Iris Radisch Camus

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Inhaltsangabe zu „Camus“ von Iris Radisch

Ein Mann, der zum Mörder wird, weil ihn die Sonne blendet bis heute ist Der Fremde eine der berühmtesten literarischen Figuren der Welt. Albert Camus, sein Schöpfer, ist der Philosoph des Absurden, in das der Mensch hineingestellt ist, der Denker der Revolte, die den Menschen ausmacht und immer der Anwalt der Einfachheit, die dem Algerienfranzosen das Grundgegebene unter der Sonne und zugleich das am stärksten Gefährdete war.§"Aktueller denn je", lautet der Befund von Iris Radisch, einer der führenden deutschsprachigen Literaturkritikerinnen, die uns aus Anlass seines 100. Geburtstages auf eine faszinierende Reise mitnimmt: von Belcourt, dem ärmlichen Viertel Algiers, in dem Camus mit einer stummen Mutter aufwächst, in das graue Paris, das unter deutscher Besatzung die Moral der jungen Existenzialisten herausfordert. Vom konkurrierenden Großbürger Sartre als "algerischer Gassenjunge" abgetan, ist Camus, der erklärte Antifaschist, Antikommunist und Europäer, selbst ein Fremder und hellsichtiger als alle.§Emphatisch vermittelt uns Iris Radisch diesen von karger mittelmeerischer Landschaft geprägten Mann in allen seinen Lebenskämpfen, als Liebhaber der Frauen und eines Denkens, das sich engagiert.

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  • Lebensgeschichte eines für mich wichtigen Literaten

    Camus

    UteSeiberth

    27. July 2017 um 16:13

    Mit großem Interesse habe ich diese Biografie von Iris Radisch gelesen,bei der man deutlich merkt,dass sie Camus und seineBücher sehr gut kennt.Es ist eine schöne Würdigung zum 100.Geburtstag von Camus und zeigt sein Leben,das in einer armen Gegend in Algerien beginnt bei einer Mutter,die nicht sprechen kannum in Paris Sartres Gegenspieler zu werden.Camus ist mir noch sympathischer geworden durch seine philosophischen und moralischen Ansichten,die ich so genau nicht gekannt hatte.Schade,dass er so früh verstorben ist !Wer weiß,was er nochalles geschrieben hätte!

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  • Interessantes Sachbuch

    Camus

    Henninghr

    07. May 2016 um 13:06

    Große Literatur kommt aus den persönlichen Erlebnissen des Autoren. Iris Radisch beschäftigt sich in dieser Biographie mit dem LEben und Werk des französischen Philosophen und Schrftsteller Camus. Mit einem umfassenden und kompetenten Blick beleuchtet sie dabei den Entstehunhgshintergrund von Camus Werken und gibt einen guten Hintergrundblick über die biographie und das wechselhafte Leben von Albert Camus. Man merkt dem Buch die gute Textkenntnis von Iris Radisch an, der es immer wieder gelingt auch überraschende Seiten aufzuzeigen, die dem nicht ganz so kundigen Leser nicht in den Blick gekommen wären. Dieses Buch ist eine gute Grundlage für alle, die sich genauer mit dem Leben und Werk von Albert Camus beschäftigen möchten.

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  • Der "kleine Hemingway des Montparnasse"

    Camus

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:36

    "Für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet", wurde 1957 dem damals 43-Jährigen der Literaturnobelpreis verliehen. Am 7. November 2013 wäre Albert Camus 100 Jahre alt geworden. Doch er schaffte nicht einmal die Hälfte. Nur zwei Jahre nach der höchsten literarischen Ehrung war er tot. Umgekommen auf der Landstraße nahe Villeblevin bei einem tragischen Verkehrsunfall. Iris Radisch hat 57 Jahre nach der schwedischen eine deutsche "Laudatio" verfasst. Sie würdigt den in der Nähe von Algier, in Mondovi, Algerien, geborenen Schriftsteller, Bühnenautor und "Philosoph des Absurden" auf ihre ganz persönliche Art: eine Biografie, die in allen Belangen seinem Sujet würdig wird. "Camus hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es für ihn undenkbar war, die Literatur von den elementaren Erfahrungen der Menschen zu lösen, von dem großen Schmerz und dem großen Glück, die ein Leben bestimmen.", schreibt die Autorin. Und genau dieser Satz bestimmt auch den Duktus ihrer zu Papier gebrachten, ausgezeichneten Recherchen. Im Gegensatz zu der "Gleichgültigkeit der Mutter, die irgendwo im Abseits des Autismus ihr Leben verbracht hat" und Camus sowie all seine literarischen Figuren, die "von einer ähnlichen Aura der Kälte umgeben sind und niemals die seelische Nähe anderer Menschen suchen", prägte, zeichnet Iris Radisch ein unglaublich lebhaftes und emotionales Bild des Franzosen. Denn trotz aller menschlicher Kühle sind Camus' Romane und Erzählungen lichtdurchflutete "Sommerbücher", "elektrisiert von der Hitze des Mittags, der nie zu enden scheint (...), geschrieben unterm höchsten Sonnenstand, in dem die Dinge keine Schatten werfen und mit sich allein sind." Virtuos und sprachgewaltig, intellektuell und vielschichtig stellt Iris Radisch den Lebensweg Camus' dar: vom "Schweigen im Armenviertel einer französischen Kolonie (...), losgelöst von der religiösen und kulturellen Nabelschnur zum unbekannten europäischen Mutterland - ohne Kenntnis von der eigenen Geschichte und dem eigenen Herkommen in einem Niemandsland endloser Gegenwart, durch das hin und wieder lärmend eine Straßenbahn fährt" bis hin zum weltgewandten Pariser Starautor. Dabei richtet sie ein besonderes Augenmerk neben all den prägenden und ihn beeinflussenden Zeitgenossen wie Jean Grenier, Pascal Pia, den Dichter René Char oder den mit ihm im Autowrack umgekommenen Michel Gallimard, vor allem auf den Mann, dessen Leben nicht unterschiedlicher beginnen konnte, als das Seinige: der Systematiker und Absolvent der Pariser École Normale Supérieure Jean-Paul Sarte. Er war es auch, der den titelgebenden, alles andere als freundschaftlichen und anerkennenden Ausspruch äußerte. Zwar erkannte er die Sprengkraft des Werkes des "geistigen Handwerkers", aber die Originalität seines Autors anerkannte der "intellektuelle Bohemien" nicht. Am Ende "hat die Geschichte Sartre unrecht gegeben. Und Camus in allem bestätigt. (...) seine Kritik des Totalitarismus hat sich als eine der hellsichtigsten Gegenwartsanalysen des 20. Jahrhunderts erwiesen." Gleichfalls hervorragend gelingt der Autorin zudem die harmonische Einflechtung des Lebenswerkes ihres "Helden des Schreibens am Nullpunkt der Literatur". Sie bindet nicht nur Camus' Welterfolge wie "Der Fremde", "Mythos des Sisyphos" oder "Die Pest" ein, sondern Radisch geht auf sein komplettes Oeuvre intensiv und erläuternd ein: Bücher, die aus dem Zerrissen Sein eines Menschen "zwischen den Gegensätzen des Lebens" geboren wurden, der zudem "davon überzeugt ist, keine Zeit mehr zu haben - für den Aufschub des Glücks, für Verstellungskünste der Zivilisation, für das Irgendwann der Geschichtstheologie." Radisch macht Camus' "philosophische Erkundung der Welt" für den Leser spürbar und stellt seine Stärke - die "Literarisierung die Philosophie" ganz nach dem Vorbild Montaignes, Pascals und Nietzsche, in den Vordergrund. Fazit: "Er hat nie versucht, auch nur einen seiner Widersprüche zu lösen, er wollte das Leben und das Sein niemals beschneiden", erinnerte sich seine ehemalige Geliebte Maria Casarès. Albert Camus selbst bezeichnet es anders: "Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt." Dieses individuelle, kontrollierte Erleben des Schriftstellers und Existenzialisten, diesen zwischen den Gegensätzen seines Lebens zerrissenen Mann, der am liebsten alles zugleich mochte - " Norden und Süden, französische Kultur und mediterrane Lebensart. Askese und Ausschweifung.", könnte als Zusammenfassung in einem Satz über der Biografie von Iris Radisch stehen. Intelligent, wortstark, emotional, aber auch kritisch beleuchtend, stellt sie den "algerischen Gassenjungen" als Menschen mit Schwächen, aber auch vielen Stärken dar und setzt ihn wirkungsvoll in sein gelebtes Zeitalter. Eine äußerst gelungene Würdigung. Ein großartiges Geburtstagsgeschenk. "So hat mich jedes Mal, wenn ich den tiefsten Sinn der Welt zu erfühlen glaubte, vor allem ihre Einfachheit erschüttert." (Albert Camus)

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  • Kurzes Leben

    Camus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eine gut zu lesende Geschichte des kurzen Lebens von Albert Camus. Die wörtliche Wiedergabe von schriftlichen Auszügen aus Werken Camus´ und aus Schriften oder Aussagen seiner Zeitgenossen nimmt zwar einen breiten Raum in dem Buch ein. Das muss aber nicht als störend angesehen werden. Iris Radisch gelingt es nämlich, ihre eigenen Aussagen und ihre eigene Sprache immer wieder rechtzeitig zur Geltung zu bringen. Auf hohem literarischem Niveau, welche Anmerkung ich mir als Laie erlaube. Sie versteht es, Camus dem Leser in einer Persönlichkeitsbreite zu schildern, die er beim Lesen eines Buches von Camus (oft kennt man ja nur Die Pest) vermutlich selber meist nicht oder nur nach eingehendem Studium seines Gesamtwerkes zu erfassen vermag. - Wenn Radisch den Standpunkt vertritt, dass Camus in der Literaturgeschichte nicht als französischer, sondern als algerischer Schriftsteller eingereiht werden sollte, dann möchte ich dieser Ansicht nicht folgen. Radisch liefert für ihre Kritik anschließend auch kaum überzeugende Gründe. Sicher kennzeichnet das Werk Camus´ eine von der Kärglichkeit seines jugendlichen Daseins in Algerien geprägte Innensicht. Sicher verdrängt bei ihm immer wieder mediterranes Licht das pariserische Grau. Sicher zeigen sich bei ihm als einem Hauptvertreter des Existentialismus, neben Sartre und Beauvoir, individuelle Züge, die ohne algerische Einflüsse nicht vorhanden wären. Anderseits sollte aber nicht übersehen werden, dass Camus in Algerien nie ein indigener Algerier war, sondern immer Kind französischer Vorfahren und französischer Kolonialisten geblieben ist. - Was macht nun Camus´ Werk bis heute lesenswert. Iris Radisch führt dafür ins Feld : Seine Anständigkeit (mehrmals wird Camus mit „ein Mensch macht so etwas nicht“ zitiert), sein Eintreten für ein einfaches Leben (dem er selbst nicht immer nachgefolgt ist), seine Missbilligung der die westliche Wirtschaft bestimmenden Wachstumstheorie, seine entschiedene Ablehnung der Kollaboration (womit er sich von Sartre unterschied) und, nicht zuletzt, sein europäisches Denken. Mit all dem hat sie vermutlich recht. Am treffendsten hat sich Camus aber wohl selber charakterisiert in seinem Buch Der Fall. Iris Radisch vermeidet es weitgehend, ein Urteil über Camus und seine Werke zu fällen. Sie gibt Fakten wieder und überlässt die daraus zu folgernden Wertungen größtenteils dem Leser. Trotzdem ist ihre Empathie, also ihr Einfühlungsvermögen, das nicht vorschnell als Sympathie verstanden sollte, immer wieder zu spüren. Wie hätte sie sich sonst nicht nur der vielen Recherchen unterziehen, sondern auch der Herstellung eines ganz eigenen literarischen Denkmals für Camus widmen können?

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