Irmgard Keun

 3.9 Sterne bei 296 Bewertungen

Lebenslauf von Irmgard Keun

Eine humorvolle und bedeutende Autorin des letzten Jahrhunderts: Die deutsche Schriftstellerin Irmgard Keun wurde 1905 in Charlottenburg geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Berlin und ab 1913 in Köln, wo sie ihren Abschluss 1921 an einer evangelischen Mädchenschule machte, später auf eine Handelsschule ging, dann aber Privatunterricht in Stenographie und Schreibmaschine an einer Belitz School nahm. Sie arbeite zunächst als Stenotypistin und ging von 1925 bis 1927 auf die Schauspielschule in Köln. 1929 beendete sie ihre Schauspielkarriere um ihren Anfang als Schriftstellerin zu machen, was ihr zwei Jahre später mit ihrem Roman "Gilgi - eine von uns" gelang, der sie berühmt machte. 1933 allerdings wurden ihre Bücher verboten und sie ging ins Exil nach Belgien und später in die Niederlande. Nach Einmarsch der Nationalsozialisten in die Niederlande kam sie nach Deutschland zurück und lebte dort bis 1945 durch falsche Papiere und Falschmeldungen über ihren Tod in der Illegalität. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin, konnte allerdings literarisch nicht mehr an ihre früheren Erfolge anschließen. Später litt sie an Alkoholismus, ihr fehlte Geld, und sie wurde schließlich 1966 entmündigt und in die psychiatrische Abteilung des Landeskrankenhauses Bonn eingeliefert. Dort blieb sie acht Jahre lang und lebte danach zurückgezogen in einer kleinen Wohnung in Bonn. Später jedoch, durch ein Porträt im Spiegel und eine Lesung in Bonn, kam sie ab 1977 unerwartet wieder zu Erfolgen und schuf sich finanziellen Freiraum. Gestorben ist sie 1982 an Lungenkrebs.

Neue Bücher

Gilgi – eine von uns

Erscheint am 28.02.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Irmgard Keun

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Das kunstseidene Mädchen

Das kunstseidene Mädchen

 (155)
Erschienen am 09.09.2009
Kind aller Länder

Kind aller Länder

 (24)
Erschienen am 18.02.2016
Nach Mitternacht

Nach Mitternacht

 (23)
Erschienen am 09.10.2006
Gilgi - eine von uns

Gilgi - eine von uns

 (23)
Erschienen am 01.10.2002
D-Zug dritter Klasse

D-Zug dritter Klasse

 (3)
Erschienen am 01.07.1983
Ich lebe in einem wilden Wirbel

Ich lebe in einem wilden Wirbel

 (1)
Erschienen am 01.07.1988

Neue Rezensionen zu Irmgard Keun

Neu

Rezension zu "Kind aller Länder" von Irmgard Keun

Eine Kindheit im Exil
Durga108vor einem Monat

Bin ich froh, dass es sich um eine ungekürzte Fassung handelt, denn das Hörbuch ist jede Minute ein Genuss, tief berührend und  liebenswert.

Bevor ich mit der eigentlichen Rezension beginne, möchte ich unbedingt den Hörern nahe legen, sich mit der recht unbekannten Autorin Irmgard Keun zu beschäftigen. Den Einstieg hierfür bietet ein Interview mit Volker Weidermann, am Ende des Hörbuchs. Was für eine Frau! 1933/34 wurden ihre Bücher verboten und sie selbst lebt von 1936-40 im Exil in Belgien und in den Niederlanden. Dort lernt sie Joseph Roth kennen, der Kullys Vater im Hörbuch darstellt. Nach dem Krieg lebt sie verarmt, alkoholkrank und völlig unbekannt in Köln. Erst kurz vor ihrem Tod sorgt ein Artikel im Stern für Keuns Wiederentdeckung.

Keun schreibt über ihre Erlebnisse und schlüpft in die Rolle der  Protagonistin Kully, einem 10jährigen Mädchen und Erzählerin. Obwohl der Roman aus kindlicher Sicht geschrieben ist, ist er niemals naiv und schon gar nicht süß. Kully war u.a. schon in Wien, Warschau, Prag, Paris, Amsterdam und New York City. Obwohl Kully scheinbar alles ganz harmlos erzählt, erkennt der Hörer schnell die Tragik in der Geschichte. Die Eltern fliehen nämlich vor den Nazis und reisen nicht aus Spaß oder Fernweh. Der Vater ist Schriftsteller, versucht sowohl mit der Schriftstellerei, aber auch mit allerhand halbseidener Geschäfte an Geld zu kommen. Was ihm oft nicht gelingt, zumal er dem Alkohol und schönen Frauen sehr zugetan ist. Trotz des rastlosen Lebens und vielen ausweglosen Situation gelingt Keun ein tragikomischer Erzählstil, dadurch dass sie ein Mädchen erzählen lässt. Dennoch lenkt sie nicht vom Ernst der Lage ab. Kinder bekommen meist viel mehr mit, als Erwachsene denken und eine materielle Beständigkeit ist oft gar nicht so wichtig, so lange das familiäre Umfeld stabil ist.

Eine schöne Erzählung deutscher Geschichte einer bemerkenswerten Autorin.

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Rezension zu "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun

Nach der Hälfte abgebrochen...
Knigaljubvor 2 Monaten

In Irmgard Keuns „Das kunstseidene Mädchen‟ geht es um Doris, die 1918 aus einer mittelgroßen Stadt nach Berlin geht und sich dort durchschlagen muss. Dabei helfen ihr verschiedene Männerbekanntschaften und eine Anstellung am Theater.
Die Erzählweise ist sehr nah an der gesprochenen Sprache orientiert. Durch die teils wirren Sätze und vielen Abschweifungen hat man das sprunghafte junge Mädchen geradezu vor Augen. Auch werden die Alltagsbegebenheiten der Zeit sehr gut beschrieben. Manchmal ist das Ganze aber so durcheinander geschrieben und zeugt von so einer Oberflächlichkeit, dass man an der Protagonistin verzweifeln möchte, dann wiederum überrascht sie durch scharfsinnige Beobachtungen und beweist, dass sie im Grunde „ein guter Kerl‟ ist und mit wachem Verstand durch die Welt geht. Insbesondere die immer wieder durchblitzenden Beobachtungen zum vorherrschenden Antisemitismus (bzw. die Kritik daran) fand ich sehr interessant, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Roman bereits 1932 erschien.
Irmgard Keun hat einen gewissen Humor, eine besondere Art zu schreiben und eine emanzipierte, freche Protagonistin gewählt, aber alles in allem habe ich ihre Art zu erzählen im Verlauf der Lektüre als immer anstrengender und die Protagonistin teils auch als ein bisschen ‚too much‛ empfunden, sodass ich das Buch (obwohl es so schmal ist) nach der Hälfte abgebrochen habe.
Mir hat das freche, Schabernack treibende Mädchen aus Keuns Roman „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften‟ viel besser gefallen.

Fazit:
Wenn man Interesse am Leben im Jahr 1918 hat, bietet dieser Klassiker gute Einblicke. Da die zwar emanzipierte, aber teils echt tussige Protagonistin häufig vom Hundertsten ins Tausendstel und wieder zurück erzählt, ist er jedoch auch etwas anstrengend zu lesen. Mir war das Ganze irgendwann einfach too much.

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Rezension zu "Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften" von Irmgard Keun

Ein kleiner Satansbraten
Yolandevor 3 Monaten

Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1905 in Charlottenburg geboren. Sie arbeitete als Stenotypistin und besuchte die Schauspielschule in Köln. Nach einigen Engagements, die nur mit mäßigem Erfolg beschieden waren, beendete sie 1929 ihre Schauspielkarriere und begann zu schreiben. 

Bereits ihr erster Roman "Gigli, eine von uns" machte Irmgard Keun 1931 über Nacht berühmt. Auch "Das kunstseidene Mädchen" (1932) wurde sofort zu einem Verkaufserfolg. 1933/34 wurden ihre Bücher beschlagnahmt und verboten. Keun ging ins Exil nach Belgien und die Niederlande, kehrte aber 1940 nach Deutschland zurück und lebte illegal und mit falschen Papieren in Köln. Nach Kriegsende konnte sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen und verarmte. Alkoholprobleme und ein 6-jähriger Aufenthalt in der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Bonn folgten.
Ende der 70er Jahre wurde Irmgard Keun von der feministischen Literaturkritik neu entdeckt. 
Sie starb am 5. Mai 1982 in Köln an Lungenkrebs.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):
Sommer 1918: Mit den Augen eines zehnjährigen Mädchen erleben wir, wie der Krieg zu Ende geht.
Wie in "Kind aller Länder" geht es in Irmgard Keuns erstem Exilroman, der 1936 erschien, um ein junges Mädchen mit eigenem Kopf, verrückten Ideen und einer Menge Problemen.
Das größte davon ist Frau Meiser, die Nachbarin der phantasievollen Drittklässlerin. Frau Meiser findet ihre Streiche gar nicht lustig, erteilt einen Tadel nach dem anderen und, als das alles nicht hilft, ein generelles Umgangsverbot.  Fortan muss das Mädchen auf ihre Freunde verzichten. Zum Glück erweist sich ihr Vater Victor, ein recht erfolgloser Geschäftsmann, als begnadeter Spielgefährte. Mit seiner selbst konstruierten Wasserbombe vom Balkon aus Frau Meisers Haupt zu treffen, ist aber keine gute Idee und verschärft die Lage eher noch. Und das Leben im Krieg ist beschwerlich genug. Der Kupfertopf wurde für die Kanonenproduktion requiriert, Lebensmittel sind knapp, der Nachbar hat im Feld einen Arm verloren, das Mädchen muss Steckrüben stehlen und begibt sich in große Gefahr. Mit einem Brief an den Kaiser möchte sie schließlich für Frieden sorgen...

Dieses Buch hat keine durchgehende Handlung, jedes Kapitel schildert eine Begebenheit aus dem Leben der kindlichen Protagonistin. Das Mädchen, die diese Geschichten in der Ich-Form erzählt, ist eine vorwitzige und freche Göre, die es faustdick hinter den Ohren hat, aber trotz allem sehr liebenswert ist. Sie hat aus ihrer Sicht immer sehr nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln, nur sehen das die Erwachsenen in ihrer Umgebung naturgemäß völlig anders. Aus ihrer kindlichen Sichtweise heraus legt die Autorin die Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Erwachsenenwelt bloß. Das war eine große Stärke des Buches, aber leider auch seine größte Schwäche. Die kindliche Schreibweise empfand ich schon nach wenigen Geschichten als ziemlich nervig. E gab zwar hin und wieder ein paar lustige Situationen, aber ich war am Ende doch froh, als ich das Buch ausgelesen hatte.
Ich denke, dass ich aber auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen werde, weil mir der Humor und die klare Sichtweise auf die bestehenden Verhältnisse gut gefallen hat. 



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Gespräche aus der Community

Neu
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Im Oktober lesen wir zusammen "Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften" von Irmgard Keun.

Über die Autorin:
Irmgard Keun, geboren 1905 in Berlin, war nach dem Abschluss des Mädchenlyzeums und dem Besuch einer Handelsschule als Stenotypistin tätig, bevor sie in Köln die Schauspielschule besuchte. Ihre Schauspielkarriere beendete sie früh und veröffentlichte 1931 ihren ersten Roman »Gilgi, eine von uns«, der sie schlagartig berühmt machte. Der Verkaufserfolg ihres zweiten Romans »Das kunstseidene Mädchen« (1932) hält bis heute an. Nach dem Verbot ihrer Bücher und der Ablehnung ihrer Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer ging Keun ins Exil, zunächst nach Ostende, lebte und reiste zwei Jahre zusammen mit Joseph Roth und kehrte 1940 zurück nach Deutschland, wo sie bis 1945 in der Illegalität lebte. 1979 erlebte sie ihre späte Wiederentdeckung und starb 1982.

Die Leserunde startet am 1. Oktober und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!
Letzter Beitrag von  ElkeMZvor 3 Monaten
Von mir aus auch.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Irmgard Keun wurde am 06. Februar 1905 in Charlottenburg (Deutschland) geboren.

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