Das Kind aus dem versteckten Dorf

von Irma Joubert 
4,7 Sterne bei7 Bewertungen
Das Kind aus dem versteckten Dorf
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Aus der Sicht eines Kindes erlebt der Leser in diesem spannenden Buch die schreckliche Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

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Der bewegende Lebensweg eines kleinen niederländischen Mädchens während und nach dem zweiten Weltkrieg .

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Inhaltsangabe zu "Das Kind aus dem versteckten Dorf"

Niederlande, 1943: Mentje de Vries ist 9 Jahre alt, als ihr Vater verhaftet wird, weil er Juden versteckt hat. Erst harrt sie allein auf dem väterlichen Bauernhof aus, doch als die Soldaten wiederkommen, weiß sie: Sie braucht Hilfe. Aber
wem kann sie trauen?
Der Einzige, der ihr einfällt, ist der Anwalt, der die jüdische Familie bei ihnen versteckt hat. Er bringt Mentje im »Versteckten Dorf« unter, einer geheimen Ansammlung von Häusern im Wald, in der Juden unterstützt von Widerständlern
den Krieg zu überleben hoffen. Mentje taucht ein in eine völlig fremde Welt, immer hoffend, dass ihr Vater wiederkommt. Als sie einem alliierten Soldaten das Leben
rettet, ahnt sie nicht, dass dies für sie der Anfang eines wunderbaren Weges ist ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783963620010
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:490 Seiten
Verlag:Francke-Buchhandlung
Erscheinungsdatum:01.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    strickleserls avatar
    strickleserlvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Aus der Sicht eines Kindes erlebt der Leser in diesem spannenden Buch die schreckliche Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
    Der Preis des Widerstands

    Mentje ist ein zehnjähriges Mädchen, das in Holland lebt. Da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist, lebt sie alleine mit ihrem Vater. An einem schönen Sommertag arbeitet sie mit ihrem Vater auf einem Feld. Etwas rührt sich an ihrem nahegelegenen Haus. Ihr Vater geht zum Haus und ruft ihr zu, sie soll sich verstecken, bis er zurückkommt. Aber er kommt nicht zurück.

    Die kleine Mentje weiß nicht, was sie tun soll. Abends kehrt sie vorsichtig zum Haus zurück, aber ihr Vater ist nirgends zu finden. Am nächsten Morgen stellt sie fest, dass auch die jüdische Familie, die ihr Vater versteckt hatte, nicht mehr da ist. Mentje befürchtet, dass jemand sie verraten hat.

    Durch die dunkle Nacht sucht sie den Weg zu einem Bekannten ihres Vaters, von dem sie sicher ist, dass sie ihm vertrauen kann. Dieser Mann bringt sie zu einem Versteck im Wald, in dem in mehreren Hütten Menschen untergetaucht sind. Mentje bleibt etwa ein Jahr in diesem versteckten Dorf, das vor allem Juden beherbergt. Obwohl sie ihren Vater schmerzlich vermisst, wird dieses teilweise unterirdische Dorf bald ihr neues Zuhause. Da aber dieses Versteck zu unsicher ist, muss Mentje in den letzten Kriegsmonaten zu ihrer Tante nach Arnheim. Dort wartet jeder Bewohner sehnsüchtig auf die Befreiung durch die Alliierten, aber zuerst wird die Stadt noch heftig umkämpft.

    Mentje und ihr Cousin finden zwei verletzte Fallschirmjäger. Obwohl jeder, der den alliierten Soldaten hilft, hingerichtet werden kann, kümmern sie sich um die Beiden und freunden sich mit ihnen an. Eines der Fallschirmjäger kommt aus Südafrika, und neben Mentjes Geschichte, verfolgt der Leser auch seine Erlebnisse in der Armee und später in seiner Heimat.

    Mentje ist ein mutiges Mädchen, das viel zu früh selbstständig werden muss. Ihr Vater erzog sie liebevoll, gab ihr viel Geborgenheit, und lebte ihr den Glauben vor, wie diese Stelle zeigt: „Nach dem Lesen hat er das Buch auf den Tisch neben seinen Stuhl gelegt und ihr noch mehr vom Herrn erzählt, denn er kannte ihn sehr gut. So hat sie ihn auch kennengelernt: eng an ihren Vater gelehnt, den groben Stoff seiner Jacke an ihrer Wange, das Klopfen seines Herzens unter ihrem Ohr, seine große Hand um ihren Kopf, seine schwieligen Bauernfinger, die ihre Wange gestreichelt haben.“ In schweren Zeiten kann Mentje von diesen Erfahrungen zehren, auch wenn sie zeitweise so enttäuscht ist, dass sie sich von Gott entfernt. Es fällt ihr sehr schwer sich in einer neuen Umgebung einzugewöhnen, und doch wird das von diesem jungen Opfer des Kriegs immer wieder verlangt.

    Diese Geschichte beruht auf wahre Begebenheiten. Das versteckte Dorf im Wald hat ebenso existiert, wie die vielen Widerstandskämpfer, die mutig ihr Leben riskierten, um andere zu retten. Mentjes Vater musste, wie viele andere, einen hohen Preis dafür zahlen, dass er sich für Verfolgte einsetzte.

    Trotz der vielen aufwühlenden Erlebnisse, die Mentje durchlebt, ist der Ton dieses Buchs ruhig. Der Leser verfolgt Mentjes Entwicklung, von einer ängstlichen Neunjährigen zu einem selbstbewussten, starken Teenager. Sie lernt, wie sie ihre Angst überwinden kann, und sie setzt schließlich selbst ihr Leben ein, um andere zu retten. Trotzdem ist sie ein ganz normales Mädchen, das manchmal trotzig und aufmüpfig ist, und immer wieder wütend und voller Kummer.

    Fazit: Durch die Augen eines jungen Mädchens, erlebt der Leser die schrecklichen letzten Kriegsjahre. Diese spannende Geschichte ist sehr gut recherchiert, und der Leser erfährt interessante Fakten über den niederländischen Widerstand im Dritten Reich. Sehr empfehlenswert!

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    gusacas avatar
    gusacavor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Der bewegende Lebensweg eines kleinen niederländischen Mädchens während und nach dem zweiten Weltkrieg .
    eine fiktive GEschichte vor dem realem geschichtlichen Hintergrund des zweiten Weltkrieges

    Dieser Roman erzählt die Geschichte der 9-jährigen Niederländerin Mentje, deren Vater während des zweiten Weltkriegs verhaftet wird, weil er Juden versteckt hat.
    Mentje muß untertauchen und sie beweist auf ihrer Flucht mehr als einmal wie klug und überlegt sie handeln kann.

    Die Autorin berichtet abwechselnd aus der Erzählperspektive von Mentje und von Tinus, der in Süfafrika aufwächst und dessen Rolle in Mentjes Leben erst später deutlich wird.
    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Er ist flüssig und die Handlung vielschichtig.
    Das Geschehen spielt an sehr verschiedenen Handlungsorten, die
    jeweils eine ganz eigene Erzählatmosphäre erhalten.
    Die verschiedenen Schrecken des Krieges werden gut eingefangen.
    Auch die unterschiedlichen Möglichkeiten der MEnschen mit den eigenen Ängsten umzugehen, wird sehr deutlich ausgearbeitet.
    Der Glaube an Gott hat in Mentjes jungen Jahren eine zentrale Rolle eingenommen. Die GEfahren, die MEntje immer wieder bedrohen, erschüttern  diesen Glauben immer wieder , stärken ihn aber am Ende.
    Der geschichtliche Hintergrund und die verschiedenen Handlungsorte sind fundiert recherschiert und toll in die GEschichte eingearbeitet worden.
    Das Buch wartet noch am Ende mit einer unvorhersehbaren Wendung auf. Dies ergibt noch eine Steigerung der Spannung und der Qualität des Buches.
    Ich bin begeistert.
    DAs Buch biete wirklich alles.
    Emotionen, Spannung, überraschende Wendungen,
    liebevolle und starke Charaktere, aber auch schwache und ängliche Menschen.
    Auch die Auseinandersetzung mit Schicksalsschlägen und dem eigenen Glauben ist der Autorin als Thema in diesem Roman sehr gut gelungen.


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    Kitty_Catinas avatar
    Kitty_Catinavor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Tiefgründig, emotional, aber manchmal leider etwas langgezogen. Dennoch ein super gutes Buch!
    Sehr bewegend!

    Es ist 1943 in den Niederlanden. Die neunjährige Mentje und ihr Vater arbeiten auf dem Feld, als plötzlich die Soldaten vor der Tür stehen. Mentjes Vater wird festgenommen, weil er auf seinem Hof Juden Unterschlupf bietet. Das Mädchen schafft es zwar, sich zu verstecken, doch auch sie ist auf dem Hof fortan nicht mehr sicher. So macht sie sich auf den Weg zu dem Anwalt, der die jüdische Familie bei ihnen untergebracht hat. Dieser bringt sie in einem versteckten Dorf im Wald unter, wo sich Juden verstecken, die durch den Widerstand unterstützt werden und dort findet Mentje eine neue Heimat, immer darauf hoffend, dass ihr Vater eines Tages zurück kommt. Aber ihre Reise ist damit noch nicht zu ende, denn ihr Weg beginnt erst und als sie einem englischen Soldaten das Leben rettet, bekommt sie eine Chance auf ein neues Leben.

    Ein riesengroßes Dankeschön geht an den Verlag der Francke-Buchhandlung, der mir dieses sehr interessante und tiefgründige Buch für eine Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung gestellt hat. Außerdem möchte ich der lieben Arwen10 danken, dass sie immer wieder so tolle christliche Leserunden ins Leben ruft und natürlich meinen Mitlesern und -leserinnen. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht, wieder mit dabei sein zu dürfen.

    Das Buch wird im Blick auf zwei verschiedene Charaktere erzählt. Die meiste Zeit geht es um Mentje und was sie im Laufe von einigen Jahren erlebt. Aber auch der britische Soldat Tinus hat seine eigenen Kapitel. Was den Schreibstil angeht, so bin ich ein bisschen zwiegespalten. Einerseits hatte ich gerade am Anfang noch große Probleme, weil er da noch eher schlicht und etwas langatmig war, andererseits ließ er sich die meiste Zeit richtig gut lesen und gerade Mentjes Gedanken zu lesen, ihre Gefühle und Wünsche zu erfahren, fand ich sehr emotional. Ebenfalls hat mir gefallen, dass englische sowie niederländische Ausdrücke und Sätze im Original übernommen und nochmal ins Deutsche übersetzt wurden. Außerdem gibt es immer wieder Erklärungen zu Begriffen, die man so vielleicht noch nie gehört hat. Das Buch ist also für Jung und Alt gleichermaßen gut verständlich.

    Die Geschichte fand ich größtenteils wirklich überragend. Zwar brauchte ich gerade am Anfang ein bisschen, um hinein zu finden und auch das Ende hatte seine Längen, dennoch war ich gerade zwischendrin die meiste Zeit so gepackt von der Handlung, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Dabei ist die Geschichte sehr plastisch, Orte und Begebenheiten wahnsinnig gut beschrieben, so dass man sich richtig gut in sie hineinfallen lassen kann. Beeindruckend finde ich außerdem, dass sich die Handlung so nah an der Realität entlang hangelt. Man merkt hier, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und ihr ganzes Herzblut in das Buch hinein gelegt hat. So wurde auch die Geschichte für mich sehr realistisch und ich habe noch viel darüber gelernt, wie schrecklich und unbarmherzig Krieg ist. Und an so mancher Stelle wurde ich zum Nachdenken gebracht, wie froh wir doch sein können, dass wir das nicht erleben müssen! Auch der Bezug zum Glauben und der Bibel hat mir sehr gut gefallen. Immer wieder gibt es Szenen, in denen die Autorin Mentjes Beziehung zu Gott bearbeitet und ganz realistisch auch die Schattenseiten betrachtet. Dann zum Beispiel, wenn das Schicksal besonders hart zuschlägt, verliert Mentje auch einmal beinahe ihren Glauben und findet doch wieder zurück. Dennoch kann man dieses Buch getrost auch dann lesen, wenn man kein gläubiger Mensch ist, denn es wird hier nichts idealisiert und niemandem etwas aufgedrückt.

    Auch was die Charaktere angeht, war ich etwas geteilter Meinung, denn von Äußerlichkeiten erfährt man erst mit der Zeit etwas. So blieben sie doch anfangs noch ein bisschen blass. Vor allem Tinus konnte ich erst ziemlich spät fassen, weil auch sein Charakter nicht so richtig zum Vorschein kam. Mentje hingegen war mir von Anfang an charakterlich sehr präsent. Sie ist ein Mädchen, welches sich sehr schnell in mein Herz graben konnte und welches ich auch so schnell nicht mehr vergessen werden. Denn Mentje ist ein wahnsinnig starker Charakter, den ich sehr gut geschrieben fand. Dazu kamen noch eine ganze Menge anderer Charaktere, die man nicht mögen muss, die aber dennoch sehr nachvollziehbar und realistisch gezeichnet waren. Eine Person, die auf jeden Fall die Geister scheidet, ist Mentjes Tante Maria, welche als Mutter total versagt, meiner Meinung nach aber nicht, weil sie ein schlechter Mensch ist, sondern weil der Krieg sie kaputt gemacht hat. So bekommt man immer wieder verschiedene Blickwinkel auf den Krieg und merkt schnell, dass jeder Mensch anders damit umgeht.

    Für mich war dieses Buch eines dieser Bücher, die etwas ganz Besonderes sind. Nicht, weil es perfekt wäre, denn das ist es nicht, sondern weil es mich zum Nachdenken gebracht und sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Wer also einen tiefgründigen, emotionalen und sogar lehrreichen Roman sucht, der keine Angst hat, den Krieg so darzustellen, wie er ist und der eine starke Protagonistin bietet, der sollte unbedingt zu diesem Buch hier greifen. Und wie schon erwähnt, braucht man sich auch nicht davon abgeschreckt fühlen, dass der Glaube hier eine große Rolle spielt.

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    TochterAlicevor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tragisches Schicksal in den Niederlanden in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mitreißend, aufwühlend, (be)rührend - und überraschend!
    Ein niederländisches Bauernmädel

    Das ist Mentje die mit ihrem Vater auf einem Bauerhof in den Niederlanden lebt und ihm - obwohl erst neun Jahre alt - tatkräftig bei der täglichen Arbeit hilft. Wir schreiben das Jahr 1943 und eines Tages bringt der Vater eine jüdische Familie mit, die er auf dem Dachboden versteckt.

    Mentje weiß, dass das unglaublich gefährlich ist, doch der Vater erklärt ihr, dass sie als Christen gar nicht anders handeln können. Doch das Risiko erweist sich als zu groß und eines Tages steht Mentje ganz alleine da - die Familie und der Vater wurden verhaften. Nach ihr wird auch noch gesucht, doch kann sie sich verstecken. Und retten - zu Menschen, die im Untergrund agieren, wie von ihrem Vater weiß.

    Diese bringen sie an einen ganz besonderen Ort und zwar in das versteckte Dorf mitten im Wald. Dieses geheime Lager, in dem vor allem Juden, aber auch andere, bspw. verwundete alliierte Soldaten versteckt wurden, hat tatsächlich existiert und in der Tat sind alle beschriebenen Personen absehen von Mentje tatsächliche Lagerbewohner gewesen. Es ist sowohl berührend, als auch erschütternd, vor allem jedoch unglaublich spannend, dieses Lagerleben zu verfolgen.

    Nach einem Jahr ist diese Unterkunft für Mentje nicht mehr sicher und sie wird nach Arnheim zu ihr bislang unbekannten Verwandten ihrer Mutter gebracht. Dort trifft sie auch auf den zweiten Protagonisten, den Südafrikaner Tinus, der in der britischen Armee kämpft. Vielmehr rettet sie ihm das Leben. Und ihre Schicksale sind nun auf ganz besondere Weise miteinander verknüpft, wie sich noch zeigen wird!

    Mit Verlust muss sich Hildegard schon früh auseinandersetzen und leider bleibt ihr dies auch weiterhin nicht erspart, der zweite Weltkrieg erschüttert ihr bislang ruhiges Leben grundlegend.

    Ein tragisches Schicksal in den Niederlandenin der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie ich es so bislang noch nicht gelesen habe. Beziehungsweise gleich zwei davon - das eines Kindes und das eines jungen Soldaten.

    Ich habe bereits einige Bücher der südafrikanischen Autorin Irma Joubert gelesen und bin mittlerweile zum Fan geworden. Denn sie eröffnet neue Perspektiven, Blickwinkel und Aspekte und zwar nicht nur durch akribische Recherchen. Nein, auch der Glaube und sein Einfluss auf die Menschen spielt stets eine Rolle, wobei er in diesem Roman ganz besondere Bedeutung erlangt - hier geht es sowohl um den christlichen Glauben als auch um das Judentum. Ich habe viel gelernt durch dieses Buch, bin Irma Joubert mit Begeisterung in die Niederlande und auch nach Südafrika gefolgt. Auch wenn die Geschichte in großen Teilen eine traurige ist, entbehrt sie doch nie der Hoffnung. Mitreißend, aufwühlend, ab und an auch überraschend: ein eindringlicher Roman über zwei Lebenswege, die sich in schweren Zeiten kreuzen und der ausgesprochen lesenswert ist!

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    Waffelcores avatar
    Waffelcorevor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr bewegende Geschichte
    Eine berührende Geschichte auf wahren Begebenheiten

    Schon als Kind hat mich alles rund um den zweiten Weltkrieg sehr interessiert, da meine Vorfahren selbst von Verfolgung betroffen waren.

    Aus diesem Grund ist mir „Das Kind aus dem versteckten Dorf“ von Irma Joubert direkt ins Auge gesprungen. 

    Die Geschichte: 

    Mentje de Vries ist 9 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Vater auf einem Bauernhof in den Niederlanden. Als dieser verhaftet wird, weil er Juden auf seinem Dachboden versteckt, ist Mentje plötzlich auf sich allein gestellt. Erst bleibt sie auf ihrem Hof, stets in der Hoffnung, der Vater würde wiederkommen. Als dies jedoch nicht geschieht, wendet sie sich an den Anwalt, welcher bereits der jüdischen Familie geholfen hatte. Er bringt Mentje in ein verstecktes Dorf tief im Wald, wo sie von nun an mit jüdischen geflüchteten Leben soll.

    Für Mentje beginnt ein neues Leben fernab ihres Vaters und allem bisher bekannten.

    Als sie einige Zeit später unter Einsatz ihres Lebens einem Soldaten das Leben rettet, ahnt sie nicht, dass dies ihr Leben für immer verändern wird. 

    Meine Meinung: 

    Die Geschichte wird aus zweierlei Sicht erzählt – zum einen aus Mentjes und dann aus Sicht des Soldaten, welcher im Klappentext keine wirkliche Erwähnung findet. Umso schwieriger fiel mir zunächst der Einstieg in die Geschichte, da mir der Protagonist erst so gar nichts sagte. Nach kurzen Startschwierigkeiten kommt man allerdings gut in die Geschichte hinein und lernt in kurzer Zeit die tüchtige Mentje kennen, welche sich so viel reifer verhält als es normalerweise für eine 9 jährige üblich ist. Als Leser ist man hautnah dabei, wie der Krieg allen zusetzt und wie hoffnungslos es zeitweilig zu sein scheint. Trotzdem gibt Mentje nicht auf und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um das Leben ihrer Mitmenschen und sich selbst wenigstens ein kleines bisschen zu verbessern. Im Laufe des Krieges wächst Mentje zu einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit heran, welche auch nicht davor zurückschreckt, sich in Gefahr zu begeben, um anderen das Leben zu retten oder ihrer Tante Marie die Stirn zu bieten. 

    Anhand der Erzählweise und der bildhaften Darstellung vieler Geschehnisse wird oft deutlich, dass es sich bei der Schriftstellerin nicht einfach nur um eine Hobby-Autorin, sondern um eine Historikerin handelt, welche für das Buch mehr als nur ausführlich recherchiert hat.

    Das Wissen, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, lässt den Leser des öfteren mit einem Kloß im Hals zurück. Aus heutiger Sicht möchte man sich gar nicht vorstellen, wie schlimm die Zustände zu Zeiten des zweiten Weltkrieges gewesen sein müssen. 

    Da es sich um ein christliches Buch handelt, findet die Bibel immer wieder Erwähnung. Dies ist jedoch keineswegs aufdringlich, sodass auch „nicht gläubige“ sich dadurch nicht gestört fühlen. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, dass der Glaube gerade in einer solch schwierigen Zeit eine wichtige Rolle gespielt haben muss, sodass die Textpassagen, in denen die Bibel Erwähnung findet, sogar sehr treffend in die Geschichte eingefügt finde. 

    Mein Fazit : 

    Als Leser ist man schnell mitten im Geschehen drin. Man fühlt sich als Teil der Familie, wenn deren Haus bombardiert wird oder sie vor lauter Hunger kaum in den Schlaf finden. Das Buch ist fesselnd, absolut berührend und lässt einen auch nach dem Lesen nicht so schnell los. Auch wenn ich mich über eine etwas größere Schrift gefreut hätte und die Geschichte zwischenzeitlich etwas langatmig fand, so hat mich das Buch nachhaltig sehr beeindruckt. Ich vergebe 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung!



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    Smilla507s avatar
    Smilla507vor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Trotz ernsten Themas sehr fesselnd! Unbedingt lesen!
    der 2. Weltkrieg + ein starkes Mädchen = fesselnder Roman

    »Man versucht einfach nur zu überleben.« (S. 247)

    Niederlande, 1943: Mentje de Vries ist 9 Jahre alt, als man ihren Vater festnimmt und in ein Gefangenenlager überführt. Er hatte eine jüdische Familie auf seinem Bauernhof versteckt. Nun ist die Halbwaise auf sich allein gestellt, muss sich verstecken. Ein Nachbar bringt sie in den Wald, in dem sich ein verstecktes Dorf befindet. Im s.g. »Pass-Auf-Lager« befinden sich lauter Juden. So verbringt Mentje einige Monate in einer Grashütte, welche sich größtenteils unter der Erde verbirgt. Aber irgendwann ist es auch dort nicht mehr für sie sicher und man fährt sie zu ihrer Tante nach Arnheim. Wenn der Krieg vorbei ist, hofft Mentje, wird sie zurück auf den Bauernhof kehren, zurück zu ihrem Vater.

    Arnheim wird die Hölle auf Erden. Irma Joubert hat mich mit Mentjes Augen an diesen traumatischen Erlebnissen teilhaben lassen. Einem Mädchen, dem die Kindheit durch den Krieg viel zu früh genommen wird, das viel zu früh sehr viel Verantwortung übernehmen muss. Mentje ist ein patentes Kind, mit einem starken Willen, einem großen Herzen, Ausdauer und der Fähigkeit, in bedrohlichen Situationen den Kopf zu behalten. Immer wieder muss sie sich neu eingewöhnen, eine neue Heimat finden, sich mit der Frage auseinandersetzen: Wo in all dem Leid ist Gott? Man gewinnt sie mit jeder Seite mehr lieb und möchte sie am Ende des Romans gar nicht mehr ziehen lassen.

    Wie gut, dass eine Fortsetzung in Arbeit ist! Im Nachwort erzählt die Autorin, dass »Sehnsuchtsland« der Vorgängerband dieser Trilogie ist, die allerdings nur lose zusammen hängt. Das kann ich bisher so bestätigen. Da ich den ersten Band gelesen habe, traf ich auf ein paar bekannte Personen, aber in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, ist unerheblich. In Band 3 sollen die Fäden dann zusammengeführt werden.

    Irma Joubert ist Historikerin, das spürt man beim Lesen mit jedem Wort! Sie vermittelt die Ereignisse so bildhaft, dass man ganz tief in die Geschehnisse eintaucht und nur so durch die Seiten fliegt. Dabei ist ihr Schreibstil einzigartig. Bei ihrem ersten Roman musste ich mich noch daran gewöhnen: Sie nimmt als Erzählform die Gegenwart, die Satzstruktur ist einfach gehalten, fast schon kryptisch. Aber ich weiß diesen Stil inzwischen sehr zu schätzen.

    Es gibt auch einen zweiten Handlungsstrang, der die Perspektive des Fallschirmjägers Tinus erzählt. Der Südafrikaner kämpft für die Alliierten und irgendwann, so viel sei verraten, kreuzen sich die Wege von ihm und Mentje. Nachdem ich alle Romane der Autorin kenne, hatte ich so eine Vermutung, wie die Handlung verlaufen würde, aber sie hat mich ziemlich überrascht.

    Auch wenn er inhaltlich herausfordernd ist, da man sich mit Leid und dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzen muss, hat mich dieser Roman sehr gefesselt!

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    Arwen10s avatar
    Arwen10vor einem Monat

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Arwen10s avatar
    Von der Autorin Irma Joubert ist ein neues Buch im francke Verlag erschienen. Ich danke dem Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

    Beachtet bitte die Hinweise zur Bewerbung



    Irma Joubert Das Kind aus dem versteckten Dorf




    Das Kind aus dem versteckten Dorf



    Zum Inhalt:


    Niederlande, 1943: Mentje de Vries ist 9 Jahre alt, als ihr Vater verhaftet wird, weil er Juden versteckt hat. Erst harrt sie allein auf dem väterlichen Bauernhof aus, doch als die Soldaten wiederkommen, weiß sie: Sie braucht Hilfe. Aber wem kann sie trauen?
    Der Einzige, der ihr einfällt, ist der Anwalt, der die jüdische Familie bei ihnen versteckt hat. Er bringt Mentje im »Versteckten Dorf« unter, einer geheimen Ansammlung von Häusern im Wald, in der Juden unterstützt von Widerständlern den Krieg zu überleben hoffen. Mentje taucht ein in eine völlig fremde Welt, immer hoffend, dass ihr Vater wiederkommt. Als sie einem alliierten Soldaten das Leben rettet, ahnt sie nicht, dass dies für sie der Anfang eines wunderbaren Weges ist ...



    Hier geht es zur Leseprobe und zum Buchvideo:


    https://www.francke-buch.de/buecher/belletristik/2551/0/irma-joubert-das-kind-aus-dem-versteckten-dorf/#leseprobe




    Infos zur Autorin:


    Irma Joubert lebt in Südafrika. Sie studierte Geschichte an der Universität von Pretoria und war fünfunddreißig Jahre lang Lehrerin an einem Gymnasium. Nach ihrer Pensionierung begann sie mit dem  Irma JoubertSchreiben. Die Historikerin liebt es, gründlich zu recherchieren und ihre Romane mit detailreichen Fakten zu untermauern. In ihrer Heimat und den Niederlanden haben sich ihre historischen Romane zu Bestsellern entwickelt und sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.










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    Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

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