Irvine Welsh

 3.9 Sterne bei 701 Bewertungen
Autor von Trainspotting, Drecksau und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Irvine Welsh

Irvine Welsh, geboren 1961, ist ein schottischer Schriftsteller, lebt heute aber in Amsterdam, London und Schottland. Mit seinem Debütroman "Trainspotting" und seinen Werken "The Acid House" und "Ecstasy" wurde Welsh in Großbritannien und in Deutschland zum Kultautor. Obwohl er oft als Schriftsteller eingeordnet wird, dessen Arbeit sich auf Drogengebrauch konzentriert, sind die meisten seiner fiktiven und nicht-fiktiven Werke von der Frage über die Arbeiterklasse und die schottische Identität von den 1960ern bis heute geprägt.

Alle Bücher von Irvine Welsh

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Trainspotting

Trainspotting

 (230)
Erschienen am 14.10.2013
Drecksau

Drecksau

 (77)
Erschienen am 18.08.2011
Porno

Porno

 (58)
Erschienen am 01.03.2006
Klebstoff

Klebstoff

 (51)
Erschienen am 18.08.2011
Ecstasy

Ecstasy

 (46)
Erschienen am 18.08.2011
Skagboys

Skagboys

 (26)
Erschienen am 14.04.2015
Die Bettgeschichten der Meisterköche

Die Bettgeschichten der Meisterköche

 (26)
Erschienen am 18.08.2011
Porno

Porno

 (17)

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Neue Rezensionen zu Irvine Welsh

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Duffys avatar

Rezension zu "Kurzer Abstecher" von Irvine Welsh

Horrortrip in die Vergangenheit
Duffyvor einem Monat

Welsh ist immer dann am besten, wenn er sich mit dem Trainspotting-Personal beschäftigt. In diesem Buch geht es um Frank Begbie, einem der härtesten Hunde dieser Zeit. Der hat eine Wandlung hinter sich, denn im Knast hat er die Kunsttherapeutin Melanie kennengelernt, ist nach Verbüßung seiner Strafe mit ihr nach Kalifornien gegangen, hat zwei kleine Mädchen, Erfolg als Bidlhauer und Maler und lebt abstinent. Ein vollkommen neues Leben, das er mit einer Namensänderung auf Jim Francis untermauert. Das geht gut, bis er die Nachricht bekommt, dass sein erstgeborener Sohn Sean, zu dem er nie Kontakt hatte, ermordet wurde. Jim (Frank) reist nach Schottland zur Beerdigung und will herausfinden, was dort wirklich vorgefallen ist. Er taucht wieder in die gewalttätige Welt von Leith ein.
Welsh hat seine Figuren perfekt im Griff. Franks Metamorphose vom berüchtigten Gangster zum friedlichen Familienvater ist glaubhaft und die langsame Wandlung von Jim Francis zurück zum Frank Begbie der alten Edinburgher Zeit ist gelungen. Gerade diese Dr.Jekyll und Mr.Hyde Szenerie bildet den Mittelpunkt dieses spannenden und mit Überraschungen gespickten Romans. Eindrücklich beschreibt der Autor die Kämpfe, die Frank gegen sich führt. Dass dabei auch der Slang der Straße nicht zu kurz kommt, ist ein notwendiges Stilmittel, genauso wie die Schilderung einiger Brutalitäten nur schlüssig ist. Bis zum letzten Moment hält Welsh die Spannung und führt den Leser durch die Traumata von Leith und der Seele des fast schon Entkommenen. Ein großartiger Thriller, so könnte man es schon fast nennen. Welsh at his best.

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Ambermoons avatar

Rezension zu "Kurzer Abstecher" von Irvine Welsh

Einmal Gangster, immer Gangster?
Ambermoonvor 3 Monaten

Jim Francis hat endlich seinen Frieden gefunden. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern führt er ein beschauliches Leben unter der Sonne Kaliforniens. Nichts mehr deutet darauf hin, dass er einst ein berüchtigter Straftäter war. Doch dann wird sein Sohn aus erster Ehe ermordet. Um der Beerdigung beizuwohnen, reist Jim noch einmal in die Stadt, die er nie wieder betreten wollte. Und auf Edinburghs Straßen flüstern die Leute: Franco Begbie ist zurück ...(Klappentext)

■♤■♤■♤■♤■♤■♤■♤

"Wenn der Zorn ihn übermannt, kann er sein früheres Selbst noch spüren.
Doch in Kalifornien gibt es bei seiner Lebensführung nur wenig,
was ihn so in Rage zu bringen vermag, dass er diesen Punkt erreicht.
Allerdings liegt zwischen ihm und Kalifornien augenblicklich ein ganzer Ozean."
(S. 113)

Wer "Trainspotting" kennt, kennt auch Begbie, wer "Trainspotting" nicht kennt, wird ihn kennenlernen. Diesen Roman kann man also ohne weiteres ohne Vorkenntnisse lesen.

Begbie, bzw. Jim Francis, hat sich vom Gangsterleben völlig zurückgezogen und hat sich im sonnigen Kalifornien ein normales Leben aufgebaut - eine hübsche Frau, zwei entzückende Töchter, Haus am Meer und er ist nun ein gefragter Künstler. Doch einmal Gangster, immer Gangster?
Das man ihm nicht blöd zu kommen braucht und er mit allen Wassern gewaschen ist, wird schon auf den ersten Seiten klar. Wenn es dabei auch noch um seine Familie geht, kennt er nichts und fährt schon mal schärfere Geschütze auf. Als er erfährt, dass sein Sohn tot ist und er dazu erstmal nichts näheres erfährt, ist für ihn klar, dass er wieder in das verhasste Edinburgh zurück muss. Er will nicht nur die Beerdigung besuchen, sondern erfahren was genau vorgefallen ist.
Er bemüht sich nicht in alte Gangstergewohnheiten zu verfallen und die Kontrolle über seine Aggressionen und Emotionen zu behalten, versucht sich wirklich dort in nichts hineinziehen zu lassen. Doch kaum in Edinburgh scheint sich diese dunkle Atmosphäre wieder in ihm einzunisten und er wird immer mehr zu dem Mann, der er früher war - zu Begbie.
Und wir, die Begbie kennen, wissen was das bedeutet, denn - einmal Gangster, immer Gangster...oder?

Welsh hat eine ganz eigene Dialogführung, was anfangs eventuell etwas gewöhnungsbedürftig sein mag, an die man sich jedoch sehr rasch gewöhnt.

"-Ich habe doch was angestellt, gesteht er und beobachtet, wie ihre Gesichtszüge entgleiten.
-Nicht mit den beiden Kerlen. Aber mit ihrem Auto."
(S. 16)

Diesem Stil ist er treu geblieben, ansonsten merkt man, dass "Kurzer Abstecher" ein späteres Werk von Welsh ist. Dieser Roman ist zwar durchaus mit blutigen und gewalttätigen Szenen gespickt und auch die vulgäre und derbe Sprache, welche das Milieu der Edinburgher Gangsterszene hervorragend einfängt, ist vorhanden, trotzdem ist es einer der ruhigeren und vor allem tiefsinnigeren Romane von Welsh.

Das große Thema hier ist, ob man immer das bleibt was man ist und was die Umgebung aus einem gemacht hat, oder ob man sich grundlegend ändern und zu einem völlig anderen Menschen werden kann. Kann man die Einflüsse, welche einem als Kind prägten und einem zu dem gemacht hat was man ist völlig vergessen und verdrängen, oder...einmal Gangster, immer Gangster?
Die Story wird zwischendurch immer wieder durch Rückblenden in die Kindheit von Begbie unterbrochen. So erfährt man wie er zu dem Menschen wurde, der er jetzt ist. Im Grunde konnte aus ihm überhaupt nichts anderes als ein Gangster werden. Schon früh lernte er die Sprache der Straße und der Gewalt kennen, waren doch alle männlichen Familienmitglieder der Begbies schottische Kleinmafiosi.
Dadurch erhält man Einblick auf die prägenden Einflüsse Begbies, seine oft falschen Entscheidungen und auch in seinen Charakter. Dadurch erhält diese Thematik ungewöhnlich Tiefe.

Nur wenige Autoren schaffen es Tiefsinnigkeit in einen fesselnden Roman voll derber Sprüche und blutiger Gewalt zu packen, doch Irvine Welsh ist einer von ihnen. Ein Grund, weshalb er zu einem meiner Lieblingsautoren gehört.

"Die meisten von ihnen haben eine gewisse Ahnung davon, dass die klügsten Menschen diejenigen sind,
die sich selbst als ewige Schüler begreifen,
die niemals damit aufhören zu lernen und sich angesichts der ständig wechselnden Möglichkeiten und Bedrohungen des Lebens immer wieder neu ausrichten."
(S. 101)

Fazit:
Steht Irvine Welsh drauf, ist Irvine Welsh drin und somit war ich auch von diesem Roman restlos begeistert, wenn er auch etwas "ruhiger" ist als "Trainspotting", "Porno" und vor allem als "Drecksau".
Für all diejenigen, welche mal etwas neues bezüglich Genre probieren wollen und vor Gewalt und derben Sprüchen nicht zurückschrecken, kann ich Irvine Welsh sehr empfehlen.

© Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe, Autoren-Info und Trailer zu "Drecksau")

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Stuffed-Shelvess avatar

Rezension zu "Kurzer Abstecher" von Irvine Welsh

Grundsätzlich nicht schlecht, aber der Slang wirkt in der Übersetzung nervig statt stimmig.
Stuffed-Shelvesvor einem Jahr

[...] Ich bin unentschlossen. »Kurzer Abstecher« ist grundsätzlich kein schlechter Roman, die Story ist überzeugend und gut erzählt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und die Folgen daraus wissen zu gefallen und sind, trotz aller Unwahrscheinlichkeiten bis zum überraschenden Ende, auch glaubhaft umgesetzt. Wenn da nur nicht die nach kurzer Zeit nervtötenden und nicht mehr stimmig wirkenden Dialoge gewesen wären, die den guten Gesamteindruck deutlich nach unten ziehen und definitiv verhindern, dass ich mir mehr von Welsh zu Gemüte führen werde.


Die komplette Rezension wie immer auf stuffed-shelves.de

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Zusätzliche Informationen

Irvine Welsh wurde am 27. September 1961 in Leith, Edinburgh, Schottland geboren.

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