Iris Krumbiegel Tintentränen: Elsas Tränen

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Inhaltsangabe zu „Tintentränen: Elsas Tränen“ von Iris Krumbiegel

"Solange es deine Musik gibt, wird es Juden geben!" Leo Rosenthal ahnt nicht, was er mit diesen Worten in seiner Tochter Elsa auslöst. Was als kindlicher Versuch beginnt, wird schon bald zum erbitterten Kampf gegen die Nazis.Selbst als Elsa ins Konzentrationslager Dachau kommt, ist es ihre Musik, die für Hoffnung und Freiheit steht. Bis zu ihrem Tod schweigt Elsa über die Vergangenheit.
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    Tintentränen: Elsas Tränen

    SteffiKrumbiegel

    13. November 2016 um 12:16

    ZusammenfassungDer Handlungsverlauf teilt sich in zwei Stränge. Zum einen erleben wir Elsas Geschichte, welche sich im 3. Reich abspielt. Elsa, ein junges, begnadetes, talentiertes Mädchen. Ihr Klavierspiel verzaubert die Menschen. Sogar dem Führer spielt sie vor und obwohl sie Jüdin ist, beeindruckt sie auch diesen. Ein schlichter Kampf zwischen ihr und einer Schulfreundin entsteht. Erniedrigungen muss sie wegen ihrer Herkunft, ihres unreinen, jüdischen Blutes ertragen. Trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie findet einen Freund, in der Not ihrer Stunden und beginnt heimlich die Leben vieler zu retten. Wie viele es waren, erfuhr sie nie richtig, doch sie verhalf unglaublich vielen Menschen zur Flucht und das nur über ihre Musik. Bis sie selbst ins Visier der Nazis gerät. Der schmerzhafte Abschied von ihren Eltern, das Verstecken, die Flucht, bis sie doch das KZ in Dachau erreicht. Die zweite Handlung.Martin Bauer, ein junger Altenpfleger. Er kämpft um die Pflege seiner Großmutter, arbeitet in einem Altenheim, umsorgt streng nach Ablauf die Patienten. Seine Eltern starben bei einem Verkehrsunfall und nun kümmert er sich liebevoll um seine Großmutter.Er führt einen einsamen Krieg, gegen Behörden, die Krankenversicherung, Pflegestellen und erkennt wie schrecklich diese Maschinerie ist. Dann verlässt ihn noch seine Freundin. Schnell triftet er ab. Der einzige Mensch bleibt seine Oma. Diese aber wird schwer krank, muss in ein Krankenhaus. Wieder und immer wieder scheint er gegen die Mühlen des Systems zu kämpfen. Bis ihn ein paar Rechtsradikale Halt bieten. Doch in der Arbeit lernt er Ayla kennen, eine junge Türkin, welche an seiner Seite arbeitet, ihm Freundschaft und eine süße Liebe bietet. Martin ist hin und hergerissen, zwischen der Oma, diesen merkwürdigen Freunden, seinem Leben. Mein FazitBereits vor einiger Zeit schrieb ich, dass es kaum ein Buch schafft, mich zu Tränen zu rühren. Nun, Iris Krumbiegel brachte mich mehrfach zum Weinen. Kaum ein Roman bewerkstelligte es mich so tief zu berühren, wie ihres.Es handelt sich dabei nicht um eine schlichte Erzählung, eine Liebesgeschichte oder einen langgezogenen historischen Roman. Nein - die Autorin greift das Geschehen des 3. Reiches auf, erzählt fesselnd die Geschichte von Elsa und man leidet mit dem jungen Martin Bauer mit. Entsetzt verstand ich unser marodes Pflegesystem, erkannte, welch harte Arbeiten das Personal täglich verrichtet. Nebenbei las man den Kampf von Elsa, wie sie ihr Leben für andere riskierte, ihres sowie das ihrer Familie aufs Spiel setzte. Auch wenn diese Geschichte tragisch endet. So hoffte ich die ganze Zeit - während ich es las, dass dieses Buch einfach nie aufhören würde. Stunden über Stunden hätte ich ihre Zeilen in mich aufnehmen können. Es ist keine Erzählung, die man mal schnell verschlingt. Ich weiß, dass heute viele eine rasante Geschichte wünschen, aber bei Tintentränen muss man gelegentlich das Buch zur Seite legen und inne halten. Die kleine, süße Elsa, wie sie mit ihrer Musik verschwimmt, halt darin findet. Wie Martin unter dem Druck des Systems zerbricht. Normaler Weise, lege ich meinen Lesern ja gerne ein Buch ans Herz. Doch dieses hier muss meiner Ansicht nach gelesen werden.Wieso? Es zeigt unverblümt auf was uns erwartet. Unsere gesellschaftlichen Zwänge, Strukturen, Profit, Gewinnmaximierung, unser Streben nach Wohlstand. Die Autoren erklärt was danach passiert. Wenn wir einmal alt, ungebraucht, krank, gebrechlich sind. Sie beschreibt den einsamen Weg der Alten, das Leben in Heimen und wie das wenige Personal um die einsamen Menschen kämpft, dabei selbst ins Abseits der Erfolgreichen gerät und vergessen wird. Das Thema Altenpflege und Alter wird tot geschwiegen. Denn keiner möchte sehen, wissen, erkennen was uns dann blüht. Wir bekommen kaum Kinder, träumen von Reisen, Prestige, Karrieren. Doch an diesen vergessenen Orten kämpfen sie um das Leben der Vergessenen. 

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