Irvine Welsh Skagboys

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Inhaltsangabe zu „Skagboys“ von Irvine Welsh

Mark Renton sollte glücklich
sein. Er ist jung, smart, hat eine
hübsche Freundin und Spaß am
Studium. Doch im Großbritannien
der 1980er-Jahre ist kein
Platz für ihn und seine Freunde.
Man hat ihnen Arbeit, Bildung
und Wohlstand versprochen,
aber nun ist niemand da, um
diese Versprechen einzulösen.
Als Marks Familie auf tragische
Weise zerbricht, gerät sein
Leben außer Kontrolle.

Ein Epos über die Junkieszene im Schottland der 80er Jahre.

— LimitLess

Danke. Habe das Buch als Hörbuch gehört. Es war ein Genuss.

— Zanine

Ein schonungsloses Porträt der schottischen Jugend der 80er. Vulgär, knallhart und realistisch. Nichts für Zartbesaitete!

— letusreadsomebooks

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  • Das Heroin war einfach da

    Skagboys

    LimitLess

    28. February 2017 um 16:54

    Skagboys ist die Vorgeschichte zu Welshs erfolgreichen Debüt "Trainspotting". Also wie alles begann, wie Mark Renton und seine Freunde ans Heroin kommen und zu Abhängigen werden. Mit seinen mehr als 800 Seiten (doppelt so viele wie Trainspotting) ist das Buch eine richtige Herausforderung. Nichts, dass man schnell mal nebenher lesen kann. So komplex, dass es authentischer nicht sein kann. Welsh stellt uns Figuren vor (die nach Trainspotting ja schon bekannt sind), die am Rande der Gesellschaft leben, von der Arbeitslosigkeit in die Langeweile getrieben und von der Langeweile zum Heroin. Skag, wie es die Junkies nennen. Die Geschichte beschreibt schonungslos wie es im Schottland der 80er Jahre für Jugendliche ausgesehen hat. Diese Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit zieht sich durchs ganze Buch, auch wenn es anfangs anders erscheint, weiß  man doch, wie es enden wird. Leider konnte ich mich nicht mehr an die genauen Begebenheiten in Trainspotting erinnern, was mich jetzt natürlich dazu verleitet, das Buch nochmal zu lesen. Dann macht vieles sicher noch mehr Sinn. Es ist jetzt dann doch schon einige Jahre her. Welsh ist einfach eine Meisterleistung gelungen mit dieser Geschichte. Sie steht seinem Debüt um nichts nach und ist sogar um einiges ausführlicher und detaillierter. Es gibt ziemlich viele Charaktere, die diese Geschichte tragen und die, auch wenn sie es manchmal nicht wissen, miteinander verbunden sind und eine große Einheit entstehen lassen. Manchmal ist es schwer aufgrund der Fülle an Informationen bei jedem gleich gut mitzukommen. Der Autor ist ein Meister der Dialoge. Sie gehen ihm leicht von der Hand und fügen sich so geschmeidig ins Geschehen ein, dass sie so wirklich auch passiert sein hätten können. Es werden die dunkelsten und tiefgründigsten Abgründe der Protagonisten beleuchtet und die Hintergründe für die Sucht und ihre Lebenslagen genauer beschrieben. Er holt sehr weit aus und gibt jeder der Personen Raum und Zeit sich zu entwickeln und ihren Platz in dem ganzen Rad im Gefüge deutlich zu machen. Welsh beschreibt anschaulich, detailliert und unheimlich nachvollziehbar wie das Leben dieser Menschen funktioniert. Fazit Lest dieses beeindruckende Werk über die Junkieszene in Schottland und wie alles begann. Die 80er-Jahre waren keine gute Zeit für die Jugendlichen damals und so schonungslos und detailliert wie Welsh das Leben beschreibt, ist mit keiner anderen Geschichte vergleichbar. Im Hauptteil Trainspotting kommt die Geschichte zu ihrem Höhepunkt der Drogensucht von Mark Renton und Co. und ist auf jeden Fall auch die Lesestunden wert.

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  • Weihnachten, Ostern und Geburtstag in einem

    Skagboys

    Zanine

    19. March 2016 um 23:54

    Habe das Buch als Hörbuch gehört. Danke für 30 Stunden Genuss. 

  • Der Drogensumpf von Edinburgh

    Skagboys

    Duffy

    24. October 2015 um 12:15

    Das Grossbritannien der 80er Jahre sollte für einen wie Mark Renton, Jugendlicher mit Uni-Platz und Aussicht auf ein geregeltes Leben, eigentlich erfreuliche Perspektiven bieten. Doch irgendwie ist Sand im System, dass diesen Nachwuchs nicht zu brauchen scheint. Und so genügen kleine Schicksalsschläge, um ganze Familien auseinanderbrechen zu lassen. Dann rotten sie sich zusammen, die Benachteiligten, Verlassenen, Verstoßenen und Sozialbauasseln, zur Gemeinschaft der Nutzlosen und Unbrauchbaren, zum Bodensatz, der einen Sick-Boy, Spud, Matty, Johnny, Seeker oder eben Renton hervorbringt. Alternative wird der Rausch, das Zudröhnen zum Lebensinhalt und die Beschaffung von Skag (Heroin) zum Ziel. Dass es dabei nicht gerade sensibel zugeht, dürfte sich von selbst verstehen. Die Geschichte dieser Clique aus Leith in Edinburgh ist die Geschichte ihrer einzelnen Mitglieder, deren Schicksale  so eng miteinander verbunden sind, wie es Schicksale von Überlebenskämpfern nur sein können. Welsh lässt die Protagonisten einzeln erzählen. Daraus ergibt sich das Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten, aber auch zwischenmenschlicher Beziehungen, deren Stellenwert sich mit fortschreitendem Verfall und Drogenkonsum erhöht. Welsh lässt nichts aus, die schrecklichen Stationen der Sucht, die Angst vor dem Turkey, die Verzweiflung und dann der Entzug. Das Hinterfragen, die Verneinung an der gesellschaftlichen Teilhabe und die erneute Entscheidung für die Droge. Diese Vorgeschichte zu "Trainspotting" ist ein Monument geworden. Ein Manifest gegen die Versäumnisse einer Gesellschaft gegenüber ihrer Jugend. Das Versagen einer führenden Wirtschaftsnation. Wahrscheinlich ist es einer der wichtigsten Sozialgeschichtsromane der letzten 60 Jahre, denn Edinburgh gibt es auch anderswo. Für den begnadeten Romancier Welsh dürfte dieses Werk der Gipfel seiner Möglichkeiten sein. Besser, eindringlicher, sensibler und packender kann ein Autor nicht mehr schreiben, es scheint, als hätte er alle seine Qualitäten gebündelt in diese 830 Seiten gesteckt. Der Rezensent war überwältigt und packt das Buch auf den kleinen Stapel "Jahrhundertbücher".

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  • Der Drogensumpf vor Trainspotting - Skagboys

    Skagboys

    N9erz

    23. September 2015 um 21:43

    Mark Rento ist gemeinsam mit seiner Freundin auf dem idealen Weg ein anderes Leben als seine Eltern zu führen. Trotz seiner kleinen Ausflüchte in Drogen und Alkohol bekommt er es auf die Reihe - bis er zum ersten Mal an Heroin kommt. Gemeinsam mit seinen Kumpels Sick Boy und Spud gibt sich die Truppe dem Heroin hin und glaubt lange, aussteigen sei kein Problem. Doch bald erkennen sie die Illusion, denn das Heroin hat längst ihr Leben in der Hand. ----- Wer "Trainspotting" mochte, der wird auch "Skagboys" lieben, denn hiermit kehrt Irvine Welsh wieder zu seinen altbekannten Figuren aus seinem Bestseller zurück. "Skagboys" erzählt die Geschichte vor "Trainspotting" und das genauso schonungslos und echt hart. Wer glaubt hier eine nette kleine Drogengeschichte zu bekommen, der liegt falsch. Die Drogengeschichte stimmt zwar, allerdings ist sie nicht nett - zu keinem Zeitpunkt. Denn hier wird harter, echter Drogenalltag mit all seinen Nachwirkungen und Nebeneffekten gezeigt. Eine ganze Gruppe rutscht ab in das schwarze Loch Heroin und kämpft. Die Charakter - die man aus "Trainspotting" ja bereits kennt - sind dabei weder sonderlich sympathisch oder anziehend. Doch genau das macht die Faszination von Welsh aus, denn obwohl man kaum jemanden davon als seinen besten Freund haben möchte, so kann man die Erfahrungen, die Charakterzüge und die Entscheidungen doch sehr gut nachvollziehen und der Geschichte folgen. Man ist hier stiller Zuseher eines Absturzes - und dessen ist man sich zu jeder Sekunde bewusst! Passend zum Milieu ist auch der Schreibstil, der sich sehr umgangssprachlich und grob gestaltet. Doch von einer Geschichte aus der Drogenspirale sollte man sich auch nicht das feinste Gerede erwarten- Für zartbesaitete Leser ist das Buch allerdings mit Vorsicht zu genießen (wenn man überhaupt von genießen sprechen kann). Denn Irvine Welsh versteht es die Geschichte trotz des dunklen Themas stellenweise auch mit sehr vulgären und ekelhaften Szenen zu durchziehen. Wer dabei vor sehr detailreichen Sexszenen und ähnlichem zurück schreckt, sollte "Skagboys" wohl lieber nicht in die Hand nehmen. Eine knallharte Story, die nicht gerade zur Unterhaltung dient, sondern eher tiefe und ehrlich schreckliche Einblicke in ein Drogenleben gibt. Wer sich davon nicht abschrecken lässt bekommt das richtige Buch. Ein bisschen wie ein Autounfall - obwohl es schrecklich ist, man kann einfach nicht wegschauen!

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  • Ein würdiger Nachfolger zu Trainspotting

    Skagboys

    letusreadsomebooks

    27. April 2015 um 14:13

    In seinem Roman Skagboys erzählt der schottische Autor Irvine Welsh die Vorgeschichte zu seinem Debütroman Trainspotting. Mark Renton sollte eigentlich glücklich sein, er hat Spaß am Studium, ist mit einer hübschen Freundin zusammen und auf dem besten Weg, dem harten Leben seiner Eltern zu entkommen. Alles scheint gut zu laufen, bis Mark, der Alkohol und anderen Drogen nicht abgeneigt ist, zum ersten Mal Heroin konsumiert. Nicht nur er, auch seine Freunde Sick Boy und Spud verfallen der Droge und schnell müssen sie einsehen, dass die Vorstellung, jederzeit wieder aussteigen zu können, nur eine Illusion ist und die Droge schon längst die Kontrolle gewonnen hat. Skagboys ist ein sehr sozialkritischer Roman, der im Gegensatz zu Trainspotting auch die politischen Auswirkungen der Thatcher Regierung Ende der 80er Jahren in Schottland thematisiert. Im Mittelpunkt stehen wieder Mark Renton und seine Freunde, wie Sick Boy und Spud. Aber auch zu anderen Figuren, die in Trainspotting nur Nebencharaktere waren, wie Alison oder Matty, erfährt der Leser mehr. Die Charaktere stammen alle aus der Arbeiterklasse, leben in ärmlichen Verhältnissen und können ohne Drogen und Alkohol ihren Alltag und ihr Leben kaum ertragen. Dabei sind die Figuren nicht unbedingt das, was man als Sympathieträger bezeichnen würde, nichtsdestotrotz konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und ihren Absturz begleiten. Trotz der ernsten und düsteren Thematik gibt es auch humorvolle Stellen, die allerdings sehr schwarz gefärbt sind. Welsh wechselt immer wieder die Perspektive und zeigt so das Abgleiten einer jungen Generation, der die Zukunft genommen wurde und Zuflucht in Alkohol, Drogen, Kriminalität und Gewalt sucht. Der Schreibstil ist typisch für Welsh sehr umgangssprachlich und vulgär, was ich als passend für das beschrieben Milieu empfunden habe. Zu Welshs Stil gehören auch wieder viele explizite Sexdarstellungen und ekelhafte Szenen, die nichts für schwache Gemüter sind. Das Verhalten der Protagonisten beschreibt Welsh ohne Bewertung oder moralischen Zeigefinger, die Beurteilung und Interpretation des Geschehens überlässt er dem Leser. Die Romane von Irvine Welsh gefallen mit Sicherheit nicht jedem und Skagboys macht da keine Ausnahme. Die vulgäre Sprache und der dargestellte Drogenkonsum machen es dem Leser nicht leicht, sich mit den Figuren zu identifizieren oder sie besonders sympathisch zu finden. Wer sich vom Stil und der Thematik nicht abschrecken lässt, den erwartet ein würdiger Nachfolger von Welshs Debüt, dessen Klasse hier fast erreicht wird.

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  • Vorgeschichte und doch auch weiter erzählt

    Skagboys

    michael_lehmann-pape

    06. December 2013 um 12:08

      Als wären nicht Jahre vergangen seit „Trainspotting“ liest sich dieses neue Werk, die Vorgeschichte, aber auch Geschichte paralleler Entwicklung und ein stückweit doch auch Fortsetzung des damaligen Bestsellers.   Wieder erstehen die 80er Jahre in England vor den Augen des Lesers auf. Thatcherismus, sozialer Umbau (eher Raubbau) und, vor allem, immer stärker sinkende Aussichten für die junge Generation. Falls diese überhaupt was jene Figuren, die im Buch im Mittelpunkt stehen, angeht, Aussichten sucht.   Dreckig ist es da in England, im übertragenen Sinne auf jeden Fall. Orientierungslos und doch cool. Hart und doch suchend. Nur eben auf eine schon in „Trainspotting“ ohne Tabus in Sprache und Darstellung vorgelegte Art und Weise.   Zwar sind die „Helden des Abgesangs“ zu Beginn des Buches noch nicht ganz auf der Ebene des absoluten Kicks, der Sucht, des Abhängens, des „Trainspotting“, doch der Weg ist vorgezeichnet, erkennbar und wird Schritt für Schritt mit morbider Lust gegangen. „Bürgerliche“ Welten wie ein Studium oder Ausbildungen werden verlassen, gar nicht erst angetreten, was soll´s.   Sex, Drogen, Sprüche, ein allgemeines „Scheiß-drauf“, kaum jemand vermag dies in solch vielerlei Varianten und Perspektiven schonungslos zu beschreiben wie Welsh.   Danny („Spud“), Mark („Rent Boy“), Simon („Sick“) und die anderen „Herumlungerer“, die schon vor 20 Jahren wie „abgesoffen“ durch das Leben taumelten nimmt sich Welsh noch einmal vor und zeigt aus mittels vielfacher Perspektivwechsel das Abgleiten nicht nur einzelner Personen, sondern einer ganzen Gesellschaft in jenen Jahren in bestens getroffener Atmosphäre im Buch.   „Das Problem mit dieser Wohnung ist nämlich, dass sie direkt neben der Müllrutsche liegt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit poltern Flaschen, Dosen, Gläser und anderer Hausrat in dem beschissenen Müllschacht nach unten“.   Nur eines der vielen Bilder, in denen Welsh das allgemein Lebensmoment dieser Zeit einfängt und nicht nur den Lärm in einer konkreten Wohnung.   Was Wunder, dass Schritt für Schritt die kleinen und großen „Fluchten des Alltages“ beginnen, eine Rolle zu spielen, bis der größte Teil der Jungs an der Nadel hängen wird. Und doch dies nicht nur aus innerer Haltlosigkeit, sondern auch aus äußerer Perspektivlosigkeit geschehen wird. Was der ein oder andere, vor allem Mark, durchaus mit klarem Blick sehen, wissen wird und dann doch lieber den Kopf im Drogenrausch nach hinten sinken lässt, so ernüchternd ist der Anblick und der Ausblick auf die „reale“ Welt. Denn überwiegend sieht er nichts, was ihm als bessere Alternative geboten werden könnte. Er schießt sich lieber heraus aus diesem Trauerspiel der Realität.   Da hilft auch der Anblick der „Puppen“ im Amsterdamer Rotlichtviertel nicht. Und man ist ja sowieso  aus anderen Gründen vor Ort.   In der Sprache ist auch dieser Roman von Welsh nicht einfach zu fassen, trifft aber das Gefühl der Zeit und der Personen auf den Punkt. Dialoge, Sprüche, hier und da wie nur in Stichworten dahineilende Passagen in Verbindung mit wirklich hartem Stoff, wenn man lesen muss, was man da alles auf Müllkippen finden kann. Und sich ebenso gewahr ist, dass der Tod ein reger Begleiter dieser Szene Mitte der 80er Jahre (nicht nur) in England war. Aber irgendwelche Gedanken an „Morgen“, das dann doch nicht. Lieber drauflos, was soll´s, so treiben die Protagonisten des Romans irgendwohin.   Ein überzeugender Roman mit treffender Umgangssprache, dreckig im Gefühl und der abgehärteten Sprache samt der ebenso harten Welt der „Skagboys“. Wobei durchaus irgendwann auch die Idee, der Zwang, irgendwas im Raume steht, um dem zu entkommen. Wenn das alles nicht so tief eingebrannt im Inneren wäre.

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