Iris Weber Gestörte Eltern - gestörte Jugendhilfe?

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Inhaltsangabe zu „Gestörte Eltern - gestörte Jugendhilfe?“ von Iris Weber

Einen relativ neuen und stark zunehmenden Hilfeanlass, ganz besonders für ambulante Hilfeformen, stellen psychisch kranke Eltern dar. In dieser Studie wird die Frage nach den Auswirkungen dieser neuen Interaktion zwischen SozialpädagogInnen und den psychisch kranken Eltern gestellt.

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  • Rezension zu "Gestörte Eltern - gestörte Jugendhilfe?" von Iris Weber

    Gestörte Eltern - gestörte Jugendhilfe?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. June 2012 um 12:11

    Hilfen zur Interaktion zwischen Helfern und psychisch kranken Eltern „Aktivierung“ ist das Schlüsselwort der organisierten Hilfe auch in der Jugendsozialarbeit und rekurriert unter anderem vor allem auf die Hilfe zur Selbstverantwortung der Klienten. Gleichzeitig aber ist zu beobachten, dass die privaten Kompetenzen zur psycho-sozialen Problemlösung sich zunehmend verringern. Ein Kreislauf, der gerade in der Jugendhilfe zu einer starken Steigerung von Umfang und Kosten der zu leistenden Arbeit geht. Eine Entwicklung, die einhergeht mit einer „sich ausbildende Sekundärgesellschaft“, gekennzeichnet von Armut, Isolation und der Abhängigkeit von Transferleistungen mit einem zu beobachtenden Exklusionsprozesses von den allgemeinen Vollzügen der Gesellschaft. In dieser an sich schon schwierigen Gesamtlage für die Jugendhilfe verschärft sich die Problematik der Arbeit noch einmal in der Arbeit in einem durch psychisch gestörte Eltern geprägten Umfeld. Da hier weitgehend bisher spezielle Programme fehlen, macht das Buch sich zur Aufgabe, an dieser Stelle sowohl für die weitere Diskussion, wie auch für die Praxis, hilfreiche Instrumente zu benennen, vor allem auch in der Frage, wie weit sich die Interaktionszusammenhänge zwischen Betreuer und Klienten durch das Vorliegen von psychischen Störungen und Belastungen verändern und zu verändern haben. Im Aufbau legt die Autorin nach einer Einführung in die beteiligten Systeme in ihrer geschichtlichen Entwicklung und gegenwärtigen Form zunächst eine Beschreibung und Betrachtung der Adressaten der Jugendhilfe vor und leitet sodann zu einem Überblick über die strukturellen Rahmenbedingungen der Klienten und die dadurch ausgelösten Krisen und Konflikte über. Dies bildet die Basis, um im Anschluss die psychosozialen Folgen prekärer Lebensumstände zu diskutieren und einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen zu geben. Ebenso sorgfältig stellt Weber den „professionellen Helfer/in“ in Berufsbild, Motivation und Ausbildungsmöglichkeiten vor. Wichtig ist hier die Darstellung wichtiger und notwendiger Kompetenzen und zudem die Diskussion des Selbstverständnisses der Sozialen Arbeit als Hilfe oder als Kontrolle. Den instrumentellen Kern des Buches bildet die Darstellung und Erläuterung einer „mikroanalytischen Interaktionstheorie“, welche auf der Systemtheorie basiert und von Weber als wichtiges Instrument zur Arbeit mit psychisch erkrankten Eltern verstanden wird. In differenzierten Betrachtungen führt Weber ihre Ergebnisse in den letzten Kapiteln ihrer Untersuchung zusammen und plädiert fundiert argumentiert für eben eine „lebensweltorientierte, systemische Grundhaltung“ der Berater den Klienten und den, ebenfalls detailliert beschriebenen Störungsfolgen gegenüber. Iris Weber wendet sich einem „noch“ Randthema der sozialen Jugendhilfe, dessen zunehmende Tendenz aber beobachtbar ist und gibt in ihrer Untersuchung einen breiten Einblick in die Entwicklung den aktuellen Status Quo, wobei sie es nicht versäumt, neben der vielfachen theoretischen Aufarbeitung auch Impulse für die praktische Arbeit zu liefern. Für das Thema selbst bildet das Buch eine fundierte und weiterführende Untersuchung, dürfte aber in seiner Thematik dann tatsächlich vor allem jene interessieren, die sich im Feld dieser sozialen Jugendhilfe professionell bewegen.

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