Wir lieben dieses Bilderbuch von Irmi Feldman und Theresia Koppers, denn es ist total witzig und erzählt dazu auch noch, warum uns Menschen Veränderungen oft so schwer fallen. Mein Sohn hat es erstmals mit 3 vorgelesen bekommen. Mit 7 liebt er es immer noch und auch mir als Vorlesender bereitet es viel Spaß.
Der kleine Ritter hat ein Problem, denn wenn er nachts „muss“, dann muss er durchs ganze Schloss laufen. Der Weg ist weit, geht die Zickzacktreppe hinauf und die Wendeltreppe hinunter, er muss von Zinne zu Zinne hüpfen – und dann muss er dies alles noch umgekehrt absolvieren. Weil der Ritter aber vergesslich ist und es ihm gar nicht leicht fällt alte Gewohnheiten zu ändern, erlebt er diesen Weg pro Nacht nicht nur einmal hin und zurück.
Das Buch von Irmi Feldman und Theresia Koppers frönt dem Prinzip der Wiederholung, wobei die Varianz Überraschung und Komik erzeugt. Das erfordert von Vorleser*in und Zuhörer*innen diese feine Art von Konzentration und genau jene Interaktion, die gelungene Vorlesebücher so besonders machen. Ich habe das Buch auch schon 8jährigen Besucher*innen vorgelesen, die bei jeder Seite aufs Neue gespannt waren, wie der Ritter denn nun bei dem erneuten Gang durchs Schloss den immer nur fast gleichen Hindernissen begegnet. Die wunderschönen Illustrationen verstärken den absurden Eindruck der Geschichte, in der der kleine Ritter dem großen, tückischen Schloss gegenüber steht, nein, läuft. Vielleicht sollte der Ritter einfach nur mal die Perspektive wechseln…
Leider ist dieses humorvolle, wunderbare Kinderbuch nur noch antiquarisch zu haben. Ich empfehle daher jedem*r sofort zuzugreifen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, und hoffe auf eine Wiederauflage! Wir haben uns mittlerweile eine gebrauchte Ausgabe besorgt.
Absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.


