Elisabeth, Karl der Große und die Löffelliste

von Iris Krumbiegel 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Elisabeth, Karl der Große und die Löffelliste
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Erinnert mich ein wenig an den Hundertjährigen. Aber ein wirklich aufrührendes Buch über das Leben einer 75-jährigen, die endlich leben will

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B01HMHSNI4
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:322 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:26.06.2016

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 10 Monaten
    Hat mich angenehm überrascht

    Elisabeth Frühling hat sich in ihrem Leben eingerichtet, fast 75 Jahre alt, seit gut 50 Jahren verheiratet, erwartet sie nicht mehr allzu viel. Doch dann fällt ihr „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ in die Hände und sie beginnt über ihr Leben nachzudenken. Hat sie nicht mehr verdient, als von ihrem Mann betrogen, von ihrer Tochter nicht ernst genommen und von allen bevormundet zu werden?

    Elisabeth versucht, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – das ist nicht leicht und es gibt Rückschläge und als Leser würde man Elisabeth manchmal gerne helfen oder ihr wenigstens gut zureden, aber es gelingt ihr mehr und mehr, sich vom Gewohnten zu lösen und ihr Leben noch einmal ganz neu zu genießen.

    Ich hatte keine bestimmten Erwartungen an den Roman und war schnell angenehm überrascht. Die Autorin erzählt locker und mit viel leisem Humor, und schafft es, Elisabeth glaubhaft darzustellen, auch wenn man als (jüngerer) Leser öfter mit dem Kopf schütteln muss. Und auch Elisabeth selbst entwickelt ihren eigenen oft selbstironischen Humor, der sie dem Leser immer sympathischer macht.

    Die Charaktere sind der Autorin durchgehend gut gelungen, wenn auch manchmal etwas überspitzt, wie bei Amelie, Elisabeths Tochter, doch das passt jeweils sehr gut und ganz unrealistisch ist es – leider – auch nicht. Sehr gut haben mir auch die Rückblicke in Elisabeths bisheriges Leben gefallen, durch die man sie noch besser kennen lernen konnte.

    Leider ist der Roman nicht nur von Humor geprägt, eine gewisse Tragik schleicht sich ein und nimmt dem Geschehen hin und wieder die Leichtigkeit. Mir war es etwas zu viel Tragik, ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle einen anderen Fortgang gewünscht. Entschädigt haben mich aber immer wieder Passagen, die lebensfroh, lustig oder auch einfach nur weise sind. Schallend gelacht habe ich auch, als ein Bestatter namens Storch erwähnt wird, dessen Slogan „Wir bringen nicht nur, wir holen auch“ ist.

    Was eine Löffelliste und wer Karl der Große ist, will ich an dieser Stelle nicht verraten, die Antworten liefert der Roman, den man selbst lesen sollte. Mir hat er wirklich gut gefallen und ich empfehle ihn sehr gerne weiter, und zwar nicht nur älteren Lesern, auch jüngere könnten zum Nachdenken angeregt werden.

    Kommentare: 2
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    dia78s avatar
    dia78vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Erinnert mich ein wenig an den Hundertjährigen. Aber ein wirklich aufrührendes Buch über das Leben einer 75-jährigen, die endlich leben will
    Das Leben leben, bevor man den Löffel abgibt

    Der Roman "Elisabeth, Karl der Große und die Löffelliste" wurde von Iris Krumbiegel verfasst und erschien im Juni 2016.

    Elisabeth wird in wenigen Monaten 75 Jahre alt, als sie sich eines Tages das Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" kauft und darin zu lesen beginnt. Während sie dieses Buch liest, überdenkt sie ihr momentanes Leben. Sie hat kein Geld, der Mann geht fremd, die Menschen um sie herum nehmen sie scheinbar für nicht voll. Sie fühlt sich eher als eine Dienstmagd. Auf einem ihrer Spaziergänge durch den Park lernt sie beim Altersheim schließlich Karl kennen, der sie zum Umdenken animiert. Gestärkt durch seine Worte, geht sie daran eine sogenannte Löffelliste zu machen mit allen Sachen, welche sie vor ihrem Tod noch machen möchte aufschreibt. 

    Der Autorin gelingt es mit ihrem offenen und auch freudigen lebensbejahrenden Schreibstil einen Roman zu schreiben, der einem tief zu berühren vermag. Man kann mit den Hauptprotagonisten weinen, lachen und sich auch mit ihnen ärgern.
    Elisabeth fällt zu Beginn immer wieder durch ihre ruhige und allen recht machende Art auf. Alles macht sie für ihre Lieben, liest ihnen alles von den Lippen ab, bevor die Worte überhaupt ihre Lippen verlassen. Erst als sie sieht, dass das Leben schneller zu Ende gehen kann, als man meint beginnt sie mit einem Umdenken, sagt auch einmal ihre Meinung und äußert Wünsche. Diese werden von der Familie natürlich nicht gerne gehört, aber sie fühlt sich jetzt freier. Während ihre Tochter das so gar nicht versteht, erhält sie von ihrer Enkelin regen Zuspruch, die Liste tatsächlich abzuarbeiten.
    Besonders gut gefallen haben mir die Kapitelüberschriften, denn die haben bereits im Vorfeld immer ein bisschen Einblick gegeben, was hier nun passieren wird. Auch die Dialoge frischen die Geschichte immer wieder auf.
    Zum Abschluss sei gesagt, dass mich die Geschichte tatsächlich überraschen konnte, denn selten hat mich eine Geschichte so zwischen Lachen, Weinen und Nachdenken gefangengehalten wie diese.
    Ich gebe dem Buch 5 Sterne und eine 100%ige Kaufempfehlung

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