Ein abgetrennter Kopf

von Iris Murdoch 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
Ein abgetrennter Kopf
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Belladonnas avatar

Ein raffiniertes Spiel mit Emotionen, Lust und Liebe.

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Absurdes Ringelreihen unter Akademikern. Nervt etwas; Selbstbetrug auf hohem Niveau. Eindeutig eine Farce!

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Inhaltsangabe zu "Ein abgetrennter Kopf"

Wie überlebt man eigentlich die Liebe? – Martin glaubt, er könne eine liebevolle, wunderschöne Ehefrau und zur gleichen Zeit eine reizende Geliebte in seinem Leben haben. Als ihn seine Frau für ihren Psychiater verlässt, gerät Martins emotionale Souveränität allerdings ins Wanken. Aber wir sind ja keine Wilden, denkt er sich. Martin möchte die Angelegenheit großmütig und sensibel regeln. Doch dann tritt eine dritte Frau in sein Leben: Honor Kleins geradezu dämonische Großartigkeit stößt ihn zunächst ab, weckt aber bald darauf eine alles verzehrende, monströse Leidenschaft in ihm. Iris Murdoch erzählt in ihrem Klassiker von 1963 eine so vergnügliche wie hypnotisierende Geschichte über die Metaphysik der Liebe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492058612
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:02.11.2017

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein raffiniertes Spiel mit Emotionen, Lust und Liebe.
    Meine Rezension zu "Ein abgetrennter Kopf"

    Beschreibung

    Martin liebt seine wunderschöne Ehefrau über alles und ist mit ihrer Beziehung überglücklich. Vollkommen macht sein Glück die aufregende Zeit mit seiner Geliebten. Doch als Martin überraschenderweise von seiner Frau verlassen wird, gerät Martin ins schwanken und er muss seine Emotionen Stück für Stückchen sammeln. Als dann auch noch mit Honor Klein eine weitere Frau in sein Leben tritt ist das Chaos vorprogrammiert.

    Meine Meinung

    Iris Murdochs Klassiker “Ein abgetrennter Kopf” wurde 1961 zum zum ersten Mal veröffentlicht. Der Piper Verlag hat das Werk nun mit einer neuen Übersetzung von Maria Hummitzsch frisch aufgelegt. Das Buch hinterlässt durch seinen Leineneinband in der hübschen helltürkisenen Farbe einen hochwertigen ersten Eindruck und liegt während des Lesens angenehm in der Hand. Das Coverbild zeigt eine Rose umrahmt von zwei Samurai Schwertern, was nicht nur meinem persönlichen Geschmack trifft, sondern auch gleichzeitig sehr gut zum Buchinhalt passt.

    Der Klappentext verspricht eine »…vergnügliche wie hypnotisierende Geschichte über die Metaphysik der Liebe« und setzte alleine damit bei mir hohe Ansprüche an die Lektüre frei.

    Was soll ich sagen? Iris Murdoch hat mir mit ihrer charmanten Geschichte über Ehe, Liebschaften und Liebesbeziehungen im Allgemeinen ein wunderbares Wechselbad der Gefühle bereitet. Freude und Glück tanzen mit der Nachdenklichkeit einer veränderten Beziehungskonstellation und schließen mit dem humorvollen Irrwitz aller Beteiligten. Zudem hat Iris Murdoch mit gespitzter Feder Charaktere mit Ecken und Kanten erschaffen die mit ihrer speziellen und dennoch bürgerlich anmutenden Art polarisieren.

    “Ein abgetrennter Kopf” ist eine äußerst gelungene Gessellschaftskomödie in der die möglichsten und unmöglichsten Varianten der Liebe ihren Auftritt haben. Allen voran Hauptprotagonist Martin der am liebsten mit seiner Frau Antonia und seiner Geliebten weiterhin glücklich gewesen wäre, wenn die darauf folgenden Umstände sein Liebeskonstrukt nicht zu einem mitreisenden Kammerspiel gemacht hätten.

    Für mich ist Iris Murdoch eine glänzende Autorenentdeckung und “Ein abgetrennter Kopf” bestimmt nicht das letzte Buch das ich von ihr gelesen habe.

    Fazit

    Ein raffiniertes Spiel mit Emotionen, Lust und Liebe.

    ---------------------------------------------------------

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 18.02.2018

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    Wiebke_Schmidt-Reyers avatar
    Wiebke_Schmidt-Reyervor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine paar Menschen verlieben sich alle paar Minuten neu und unsterblich untereinander. Psychologisch präzise, aber ihr Problem, nicht meins.
    Funktioniert vielleicht als Bühnenstück besser

    Martin ist mit Antonia verheiratet und hat eine Affaire mit Georgie. Antonia hat eine Affäre mit ihrem Psychiater Palmer und eröffnet Martin, dass sie ihn für Palmer verlassen möchte. Martin ist auch mit Palmer befreundet; man geht die Sache sehr erwachsen an, bleibt befreundet und trinkt Wein zusammen. Martin lernt Palmers Schwester Honor kennen und verliebt sich in sie. Auch Antonia ist nicht die einzige Frau in Palmers Leben. Martin hat auch noch einen Bruder, Alexander, der auch kein Kind von Traurigkeit ist. Mehr sei nicht verraten.

    Die Erzählung seziert präzise die Gefühlszustände der verschiedenen Personen, insbesondere von Martin. Das ist psychologisch alles recht interessant, konnte mich aber nicht dauerhaft fesseln. Die Personen wurden nach kurzer Zeit recht anstrengend. Ständig verlieben sie sich neu in irgendjemanden, und jedes Mal sind sie sich ihrer Gefühle unglaublich sicher und glauben, dass es das jetzt wirklich ist. Bis sie ihre Meinung kurz darauf wieder ändern ... Eigentlich benehmen sie sich ziemlich kindisch. Vielleicht haben sie in ihrem Upper-Class-Leben nichts anderes zu tun und verlieben sich aus lauter Langeweile. Gleichzeitig sind sie alle sehr offen miteinander, tun sehr vernünftig, reden mit ihrem Ex-Partner über ihre Gefühle zu der Person, mit der sie ihn / sie gerade betrogen haben, bleiben um alles in der Welt befreundet, treffen sich gemeinsam und stoßen auf ihre Beziehungen an. Dass das alles nicht gutgehen kann, weiß der Leser, aber die Figuren versuchen vehement, sich mit einer Art über-vernünftigem Lebensentwurf schadlos zu halten.


    Weitere Handlung gibt es in dem Roman nicht. Nur sehr dürftig wird das Leben der Figuren außerhalb dieses Liebesreigens beleuchtet, was sicher dazu beigetragen hat, dass mir die Personen sehr anstrengend vorkamen: Sie haben keine weiteren Facetten als die, die in diesem ständigen Hin und Her zum Tragen kommen. Sie zeigen sich ständig nur pseudo-vernünftig, sind aber wohl eigentlich sehr verunsichert oder vielleicht einfach nur oberflächlich, dass sie sich ständig neu "verlieben" und immer gleich das Gefühl haben, das sei nun die große, echte Liebe.


    Ich könnte mir das Ganze gut als Theaterstück vorstellen. Die sehr übersichtliche Anzahl Personen und die ausschließlich auf die wechselnden Liebesbeziehungen konzentrierte Handlung eignen sich gut dafür. Es hat durchaus komische, teilweise sogar Slapstick-artige Elemente (z.B. das ständige Hin- und Hertragen der Möbel, wenn Martin und Antonia aus- und wieder einziehen), die sich sicher gut für die Bühne eignen. Die nach außen hin zur Schau gestellte Vernunft der Personen, die um jeden Preis erwachsen handeln wollen, die aber eigentlich ziemlich armselig und auf sich selbst fokussiert sind, haben mich an das Stück "Gott des Gemetzels" erinnert. Ähnlich könnte ich mir "Ein abgetrennter Kopf" auf der Bühne vorstellen. Es hat sicher eine gewisse bissige Komik, die durch das richtige Timing wirken kann. Beim Lesen aber habe ich das Buch immer wieder weggelegt, wenn mir die Personen zu anstrengend wurden, und danach war es schwer, wieder reinzukommen.


    Den Großteil der 3*** vergebe ich für guten Stil und die psychologisch präzisen Darstellungen.

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    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor 10 Monaten
    Bäumchen wechsle Dich

    Bäumchen wechsle Dich 

    Im Jahr 2001 kam der Spielfilm „Iris“ von Richard Eyre mit Judi Dench in der Rolle der anglo-irischen Schriftstellerin Iris Murdoch (1919 – 1999) heraus. Nach dieser ersten Begegnung las ich zum ersten Mal einen oder zwei Romane von ihr. Ich habe sie in bester Erinnerung und las nun zum ersten Mal seitdem wieder ein Buch von Murdoch, den neu im Piper Verlag aufgelegten Roman „Ein abgetrennter Kopf“.

    Die Geschichte dreht sich um eine Handvoll Personen und ihre amourösen Verstrickungen. Erzählt wird sie in der Ich-Perspektive von Geschäftsmann Martin, der sich zu Beginn gerade von seiner Geliebten Georgie verabschiedet, bevor ihm seine Frau Antonia zu Hause verkündet, dass sie ihn verlassen will für ihren Therapeuten Palmer, der aber gleichzeitig ein gemeinsamer Freund des Paares ist. Martin reagiert zwar überrascht und bestürzt, bleibt nach außen aber relativ gelassen und meidet die beiden daraufhin nicht etwa, vielmehr treffen sie sich und beteuern einander, dass sie wie Erwachsene miteinander umgehen und in freundschaftlichem Kontakt bleiben wollen.

    Doch dabei bleibt es nicht. Weitere Figuren bevölkern die Geschichte: Neben der jungen Georgie, für die Martin jetzt frei wäre, der aber dann doch eigentlich nicht frei sein will, treten noch Martins Geschwister Rosemary und Alexander auf, sowie Palmers Schwester Honor. Im Laufe der Zeit kommen weitere Verfehlungen und Geheimnisse der Protagonisten zutage und vor allem Ich-Erzähler Martin legt vor dem Leser seine spontan und impulsiv wechselnden Gefühle für die verschiedenen Frauen radikal offen. Immer direkt, immer von einer vermeintlich schonungslosen Ehrlichkeit, immer mit ein bisschen oder ein bisschen mehr Drama.

    Diese Ehrlichkeit beteuern die Figuren auch untereinander. Man will sich abgeklärt geben, vernünftig reagieren, sich keine Szenen machen, vor allem verspricht man sich immer, offen zu sein, jedoch ist keiner in der Lage, dieses Versprechen letztlich auch zu halten. Niemand scheint hier nicht zu lügen. Murdoch führt ihre Protagonisten in der Hinsicht schonungslos vor, zeigt, dass sie alle an ihren Ansprüchen scheitern. Ein wenig kommen sie einem wie Marionetten vor, angetrieben von einer äußeren Macht, ihren romantischen Gefühlen schutzlos ausgeliefert. Murdoch wahrt Distanz, schreibt durchgehend mit bissiger Ironie, weshalb die Dramatik, der die Figuren ausgesetzt sind und auch der Schmerz, der ein Verlassenwerden auslöst, zwar dargelegt wird, aber beim Leser nur wenig Empathie auslöst: Das Leid der Protagonisten fühlt man nicht mit – soll man nicht mitfühlen, alles ist immerzu ein wenig eine Karikatur. Übertrieben. Chaotisch. Sie sind flatterhaft, diese Menschen; was sie Liebe nennen, ist viel zu vage, zu wenig greifbar, vielleicht auch zu gewöhnlich für ein so großes Wort.

    Gerade das Zuviel war auch das, mit dem ich bei der Lektüre von „Ein abgetrennter Kopf“ Probleme hatte. Dieses immer mehr an Tempo zulegende „Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel“, in dem letztlich fast jeder mit jedem angebändelt hatte, begann mich zu langweilen, das Chaos, in das die Geschichte zwangsläufig abdriftete, war einfach nicht nach meinem Geschmack. Eine Kritik, die ich aber der Autorin kaum ankreiden kann, denn sie schreibt mit beispielloser Souveränität und behält stets alle Fäden sicher in der Hand. Ihre Dialoge sind pointiert und schnell und bissig. Ein bisschen böse und voller Ironie erzählt sie ihre Geschichte, in der alles zu jeder Zeit an seinem Platz ist. Über Protagonisten, denen sie dann doch verbunden zu sein scheint, bei aller Schonungslosigkeit.

    Murdochs Roman unterhält auf Niveau und zeigt, warum sie immer noch hohes Ansehen genießt und man ihre Romane weiter lesen sollte. Ich werde das tun, in der Hoffnung, dass sie das nächste Mal wieder genauer meine Lesevorlieben treffen wird. Und wer mit chaotischen Geschichten und schonungsloser Übertreibung weniger Probleme hat als ich, sollte auch hier zugreifen: „Ein abgetrennter Kopf“ ist ein gutes Buch einer Autorin, die wusste, was sie tat und deren Werk sicherlich mit Gewinn wieder zu entdecken ist.

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    alascas avatar
    alascavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Absurdes Ringelreihen unter Akademikern. Nervt etwas; Selbstbetrug auf hohem Niveau. Eindeutig eine Farce!
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