Irmgard Keun Kind aller Länder

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Inhaltsangabe zu „Kind aller Länder“ von Irmgard Keun

Irmgard Keun war schon eine Bestsellerautorin, als ihre Bücher in Deutschland verboten wurden. Sie ging ins Exil nach Ostende, traf dort Joseph Roth, begann eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – und später diesen Roman. Keun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen. Ihr leichtfertiger, spiel- und verschwendungssüchtiger Vater steckt als Schriftsteller ständig in Geldnöten, die liebevolle Mutter ist oft mit der Tochter allein und amüsiert sich anderweitig. Da seine Bücher in Deutschland verboten sind, lebt der Vater von Zeitungsartikeln und immer neuen Vorschüssen seiner Auslandsverlage – und ist ständig auf der Jagd nach Bargeld. Seine Beschaffungstouren führen ihn quer durch Europa, von Brüssel über Lemberg nach Prag, Paris, Nizza und sogar nach New York. Mutter und Tochter lässt er meist in Hotels zurück, wo Rechnungen zu begleichen und ständig Ausreden gefordert sind. In einem kindlich-naiven Erzählton nimmt Kully uns in ihr rast- und heimatloses Leben mit und gibt tiefe Einblicke in die Situation der Emigranten in Europa. Gleichzeitig ist dieser Roman, erstmals erschienen in Amsterdam 1938, ein anrührendes Porträt des Paars, das Joseph Roth und Irmgard Keun einmal waren, und von dem Volker Weidermann in seinem Buch 'Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft' so lebendig erzählt hat.

Ein Kind erklärt die große, weite Welt mit eigenen Augen und einem Leben in der ständigen Ungewissheit des nächsten Tages. Intensive Lektüre

— jenvo82

Das muss für ein Kind furchtbar sein...

— Bibliomania

ein gutes Buch aber Ostende von Volker Weidermann mochte ich lieber

— thiefladyXmysteriousKatha

Exilliteratur aus Sicht eines nicht-jüdischen Kindes. Sehr berührend und aktueller den je! Es hat sehr amüsante Stellen ohne großen Pathos.

— Nil

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  • Kind aller Länder

    Kind aller Länder

    jackdeck

    21. July 2017 um 16:30

    Die junge Kully führt ein unstetes Leben in den 1930er Jahren. Ihr Vater, ein eher erfolgloser Schriftsteller, ist Verschwendungssüchtig und die Familie lebt ständig auf Pump. Da er selber oft mit Abwesenheit glänzt, müssen Mutter und Tochter sich mit Ausreden und Versprechungen über Wasser halten. So leben sie immer, mehr schlecht als Recht von Honoraren für Zeitungsartikel und Vorschüssen für noch nicht fertig gestellte Romane die bei ausländischen Verlagen erscheinen sollen und von dem was sich der Vater im Verwandten und Freundeskreis zusammen schnorren kann, oftmals lässt er seine Frau und seine Tochter als Pfand im Hotel zurück während er sich auf Geldbeschaffungstour begibt.So großzügig wie er sich Geld leiht, so großzügig gibt er es auch wieder aus ohne sich Gedanken um die Zukunft zu machen.Nun ist die Geschichte der Reise durch viele Länder aus Sicht und mit Sprache der Kully einfach und schnell zu lesen, sie schreibt, kurzweilig und amüsant, allerdings ist dabei immer die starke Verunsicherung durch Geldmangel und des Vaters Leichtsinn zu erkennen. Die Einblicke in das unsichere Leben deutscher Flüchtlinge im Europa der dreißiger Jahre sind eindrucksvoll, ja bewegend. Mir jedoch geht das Gleiten durch diese gewollt kindliche Darstellung ein wenig zu reibungslos und an manchen Stellen merkt man doch Irmgard Keuns bemühtes Streben nach kindgemäßen Äußerungen. Irmgard Keuns Roman „Kind aller Länder“ erschien erstmals bereits 1938 in Amsterdam, als ihre Bücher in Deutschland bereits verboten waren. Doch an Aktualität hat er keineswegs einbüßt.

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  • Ein kluges armes Kind

    Kind aller Länder

    Daphne1962

    31. May 2017 um 14:34

    Irmgard Keun (geboren 1905 - gestorben 1982) war eine Schriftstellerin, die in den 30er Jahren schon berühmt war. Noch heute verkaufen sich ihre Bücher recht gut und mit dem Buch "Kind aller Länder" sollte sich das auch weiter fortführen. Denn solch eine Schriftstellerin darf nicht ins Vergessen geraten. Der Krieg vertrieb sie zunächst ins Exil nach Ostende, wo sie mit Josef Roth lebte und reiste. Später ging sie wieder zurück nach Deutschland, konnte aber leider nicht an ihre Erfolge anknüpfen.Kully ist ein 10 jähriges Mädchen, deren Vater ein erfolgloser Schriftsteller ist, es aber nicht wahrhaben will und ständig pleite ist. Mit Geld kann er nicht umgehen, leiht sich überall welches und gibt es mit vollen Händen wieder aus. So ist Kully gezwungen mit ihrer depressiven und vergnügungssüchtigen Mutter im Hotel zu leben und auf den abtrünnigen Vater zu warten. Dieser verschwindet manchmal für Wochen und überlässt sie ihrem eigenen Schicksal.Von Unrast geplagt reist der Vater mit ihnen in viele Länder und Städte, wie Brüssel, Paris, Amsterdam und Nizza so auch nach Italien. Die Reiserei im Zug alleine lehrt Kully schon fürs Leben, nicht die Schulbank, die sie nicht drücken kann, weil sie nirgendwo sesshaft sind. Einen kläglichen Versuch haben sie unternommen, den der Vater allerdings schnell torpedierte. Seine Pläne wurden noch hochtrabender und es ging sogar per Schiff nach Amerika."Ich kann jetzt auch in der Zeitung die Kurse lesen und Gulden in Zloty umwechseln und Zloty in belgische Francs. Das ist von allem Rechnen das Wichtigste. Man muss wissen, das es tausenmal besser ist, zehn Dollar zu haben als eine Mark." (S120)Anfangs musste man sich an die Sprache des Mädchens Kully erst gewöhnen, manchmal blieb ein Kloß im Hals stecken bei soviel kindlicher Naivität aber dann kam ich kaum mehr aus dem Grinsen heraus. Denn es ist doch eine Sprachkunst, sich in den Kopf eines Kindes hineinzuversetzen. Es ist einfach hinreißend zu lesen, wie Kully die Welt wahrnimmt und interpretiert. Was ihr für Ideen kommen in ihrer reichhaltigen Phantasie, das ist schon makaber bis amüsant. Denn normalerweise ist die Geschichte rechttraurig. Man leidet mit Kully und ihrer Mutter mit, wie sie sich versuchen durch zuschlagen und des ständigen Wartens müde sind."Die Mutter hat eine Bouillabaisse gegessen, das ist eine Suppe, die aus dem Mittelmeer gekocht wird, sämtliche Tiere des Mittelmeeres schwimmen undeutlich in ihr herum, und manche sind manchmal giftig. Wenn Menschen sterben wollen, können sie sich auch mit Pilzen und mit Bouillabaisse das Leben nehmen, aber ich glaube sie müssen es dann extra in der Hotelküche bestellen." (S144)Ich werde mir auf jeden Fall ihre weiteren Bücher vornehmen und schauen, was Irmgard Keun sonst noch so zu Papier gebracht hat. Gelohnt hat sich das Buch allemal. Mir hat es sehr gefallen.

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  • Leserunde zu "Dinge, die vom Himmel fallen" von Selja Ahava

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Leserinnen und Leser,unser Frühjahrsprogramm 2017 läuten wir mit dem neuen, zauberhaften Roman der finnischen Autorin Selja Ahava ein: Dinge, die vom Himmel fallen erscheint am 14. Februar und wir verlosen hier exklusiv 30 Vorab-Leseexemplare.Zum Buch:Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt – und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird – und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert. Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt? In ihrem prämierten neuen Roman erzählt Selja Ahava eine Geschichte von den unberechenbaren Launen des Schicksals, schmerzhaft und ehrlich, tröstlich und märchenhaft leicht.Hier geht's zur Leseprobe.Möchtest Du zu den 30 Vorablesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantworte bis zum 1. Februar die folgende Frage:In dem Roman Dinge, die vom Himmel fallen wird das Leben der Protagonistin Saara von Zufällen – im positiven wie auch im negativen Sinn – bestimmt. Ist Euch schon einmal etwas so Unerwartetes passiert, das Euer ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat?Wir warten gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!Euer mareverlag*Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 518
  • Heimat ist der Ort, an dem deine Familie ist

    Kind aller Länder

    jenvo82

    22. January 2017 um 09:06

    „ Als ich fortgereist bin, habe ich mit ihm und meiner Mutter zusammen geweint. Wiedersehen kann man sich nicht. Man kann nur sterben und sich gegenseitig umschweben.“ Inhalt Kully erzählt aus Sicht eines zehnjährigen Kindes aus ihrem täglichen Leben zwischen Geldnot, politischer Verfolgung und dem ständigen Auf und Ab durch ununterbrochenes Reisen. Ihr Vater, ein geächteter Künstler in der Heimat, ist gezwungen sich und seine kleine Familie irgendwie über Wasser zu halten, indem er Gönner sucht und Geld eintreibt, für Bücher, die er noch gar nicht geschrieben hat. Ihre Mutter bemüht sich um etwas Normalität im Alltag, agiert aber letztlich als Handlangerin ihres Mannes. So zieht es die drei rund um die Welt, mal alleine, mal gemeinsam sind sie auf der Suche nach einem stabilen Fundament für die Familie und führen doch ein Leben von der Hand in den Mund immer in Abhängigkeit anderer. Kully erkennt, dass Heimat dort ist, wo die Menschen leben, die man liebt, nicht festzumachen an einem Ort, nicht festzuhalten für die Ewigkeit. Meinung Die Autorin Irmgard Keun verarbeitet in ihrem 1938 erschienenen Buch „Kind aller Länder“ autobiografische Züge und liefert damit nicht nur ein Zeitzeugnis der damaligen Welt ab, sondern schildert sehr intensiv und umfassend das Leben im Exil aus Sicht eines Kindes. In einer teils sehr humorvollen, naiven Erzählweise webt sie die Geschichte von Kully und ihrem unsteten Elternhaus. Doch die Leichtigkeit der einzelnen Sätze lässt erahnen, wie schwer der Alltag doch gewesen sein muss. Besonders die ständigen Geldsorgen, die damit verbundenen Lügen und die vielen oberflächlichen Bekanntschaften ihrer Eltern, nur mit dem Aspekt, jemanden zu finden und zu halten, der der Familie wieder etwas leiht, überschatten die kindliche Unbeschwertheit. Der Roman entwickelt einen ganz eigenen Charme, weil er einerseits noch immer sehr zeitlos ist und andererseits zeigt, wie wichtig geliebte Menschen für ein Kind sind und wie es gelingen kann, trotz aller Sorgen eine Art Familienfrieden zu erhalten. Denn Kully liebt ihre Eltern, liebt ihre Mutter, auch wenn sie viel weint und verzweifelt ist, liebt ihren Vater, auch wenn der übermäßig dem Alkohol zuspricht und viele Unwahrheiten verbreitet. Und wenn es nur die gemeinsame Zugfahrt von einem in ein anderes Land ist, es gibt sie dennoch, die Momente in denen die Hauptprotagonistin spürt, dass sie geliebt wird und Teil einer Gruppe ist, die besteht unabhängig vom Lauf der Welt. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen interessanten, zeitlosen Roman der die Kindheit eines Menschen in das Zentrum der Erzählung stellt und damit auf sympathische Art und Weise Gesellschaftskritik übt aber vor allem ein Leben abbildet, welches man im Exil führt. Angesprochen hat mich hier nicht nur der Erzählton, sondern in erster Linie die Auseinandersetzung mit den Abhängigkeiten menschlicher Beziehungen, ihrer Brüchigkeit und Kurzlebigkeit einerseits und ihrer Dauerhaftigkeit andererseits, denn Irmgard Keun macht hier deutlich, wie weit Liebe reichen kann und was sie nicht vermag.

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    • 6
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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    • 2404
  • Ein endloses Herumreisen

    Kind aller Länder

    Bibliomania

    19. January 2017 um 14:12

    Irmgard Keun ist 10, 11 Jahre alt, als diese biografische Erzählung stattfindet. Sie reist viel mit ihren Eltern herum, lernt fremde Kulturen, fremde Sprachen kennen, die sie dann auch größtenteils sprechen kann. Doch ganz so toll, wie es sich anhört, ist es eben doch nicht. Ihr Vater ist Schriftsteller. Seine Werke sind in Deutschland verboten, so dass er immer wieder ausländische Verleger suchen muss, um an Geld zu kommen. So lange lässt er seine geliebte Frau und kein Kind, dass er Kully nennt in Hotels zurück. Immer in der Furcht nie wieder ausziehen zu können, da "Annchen" und Kully warten müssen, bis Geld eintrifft, um die Hotelrechnung zahlen zu können. Immer wieder ist Irmgards Vater darauf angewiesen Menschen als Freunde kennenzulernen, die ihm Geld "leihen". Geld, das diese wohl niemals wiedersehen.Ich hatte eigentlich etwas anderes erwartet und nicht damit gerechnet, dass Irmgard Keun aus Sicht ihres Selbst als 10-Jährige erzählt. Ihre gewisse Naivität beruhigt, würde sie genau wissen, was eigentlich passiert, wie ihre Mutter, wäre sie selbst wohl auch ein psychisches Wrack. Doch so entdeckt sie die Welt neugierig, weiß Dinge, die ein Kind in ihrem Alter normalerweise nicht weiß. Irmgard Keun ist ein kluges Mädchen, das sich schnell anzupassen weiß. Es war ein interessanter Einblick, doch ich hatte gehofft mehr über ihre Beziehung zu Joseph Roth zu erfahren. Wer auch darauf hofft, wird hier enttäuscht, lernt aber ein aufgewecktes Mädchen kennen und ihre Reisezeit mit den Eltern.

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    • 2
  • Zeitzeugnis aus der Sicht eines Kindes

    Kind aller Länder

    solveig

    18. September 2016 um 13:21

        „Ein Pass ist ein kleines Heft mit Stempeln und der Beweis, dass man lebt. Wenn man den Pass verliert, ist man für die Welt gestorben.“ So definiert die zehnjährige Kully das Ausweispapier, das für sie und ihre Familie Überleben bedeutet. Sie lebt mit ihren Eltern im Exil, seit ihr Vater im Deutschland der 30er Jahre Schreibverbot erhalten hat. Ihr Aufenthalt wechselt ständig; denn der Vater ist ruhelos und hofft stets, an einem anderen Ort, in einem anderen Land bessere Verdienst- und Arbeitsmöglichkeiten  vorzufinden. Oft genug kann der Vater das Essen und das Hotel, in dem sie abgestiegen sind, nicht bezahlen, reist allein weiter, um Geld aufzutreiben, und lässt Frau und Tochter als“Pfand“ zurück. Aus dem Blickwinkel des Kindes schildert Keun, die selbst einige Jahre in Belgien und den Niederlanden im Exil lebte, sehr bildhaft die Probleme politischer Flüchtlinge jener Zeit. Kullys Denk- und Argumentationsweise haftet etwas rührend Schlichtes an; sie ist noch voller Vertrauen darauf , dass ihr Vater  -  bei all seinen charakterlichen Mängeln  -  schon das Richtige tut und alles wieder gut wird. In Kullys kindlich naivem Ton erzählt die Autorin eindrucksvoll aus dem täglichen Leben eines Kindes, das keinen festen Wohnsitz, keine Heimat kennt und nur zwei Schildkröten, eine Puppenküche und einen Kaufmannsladen zum Spielen auf ihren Reisen mitnehmen kann: ehrlich, oft komisch, aber auch melancholisch. Die kindliche Schwerelosigkeit des Stils bildet dabei einen kräftigen Kontrast zur drastischen Wirklichkeit ihres Lebens auf der Flucht. „Alles Unheil der Welt beginnt mit der Angst“  sagt Kullys Vater einmal. Irmgard Keuns Roman „Kind aller Länder“ erschien erstmals bereits 1938 in Amsterdam, als ihre Bücher in Deutschland bereits verboten waren. Doch an Aktualität hat er keineswegs einbüßt.

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  • Kind aller Länder

    Kind aller Länder

    AgnesM

    13. July 2016 um 12:55

    Aus der Perspektive der zehnjährigen Kully erfahren wir von ihren Lebensumständen und lernen ihren Charakter, aber auch den ihrer Eltern, kennen. Kully ist ein „Kind aller Länder“, denn aufgrund von Geldnöten und anderen fragwürdigen Umständen, die sie ihrem verschwenderischen und verantwortungslosen Vater zu verdanken hat, muss sie von einem Land zum nächsten reisen oder eher gesagt flüchten. Von Prag geht es über Paris nach Amsterdam und nach New York. Übernachtet wird über längere Zeiträume in schicken Hotels, die sich die Familie allerdings gar nicht leisten kann. Der Vater steckt Tochter und Ehefrau in diese edlen Hotels ohne ihnen auch nur ein wenig Geld dazulassen. Er redet sich heraus und verschwindet gerne tage- und wochenlang. Er bereist Europa, um sich hier und da Geld zu leihen, damit alle Rechnungen bezahlt werden können, doch dieses Geld reicht vorn und hinten nicht aus. Zumal er das meiste Geld in Restaurants oder Bars lässt und sich von Kaviar und Champagner ernährt, während Frau und Tochter meist nur eine Mahlzeit am Tag zu sich nehmen. Der Vater ist ein arroganter Stiesel, der von sich zu unrecht überzeugt ist und seiner kleinen Familie kein zu Hause bieten kann. Rastlos reisen die Drei umher und die kleine Kully scheint gar nicht zu merken was sie in ihrer Kindheit verpasst, denn sie kennt es ja nicht anders. Unterrichtet wird sie von ihrer Mutter, deren Bildungsstand eher dürftig und die sehr einfach gestrickt ist und Kontakt zu Gleichaltrigen hat sie kaum. Sie vertraut auf den Vater, der als mickriger Schriftsteller sein Glück immer wieder versucht und doch zum Scheitern verurteilt ist. Doch durch die kindliche Perspektive erscheint alles gar nicht so schlimm. Kully weiß sich zu beschäftigen, lässt ihre Phantasie spielen, ist neugierig, stellt Fragen und findet neue Umgebungen immer wieder interessant und spannend. Sie lässt sich nicht beirren oder negativ beeinflussen. Mir hingehen tat sie einfach nur leid, denn man wünscht einem Kind nichts mehr als eine funktionierende Familie, liebevolle Eltern, Bildung und ein festes Dach über dem Kopf. Kully ist ein sehr sympathisches kleines Mädchen, welches ich gleich ins Herz geschlossen habe, während mich ihr Vater mit seinem Verhalten einfach nur aufgeregt hat. Irmgard Keun beleuchtet in ihre Buch beide Seiten und die stark unterschiedlichen Charaktere sind auch gut beschrieben. Sie schafft eine kindlich verspielte, aber auch, aus Sicht der Eltern, verstörte und hoffnungslose Atmosphäre. Der Schreibstil ist recht einfach, teils amüsant und doch aussagekräftig.

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    • 4
  • ein Muss für alle Ostende-Fans

    Kind aller Länder

    thiefladyXmysteriousKatha

    08. June 2016 um 21:46

    Kind aller LänderMir wurde dieses Buch auf einem Verlagsabend von Kiepenheuer & Witsch empfohlen und nachdem ich Ostende von Volker Weidermann gelesen udn geliebt habe, musste ich auch dieses Buch genießen. Es hat mir sehr gut gefallen aber konnte meine wahrscheinlich zu hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen.InhaltKeun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen. Ihr leichtfertiger, spiel- und verschwendungssüchtiger Vater steckt als Schriftsteller ständig in Geldnöten, die liebevolle Mutter ist oft mit der Tochter allein und amüsiert sich anderweitig. Da seine Bücher in Deutschland verboten sind, lebt der Vater von Zeitungsartikeln und immer neuen Vorschüssen seiner Auslandsverlage – und ist ständig auf der Jagd nach Bargeld. Seine Beschaffungstouren führen ihn quer durch Europa, von Brüssel über Lemberg nach Prag, Paris, Nizza und sogar nach New York. Mutter und Tochter lässt er meist in Hotels zurück, wo Rechnungen zu begleichen und ständig Ausreden gefordert sind. In einem kindlich-naiven Erzählton nimmt Kully uns in ihr rast- und heimatloses Leben mit und gibt tiefe Einblicke in die Situation der Emigranten in Europa. Gleichzeitig ist dieser Roman, erstmals erschienen in Amsterdam 1938, ein anrührendes Porträt des Paars, das Joseph Roth und Irmgard Keun einmal waren, und von dem Volker Weidermann in seinem Buch »Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft« so lebendig erzählt hat.MeinungDieses Buch erzählt aus der Sicht eines Kindes vom Leben im Exil. Für mich war die Vorstellung unerträglich, dass ein Kind immer von einem Ort zum nächsten reisen muss, der Vater es mit der Mutetr in einem Hotel sitzen lässt weile r versucht nicht vorhandenes geld aufzutreiben, etc. Kully lässt sich trozdem nicht unterkriegen und scheint trotz allem die gute Sicht auf die Welt zu behalten. Viele Szenen dieses Buches spielen in Ostende, was mir sehr gut gefallen hat. Es wird ja auch vermutet, dass das Paar aus "Kind aller Länder" Joseph Roth und Irmgard Keun zu Zeiten ihrer Liebe im Exil darstellen sollen. Ich muss dieser Vermutung zusprechen, da ich bei den Beschreibungen des Vaters ebenfalls ständig an Joseph Roth denken musste. Das Buch lebt nicht von Action oder Spannung sondern von der Einfachheit seiner Weltsicht, nämlich die eines Kindes und der schönen Sprache. Irmgard Keun schafft es einfache Momente mit wenigen Worten groß wirken zu lassen. Auch wenn mir das Buch gut gefallen hat, kann es meiner Meinung nach nciht mit "Ostende" mithalten, auch wenn man beide Bücher vielleicht besser nicht vergleichen sollte. Trotzdem bin ich froh, dass ich es gelesen habe und kann es definitiv weiter empfehlen. 4 Sterne!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Ich begeistert von diesem tollen Roman!

    Kind aller Länder

    Nil

    16. May 2016 um 19:14

    Was für ein Roman! Ich bin begeistert von diesem Werk, dass Irmgard Keun 1938 in Amsterdam erstmalig veröffentlicht hat. Der Text auf der Rückseite des Schutzumschlages beginnt im ersten Satz mit dem fett gedruckten Worten „In diesem Exilroman….“, und ich hoffe es schreckt die potenziellen Leser nicht ab. Auch, wenn dies ein wieder aufgelegtes Werk ist, wieder ein europäischer Roman im Kontext des 2. Weltkrieges. Es ist die Lektüre wert! Der Roman, der knapp 214 Seiten lang ist, ist aus der Perspektive eines 10jährigen Mädchens, Kully, geschrieben. Sie ist mit ihrer Mutter in Europa unterwegs, da ihr Vater ein deutscher Schriftsteller nach der Machtergreifung nicht mehr in Deutschland leben und publizieren kann. Der sehr egozentrische und trinksüchtige Vater ist ab und an auch bei den beiden, aber tingelt meistens durch Europa um Geld aufzutreiben um zu überleben. Das klappt mal mehr, mal weniger. Wunderbar schafft es Irmgard Keun aus der kindlichen Perspektive die Situationen wiederzugeben und eine eigene Interpretation und Notation zu geben. Sehr gekonnt. ‚Kind aller Länder‘ hat in gewisser Weise auch eine autobiographische Note, denn Mutter und Vater von Kully sind unschwer als das Paar Joseph Roth und Irmgard Keun erkennbar. Die Figuren sind treffend beschrieben, wie Kully die liebevolle Mutter zeichnet oder den verschwenderischen Vater. Natürlich liest man auch über die Verzweiflung der Eltern, wenn der Vater sagt: „Die Toten sind glücklich, ihnen kann nichts mehr geschehen.“ (S.50) Auch Kully selbst beschäftigt das Thema Tod, aber auf eine unbeschwerte Art, wenn sie beispielweise sinniert wo all die Toten Vögel sind. „Vielleicht fliegen sie hoch, dass sie nicht mehr „runterkönnen und tot in den Wolken liegen“ (S.100). Trotz aller schwerer Themen der Flucht, Grenzen, Aufenthaltsgenehmigungen und der Geldnot, hat der Roman auch witzige Stellen, die zum Schmunzeln einladen. Es ist abgedroschen, aber wahr: Der Roman ist 1938 erschienen, aber ist angesichts der heutigen Flüchtlingsdebatte genau die richtige Lektüre. Da ist man hautnahe dabei wie es sich anfühlt in keinem Land gewollt zu sein und immer auf der Durchreise, kein Zuhause, keine Ruhe. Ich danke Volker Weidermann, der sie in seinem ‚Das Buch der verbrannten Bücher‘ porträtiert hat und der sie auch in seinem Roman „Ostende 1936“ auferleben lies. Dieser Umstand hat sicherlich auch etwas mit der Neuauflage zu tun. Volker Weidermanns Ausführungen über Irmgard Keun sind am Ende des Romans abgedruckt, ich hätte mir diese Informationen zu Beginn dieser Neuauflage gewünscht. Fazit: Ein Roman, der Schullektüre werden sollte, ein tolles literarisches Werk.  

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  • Faszinierend und irgendwie immer noch aktuell

    Kind aller Länder

    raven1711

    24. April 2016 um 21:33

    Inhalt aus dem Klappentext:Irmgard Keun war schon eine Bestsellerautorin, als ihre Bücher in Deutschland verboten wurden. Sie ging ins Exil nach Ostende, traf dort Joseph Roth, begann eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – und diesen Roman. Keun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen. Ihr leichtfertiger, spiel- und verschwendungssüchtiger Vater steckt als Schriftsteller ständig in Geldnöten, die liebevolle Mutter ist oft mit der Tochter allein und amüsiert sich anderweitig. Da seine Bücher in Deutschland verboten sind, lebt der Vater von Zeitungsartikeln und immer neuen Vorschüssen seiner Auslandsverlage – und ist ständig auf der Jagd nach Bargeld. Seine Beschaffungstouren führen ihn quer durch Europa, von Brüssel über Lemberg nach Prag, Paris, Nizza und sogar nach New York. Mutter und Tochter lässt er meist in Hotels zurück, wo Rechnungen zu begleichen und ständig Ausreden gefordert sind.Meinung:Die junge Kully führt ein unstetes Leben in den 1930er Jahren. Ihr Vater, ein eher erfolgloser Schriftsteller, ist Verschwendungssüchtig und die Familie lebt ständig auf Pump. Da er selber oft mit Abwesenheit glänzt, müssen Mutter und Tochter sich mit Ausreden und Versprechungen über Wasser halten. Ein anstrengendes Leben, besonders da die Mutter oft mit der Situation überfordert ist und sich gegenüber ihrem Mann nicht durchsetzen kann. So lässt sie Kully viel allein um sich anderweitig zu vergnügen und der Situation zu entfliehen. Und Kully? Die widmet sich in dieser Zeit ihrer Umgebung, beobachtet das Geschehen um sich herum und hinterfragt mit ihrer kindlichen und doch sehr weitsichtigen Einstellung die Verhaltensweisen der Erwachsenen.Als Mutter von zwei Kindern war ich entsetzt, wie Kullys Eltern mit ihr umgehen. Zwar merkt man, dass Kullys Vater sie liebt, doch er viel zu sehr mit sich selber beschäftigt um sich mit seiner Tochter angemessen auseinanderzusetzen. Denn Kully ist ein sehr aufgewecktes und kluges Kind, dass zwar auf der einen Seite sehr kindlich und naiv , auf der anderen Seite aber schon sehr weise wirkt aufgrund der Erfahrungen, die sie in ihrem jungen Leben schon gemacht hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie stark dieses Kind ist.Aber auch die realen Hintergründe dieses Romans sind interessant umgesetzt. Durch den kindlichen, naiven und simplen Schreibstil wirkt das Leben von Kully noch bedrückender und emotionaler. Irmgard Keun schildert sehr gut, wie schwer es deutsche Emigranten in den 30er Jahren hatten und wie sehr der Nationalsozialismus schon das Leben der Menschen einschränkt. Hinzu kommen noch die Nöte der Familie und deren finanzielle Situation. Die Kapitel im Buch sind recht kurz gehalten, jedoch nur durch Absätze erkennbar. Wie schon gesagt ist der Schreibstil sehr einfach gehalten und wirkt gerade dadurch umso intensiver nach, wenn Kully ihre Erlebnisse aus ihrer eigenen Sicht schildert. Kullys Lebensweisheiten bringen ebenso große Tragik, aber auch viele heitere Momente in dieses Buch.Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das RezensionsexemplarFazit:Kind aller Länder ist bereits 1938 erstmals erschienen, die Neuauflage bei Kiepenheuer und Witsch zeigt aber, dass dieses Buch immer noch aktuell ist und auch heutzutage noch seine Leser anspricht. Kullys Reise und ihr Leben haben mich berührt und erschüttert, aber auch erheitert und bewegt.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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  • Flucht durch Europa

    Kind aller Länder

    JoBerlin

    Die zehnjährige Kully ist wahrlich ein Kind aller Länder, sie reist mit ihren Eltern durch Tschechien, Österreich, Polen , Frankreich, Belgien, Holland, die Familie ist auf der Flucht aus Nazideutschland, Vaters Bücher wurden dort verbrannt. Die Reise und die vielen Hotelaufenthalte sind schwierig zu bewerkstelligen, man hat keine Pässe, es fehlt an Geld. Der Vater ist ständig auf Beschaffungstour, Mutter und Tochter lässt er meist im Hotel zurück. In diesem unsteten, ständig Alkohol trinkenden Mann ist unschwer Joseph Roth zu erkennen, der Geliebte Irmgard Keuns. Nun ist die Geschichte der Reise durch viele Länder aus Sicht und mit Sprache der Kully einfach und schnell zu lesen, sie schreibt, kurzweilig und amüsant, allerdings ist dabei immer die starke Verunsicherung durch Geldmangel und des Vaters Leichtsinn zu erkennen. Die Einblicke in das unsichere Leben deutscher Flüchtlinge im Europa der dreißiger Jahre sind eindrucksvoll, ja bewegend. Mir jedoch geht das Gleiten durch diese gewollt kindliche Darstellung ein wenig zu reibungslos und an manchen Stellen merkt man doch Irmgard Keuns bemühtes Streben nach kindgemäßen Sentenzen.  Um die Schriftstellerin und ihre eigene Flucht aus Deutschland - ihre Bücher wurden 1933 beschlagnahmt - richtig erfassen, richtig würdigen zu können, ist nach meiner Meinung weiterführende Lektüre nötig. Ich empfehle hierzu Volker Weidermanns „Ostende 1936“ und „Verbrannte Bücher“ sowie von Irmgard Keun „Nach Mitternacht“. „Nach Mitternacht – ein Leben“ ist übrigens auch der Titel der Keun-Biografie von Katja Kulin.

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  • Kind aller Länder

    Kind aller Länder

    thenight

    17. February 2016 um 12:22

    Inhalt: Die 10jährige Kully reist mit ihren Eltern quer durch Europa,die Bücher ihres Vaters sind in Deutschland verboten und so leben sie immer, mehr schlecht als Recht von Honoraren für Zeitungsartikel und Vorschüssen für noch nicht fertig gestellte Romane die bei ausländischen Verlagen erscheinen sollen und von dem was sich der Vater im Verwandten und Freundeskreis zusammen schnorren kann, oftmals lässt er seine Frau und seine Tochter als Pfand im Hotel zurück während er sich auf Geldbeschaffungstour begibt.So großzügig wie er sich Geld leiht, so großzügig gibt er es auch wieder aus ohne sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Meine Meinung: Vordergründung liest man die Geschichte eines  fröhlichen kleinen Mädchens, das auf einer schier endlosen Abenteuerreise quer durch die Welt ist, in jedem Hotel kann das nächste Wunder warten, in jedem Land könnte der Vater Erfolg haben und so die Nöte der Familie beenden. Kully überblickt natürlich noch nicht in  welcher Gefahr sich ihre Familie befindet auch wenn sie Bruchstückhaft mitbekommt was in der Welt vor sich geht, sie hat auch eher das sonnige und unstete Naturell ihres Vaters geerbt, sie genießt das gute Leben solange es dauert und vertraut immer auf den neuen Tag wenn das Geld mal wieder nicht reicht. Als erwachsener Leser versteht man natürlich was wirklich vor sich geht, der Vater ist ein verantwortungsloser Trinker und Lebemann, der skrupellos seine Familie ausnutzt, die Mutter ist zu schwach sich ihrem Mann entgegenzustellen, dabei träumt sie insgeheim von einer eigenen kleinen Wohnung und man erkennt, aus dem Wissen über die Vergangenheit, die Gefahr die der Familie aus Deutschland droht. Ich hätte gern mehr erfahren, wie es mit Kully und ihrer Familie weitergeht, nachdem sie am Ende des Buches in Amsterdam wieder vereint waren, wie haben sie die Kriegsjahre überlebt, haben sie überlebt? Hatte der Vater den so herbeigesehnten Erfolg und die Frage die sich mir nach der letzten Seite immer wieder stellte, hat die kleine Kully einen Ort gefunden an dem sie Zuhause sein darf, an dem sie nicht immer wieder Heimweh bekommt nach einem anderen Ort. Das Buch hat mich berührt, teilweise amüsiert aber zum größten Teil doch traurig gestimmt.

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