Hinter dem Orangenhain

von Irma Joubert 
4,6 Sterne bei10 Bewertungen
Hinter dem Orangenhain
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Ein fesselndes Buch über die Entwicklung eines Mädchens und ihr Land

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Die Entwicklung von einem Mädchen, zu einer selbstbewussten Rechtsanwältin.

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Inhaltsangabe zu "Hinter dem Orangenhain"

Südafrika 1938 – 1968: Die kleine Persomi ist ein tapferes, kluges Mädchen, das als Tochter einer weißen Familie in Südafrika in großer Armut aufwächst. Doch in der Schule macht ihr so schnell keiner etwas vor und so hofft sie, ihrer Herkunft eines Tages entfliehen zu können.
Als Persomi in einem Prozess gegen den Mann aussagen muss, der behauptet, ihr Vater zu sein, stellt sich für sie zum ersten Mal die Frage, ob das Gesetz auch für arme Menschen gilt. In ihr erwacht der Traum, Jura zu studieren. Und sich für ein Land einzusetzen, in dem jeder die gleichen Chancen auf Gerechtigkeit hat. Doch wird sie diesen Traum verwirklichen können? Oder werden enttäuschte Hoffnungen, tragische Missverständnisse und ungeahnte Herausforderungen ihr die Flügel stutzen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783868276602
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:Francke-Buchhandlung
Erscheinungsdatum:01.06.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Traeumerin109s avatar
    Traeumerin109vor 8 Monaten
    Die Geschichte einer mutigen jungen Frau

    Pérsomi wächst in armen Verhältnissen auf, doch ihr Traum ist es, zu studieren und Anwältin zu werden. Der Weg dahin ist nicht einfach, doch sie ist eine mutige und entschlossene junge Frau, die sich Ungerechtigkeit gegenüber den Armen nicht länger bieten lassen möchte.

    Für mich nach „Sehnsuchtsland“ schon das zweite Buch der Autorin, und ich bin ähnlich begeistert wie vom ersten. Wieder beschreibt die Autorin unglaublich feinfühlig und eindrücklich die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die im Schatten eines Krieges aufwächst, der zwar weit entfernt ist, ihr Leben aber dennoch beeinflusst. Schließlich dient auch ihr geliebter Bruder an der Front, und nicht zuletzt werden viele Ereignisse in ihrer unmittelbaren Umgebung von lange gehegten Ressentiments und Vorurteilen hervorgerufen. Es ist immer wieder beeindruckend, wie Irma Joubert es schafft, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Sie verfügen über sehr ausgeprägte Charaktere und jede muss sich ihren eigenen Platz suchen. Manchmal ist die Sprache auch sehr karg, und doch fehlt auch an diesen Stellen nichts. Man spürt die Gefühle hinter dem, was passiert, und auch die scheinbar knappen Beschreibungen passen ins Geschehen. Manchmal sind sie auch unglaublich detailreich und versetzen einen an einen völlig anderen Ort. Das ist eine der großen Fähigkeiten dieser Autorin: Sie ist nicht vorhersehbar, sie kann ihre Sprache ihrer Geschichte anpassen. Und was für Geschichten dabei entstehen – voller Liebe und Hass, Freundschaft und Feindschaft. Stets sind auch die ganz großen Themen vertreten: Krieg, Hunger, Armut. Da ist nichts vorhersehbar und klischeehaft. Auch Gott spielt eine Rolle, wenn auch eher im Hintergrund. Aber immer mal wieder beschäftigt Pérsomi sich mit diesem Thema. Für mich ein sehr erfrischender christlicher Roman, der vor allem eines möchte: Eine Geschichte erzählen.

    Fazit: Ich kann Irma Joubert wirklich nur absolut weiterempfehlen. Ihre Bücher zählen zu den besten christlichen Romanen, die ich kenne. Die Autorin versteht es, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und nicht mehr loszulassen. Pérsomi ist eine Hauptfigur, die mit ihren Ängsten und Kämpfen absolut überzeugt. Ich habe wirklich nichts auszusetzen an dem Buch. Ein wahres Vergnügen beim Lesen!

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    LEXIvor 10 Monaten
    Das ist eine, die weiß, was sie tut

    „Ich werde etwas aus meinem Leben machen. Ich werde später auch in einem richtigen Haus wohnen und gut kochen und die weichen Körper von meinen Kindern in einer warmen Badewanne mit einer gut riechenden Seife waschen. Ich werde mir später einen guten Beruf suchen und einen Mann heiraten, der gut für mich sorgen kann. Meine Kinder sollen niemals erfahren, wie es ist, wenn man Hunger hat, sie sollen keine Kleider der Armenfürsorge anziehen müssen, niemals für Gratisbücher anstehen müssen, und unter keinen Umständen auf einer kahlen Matratze unter einer dünnen, kribbeligen Decke schlafen müssen.“

    Das große, dünne Beiwohnerkind Pérsomi Pieterse aus Bosveld, Südafrika, weiß ganz genau, was sie möchte. Und sie besitzt die Hartnäckigkeit, den notwendigen Ehrgeiz und die Intelligenz, um ihre hoch gesetzten Ziele zu erreichen. Aufgewachsen in bitterster Armut in einer ärmlichen Hütte ist sie bereits in sehr jungen Jahren gezwungen, vor Gericht gegen ihren Stiefvater auszusagen, der ihre kleine Schwester mehrfach vergewaltigt und geschwängert hat.

    Bereits zu diesem Zeitpunkt beschließt Pérsomi, Rechtsanwältin zu werden und als Erwachsene dafür zu sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Durch die jahrelange finanzielle Unterstützung ihres leiblichen Vaters, dessen Identität Pérsomis Mutter unter keinen Umständen preiszugeben bereit ist, erhält das zielstrebige kleine Mädchen die Möglichkeit, Schulbildung zu erfahren. Pérsomis Fleiß und ihre harte Arbeit machen sich bezahlt und als ausgezeichnete Schülerin kann sie bald mit den besten Noten der gesamten Schule aufweisen.

    Durch ein Stipendium eröffnet sich ihr schließlich auch die Möglichkeit eines Jurastudiums, das sie als Beste ihres gesamten Jahrgangs absolviert. Nach dem Praktikum in der Kanzlei von Bartel De Vos übernimmt die zielstrebige junge Anwältin einen aussichtslos erscheinenden Fall, der für große Unruhe sorgt und die Bewohner des Bosvelds in zwei Fronten teilt.

    Irma Jouberts Neuerscheinung wartet mit stattlichen sechshundert Buchseiten auf und beeindruckte mich mit einer höchst interessanten Geschichte um das Leben in Südafrika Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten wurden ebenso detailliert gezeichnet wie die politische Situation, man liest von den Auswirkungen des Einmarsches Deutschlands in Polen im Jahre 1939, vom japanischen Angriff auf Pearl Harbour und der darauffolgenden Vergeltungsaktion – dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima.

    Eine zentrale Rolle nimmt die Apartheidpolitik in Südafrika ein, die Irma Joubert geschickt mit der Geschichte ihrer Protagonistin verwoben hat. Pérsomi setzt sich als Anwältin für ihre in Bedrängnis geratenen indischen Freunde ein, übernimmt deren Rechtsvertretung und weicht trotz Widerständen in ihrem familiären Umfeld und im Freundeskreis keinen Millimeter von ihren Überzeugungen ab. Pérsomi hat große schulische und später auch berufliche Erfolge zu verzeichnen, erlebt jedoch in der Liebe einige Enttäuschungen.

    Die Autorin hat mit Pérsomi Pieterse eine hervorragende Protagonistin erschaffen, die sie nicht nur ausgezeichnet dargestellt hat, sondern der sie zu alledem auch beeindruckende Nebenfiguren zur Seite stellt. Die gelungenen Charakterzeichnungen und der einnehmende Schreibstil Irma Jouberts sorgten dafür, mich regelrecht an das Buch zu fesseln und mich mit den handelnden Figuren zu identifizieren. Pérsomis Leben war niemals einfach, ihren langen und oftmals steinigen Weg zu ihrem beruflichen und privaten Glück empfand ich als vortrefflich dokumentiert. Einzig die für meinen Lesegeschmack zu starke Gewichtung auf politische Themen und die dadurch entstandenen Längen im Buch stellen einen winzigen Kritikpunkt meinerseits dar.

    Fazit: Ich empfand den Roman „Hinter dem Orangenhain“ als höchst imposantes Leseerlebnis, das mich tief in seinen Bann gezogen hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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    pallass avatar
    pallasvor einem Jahr
    Der Mut einer Frau

    Die Handlung des Romans spielt in Bosveld, Südafrika um das Jahr 1938.
    Persomi, ein kluges elfjähriges Mädchen lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einer sehr ärmlichen Hütte. Die uns heute so selbstverständlich erscheinenden Dinge, wie beispielsweise fließendes Wasser, fehlen in ihrem zu Hause gänzlich.
    Als sie eines Tages gegen ihren Stiefvater vor Gericht aussagen muss erwacht in ihr der Wunsch Jura zu studieren. Persomi hat einen äußerst scharfen und wachen Verstand der sie ihre Schule mit Bestnoten absolvieren lässt.
    So kann sie sich schließlich den Wunsch nach einem Jurastudium erfüllen und hofft mit ihrem Wissen etwas mehr Gerechtigkeit, auch für die stets so benachteiligten Randgruppen wie beispielsweise der ebenfalls ansässigen Inder, zu erreichen.
    Wir begleiten Persomis Leben über fast dreißig Jahre hinweg und erfahren schließlich, wer ihre große Liebe ist und ob sie letztendlich in Erfüllung gehen wird oder nicht.
    Ihr Berg an der alten Blechhütte - der Ort ihrer Kindheit - ist und bleibt für Persomi eine Oase der Ruhe und Erholung.

    Irma Joubert hat erneut einen hinreißenden, äußerst informativen und emotional spannenden Roman verfasst, der mit seinen ausgezeichnet herausgearbeiteten und ausgefeilt dargestellten Charakteren glänzt. Sie schuf mit diesem Werk eine sehr schöne Erzählung zu den politischen Begebenheiten unmittelbar vor und während des zweiten Weltkrieges und weist, vielleicht ein bisschen zu ausführlich auf die Separation der indischen Bevölkerung in Südafrika hin. Obwohl ich Romane mit historischen Fakten sehr mag hätte es dem Roman vielleicht gut getan, wenn die historischen Details ein klein wenig gekürzt worden wären.

    Die im Roman eingesetzte Sprache ist klar und leicht verständlich. So taucht der Leser sofort und mühelos in die Geschichte ein. Für den vollendeten Lesegenuß hätte ich mir ein Personenverzeichnis gewünscht.
    Aspekte des Glaubens treten in diesem Roman etwas in den Hintergrund, flammen jedoch immer wieder einmal im Rahmen der Geschichte auf. Der für meinen Geschmack ein bisschen zu große Zeitsprung am Ende des Romans versöhnt dann doch wieder mit einem ganz besonders schönen Ende.
    Ich halte  ein emotional bewegendens und ergreifendes Buch in meinen Händen, welches das Leben von Persomi, einer ganz besonderen Frau, beschreibt und uns mit ihr ein eindrucksvolles Beispiel präsentiert, wieviel ein Mensch trotz schlechter Startbedingungen und ärmlicher Herkunft dennoch über Fleiß, Anstrengung und Kraft erreichen kann.

    Die Lektüre von Orangenhain bietet aus meiner Sicht ein interessantes Thema mit großem historischen Hintergrund.

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    BubblyInavor einem Jahr
    Ein richtig Klasse Buch!

    In den 600 Seiten dieses Buch begleitet man Persomi durch ihr halbes Leben. Durch harte Zeiten und schöne. Sie wächst als arme Weiße in Südafrika auf und bekommt durch Unterstützung der Armenhilfe die Chance zur Schule zu gehen und dann auch zu studieren.  Sie möchte als ein ganz gewöhnlicher Weißer wahrgenommen werden und nicht als eine Arme aus schwierigen Verhältnissen Dieser Wunsch nach gesellschaftlicher Annahme und Gleichstellung zeigt sich auch in ihrem Berufswunsch: Als Juristin möchte sie für Gerechtigkeit auch für untere Gesellschaftsgruppen kämpfen. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, allgemeine Gesellschaftsnormen zu hinterfragen und trotz Widerstand ihrem Ziel treu zu bleiben.
    Anhand Persomis Leben informiert das Buch gut über die Geschehnisse in Südafrika vor, während und nach dem ersten Weltkrieg. Mir war davor zum Beispiel gar nicht bewusst, dass die Apartheit erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts richtig eingeführt wurde.
    Irma Joubert hat es in diesem Buch wieder mal geschafft eine sehr detaillierte, faktengeladene Story mit ausgefeilten Charakteren zu schreiben, die wie nebenbei noch eine mitreißende Liebesgeschichte beinhaltet, die mir selbst das Herz hat bluten lassen.
    Das Buch hat mich beim Lesen nicht in Ruhe gelassen, weil es so packend ist. Einfach klasse!

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    Sonnenblume1988s avatar
    Sonnenblume1988vor einem Jahr
    Der Kampf um Gerechtigkeit

    Südafrika 1938: Die elfjährige Pérsomi wächst in armen, beengten Wohnverhältnissen in einer Beiwohnerfamilie auf. Sie bekommt die Chance, die Mittelschule zu besuchen und erhält Unterstützung von der Armenfürsorge. Dennoch bleibt sie ersteinmal das Beiwohnerkind und die Außenseiterin. Weil das Lernen ihr leicht fällt und sie sich sehr für die Geschehnisse in der Welt interessiert, ergreift sie die Chance, Jura zu studieren. Doch noch etwas anderes beschäftigt sie: Wer ist ihr leiblicher Vater, über den ihre Mutter kein Wort verlieren möchte?

    Beim Lesen bin ich sofort in das Buch reingekommen. Da ich schon mehrere gute Bücher der Autorin gelesen habe, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen.  Pérsomi war mir wegen ihres nüchternen, starken Charakters, ihrer Beharrlichkeit und ihrem Kampfgeist von Anfang an ein Vorbild. Auch  Pérsomis Geschwister, Freunde und Nachbarn lernt man schnell kennen und lieben.  Sie spielen in den gesamten 30 Jahren, in denen die Geschichte spielt, immer wieder eine wichtige Rolle. Es gibt viele Dialoge und viele kleine Absätze, die das Lesen erleichtern. Trotz dem der Roman so dick ist, hält sich die Autorin nie zu lange mit einem Thema auf, sondern erzeugt auf den über 600 Seiten jede Menge Handlungen, so dass auch die ein oder andere Überraschung nicht ausbleibt. Gut gefallen hat mir auch, dass es sich bei dem Buch nicht um eine reine Liebesgeschichte handelt. Die Liebe spielt in Pérsomis Leben zwar auch eine Rolle, aber sie beschäftigt sich auch mit vielen anderen Fragen die vor allem ihren späteren Beruf betreffen.

    Neben den verschiedenen kulturellen Umständen, unter denen Persomi lebt, prägen wesentliche geschichtliche Ereignisse die Handlung, so z.B. die Verpflichtung der Gemeindeleitungen, getrennte Wohn- und Arbeitsgebiete für die indische Bevölkerung außerhalb des Dorfes einzurichten. Der christliche Glaube spielt eine nebensächliche Rolle. Ab und an liest Pérsomi in der Bibel, betet oder geht in die Kirche. Christliche Werte wie Nächstenliebe sind präsent und werden stark von Pérsomi vertreten.

    Insgesamt ein toller, sehr gut recherchierter historischer Roman mit dem Schauplatz Südafrika über Gerechtigkeit, Familie, Tradition und Willensstärke.

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    Smilla507s avatar
    Smilla507vor einem Jahr
    Nicht ganz ausgewogen, aber dennoch unterhaltsam

    Die Handlung beginnt im Jahre 1938, Pérsomi ist zu dem Zeitpunkt elf Jahre alt. Sie lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern als Beiwohner auf einer Farm im südafrikanischen Bosveld. Es ist ein ärmliches Leben in einer Blechhütte, in der es kein fließendes Wasser, geschweige denn eine Toilette gibt. Pérsomi möchte diesem tristen Leben entfliehen. »Irgendwann wird der Tag kommen, an dem man sie nicht mehr wie den letzten Dreck behandeln wird.«

    Ihre Antriebskraft ist ihr Ehrgeiz. Sie nimmt sich keine Zeit für Träume. Stattdessen lernt sie fleißig, bekommt Stipendien und kann später sogar studieren. Sie fühlt sich dazu berufen Rechtsanwältin zu werden, um für andere, ebenso schlecht behandelte Menschen, einzutreten.

    Als Leser begleitet man Pérsomi über 30 Jahre hinweg, durchlebt mit ihr vom fernen Südafrika aus, was nun in unseren Geschichtsbüchern steht: Den zweiten Weltkrieg, die Antikriegsbewegung, die Isolierung der schwarzen, fremdländischen Bevölkerung, Nationalismus... Einzig »ihr Berg«, auf dem sie groß geworden ist, ist ein Ruhepol, der Ort, der für sie Heimat bedeutet.

    Von allen vier bisher erschienen Büchern von Irma Joubert war dieses für mich am schwierigsten zu lesen. Bei den anderen drei konnte ich mich nach kurzer Zeit gut einlesen, bei diesem dauerte es ein wenig länger. Es fließen sehr viele geschichtliche und politische Fakten in die Handlung, gegen Ende auch juristische. Generell mag ich solche Hintergründe, doch es uferte für mich manchmal zu sehr aus. Viele Zeitsprünge führten dazu, dass ich immer eine gewisse Distanz zur Protagonistin empfand.

    Ein Lichtblick war die Liebesgeschichte, die sich mit der Zeit entwickelte. In wen sich Pérsomi verliebt verrate ich nicht, denn zu Beginn kann man das nicht direkt erahnen. Aber auch hier muss Pérsomi einiges aushalten.

    Die Romanfiguren haben alle ihre Ecken und Macken und die Autorin scheut sich nicht, die Charaktere mitsamt ihren Schwächen darzustellen. Pérsomis Mutter bspw. sagt meist nur »Du liebe Güte« und ist etwas wirr, hält aber eisern daran fest ihrer Tochter nicht zu verraten, wer ihr leiblicher Vater ist. Das macht das Buch zusätzlich geheimnisvoll...

    Der Glaube an Gott ist mal stärker, mal schwächer vertreten. Während Pérsomis Schulzeit kommt durch eine gläubige Mitschülerin einiges zur Sprache, später sind es Kirchgänge oder sittsames Verhalten.

    Nach 607 Seiten hatte ich nun nicht das Gefühl einen schlechten Roman gelesen zu haben, allerdings wären ein paar 100 Seiten weniger vielleicht ganz gut gewesen. Solide 4 Sterne!

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    strickleserlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein fesselndes Buch über die Entwicklung eines Mädchens und ihr Land
    Spannende Entwicklung eines Mädchens und eines Landes


    Dieses Buch erzählt von einem armen südafrikanischen Mädchen, das in einer bewegenden Zeit zu einer Frau heranwächst.
    Die Geschichte beginnt im Jahr 1938, als Persomi 11 Jahre alt ist. Ihr älterer Bruder verlässt das gemeinsame Zuhause, um in der Stadt arbeiten zu gehen. Ohne ihn fühlt sich Persomi schutzlos und allein. Dazu offenbart ihr Bruder ihr, dass der Mann ihrer Mutter nicht ihr leiblicher Vater ist, was für Persomi eher eine positive Überraschung ist, denn dieser Mann ist gemein und gefährlich.
    Persomi erlebt den nächtlichen Missbrauch ihrer Schwester mit, und durch die Aussage dieses kleinen Kindes muss ihr Stiefvater ins Gefängnis. Allmählich öffnet sich für Persomi eine neue Welt. Sie darf auf die weiterführende Schule gehen, und sogar dort wohnen. Endlich kann sie sich satt essen, und durch ihre guten Leistungen in der Schule und beim Sport wird der Abstand zwischen ihr und den wohlhabenderen Kindern immer geringer.
    Das Buch beschreibt ihr Leben und Aufblühen im Laufe der nächsten 30 Jahre. Dabei erfährt der Leser auch sehr viel über die politischen Ereignisse und die Stimmung in Südafrika in der Mitte des letzten Jahrhunderts.
    Der Leser wird auf eine fesselnde Reise mitgenommen. Trotz der Länge des Buchs, wollte ich schnell weiterlesen, da ich mich gut mit Persomi identifizieren konnte, und gerne wissen wollte wie es weitergeht. Da ich selbst schon oft in Südafrika war, fand ich es sehr interessant mehr über die Geschichte des Landes zu erfahren. Ein Schwerpunkt in diesem Buch ist die Entwicklung der Apartheid. Interessant war auch die Begründung der Apartheid-Anhänger, die meinten eine Rassentrennung wäre im Sinne Gottes. Persomi stand jedoch mutig und vorbildhaft zu ihren Überzeugungen, die ebenfalls ihrem Glauben entsprangen.
    Eine ausführliche und spannende Erzählung, die Persomis Entwicklung von einem armen, ängstlichen Kind zu einer mutigen, selbstbewussten Frau erzählt. Dieses Buch wird besonders diejenigen interessieren, die mehr über die geschichtliche Entwicklung in Südafrika erfahren möchten.

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    MalaikaSanddollers avatar
    MalaikaSanddollervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Entwicklung von einem Mädchen, zu einer selbstbewussten Rechtsanwältin.
    Das Mädchen wird zu Rechtsanwältin

    Die junge Pérsomi wächst in den ärmsten Umständen auf, zusammen mit ihrer Familie hat sie oft nicht genug zu essen und auch die Familienverhältnisse sind gar nicht einfach. Als sie herausfindet, dass ihr verhasster Vater gar nicht ihr echter Vater ist, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch ihre Mutter hat geschworen, nie zu verraten, wer ihr richtiger Vater ist.

    Kurz darauf sagt sie gegen den Mann ihrer Mutter im Gericht aus und entdeckt dabei ihre Liebe für die Wahrheit. Sie beschließt, für ihre Bildung und ein besseres Leben zu kämpfen, sodass sie nicht in einem winzigen Beiwohnerhaus bei einer anderen Farm leben muß.

    Die Geschichte hat mich als Südafrikanerin sehr berührt. Man bekommt die damalige Zeit sehr gut mit und hat das Gefühl, dass man mitten in den Ereignissen steht. Pérsomi ist eine wunderbar ausgearbeitete Protagonistin, deren Entwicklung von Kind zur Frau im Buch sehr schön dargestellt wird. Auch bekommt man den Anfang der furchtbaren Apartheidsgeschichte in Südafrika hautnah mit.

    Aus einem mittellosen, durch Angst aber auch durch Durchsetzungsvermögen geprägtem Mädchen wird eine selbstbewusste Rechtsanwältin - und das in einer Zeit, wo dieser Beruf für Frau ungewöhnlich ist.

    Das Buch ist ein ziemlicher Brocken, aber durch den flüssigen Schreibstil und die spannende Geschichte fliegt man nur so durch die Seiten.

    Es ist in sehr inspirierendes Buch, welches ich jedem, der in die südafrikanische Geschichte abtauchen möchte, weiterempfehle.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor einem Jahr
    Eine Frau will nach oben

    Und zwar aus einer ganz besonders schwierigen Lage: Pérsomi lebt in Südafrika in ärmlichsten Verhältnissen und hat oft genug nicht ausreichend zu essen. Wir begleiten sie von Kindheit an und erleben ihr Schicksal als eines von vielen Kindern einer Beiwohnerfamilie, die bei reicheren Gutsbesitzern auf dem Grundstück lebt und für diese arbeitet. Leider will ihr Vater seinen Töchtern auch auf andere Art beiwohnen und bei Pérsomis Schwester gelingt ihm das auch.

    In ganz jungen Jahren sagt Pérsomi vor Gericht gegen den Willen ihrer Mutter gegen ihn aus, nachdem sie erfahren hat, dass er gar nicht ihr leiblicher Vater ist und macht so von sich reden. Bald darauf hat sie die Möglichkeit, in die örtliche Schule zu kommen, wo sie in einem Internat hat. Im Gegensatz zur Heldin Hildegard aus dem Vorgängerroman "Sehnsuchtsland", in dem sich der Protagonistin wenig Möglichkeiten zur Selbstentfaltung bieten, bietet sich Pérsomi die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu gehen, die Schule mit Auszeichnung abzuschließen und Jura zu studieren. Unterwegs begegnen ihr Menschen, die ihr zeigen, was Freundschaft und Wertschätzung ist und auch ihr starker Glaube nicht nur an Gott, sondern vor allem an die Gerechtigkeit hilft ihr, so manche Situation durchzustehen.

    Privat läuft es nicht ganz so glatt - hier muss sich Pérsomi schon früh mit Verlusten auseinandersetzen, die nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass ihre Mutter ihr den Namen ihres wahren Vaters nicht nennen will. Aber auch die schwierigen Bedingungen - der Roman spielt während und nach dem Zweiten Weltkrieg - tragen das ihre dazu bei und Pérsomi muss sich häufig in politischen Angelegenheiten gegen diejenigen, die ihr die Liebsten sind, stellen.

    Eine Frau, die in vielerlei Hinsicht etwas erreichen will - ob es ihr gelingt, das können Sie erlesen. Dabei erfahren Sie eine Menge über die politischen Entwicklungen gerade in den Jahren, in denen die Apartheid-Politik am stärksten zum Tragen kam.

    Ein Frauenschicksal in Deutschland in der Mitte und der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie ich es so bislang noch nicht gelesen habe. Die Autorin Irma Joubert eröffnet neue Perspektiven, Blickwinkel und Aspekte. Manches wird nicht so vertieft, wie ich es mir gewünscht hätte, dennoch habe ich dieses fesselnde Buch nicht aus der Hand legen können. Mitreißend, aufwühlend, ab und an auch überraschend: ein historischer Roman über den Lebensweg einer besonderen Frau, der lesenswert ist!

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    Arwen10s avatar
    Arwen10vor einem Jahr

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Arwen10s avatar
    Und hier, auch ganz frisch aus der Druckerei eine Neuerscheinung von Irma Joubert. Ich danke dem francke Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

    Irma Joubert Hinter dem Orangenhain




    Zum Inhalt:

    Südafrika 1938-1968
    Die kleine Persomi ist ein tapferes, kluges Mädchen, das als Tochter einer weißen Familie in Südafrika in großer Armut aufwächst. Doch in der Schule macht ihr so schnell keiner etwas vor und so hofft sie, ihrer Herkunft eines Tages entfliehen zu können.
    Als Persomi in einem Prozess gegen den Mann aussagen muss, der behauptet, ihr Vater zu sein, stellt sich für sie zum ersten Mal die Frage, ob das Gesetz auch für arme Menschen gilt. In ihr erwacht der Traum, Jura zu studieren. Und sich für ein Land einzusetzen, in dem jeder die gleichen Chancen auf Gerechtigkeit hat. Doch wird sie diesen Traum verwirklichen können? Oder werden enttäuschte Hoffnungen, tragische Missverständnisse und ungeahnte Herausforderungen ihr die Flügel stutzen?



    Zur Leseprobe:

    https://www.francke-buch.de/buecher/belletristik/2473/0/irma-joubert-hinter-dem-orangenhain/#leseprobe



    Infos zur Autorin:






    Irma Joubert lebt in Südafrika. Sie studierte Geschichte an der Universität von Pretoria und war fünfunddreißig Jahre lang Lehrerin an einem Gymnasium. Nach ihrer Pensionierung begann sie mit dem Schreiben. Die Historikerin liebt es, gründlich zu recherchieren und ihre Romane mit detailreichen Fakten zu untermauern. In ihrer Heimat und den Niederlanden haben sich ihre historischen Romane zu Bestsellern entwickelt und sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.



    Falls ihr eines der 3 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 08. Juni 2017, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Kennt ihr schon Romane der Autorin ?





    Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



    Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
    Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


    Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

    Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

    Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


    ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!

    NACH 3 TAGEN VERFÄLLT DER GEWINN; WENN ICH KEINE ADRESSE ERHALTE. ES ERFOLGT KEIN ANSCHREIBEN DER GEWINNER VON MIR !!


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    Letzter Beitrag von  LEXIvor 10 Monaten
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