Iris Kammerer Die Blutsäule

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 20 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(7)
(3)
(2)
(0)
(3)

Inhaltsangabe zu „Die Blutsäule“ von Iris Kammerer

Brutale Morde im Schatten des Doms

Köln 1248. Gerhard von Rile hat soeben seinen Dienst als Dombaumeister angetreten, als ein verheerender Brand den alten Dom vorzeitig vernichtet. Doch damit nicht genug, sein Neffe Gerwich wird Zeuge eines Mordes, der kein Einzelfall bleibt: Junge Männer aus den verfeindeten Ständen der Händler und Handwerker sterben. Doch kein Richter entscheidet über Schuld oder Unschuld der Verdächtigen, sondern ein Stein, der magische Kräfte haben soll: die Blutsäule. Können die Mönche Albertus Magnus und Thomas von Aquin, denen Gerwich sich angeschlossen hat, die Morde aufklären?

»Finde den Mann, der die Säule von Sankt Gereon beherrscht, und das Töten wird ein Ende haben.«

Stöbern in Historische Romane

Über dem Meer die Freiheit

spannendes Buch, sympathische Protagonisten , macht Lust auf den Film Gangs of New York, fängt langsam an nimmt dann Fahrt auf, überraschend

sabrinchen

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Fesseln der Auftakt der Trilogie rund um Harald

Bellis-Perennis

Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Unterhaltsamer historischer Liebesroman, der zum Weiterlesen (Band 1 einer Trilogie) geradezu einlädt. 4 * und eine Leseempfehlung!

SigiLovesBooks

Die fremde Königin

Mein erster historischer Roman und er hat mich begeistert!

Sarahamolibri

Die letzten Tage der Nacht

Wer hätte gedacht, dass Physik und Patentrecht so spannend erzählt werden kann.

ulrikerabe

Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit ist Band drei der KINGSBRIDGE-Romane

HEIDIZ

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Blutsäule" von Iris Kammerer

    Die Blutsäule

    Jetztkochtsie

    11. May 2011 um 20:04

    Ich schätze Iris Kammerer und ihre Romane sehr. Erfrischend anders stechen sie aus der Masse der schnulzigen historischen Romane hervor, stellen einen gewissen Anspruch an den Leser und bewegen sich auf hohem sprachlichem Niveau. Die Handlung ist ausgefeilt und die Charaktere fein und leicht gezeichnet. Jeder handelt so, wie es zu ihm paßt, fast sieht man als Leser die Lachfalten des alten Mönchs, wenn sich ein Lächeln in seine Mundwinkel gräbt oder kann den Schweiß riechen, der dem Dombau-Steinmetz in den Nacken rinnt. Hier und da hat der Leser das Gefühl, daß das Buch einigen etwas unguten Lektoratskürzungen zum Opfer gefallen ist, denn zumindest empfand ich es so, wären die ein oder andere Nebenhandlung es wert gewesen, weiter ausgeführt zu werden. Spannend, ironisch, mit dem Blick für die interessanen Dinge der damaligen zeit und herrlich unkitschig kommt dieser historische Roman daher, so daß er sogar mich, die eigentlich ungern etwas Historisches liest, absolut überzeugen konnte.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Blutsäule" von Iris Kammerer

    Die Blutsäule

    Gospelsinger

    17. March 2011 um 00:59

    Gerwich hat Höhenangst. Aber ausgerechnet er soll in die Fußstapfen seines Onkels Gerhard von Rile treten und Dombaumeister werden. Viel lieber würde Gerwich sich mit Mathematik beschäftigen. Wir befinden uns in Köln im Jahre 1248. Ein neuer Dom ist geplant, und diese Planung beschleunigt sich durch den verheerenden Brand, der den alten Dom vernichtet. Gerhard von Rile hat alle Hände voll zu tun. Gerwich wird Zeuge eines Mordes, dem Auftakt einer ganzen Mordserie. Es trifft junge Männer, Söhne von Handwerkern und Händlern. Gerwich ist also auch gefährdet und findet Zuflucht im Kloster. Dort trifft er auf die Mönche Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Gemeinsam versuchen sie, die Morde aufzuklären. Kein leichtes Unterfangen in einer Stadt, die von innerkirchlichen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten der verschiedenen Stände geprägt ist. Auch die große Politik wirft ihre Schatten auf Köln. Erschwerend kommt der Aberglaube der Menschen hinzu, die nicht Richter über Schuld und Unschuld eines Angeklagten entscheiden lassen wollen, sondern die Blutsäule, an der angeblich Christus gegeißelt wurde. Der Blutsäule werden übernatürliche Kräfte nachgesagt, und tatsächlich wird ein vermeintlicher Lügner entlarvt. Wirklich? Oder wurde das Ergebnis manipuliert? Dieser historische Roman hebt sich wohltuend von der Massenware dieses Genres ab. Glänzend recherchierte Fakten lassen das Mittelalter lebendig werden. Auch die Charaktere sind plastisch und liebenswert gezeichnet, besonders Thomas von Aquin, den wir hier als jungen Mann erleben. Probleme mit Körperlichkeit und dem weiblichen Geschlecht hat er bereits jetzt. Den etwas unbeholfenen Gerwich habe ich von der ersten Seite an ins Herz geschlossen. Ganz nebenbei wird das Buch noch zu einem Entwicklungsroman eines Jugendlichen, der in einer streng reglementierten ständischen Gesellschaft seinen Weg finden muss. Ich kann diesen Mittelalterschmöker, der auch als Geschenk für Männer geeignet ist, weil zur Abwechslung einmal nicht die Frauen, sondern Männer die Hauptpersonen sind, wärmstens empfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Blutsäule" von Iris Kammerer

    Die Blutsäule

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. March 2011 um 14:52

    1248 tritt Gerhard von Rile in Köln seinen Dienst als Baumeister an. Er hat den Auftrag erhalten, das bis dahin größte Gotteshaus der Christenheit zu bauen: Den Kölner Dom. Mit nach Köln gebracht hat er den Sohn seines verstorbenen Bruders, seinen Neffen Gerwich. Dieser soll in die Fußstapfen seines Onkels treten und später selber Baumeister werden. Doch der junge Gerwich fühlt sich dieser Aufgabe nicht gewachsen und hat andere Pläne für sein Leben. Dies gerät jedoch in Gefahr, als Gerwich Zeuge eines Mordes wird, der nur den Auftakt zu einer über Jahre andauernden Mordreihe an jungen Männern aus den Reihen der Handwerker und Händler wird. Wer hat ein Interesse daran, Unfrieden in der Stadt zu stiften und würde von einer Fehde zwischen den Ständen profitieren? Niemand anders als Albert von Lauingen, später auch als Albertus Magnus bekannt, der nach Köln kommt, um dort eine Hochschule zu gründen, wird mit den Ermittlungen betraut, um die Urheber der Mordfälle aufzuspüren. Iris Kammerers Roman spielt zu einer unruhigen Zeit. Wilhelm von Holland kämpft um seine Anerkennung als König, während die Kurfürsten sich für Friedrich II. als Herrscher aussprechen. Das Land ist gespalten, die Situation schwierig, sorgt für Machtkämpfe und drohende Hungersnot. In Köln herrscht die Richerzeche, ein Gremium aus Mitgliedern der reichen Patrizierfamilien über die Stadt, sehr zum Leidwesen der Handwerker und Kaufleute, die vom Wohlwollen der Patrizier abhängig sind. Hier setzt die Autorin mit ihrer Geschichte an, die den schwelenden Konflikt zwischen Patriziern, Kaufleuten, Handwerkern und der stets dominanten Kirche zur Grundlage hat. Über einen Zeitraum von vier Jahren geschehen immer wieder Morde in der Stadt, deren Urheber nicht gefunden wird. Es gibt viele Verdächtige, mancher muss sich der Wahrheitsprobe an der Blutsäule, einer Märtyrer-Säule in der Kirche St. Gereon stellen, die angeblich zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann. Doch die Säule scheint einer Willkür zu unterliegen, die nichts mit übernatürlichen Kräften zu tun sondern ihren Ursprung eher in der irdischen Welt zu haben scheint. Was es mit der Säule auf sich hat, diese Ermittlung obliegt nicht nur Albert von Lauingen sondern auch dem Leser, der Albert bei seinen Ermittlungen begleitet. Liegt der erzählerische Fokus zunächst auf dem Dombaumeister Gerhard und seinem Neffen Gerwich, wechselt die Perspektive im Laufe der Geschichte verstärkt auf Albert von Lauingen, während der Dombaumeister eher in den Hintergrund tritt. Ein erzähltechnischer Staffellauf, der hier perfekt gelingt. Erfreulicherweise sind es zudem fast ausschließlich männliche Protagonisten, denen der Leser begegnet, eine Seltenheit auf dem Segment der historischen Unterhaltungsromane. Ich muss sagen, ich habe es nicht vermisst, dass hier keine Frau die Hosen an hat sondern wirklich durchgängig aus der männlichen Sicht geschrieben wurde. Iris Kammerer gelingt es wunderbar, sowohl die Sorgen und Nöte eines Heranwachsenden zu schildern als auch die Probleme eines gestandenen Mannes. Dies wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt oder gewollt sondern durchweg authentisch und harmonisch. Geliebt habe ich den den leisen Humor, der trotz der widrigen Umstände in fast jeder Zeile durchblitzt, vor allem wenn Albert von Lauingen am Zuge ist. Ich habe es genossen, ihn bei seinen biologischen Experimenten zuzusehen, seinen Ratschlägen und seinen theologischen Exkursen zuzuhören. Bei dem Albert von Lauingen, wie Iris Kammerer ihn hier zeichnet, wäre ich gerne Schüler gewesen. Aber auch der brummige Thomas von Aquin oder auch der unsichere Gerwich sind ihr hervorragend gelungen, wie überhaupt alle Figuren in ihrem Roman. Es war niemand dabei, der mich kalt gelassen hat, niemand, der mich nicht auf die ein oder andere Weise gedanklich beschäftigt hat. An Spannung lässt der Roman obendrein keine Wünsche offen. Rasend schnell verfliegen die Seiten und dass im Buch vier Jahre vergehen, bekommt man kaum mit. Immer ist Bewegung in der Geschichte, passiert etwas, lässt den Leser gespannt die Luft anhalten. Stilistisch und sprachtechnisch spielt dieses Buch in der Oberliga, was nicht nur an den vielen Lateinischen Zitaten und Gebeten liegt, die zwar nicht in einem Glossar erklärt werden, sich aber immer aus dem Zusammengang erklären. Iris Kammerers Sätze sind wie mit Musik unterlegte Bilder, die mit ganz eigener Stimme die Geschichte einer Stadt erzählen. Einer Stadt die lärmt, stinkt, lacht, lebt und liebt, deren Bürger leidenschaftlich streiten und sich vertragen und ja, in der geklüngelt wird ohne Ende. Ich bin Erbsenzähler, wenn es um Bücher geht, die in der Stadt spielen, in der ich mein ganzes Leben verbracht habe, deren Wesen und deren Geschichte ich kenne. Wenigen Autoren gelingt es, genau dieses Wesen der Stadt und ihrer Menschen in ihren Büchern einzufangen. Bei Iris Kammerers Blutsäule habe ich keine Erbsen gefunden. Ich habe eine Perle gefunden. Ein Buch, in dessen Seiten ich zuhause war und durch dessen mittelalterliche Straßen ich gewandert bin, Protagonisten, die mich berührt haben und ein kölsches Lebensgefühl, das auch über 800 Jahre später noch genau so ist wie von Iris Kammerer empfunden und beschrieben. Iris Kammerer hat vor allem einen großartigen historischen Roman geschrieben, ein bisschen aber auch eine Liebeserklärung an die über 2000 Jahre alte Stadt am Rhein.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Blutsäule" von Iris Kammerer

    Die Blutsäule

    MichaelSterzik

    04. March 2011 um 21:37

    Die Blutsäule – Iris Kammerer Die Domhauptstadt Köln ist immer einen Besuch wert und die über 2000 Jahre alte Stadt am Rhein hat viel zu erzählen. Natürlich beherrscht die Kunst, sowie auch die Kultur diese Metropole und natürlich ist der Kölner Dom das traditionelle Ziel vieler Touristen. Der Kölner Dom gehört zu den weltweit größten Kathedralen im gotischen Stil und seit 1996 gehört dieses imposante Bauwerk zum Weltkulturerbe der Unesco. 1248 wurde der gotische Bau vom Dombaumeister Gerhard von Rile begonnen. Sein Vorbild war die Kathedrale von Armiens. Er war der erste der Dombaumeister von Köln. Iris Kammerer die schon brillante historische Romane wie „Varus“, und u.a. „Der Tribun“ erfolgreich verfasste und die bereits in mehreren Auflagen erschienen sind, lässt in ihrem neuesten Roman „Die Blutsäule“ die Stadt Köln und den Dombaumeister Gerhard von Rile eine Hauptrolle spielen. Inhalt Köln 1248: Der noch sehr junge Baumeister Gerhard von Rile hat in der Stadt am Rhein den Auftrag angenommen, eine prachtvolle Kathedrale zu errichten. Die Stadt Köln entwickelt sich rasant. Sie ist zu einem Magnet für Handwerker und Kaufleute geworden die im Schatten dieses Doms Reichtum und Rum wittern. Die Konflikte zwischen Klerus und Bürgerschaft nehmen zu und auch Gerhard von Rile und sein Neffe Gerwich geraten schnell zwischen die verfeindeten Fronten, genauso wie der eigentliche Stadtherr – der Erzbischof. Als Gerwich unmittelbarer Zeuge eines Mordes wird, und dieser kein Einzelfall bleibt, überschlagen sich die Intrigen und Ereignisse innerhalb der Stadtmauern. Die beiden Predigermönche Albert von Lauingen und sein noch jünger Schüler Thomas von Aquin helfen Gerwich bei den Ermittlungen. Doch kein weltlicher Richter wird über die Verdächtigen urteilen können. Denn die „Blutsäule“ entscheidet letztlich über das Schicksal, über Schuld und Sühne der potentiell verdächtigen Personen. Als „Gottesurteil“ soll diese Säule an der Jesus Christus gemartert und ausgepeitscht wurde, dienen. Denn das heilige Blut soll den Stein getränkt haben und den wahren Sünder entlarven oder freisprechen können. Die Kölner die endlich Ruhe und Frieden in der Domstadt haben möchten, und die nicht zuletzt durch die Anbetung von Reliquien an Tourismus und Handel gut verdienen handeln durch Aberglauben gehetzt etwas vorschnell. Als der regulär durch die Blutsäule entlarvte Täter identifiziert und gefangen wird, und trotzdem noch weitere Morde geschehen, überschlagen sich die Ereignisse.... Kritik Iris Kammerer hat ihren Schauplatz hervorragend gewählt. Köln sprüht ja förmlich über von Geschichte, aber nicht nur durch die auch schon damals im Jahre 1248, gab es umfangreiche Intrigen unter den Kaufleuten, Handwerkern, den Stadträten. Auch die Kirchenväter wollten an den Touristen ihren Profit weiter ausbauen, und die Gewinnung von Macht und Einfluss rief doch weltliche Motivationen hervor. Die Autorin hat wie schon erwartet hervorragend recherchiert und wer Köln kennt, wird im Lesen quasi an die Hand genommen und gleich durch die Domstadt spaziert. Hjer nimmt das Mittelalter Gestalt an, die Gassen, die verschiedenen Straßen und Plätze, der Bau des Kölner Doms – all das entwickelte sich in eine ungemein dichte Atmosphäre. Doch nicht nur die Kunst und Kultur spielt in „Die Blutsäule“ eine tragende Rolle. Auch die Menschen die in dieser Metropole lebten, hat die Autorin realitätsnah und vielseitig aufleben lassen. Zudem Iris Kammerer noch sehr beispielhaft und sagen wir es ruhig, sehr lebhaft uns an deren täglichen Leben teilhaben lässt. Da wie immer die Kirche ihre Schäfchen leitete und führen wollte, wird das Thema Aberglauben hier auch stark thematisiert. Das eine Säule einen Verbrecher entlarven oder einen Unschuldigen retten könnte, ist für unseren Intellekt nur schwerlich nachvollziehbar, doch für viele Personen im 13 Jahrhundert und auch noch später hatte der Glaube an Wunder und Reliquien eine immense Gewichtung. Doch nicht alle waren so gutgläubig, natürlich gab es auch Menschen die mit einer gewissen Skepsis solchen Wundern begegneten, aber ungefährlich war das freilich nicht. So oder so, dass Mittelalter war ein prägende Epoche, ein Zeitraum in der Kunst und Kultur, und natürlich auch die Architektur wahre Quantensprünge vollführte. „Die Blutsäule“ von Iris Kammerer ist ein abwechslungsreicher und sehr, sehr spannender Roman der zu überzeugen weiß. Die Stadt am Rhein lebt hier auf, die Menschen und deren Schicksale werden vielfältig und überzeugend auf die frühmittelalterliche Bühne geworfen. Es ist kein historischer Kriminalroman wie vielleicht der Leser ihn hier erwartet. Iris Kammerers Stil ist weit vielfältiger. Im Vordergrund stehen die sozialen Verflechtungen, die Intrigen der Händler, der Kampf um Macht und Einfluss in dieser Großstadt die alles dafür tut um wachsen zu können Dem Leser wird Gerhard von Rile begegnen, der erste Dombaumeister zu Köln von dem nicht wirklich viel bekannt ist, aber viel vermutet wird. Iris Kammerer gibt diesen und anderen historischen Persönlichkeiten ein gewisses Gesicht, dass der Vergangenheit durchaus entsprechen könnte. Thomas von Aquin und Albertus Magnus sind zwei der herausragenden Geistliche denen hier die Autorin die Gelegenheit gibt in dieser Geschichte mitzuspielen. Fazit „Die Blutsäule“ von Iris Kammerer ist grandios und überzeugt nicht nur durch Spannung und Abwechslung in ihrem Roman, sondern auch durch eine sichere und realitätsnahe Beschreibung des Mittelalterlichen Kölns und seiner Bewohner. Am liebsten möchte man sich auf den schnellsten Weg nach Köln begeben, um die Atmosphäre in der Nähe des Doms zu spüren, zu begreifen wie faszinierend und spannend eine Autorin „Köln“ beschreiben kann. Michael Sterzik

    Mehr
  • Rezension zu "Die Blutsäule" von Iris Kammerer

    Die Blutsäule

    beowulf

    13. February 2011 um 16:57

    Iris Kammerer vom alten Rom nach Marburg zu begleiten ins frühe Mittelalter, das war noch erklärbar, ist Marburg doch ihre Heimatstadt. Im Mittelalter sind wir mit diesem Buch geblieben, doch nach Köln am Rhein hat es uns verschlagen. Im Genre, so verspricht es uns der Text auf dem Rückumschlag, eines Krimis. Vorne steht noch "Historischer Roman", hinten in großen Lettern "Mord im Schatten des Doms". Doch gemach, wo Iris Kammerer draufsteht, ist auch Iris Kammerer drin. Dies ist kein ins Jahr 1248 verlegter Tatortkrimi, sondern ein historischer Roman um gesellschaftliche Entwicklungen in der mittelalterlichen Großstadt. Ein historischer Roman, indem Geschichte mit der Geschichte verwoben wurde, nicht die Historie den Hintergrund bildet, das Bühnenbild vor dem Personen agieren, sondern das ganze ergibt den mittelalterlichen gewebten Wandbehang. Wir erleben Gerhard von Rile, den ersten Dombaumeister des Kölner Doms, der den Auftrag hat den herrlichsten steingewordenen Lobpreis Gottes in der gesamten Christenheit zu errichten und seinen Neffen Gerwich, die als Fremde, Zugezogene in diese Stadt, diese Ansammlung macht-und geldgieriger Großkaufleute, Händler und Handwerker kommen. Städter, bei denen jede Gruppe gegen jede und alle gegen den eigentlichen Stadtherrn, den Erzbischof, intrigiert. Wir erleben auch zwei Predigermönche, einen gewissen Albert von Lauingen und seien Schüler Thomas, ohne dass die Autorin den Leser mit dem Holzhammer darauf hinweist, dass es sich hier um die Dominikanermönche Albertus Magnus und Thomas von Aquin, zwei der bedeutendsten Kirchenlehrer des Mittelalters und als Heilige verehrte Protagonisten handelt. Der König ist weit und schwach, der Erzbischof kämpft selbst mit seinen Bürgern um die Macht. Die Stadt ist reich durch Handel und "Tourismus", soll heißen wegen ihrer heiligen Reliquien. In dieser politischen Konstellation geschieht ein Mord. Die Bürger der Stadt Köln "überführen" den "Täter" durch eine Wahrheitsprobe. Die Blutsäule in St. Gereon, die Säule die vom Blut der römischen Soldaten, die als Märtyrer starben getränkt wurde, oder sogar an der Jesus Christus während seiner Auspeitschung angebunden gewesen sein soll und die sein heiligstes Blut aufgesogen hat, wer sie berührt wird freigesprochen oder entlarvt. Die Hunde Gottes (domini canes) verurteilen das als Aberglauben und es beginnt eine spannende Entwicklung und Verwirrung, als nach dem der angeblich überführte Täter aus dem Verkehr gezogen war weitere Morde geschehen. Dabei beschreibt Iris Kammerer, so quasi nebenher, wie für uns heute unvorstellbar die Verhältnisse damals waren. Keine Mordermittlung, keine Kripo, nichts wirklich organisiertes, nein, eher gegeneinander arbeitende Kräfte auch hier. Das was wir eine Mordermittlung nennen würden beginnt ab Seite 412 und dauert auch nicht mehr als knappe 50 Seiten. Die Lösung ist dann verblüffend einfach, die Ergebnisse mit unserem Rechtsverständnis sicher nicht vereinbar. Ein historischer Roman, der die Geschichte in der Stadt Köln zu Zeiten des Beginns des Baues des Kölner Doms erzählt, die Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Erzählt wie typisch für ein Buch von Iris Kammerer, die niemals Bücher in der Auflagenhöhe wie Donna W. Cross verkaufen wird- dazu sind sie viel zu gut. Das Lesejahr hat ja kaum begonnen, ich gehe aber davon aus eines der absoluten Highlights 2011 soeben beendet zu haben.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks