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 9 Monaten
    Ein verschwundenes Mädchen

    Der Kriminalroman „Das Wüten der Stille“ von Iris Grädler ist 2017 im DuMont Verlag erschienen und spielt an der Küste Cornwalls.

    Die sechzehnjährige Carla Wellington ist verschwunden und der Ermittler DI Collin Brown entdeckt schon bald beunruhigende Parallelen zu einem Verbrechen, das sich vor acht Jahren im Nachbarort ereignete und bisher nicht aufgeklärt werden konnte. Auch dort verschwand ein Mädchen.

    Was mich als Mutter beim Lesen wirklich erschreckt hat war, dass sich nach Carlas Verschwinden nur die Polizei und ein paar Mitschülerinnen beunruhigt zeigen. Die Eltern und auch die Lehrer scheinen zu Beginn völlig unbeeindruckt und scheinen sich keine Sorgen um Carla zu machen. Ganz im Gegensatz dazu scheinen die Eltern von Jennifer, dem vermissten Mädchen aus dem Nachbarort, die nach dem Verschwinden ihrer Tochter wirklich wie gebrochene Menschen wirken. Iris Grädler hat es so geschafft, das Buch nicht nur zu einem Kriminalroman, sondern auch zu einem Familiendrama zu machen. Und immer wieder beeindruckt die Autorin mit ihrem fast schon malerischen Schreibstil: Die Küste Cornwalls, die Landschaft, das Meer beschreibt sie so bildhaft, dass ich mich beim Lesen dabei ertappt habe, mir vorzustellen, selbst aufs Meer hinauszuschauen.

    „Das Wüten der Stille“ ist zwar ein Band aus der reihe rund um DI Collin Brown, kann aber völlig eigenständig gelesen werden und bekommt von mir, vor allem auf Grund des sehr malerischen Schreibstils und der verwobenen Geschichte mit dem überraschenden Ende, meine vollste Leseempfehlung.

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    EOSvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Cornwall Krimi
    Eltern ohne Empathie

    Zunächst möchte ich hervorheben, dass die Autorin Cornwall und seine Eigenschaften bzw. Eigenheiten auf vortreffliche Weise schildert. Wer schon einmal dort war, kann sich wunderbar einfühlen, und auch Nicht-Kenner bekommen einen guten Eindruck vermittelt.
    In der Geschichte geht es um zwei verschwundene 16-jährige Mädchen, der erste Fall liegt schon Jahre zurück, der zweite ist ganz aktuell. Zunächst gibt es keine heiße Spur,was sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar macht, denn anfangs plätschert die Handlung so dahin. Dies ändert sich dann aber und nimmt rasante Fahrt auf, man muss dann unbedingt weiterlesen....
    Ganz erschreckend werden 2 Elternbilder gezeichnet, auf der einen Seite totale Vernachlässigung, keinerlei Empathie und Laissez-Faire Haltung, auf der anderen Seite totale Unterdrückung und Duldung der Missstände. Und da ist dann noch die trauernde Mutter des ersten Falles, die in ihrer Verzweiflung nicht mehr am realen Leben teilhaben möchte.
    Die Charaktere sind vortrefflich skizziert und in vielen Details beschrieben, besonders die betroffenen Eltern. Aber auch Lehrer und die Polizisten sind realistisch dargestellt.
    Was mich nicht so überzeugt, ist die Ursachenerklärung, warum die Mädchen dem Täter überhaupt folgen, denn dies hat mit den Mythen und Sagen rund um Cornwall zu tun, und ich denke, ein 16-jähriger Teenager unserer Zeit müsste sich da distanzieren können. Aber vielleicht fliehen sie einfach vor dem nicht akzeptierten Elternhaus...
    Auf jeden Fall spreche ich eine Leseempfehlung aus, und diese nicht nur für England-Fans

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DUMONT_Verlags avatar

    Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit vor der Kulisse Cornwalls

    Auch in »Das Wüten der Stille«, dem dritten Fall für Detective Inspector Collin Brown, entführt Iris Grädler ihre Leser wieder an die raue Küste Cornwalls und verhandelt dabei eine der Urängste einer jeden Familie: das Verschwinden eines Kindes.

    Vor dem Panorama der ersten Herbststürme an der englischen Küste entsteht so nicht nur ein fesselnder Kriminalfall, sondern auch ein einfühlsam erzählter Familienroman.


    Zum Inhalt

    Die ersten Herbststürme jagen über Cornwalls Küste, und Inspector Collin Brown ist in melancholischer Stimmung. Seine Frau ist für mehrere Wochen verreist, er und die Kinder sind auf sich allein gestellt. Ausgerechnet jetzt wird er mit einem beunruhigenden Fall konfrontiert: Die sechzehnjährige Carla Wellington ist verschwunden. Collin versucht verzweifelt das zu finden, doch nach einigen Tagen fehlt immer noch jede Spur. Da stößt er auf einen ungeklärten Vermisstenfall, der sich vor acht Jahren im Nachbarort ereignete: Auch dort verschwand ein Mädchen nach einem Schulfest spurlos, auch sie war Mitglied des Schulorchesters und sehr begabt. Kann das Zufall sein? Collin bleibt nicht mehr viel Zeit, wenn er Carlas Leben retten will …

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    Zur Autorin

    Iris Grädler wurde 1963 in Halle/ Westfalen geboren. Sie veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten und hat mehrere Anthologien herausgegeben. Bei DuMont erschienen bislang ihr Debütroman ›Meer des Schweigens‹ (2015), der für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, ›Am Ende des Schmerzes‹ (2016) und ›Das Wüten der Stille‹ (2017). Iris Grädler lebt in Swakopmund, Namibia.


    Wir vergeben 20 Rezensionsexemplare.


    Beantwortet uns einfach folgende Frage: »Welche Landschaft empfindet ihr als so spannungsreich, dass ihr sie zur Kulisse eines Kriminalromans machen würdet?« 

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    Letzter Beitrag von  IGraedvor 8 Monaten
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