Iris Kammerer Varus

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Inhaltsangabe zu „Varus“ von Iris Kammerer

Zwei Männer - ein Verrat: Nie war eine Schlacht so verheerend Publius Quinctilius Varus war ein Mann von Charakter, Stärke und viel Vertrauen in die Seinen. Denn sonst hätte der römische Statthalter die Zeichen deuten können, die er übersehen wollte. Hinweise darauf, dass der Cherusker Arminius nicht zuallererst sein enger Vertrauter war, sondern im Herzen immer noch Germane – und als Germane die römischen Unterdrücker auf brutalste Weise zu vernichten plante. Die Varusschlacht tötete 20.000 Menschen – Männer, Frauen, Kinder – und gilt als Schicksalsstunde Europas. • Der Roman zum Jubiläum: 2.000 Jahre Varusschlacht • Nach der „Cinna“-Trilogie begeistert Iris Kammerer mit einem neuen großen Roman • Faszinierend, actionreich und spannend wie Bernard Cornwell

Einblicke in das Leben eines Legionärs. Die Beschreibung der Kämpfe sind allerdings sehr blutig und grausam.

— skyrell

eine realistische Darstellung des Massakers im Teutoburger Wald

— Bellis-Perennis

Absolutes Hammerbuch. Man fühlt sich beim Lesen wie ein Legionär mittendrin. Mein Buch des Jahres 2015.

— Bernhard123

Wer sich für Geschichte interessiert, eine Verbindung zum Teutoburger Wald herstellen kann, kann dieses Meisterwerk immer lesen. Super!

— Perchtcla

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  • Spannende Geschichte, aber ziemlich grausam

    Varus

    skyrell

    20. September 2017 um 21:28

    Zu Beginn haben mich die römischen Namen völlig verwirrt. Allzu oft dachte ich: Quintus Sextus? Gajus Werauchimmer? Wer ist das schon wieder? Doch mit der Zeit wusste ich, von wem die Rede ist.Sehr interessant fand ich die Beschreibung des Lagerlebens. Ich konnte gute Einblicke in die Welt eines Legionärs gewinnen, aber auch in die germanische Gesellschaftsordnung der damaligen Zeit.Trotz des Titels spielt Varus eine eher untergeordnete Rolle. Auch Arminius wird für mich nicht ausreichend beschrieben. Man erfährt nichts über seine Beweggründe (über die es natürlich keine Aufzeichnungen gibt, aber die Autorin hätte zumindest den Versuch einer Erklärung unternehmen können). Stattdessen wird die Geschichte des Schreibers Annius erzählt, der immer zufällig am Ort wichtiger Entscheidungen anwesend ist.Die Beschreibung der germanischen Überfälle beim Rückzug der Römer war detailreich und extrem grausam. Da waren Bilder vor meinen Augen, an die ich mich nicht erinnern möchte.Trotz allem: für Freunde historischer Romane und Liebhaber von Sandalenfilmen durchaus lesenswert.

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  • Varus und Arminius - zwei Männer und ein verhängnisvoller Verrat ...

    Varus

    Bellis-Perennis

    Die Autorin entführt die Leser in das Römische Feldlager im Teutoburger Wald. Man schreibt das Jahr 9 n. Chr.. Statthalter Varus ist mit seinen Truppen und dem Tross auf dem Marsch in das Winterquartier als die Katastrophe eintritt. Arminius, ein in Rom erzogener und im Römischen Heer zu Ansehen gekommener Cherusker, missbraucht das Vertrauen des Varus und überfällt mit den geeinten Germanenstämmen die Soldaten. Das Massaker ist hinlänglich bekannt. Soweit zum historischen Hintergrund. Iris Kammerer lässt sich nicht auf die Suche nach dem Ort des realen Geschehens ein. Nein, sie gibt uns den Einblick in das Lagerleben der Soldaten. Sie zeigt uns anhand der fiktiven Figuren des Publius Annius und der Germanin Thuidif was wahre Freundschaft und Solidarität bedeuten können. Wir haben Teil an den Strapazen, den Kämpfen den Schmerzen und dem Tod vieler Menschen. Oft wird Varus als machtgierig, korrupt und dekadent beschrieben. In Iris Kammerers Buch scheint er zwar nur Nebendarsteller zu sein, doch wird er menschlich dargestellt. Meiner Meinung nach ist Varus ein Opfer seiner Ehre und seines Glaubens an unerschütterlicher Loyalität und Bündnistreue den Römern gegenüber. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass sein Vertrauter Arminius diesen Verrat begehen könnte. Er schlägt die Warnungen, die ihm zugehen in den Wind. Als er erkennt, dass Arminius das Römische Reich schmählich hintergangen und den Tod seiner Legionen verursacht hat, bleibt ihm nur noch der Tod durch das Schwert. Nicht ganz unschuldig an dieser Tragödie ist auch Kaiser Augustus im fernen Rom. Hat er ja Varus, nachdem er Ordnung im aufständischen Palästina geschaffen hat, nach Germanien versetzt. Dass die Lage in den beiden Regionen des Römischen Reiches höchst unterschiedlich war, scheint dem Kaiser entgangen zu sein. Ich halte es gerne mit Seneca, der sagte „audiatur et alter pars“ (man möge auch die andere Seite hören). Daher habe ich schon mehrere Bücher zum Thema „Varus“ bzw. „Arminius“ gelesen. (u.a. Thomas Mielke, Ralf-Peter Martin, Boris Dreyer, Jörg Kastner) Dieses Buch gefällt mir sehr gut, da es die Ereignisse um diesen Vernichtungskampf aus der Perspektive der Legionäre erzählt. Es ist sehr gut aufgebaut und eindrucksvoll geschrieben. Die in manchen Rezensionen bemängelte Namensähnlichkeit(en), kann ich nicht nachvollziehen. Auch das Glossar sowie der historische Überblick über die Zeit sind gut gelungen und notwendig. Fazit: Für diejenigen von uns, die großes Interesse an Römischer Geschichte haben, ein unbedingtes MUSS.

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    Arun

    21. July 2015 um 00:09
  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    jala68

    11. November 2010 um 22:25

    Es ist ein schönes Buch, aber unheimlich schwer zu lesen. Es dauert eine ganze Weile bis man die ganzen Personen sortiert hat. Das Thema an sich ist natürlich sehr brutal und für meine Geschmack hätte es an manchen Stellen auch nicht so detailgetreu geschildert werden müssen. Ich hatte dadurch ein paar Bilder im Kopf, auf die ich gerne auch hätte verzichten können. Auch dachte ich immer das die Varusschlacht eine Schlacht an einem Tag war, aber offensichtlich hat sich die ganze "Sache" über mehrere Tage hingezogen.

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Bini1005

    13. August 2010 um 20:16

    EIN ANDERER BLICKWINKEL Dieses Buch erzählt die Geschichte von Arminius (Hermann, dem Cherusker), Varus und der Schlacht im Teutoburger Wald aus einem eher ungewöhnlichen Blickwinkel. Im Vordergrund steht die Geschichte von dem germanischen Mädchen Thiudgif, das in die römische Sklaverei gerät und von dem römischen Schreiber Annius bei einem Würfelspiel gewonnen wird. Thiudgif wird Zeugin an einem Mord und erfährt vorzeitig von dem Plan des Arminius, die Römer zu verraten. Annius und Thiudgif versuchen, Varus zu warnen, aber vergeblich. So geraten sie unweigerlich zwischen die Fronten in der berühmten Schlacht, in der 3 römische Legionen komplett vernichtet wurden. Ines Kammerer hat hier einen sehr gut recherchierten Roman geschrieben. ihr Detailreicher, lebhafter Schreibstil lässt den Leser einzelne Bilder vor dem inneren Auge vor sich sehen. Auch wenn Arminius und Varus hier eher als Randfiguren auftauchen bleibt der Hintergrund doch klar. Sicherlich gibt es auch eine Liebesgeschichte in diesem Roman, aber diese verkommt nicht zu reißerischem Kitsch, was ich in letzter zeit ja häufiger bei historischen Romanen zu bemängeln habe. Wer sich mit der Varusschlacht auseinander setzen möchte ist hier jedenfalls genau richtig, und Liebhaber von historischen Romanen mit Hintergrund kommen allemal auf ihre Kosten.

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. September 2009 um 22:03

    Leider konnte ich mich in Iris Kammerers "Varus" nur sehr schwer einlesen. Das an sich höchst interessante Thema um den Kampf der Römer gegen die Germanen und die geschichtlich wichtige Varus- Schlacht ist höchst spannend. Aber leider war das Buch von der Schreibweise her für mich ein Fehlgriff. Auch die schwer zu unterscheidenden Namen der Hauptpersonen machten es mir nicht einfach, in diesem Roman voran zu kommen.

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. September 2009 um 16:10

    Da die Varusschlacht sich im Herbst diesen Jahres zum 2000. Mal jährt, und ich keine Ahnung vom Thema hatte und ich mir durch den Roman "Varus" von Iris Kammerer einen interessanten Einstieg in das Thema versprochen habe, griff ich zu dem Buch. Und den habe ich auch bekommen: man merkt dem Roman mit jeder Seite die man liest an, dass sich die Autorin sehr mit dieser Epoche der Geschichte auseinandergesetzt hat und so kann man sich fallen lassen in eine Geschichte, die von Verrat und Intrigen erzählt. Da das Buch eine Schlacht behandelt, ist ein Großteil der Geschichte der Beschreibung dieser vorbehalten. Dies könnte schnell langweilig werden, wenn es Iris Kammerer nicht verstehen würde, diese Beschreibungen so mit Leben zu füllen, dass man immer mitfiebert und bangt. Neben den kriegerischen Auseinandersetzungen kommt das menschliche Miteinander nicht zu kurz: mit dem Soldaten Annius, dem Offizier Caldus und der Sklavin Thuidgif schafft die Autorin Charaktere die dem Leser ans Herz wachsen und die man gerne auf ihrem Weg begleitet. Schade lediglich: Varus, der auch Namensgeber für den Roman ist, scheint lediglich nur Nebenfigur zu sein und bleibt bis zum Schluss eher blass. Genauso schade fast ist der Schluss: zwar gibt es ein Happy-End, dass man sich auch wünscht, aber es kommt dann doch im Vergleich zum restlichen Roman sehr schnell und ist auch eher kurz. Unterm Strich ist "Varus" ein toller historischer Roman, der eine ausgewogene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion darstellt. Durch ihre Detailtreue und ihre Lebendigkeit macht Iris Kammerer dieses Roman – trotz der bekannten Geschichte – zu einem fesselnden und spannenden Leseerlebnis. Absolut empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Henriette

    01. September 2009 um 20:04

    Die Varus Schlacht. Wer kennt es nicht, wenn auch nur vom Namen her: Das Hermann-Denkmal im Teutoburger Wald. „Deutsche Geschichte“ in ganz frühen Jahren. Iris Kammerer beschäftigt sich in ihrem Buch „Varus“ mit der Schlacht, mit den Menschen, die sie miterleben. Das Thema ist höchst faszinierend, allerdings habe ich mich vorher wohl zu wenig mit dem Thema beschäftigt. Ich hatte Schwierigkeiten mit den Namen, konnte mir die Personen nicht vorstellen, außerdem fiel mir die Zuordnung einiger Namen zu den Personen sehr schwer. Angenehm aufgefallen sind mir die historische Daten, Erklärungen und das Nachwort zu diesem Roman. Der Schreibstil ist schon angenehm, trotzdem habe ich unheimlich lange gebraucht, das Buch zu lesen, und ich weiß nicht warum. Und mir fehlte das Kino im Kopf. Das fand ich eigentlich schade.

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    shagger

    12. July 2009 um 09:34

    Der Statthalter Varus bereitet seine Truppen auf den Marsch vom Sommer- ins Winterlager vor. Bei diesem Marsch soll Barbarengebiet durchquert werden. Bei den Planungen und Vorbereitungen auf diesen Marsch vertraut er sehr stark auf die Vorschläge und das Wissen von Arminius, einer barbarischen, durch Verdienste im Kampf in den Adel ritterlichen Standes aufgenommenen "Geisel". Gesagt, getan. Die Truppen machen sich auf den Weg nach Vetera (heute: Xanten) und das Unheil nimmt seinen Lauf. Beim heutigen Kalkriese (so wird angenommen) werden drei Legionen (fast 20.000 Menschen) des römischen Reiches aufgerieben und auf grausamste Art und Weise durch den Verrat von Arminius vernichtet. Ich denke die Geschichte um Varus ist jedem hinlänglich bekannt. Eine tragische Geschichte kann ich nur sagen und kein einfaches Thema um darüber ein Buch bzw. einen Roman zu schreiben. Allerdings ist es Iris Kammerer sehr gut gelungen, sich in diese Zeit zu versetzen. In diesem Buch werden einzelne Schicksale von bedeutenden, hochrangingen Personen im römischen Reich, sowie mittelständische und auch ganz tief stehenden Personen aufgegriffen. Diese Personen umranken die eigentliche Handlung der Varusschlacht und man fühlt direkt mit, wie es diesen Leuten ergeht und wie grausam die Schlacht gewesen sein muss. Das Buch ist nicht gerade einfache Lektüre. Man sollte ein gewisses Interesse für diesen "Stoff" mitbringen und nicht unbedarft an dieses Buch herangehen. Wenn man sich allerdings mit diesem Thema auseinandersetzt kann man aus diesem Buch viel über das alte Rom lernen, über die Schlacht und die Gewohnheiten. Anfangs ist die Handlung nicht einfach zu verstehen. Wer allerdings nicht gleich das Handtuch wirft wird belohnt und das Buch verschlingen. Man wird förmlich dazu "gezwungen" noch selbst etwas Recherche zu treiben. Alles in Allem ein gutes Buch.

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Andi72

    09. July 2009 um 20:46

    Grausam. Spannend. Geschichte. Und danach ins Römermuseum in Haltern.

  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    MichaelSterzik

    26. May 2009 um 13:43

    "Varus, gib mir meine Legionen zurück", soll Kaiser Augustus gerufen haben, als er von der Vernichtung seiner drei Legionen im fernen Germanien hörte. Im Herbst 2009 jährt sich die Varusschlacht zum zweitausendsten Male. Die Diskussion um den Schauplatz der Schlacht wird immer wieder kontrovers geführt. Die heutige Forschung favorisiert Kalkriese bei Bramsche im Landkreis Osnabrücks als den Ort, an dem die dreitägige Vernichtungsschlacht stattgefunden haben soll. Doch auch andere Landkreise und Gemeinden lassen die Diskussion um die Lokalisierung immer wieder aufleben. Spektakulär und aufregend sind in jedem Fall die Funde an Waffen, Münzen, Ausrüstung und Alltagsgegenstände in Kalkriese, die auch dort im Museum zu bestaunen sind. Auch Knochen von Tieren und Menschen hat man in verschiedenen Gruben auf dem Gelände in der unmittelbaren Nähe eines künstlich errichteten Walles gefunden. Diese Schädel tragen eindeutige Kampfspuren - ein Beweis für die Theorie des endlich gefundenen Schlachtfeldes oder nur ein Indiz dafür, dass hier eine kleinere Gruppe von versprengten Legionären den Tod fand? Als gesichert kann es angesehen werden, dass drei Legionen des Statthalters Publius Quinctilius Varus sowie Hilfstruppen und ziviles Personal, Handwerker, und auch der Tross des Zuges, der aus Frauen und Kindern der Legionäre bestand, bis auf wenige Überlebende abgeschlachtet wurden. Drei Legionen zusammen mit den Hilfstruppen (drei Reiterabteilungen und sechs Kohorten) entsprechen ca. 20.000 Mann, wie es die Quellenlage berichtet, dazu kommt noch der Tross mit mehreren tausend Zivilisten. Römische Historiker berichten von einer beispiellos grausamen Schlacht, in der keine Gnade gewährt wurde. Römische Offiziere, die lebend in die Hände der Germanen fielen, wurden als Blutopfer den germanischen Göttern geweiht. Es gehörte wohl zur Strategie des Arminius, die besiegten Gegner abzuschrecken. Die eigentliche Frage, die sich stellt, ist jedoch: Wie konnte diese Vereinigung der germanischen Stämme, die auch untereinander, alles andere als friedlich miteinander umgingen, gelingen? Welch tiefes Vertrauen muss Varus gegenüber Arminius - der immerhin die römische Staatsbürgerschaft besaß und dort den Rang eines Ritters innehatte - empfunden haben, galt Varus doch als politisch erfahrener Stratege, der schon im fernen Osten ein Gebiet sozusagen 'befriedet' hatte? War es Blindheit, Dummheit oder pure Arroganz und Überheblichkeit? Die Autorin Iris Kammerer hat sich in ihrem Roman "Varus", erschienen im Heyne-Verlag, genau diese Frage gestellt und nach einer Antwort darauf gesucht. Inhalt Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. war Germanien mit seinen vielen unterschiedlichen Stämmen zwar nicht befriedet, aber doch von der römischen Weltmacht unterworfen. Es entstanden die ersten Siedlungen, die sich später zu großen Städten entwickeln sollten, z. B. Bonna (Bonn), Confluentes (Koblenz) und Bingium (Bingen). Germanische Hilfstruppen dienten an der Seite der römischen Legionen, und selbst junge Anführer aus den Reihen der Germanen erhielten hohe Dienstgrade, Macht und Geld, so dass sie juristisch faktisch römische Bürger, gar Ritter wurden. Arminius, ein Fürst der Cherusker, wurde schon als Jugendlicher den Armen seiner germanischen Eltern entrissen und als Geisel einer römischen Erziehung unterzogen. Als ausgebildeter römischer Offizier erkämpfte er sich in einigen Feldzügen Loyalität und hohes Ansehen in den Augen seiner Vorgesetzten und Gönner. Trotz seiner militärischen Ausbildung und seiner in Kämpfen erlernten römischen Strategien und Taktiken vergaß er doch nie seine cheruskerischen Wurzeln. Als er den römischen Staathalter Publius Quinctilius Varus in Germanien kennenlernte, gewann er nach und nach das Vertrauen des älteren und erfahrenen römischen Senators und Politikers. Varus setzte in Germanien unter seinem Oberbefehl strikt seinen eigenen Willen durch; Gesetze, Steuern und Tribut wurden von den Stämmen eingefordert, und ehemalige Bundesgenossen wurden durch die Repressalien zunehmend kritischer und unzufriedener. Als Segestes, ebenfalls ein Fürst der Cherusker, Varus davor warnt, dass germanische Fürsten vereint unter Arminus den Aufstand gegen die römische Besatzung planen, glaubt Varus ihm kein Wort. Im Gegenteil, er wird sogar ärgerlich, und auch seine hellhörigen Stabsoffiziere, die diese Warnung ernster als der Statthalter nehmen, werden ignoriert. Selbst als Varus den vermeintlichen Verräter zur Rede stellt und dieser die Anklage ins Lächerliche zieht, kommen dem Statthalter keine Zweifel. Annius, ein ehemaliger römischer Legionär, der nach einer Verletzung nun als Schreiber im Generalsstab tätig ist, findet ebenfalls Hinweise und ihm fallen Merkwürdigkeiten auf, und auch einzelne ihm bekannte Offiziere sehen sich hilflos einem möglichen Aufstand ausgesetzt. Als Annius Mitleid mit der germanischen Sklavin Thiudgif hat und diese bei einem Würfelspiel gewinnt, sieht er endlich in seinen Leben wieder eine Aufgabe, vielleicht sogar eine Zukunft, für die es sich zu leben lohnt. Trotz aller Warnungen, Anzeichen, Hinweise und laut ausgesprochenen Zweifeln der Offiziere setzt sich Varus durch und zieht mit seinen drei Legionen und den germanischen Hilfstruppen in das Winterhauptquartier in der Nähe von Xanten. Langsam und schwerfällig setzen sich die Legionen mitsamt dem Tross in Bewegung. Der Weg ist beschwerlich und führt über schmale Pfade durch Moore und an Sümpfen vorbei. Dichte Wälder machen es unmöglich, das Gelände strategisch klug überblicken zu können. Hinzu kommt noch der anhaltende Regen, der die Wege schlüpfrig und die Kleidung der reisenden Legionen schwer und klamm macht. Es kommt zu schweren Kämpfen, die Nachhut der Legionen wird immer wieder in kleinere Kämpfe verwickelt. Germanische Bogenschützen nehmen aus dem Schutz der Wälder heraus den Tross und die Soldaten unter Beschuss und machen keinen Unterschied zwischen Römern und Germanen, die als Angehörige den Zug begleiten. Diese Taktik erschrickt die römischen Veteranen, und sie ahnen, dass sich die Warnungen des Segestes nun bewahrheiten. Das mitgeführte Kriegsgerät und die Wagen mit Materialien für eventuelle Befestigungsanlagen werden von den aufständischen Germanen vernichtet. Angst macht sich breit, nicht nur unter den Legionären, denn auch ihre Frauen und Kinder sind Ziel der brutalen und rücksichtslosen Angriffe, die oftmals aus dem Hinterhalt kommen. Auch Annius wird in die Kämpfe verstrickt und muss sich vom Tross und von Thiudgif trennen, um einen letzten Befehl des Varus zu befolgen. Thiudgif dagegen flieht zusammen mit einer Schar Frauen in die Wälder, um auf eigene Faust entweder zu ihrem Vater zu gelangen oder aber eine römische Festung erreichen zu können. Die Verluste an Soldaten und Ausrüstung nehmen dramatisch zu, und durch einen Boten des Arminius wird Varus nun auch klar, dass er zusammen mit über 20.000 Männern, Frauen und Kindern mit einer gnadenlosen Schlacht konfrontiert werden wird, die in einer tödlichen Falle enden muss, und er allein ist dafür verantwortlich ... Kritik Iris Kammerer hat der Tragödie um Varus eine erzählerische Wucht verliehen, die unter die Haut geht. Eher langsam, aber vielseitig konfrontiert sie die Leser mit dem Verdacht eines Verrats und führt ihre dramatischen Protagonisten konzentriert und wohlüberlegt in die Handlung ein. Aus fast jeder Perspektive kommen die Einzelschicksale vor dem Leser zur Entfaltung. Annius, der sich nach Ruhe innerhalb einer Familie sehnt und nach seiner Verletzung noch immer nicht weiß, welchen Weg er gehen muss, ist genauso verloren wie seine Vertraute Thiudgif, die zwischen den Kulturen leben muss und langsam ihre Sympathie für den Feind entdeckt. Anfänglich wirkt sie hilflos, verloren, unselbständig, aber mehr und mehr gewinnt sie an Selbstvertrauen hinzu, und als sie auf der Flucht in die Wälder eine Gruppe von Frauen anführt, erwachen ihre Stärke und ihr couragiertes Selbstbewusstsein. In vielen kleinen Nebensequenzen wird dem Leser aus der Sicht von römischen Offizieren die Verzweiflung und die Angst bildlich vor Augen geführt, wenn beispielsweise ein Speerhagel auf die römischen Legionäre niedergeht oder der fast hilflose Tross unter vielen zivilen Opfern aufgerieben wird. Die Handlung, die stets spannende Dialoge bereithält, wechselt auch immer wieder in die Perspektive der kämpfenden römischen Soldaten, die atemberaubend geschildert wird. Es gibt Momente im Buch, die den Schrecken in unserer Fantasie zum Leben erwecken. Sicherlich fehlen uns Zeitzeugen und Texte, welche die Grausamkeit dokumentieren, die die Legionäre erleben mussten, aber Iris Kammerer fängt die wahrscheinlichsten Empfindungen auf und beschreibt diese so atmosphärisch dicht, dass man fast glauben mag, selbst diese Hoffnungslosigkeit zu empfinden. Aber nicht nur die Kampfszenen, die im Detail erzählt werden, sind spannend dargestellt, sondern ebenso die Dialoge der Offiziere und einfachen Legionäre. Arminius, der ja in seiner militärischen Laufbahn die Taktik und die Strategie der römischen Militärmacht kennengelernt und selbst erlernt hat, weiß auch um ihre Fehler und Schwächen. Selbst die psychologische Komponente ist ihm dabei nicht fremd, und er setzt gerade dieses Element skrupellos, aber bewusst ein. Eine Szene soll Beispiel von dieser Kampfsituation geben: Man stelle sich vor, es ist Nacht und die Legionen haben mehr schlecht als recht in dem unwegsamen Gelände versucht, ein Lager zu errichten; der Wald ist nur wenige hundert Meter entfernt, es regnet und ist stockfinster. Im Schein von Fackeln sieht man am Waldrand die Leichen der Frauen und Kinder in den Bäumen im Wind schaukeln, man hört die Schmerzensschreie von Frauen und Kindern, die vielleicht die eigenen sind; unter Folter werden diese verstümmelt und zur Schau gestellt. Die Legionäre können nicht viel tun; hilflos, wütend und erschreckt stehen sie erstarrt da und lauschen den letzten Lauten hilfloser Angehöriger. Ein Römer fragt den anderen: "Woher haben sie diese Grausamkeiten?" Woraufhin der römischer Gesprächspartner und Freund leise erwidert: "Von uns!" Wenig später werden die campierenden römischen Truppen von erbeuteten Katapulten mit Leichenteilen der Gefangenen beschossen. Was diese Menschen durchmachten mussten in dieser mehrtägigen Schlacht, können wir uns nicht vorstellen, aber Iris Kammerer formt den Schrecken in erzählerischen Bildern, obwohl die Wahrheit noch schrecklicher gewesen sein mag, wenn wir den Historikern Glauben schenken möchten. "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" - das ist eine Botschaft, die deutlich auch in "Varus" transportiert wird. Die Eroberungspolitik und der Versuch, fremden Ländern seine Politik, Religion und gesamte Kultur aufzuzwingen, kann einfach kein gutes Ende nehmen. Die Selbstkritik der römischen Protagonisten und die Erkenntnis begangener Fehler treten auch in diesem Roman sehr hervor. Für manche Menschen mag Arminius - oder "Hermann" wie er manchmal genannt wird - ein Held sein, ein heroischer Freiheitskämpfer, der sich der Besatzungsmacht entledigte. Diese Meinung allerdings wird im vorliegenden Buch nicht vertreten. Arminius wird ohnedies nur wenig Raum gegeben, was auch gut so ist. In "Varus" geht es primär um den titelgebenden Feldherrn, dessen Fehler, Dummheit oder Überheblichkeit tausende von Menschen das Leben kostete. Es geht aber auch um die Legionäre als Menschen, die feststellen, dass sie die nächsten Tage nicht überleben werden. Für Arminius empfindet man keinerlei Sympathie oder gar Verständnis, zu deutlich sind die von ihm hervorgerufenen Schrecken. Trotzdem weist die Autorin aber auch daraufhin, dass die Römer alles andere als unschuldig sind. Diese Botschaft hat Frau Kammerer wirklich großartig übermittelt. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass nicht erzählt wird, wie es weitergeht nach der Varusschlacht, welche Politik und welche Reaktionen es nach dieser Tragödie gibt und welchen weiteren Weg Arminius geht. Aber das könnte auch noch Inhaltsstoff für weitere Romane ergeben, auch wenn Frau Kammerer diese Geschichte eigentlich nicht weitererzählen möchte, beispielsweise aus der Sicht des Cheruskerfürsten Arminius. Wer mehr über die Zeit nach der Schlacht erfahren möchte, dem empfehle ich die Trilogie um den Tribun Cinna, der vor der eigentlichen Schlacht von Germanen gefangen genommen und festgehalten wird. Fazit "Varus" ist ein historischer Roman, der wirklich gut anhand der vorliegenden Quellen recherchiert und erzählt wurde. Er ist abwechslungsreich und spricht mit einer atmosphärischer Stimme, die nicht zu überhören ist. "Varus" ist kein leiser Roman, sondern ein Buch, das zwar Unterhaltung bietet, aber doch vielschichtig, informativ und spannend auf Aktion und Reaktion eingeht. So still auch die Einleitung zunächst erscheinen mag, so explosiv wuchtig eskaliert die Erzählung im Hauptteil, und auch der Schlussakt bildet ein gutes und nachvollziehbares Ende. Ein Nachwort, eine kleine Zeittafel und Erklärungen von Waffen und Ausrüstung sowie Alltagsgegenständen runden den Roman hervorragend ab. Im Lauf der nächsten Monate wird es viele Romane, Sachbücher und auch Reportagen über die "Varusschlacht" geben, die immer noch Stoff für Mythen, Legenden und geschichtlichen Überraschungen bereithält. "Varus" von Iris Kammerer kann ich zu diesem Thema beruhigt weiterempfehlen, denn die Autorin versteht es, erzählerische Freiheiten mit Fakten zu vermischen, ihrer Leserschaft Hochspannung zu kredenzen und im Leser das Interesse daran zu wecken, mehr über das Schicksal des Publius Quinctilius Varus zu erfahren. Die Autorin Iris Kammerer, 1963 in Krefeld geboren, arbeitete nach dem Studium der Klassischen Philologie und Philosophie als Texterin, Redakteurin und Beraterin. Seit 2004 ist sie freie Autorin. Bisher erschienen die erfolgreiche Trilogie um den römischen Offizier Cinna ("Der Tribun", "Die Schwerter des Tiberius" und "Wolf und Adler") sowie der im Mittelalter angesiedelte Roman "Der Pfaffenkönig". Iris Kammerer lebt zusammen mit ihrem als Sachbuchautor tätigen Mann Helmut Kammerer in Marburg. Taschenbuch, 464 Seiten ISBN-13: 978-3-453-47089-7 http://www.iris-kammerer.de/ http://www.heyne.de Michael Sterzik

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  • Rezension zu "Varus" von Iris Kammerer

    Varus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. January 2009 um 12:02

    Ich wollte mir eigentlich einen Teil davon für Silvester aufheben, konnte es aber nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch gelesen. Es mag sein, dass sich hier kein roter Faden durch die Geschichte zieht, braucht man bei einer Rahmenhandlung, die so fürchterlich ist, überhaupt einen roten Faden? Ich habe jedenfalls keinen vermisst. Ich fands gut, dass hier das eigentliche Thema nicht durch Nebenhandlungen wie z. B. eine Liebesgeschichte verdrängt wurde. Die, die sich angebahnt hat, war leise und passend und hätte nicht anders sein dürfen. Gut gefallen hat mir auch, dass hier nicht ausschließlich aus der Sicht von Annius erzählt wurde sondern dass wir Annius z. B. auch aus der Perspektive der anderen Protagonisten gesehen haben. Bis auf Arminius, der eher vage gehalten war, wie eigentlich alle "Barbaren" sind die Protagonisten sehr vielschichtig gezeichnet. Besonders Varus mit seiner Unbedarftheit, späten Erkenntnis, Angst und Verzweiflung hat mich beim Lesen nicht kalt gelassen. Es ist kein eindimensionales Bild, was hier gezeichnet wurde. Kein klassisches: böser Germane, guter Römer. Es wird deutlich, einer der Protagonisten spricht es auch aus, dass die Germanen die in der Schlacht angewandten Grausamkeiten von den Römern übernommen haben. Geschlagen also mit den eignen Waffen, mit der eigenen Technik. Für den Leser gibt es keine Schonung, bei den Kämpfen ist er unmittelbarer Beobachter. Angefangen bei den kleineren Überfällen bis hin zur alles vernichtenden letzten Schlacht. Was mir gut gefallen hat ist, dass keine Wertung erfolgt. Dem Leser bleibt es am Ende selbst überlassen, welche Seite er verurteilt, ob er überhaupt eine Seite verurteilt. Ich für meinen Teil verurteile keine der beiden Seiten. Schuldig haben sich letztendlich beide gemacht, beide standen sich in Grausamkeit nichts nach. Wenn ich überhaupt einen kleinen Kritikpunkt habe, dann ist das die Flucht der beiden Hauptprotagonisten nach der Schlacht. Dieser Teil hätte für mich etwas kürzer sein können. Ein Buch, das durch seine intensiven Schilderungen noch lange nachwirkt. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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