Irvine Welsh Trainspotting

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Inhaltsangabe zu „Trainspotting“ von Irvine Welsh

Die volle Ladung Leben - ein Klassiker der Underground-LiteraturMietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: das ist der Alltag in Leith, einem heruntergekommenen Vorort von Edinburgh. Das ist auch der Alltag von Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne, einer Clique von jugendlichen Außenseitern, in deren Leben sich fast alles um Drogen dreht. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer oder wird bald wieder einer sein. Neben Stuff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt gibt es aber auch noch die Musik. Und wenn diese Anti-Helden schon alle den Blues haben, so doch zumindest mit 160 beats per minute.

Ein verrücktes Buch, dass durch die wechselnden Protagonisten spannend bleibt! Auch wenn es lange her ist, noch immer ein Liebling!

— Claraphine
Claraphine

Ein erschreckend reales Machwerk über die Parallelgesellschaft der Drogenszene.

— DrWarthrop
DrWarthrop

Das Buch war ok, mehr aber auch nicht

— EmilyTodd
EmilyTodd

richtig cooles Buch - meiner Meinung nach ist Irvine Welsh sowieso einer der besten Autoren!

— TeleTabi1
TeleTabi1

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  • Das Buch war ok, mehr aber auch nicht

    Trainspotting
    EmilyTodd

    EmilyTodd

    16. January 2017 um 11:03

    Dieses Buch ist auf keinen Fall etwas für jedermann. Dieses Buch ist sehr düster und schöne Momente findet man kaum bis gar nicht bzw. sucht diese vergebens. Das Buch handelt von Drogen, Tod, Sex, Aids, Freundschaft und Verrat.Die Romanstruktur empfand ich als alles andere als sofort ersichtlich. Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Sichtweise der zahlreichen Protagonisten erzählt. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich in manchen Kapiteln nicht wusste um wen es gerade geht. Zu dem haben die einzelnen Charakter verschiedene Spitznamen und dann kommen noch die eigentlichen Namen dazu. Alles sehr verwirrend.Zu dem sind eine Vielzahl der Dialoge in einem seltsamen Slang übersetzt (der garantiert den schottischen Slang darstellen soll den Welsh gerne benutzt) den man kaum versteht. Ich musste mehr als einmal raten was grad gemeint ist. Und manche Wortwahl ist wirklich sehr geschmacklos. Viele Szenen aus dem Buch möchte ich mir wirklich nicht bildlich vorstellen. Trotzdem werde ich mir bei Gelegenheit wohl mal den Film ansehen.Ich muss leider sagen, dass mir das Buch nicht sonderlich gefallen hat. Was aber vor allem daran lag, das ich ständig durcheinander kam mit den ganzen Namen und Charakteren und dieser Dialekt und die allgemeine Wortwahl machte es auch nicht leichter. Ich fand es einfach nur anstrengend dieses Buch zu lesen.  Was mir jedoch gefallen hat, ist die unverblümte Wahrheit die Welsh benutzt hat. Dieses Buch ist wirklich eine Abschreckung jemals solche harten Drogen auszuprobieren. Welsh hat in diesem Buch die richtigen Worte gefunden, die einem zeigen was vom Leben noch übrig bleibt, wenn man das Leben eines Junkies führt und das ist nichts.Der zweite Punkt der mir teilweise auch ganz gut gefiel ist Welsh sein Talent einem die vielen Charaktere vorzustellen. Bei den Personen wo es mir gelang die Namen unter einen Hut zu bringen, erkannte ich gut die Absichten und traurigen Geschichten der Personen und verfolgte die auch gerne und mit Interesse.Auch das offene Ende hat mir gut gefallen. Die Fortsetzung würde ich trotzdem nicht lesenAlles in allem war das Buch ok.Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen

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  • Drogenrausch

    Trainspotting
    dominona

    dominona

    04. November 2015 um 10:01

    Drogen, Fußball, Schlägereien Stütze vom Staat und Sex – damit hat man alles, was in dem Roman vorkommt. Man kann es noch dadurch aufwerten, dass es den Zeitgeist der 90er zeigt, aber ob das so positiv ist, weiß ich nicht. Sprachlich und stilistisch ist es, gemäß den Themen, anspruchslos. Ein gutes Kapitel hat es allerdings, ich nenne es mal, das Hospiz-Kapitel. Der Rest war meinerseits ungläubiges Lachen und verzweifeltes Kopfschütteln.

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  • "Trainspotting" von Irvine Welsh

    Trainspotting
    Jacynthe

    Jacynthe

    16. June 2015 um 17:04

    Klappentext Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: das ist der Alltag in Leith, einem heruntergekommenen Vorort von Edinburgh. Das ist auch der Alltag von Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne, einer Clique von jugendlichen Außenseitern, in deren Leben sich fast alles um Drogen dreht. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer oder wird bald wieder einer sein. Neben Stuff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt gibt es aber auch noch die Musik. Und wenn diese Anti-Helden schon alle den Blues haben, so doch zumindest mit 160 beats per minute. Meine Meinung Dieses Buch habe ich überraschend geschenkt bekommen. Andernfalls hätte ich es wohl kaum gelesen, denn der Klappentext spricht mich nicht besonders an. Im Laufe des Buches stellte ich dann auch schnell fest, dass ich mit meiner Einschätzung richtig lag. Das war kein Buch für mich. Dennoch habe ich es gelesen und möchte jetzt kurz meine Einschätzung mit euch teilen. Man kann "Trainspotting" nicht vorwerfen, beschönigend und verklärend zu sein. Im Gegenteil. Erbarmungslos ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen beschreibt Welsh die Abgründe der Drogenszene im schottischen Edinburgh. Teilweise sind die Szenen so ekelerregend, dass mir fast schlecht wurde, was definitiv für das erzählerische Talent (oder die morbide Phantasie) des Autors spricht. Viele der beschriebenen Szenen machten es mir schwer, Sympathie für die Charaktere zu empfinden. Ich kaum einen benennen, den ich wirklich gemocht hätte. Gut, hin und wieder empfand ich für den ein oder anderen Mitleid, aber das ist nicht das selbe. Natürlich muss man Charaktere eines Buches nicht zwangsläufig mögen, doch die Antipathie, die ich gegenüber den meisten Personen dieses Buch entwickelte, ist für mich eher untypisch, weshalb ich sie hier erwähnen möchte.  Große Schwierigkeiten hatte ich damit, dass es so viele Charaktere gibt, von denen die meisten mal bei Vor-, mal beim Nachnamen oder bei ihrem Spitznamen genannt werden. Ich habe es bis zum Schluss nicht wirklich geschafft, sie auseinander zu halten. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines anderen beschrieben, problematisch finde ich hierbei jedoch, dass dieser Jemand anfangs nicht explizit genannt wird. Erst im Laufe des Kapitels kann man sich zusammenbasteln, wer denn gerade erzählt. Auch dass die wörtliche Rede mit nichts als einem Gedankenstrich am Anfang gekennzeichnet ist, fördert das Verständnis nicht gerade. Häufig musste ich zweimal hinschauen um festzustellen, wo denn nun das Gesprochene endet und wo wieder die Gedanken einsetzen. "Trainspotting" ist der erste Teil der Trainspotting-Reihe, gefolgt von "Porno", das 10 Jahre später spielt, und "Skagboys", das zeitlich noch vor Teil 1 angesiedelt ist. Der Titel "Trainspotting" erklärt sich zwar in einem Kapitel des Buches, wirklich passend finde ich ihn jedoch nicht. Er ist nichtssagend und auch das entwprechende Kapitel dazu ist in meinen Augen keine Schlüsselszene.  Ich vergebe 2 von 5 Wolken für diesen Roman. Der gleichnamige Film deckt übrigens nur kleine Teile des Buches ab und wird diesem in seiner Komplexität kaum gerecht. Entscheidende Szenen fehlen, anderes wird jedoch durch den Film gut veranschaulicht, vor allem, weil es leichter fällt, die Charaktere zuzuordnen, wenn man sie bildlich vor sich hat. 

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  • Prägnant, stark und charismatisch

    Trainspotting
    eightletters

    eightletters

    18. March 2015 um 17:05

    Klappentext Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: Willkommen in Leith! Und im beschissenen Alltag der jugendlichen Außenseiter Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer und wird bald wieder einer sein. Neben Suff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt gibt es aber auch noch die Musik. Und wenn diese Anti-Helden schon alle den Blues haben, so doch zumindest mit 160 Beats per minute. Rezension Gleich auffällig wird der besondere Schreibstil in diesem Buch: er ist sehr umgangssprachlich und macht neugierig darauf, das Buch im englischen Original zu lesen. Zumindest ich habe mich gefragt, wie viel Interpretation des Slangs der Übersetzung zu verschulden ist. Aber dennoch: die sprachliche Gestaltung des Romans verleiht den Charakteren unheimlich viel Authentizität, obgleich sie auch gewöhnungsbedürftig ist. Hat man sich jedoch erst einmal hineingelesen, liest sich der Schreibstil schnell von der Hand. Es findet ein ständiger Perspektivwechsel statt, bei dem sich nicht nur die Charaktere ablösen, sondern auch auktorialer und personaler Erzähler. Auch dies verleiht dem Buch seinen besonderen Charme und eine Einzigartigkeit, wie man sie so nicht häufig findet. Einziges Manko: der Leser weiß nicht sofort, in die Perspektive welchen Charakters man gerade geschlüpft ist. Dies sorgt zu Beginn jeden Kapitels erst einmal für eine kurze Dauer der Verwirrung, bis man es geschafft hat, sich einzulesen. Kritik gilt dem Klappentext des Buches, denn es wird der Handlung absolut nicht gerecht. So wird der Musik eine größere Rolle zugeschrieben als sie eigentlich in sich hat und den Werten dieses Buches nicht genug Platz geboten. Denn Trainspotting beschäftigt sich nicht nur mit einer Handvoll gestrandeter Jugendlichen, sondern auch mit dem Wert der Freundschaft, der Loyalität. Zudem steckt hinter vielen Zeilen ein hohes Maß an Wahrheit und Poesie, mögen sie auch aus den Gedanken eines Junkies stammen. Auf eine paradoxe Art und Weise werden Sick Boy, Rents und Co. dem Leser sehr sympathisch, sie wachsen einem ans Herz. Man möge sich zwar nicht mit ihnen identifizieren, aber ihre wirren Gedankengänge, Weltansichten und Wünsche sind auf eine verquere Art beinahe schon liebenswert. Die Protagonisten mögen Antihelden sein, doch im gleichen Maße sind sie vor allen Dingen eins: sie sind Menschen am Abgrund, die sich selbst kaum mehr zu helfen wissen. Die traurige Bestätigung, dass das, was in diesem Roman vor sich geht, sich auch im täglichen Leben häufiger als erwartet abspielt, schwingt in jeder Zeile dieses Buches mit. Was hätte der Autor besser machen können? - Nicht viel, denn Trainspotting ist ein Kunstwerk für sich. Wer tiefer in die Materie geht, erkennt, dass es um mehr geht als nur Drogen, perfekte Trips, Sex und Gewalt. Es geht darum, sich selbst und den Menschen, die man liebt treu zu bleiben. Wichtig ist, sich auf diese Geschichte einzulassen, offen für neues zu sein und sich von einer etwas besonderen, literarischen Gestaltung nicht abschrecken zu lassen! Der pechschwarze Humor, der sich beinahe durch den ganzen Roman zieht, rundet dieses Werk nur noch ab. Fazit Wer Gewalt, Sex und Drogen in der Literatur lieber aus dem Weg gehen möchte, sollte von Trainspotting die Finger lassen! Die vulgäre, direkte und offene Sprache dieses Romans ist gewöhnungsbedürftig und definitiv nicht für jeden Leser ein Zuckerschlecken. Man sollte sich also zwei mal überlegen, ob man sich auf das Abenteuer Trainspotting einlassen möchte - denn genau das war dieses Buch für mich. Eine Entführung in eine Welt, die mir so unbekannt war, eine Welt, die ich während der Lektüre jedoch nur noch weiter erforschen wollte.

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  • GIBT ES EIN LEBEN ZWISCHEN ZWEI TRIPS?

    Trainspotting
    derlorenz

    derlorenz

    29. October 2014 um 21:45

    "Trainspotting" könnte man mit "Züge gucken" übersetzen. Das ist ein verbreitetes britisches Hobby und vermutlich die langweiligste Sache der Welt. Nach Lokomotiven Ausschau halten und ihre Nummern in ein Büchlein eintragen. Mit so'nem Scheiß will der junge Mark Renton nichts zu tun haben. Leider gibt es in Edinburghs Vorort Leith, wo Mark aufgewachsen und hängengeblieben ist, nur gnadenlose Langeweile. Trainspotting wäre da schon fast eine Abwechslung.    Mark und seine Kumpels versuchen, der Trostlosigkeit mit Drogen zu entkommen. Die meisten nehmen Heroin, andere ziehen Alkohol, Hasch, Speed oder Methadon vor. Sick Boy hat sich dem Sex verschrieben und kann keine Frau vorbeigehen lassen. Begbie holt sich den Kick, indem er sinnlose Prügeleien anzettelt oder gleich seine angespitzten Stricknadeln herausholt. Da gibt es weniger Probleme mit den Rippen!    Angenehme Zeitgenossen sind es nicht, die Irvine Welsh als Romanhelden auserkoren hat. Aber wenigstens nicht normal! Normalos gelten ihnen als Kategorie Mensch, die fast so verabscheuenswert ist, wie die protestantische Fanfraktion der Glasgow Rangers. All die Verlierer Schottlands, die durch den episodenhaften Roman geistern, erhalten sich ihr Selbstwertgefühl auf diese Weise: wenigstens nicht normal, nicht protestantisch, nicht englisch oder nicht zu feige, jemanden zusammenzuschlagen.    Die Nicht-Normalität von Anarcho-Helden ist vermutlich der Hauptgrund für den sensationellen Erfolg des Buches (und Films!) in Großbritannien. Die süchtigen Freaks, die von Sozialbetrug und Gelegenheitsdiebstahl leben, trampeln jede Moral in Grund und Boden. Mark treibt es mit der schwangeren Schwester seines Bruders, und zwar auf dessen Beerdigung. Sick Boy schießt mit dem Luftgewehr auf Pitbulls, die daraufhin ihre Herrchen auffressen. Und der Schuß, den die Junkies sich setzen, knallt wie der beste Orgasmus, multipliziert mit Tausend.    Oft weiß man nicht, ob man schockiert oder amüsiert sein soll. Nur Langweile kommt nie auf. Verstörte Kritiker warfen dem Autor deshalb bereits vor, er verniedliche das Junkie-tum. Natürlich ist das Unfug, denn die schlechten Trips, die verzweifelte Suche nach Stoff und der quälende Entzug machen einen großen Teil des Buches aus. Außerdem verrecken ständig irgendwelche heroinabhängige Freunde elendig.    Das Problem für die Gesellschaft erwächst nur daraus, daß Welsh weder Mitleid für die armen Opfer erzeugt noch ihre Sucht dämoni¬siert. Mark Renton ist nicht hilflos den hoffnungslosen Umständen ausgeliefert, wie sich spätestens auf den letzten Seiten zeigt. Er richtet sich genußorientiert zugrunde und entlarvt Sozial-Futzis/Therapie-Heinis als Handlanger des herrschenden Mainstreams. "Also ich hab mich entschieden, mich nich fürs Leben zu entscheiden. Wenn die Ärsche damit nich klarkommen, is das deren Problem."    Ein zweiter Grund für die ambivalente Faszination von "Trainspotting" ist Welsh's Stil. Er beschreibt selbst die abscheulichsten Szenen so rasant und krass, daß letztendlich Unterhaltung daraus wird. In dieser Ästhetik haben Abscheu und Ekel ihren festen Platz, doch eine Verschleppung des Tempos ist tabu. Es entsteht ein Gefühl von Authenzität, obwohl die Schilderung keineswegs nur wirklichkeitsverpflichtet, sondern ebenso skuril überhöht ist.    Für seine dokumentarischen Leistungen stünde Welsh trotzdem ein Preis zu. Noch niemand hat die sub-proletarische Jugendszene Schottlands mit solchem Hang zum Detail porträtiert. Vor allem die unflätig-originelle Sprache rief Stürme der Begeisterung und Nachahmung im ganzen Königreich hervor. Leider verschwinden viele Finessen in der deutschen Übersetzung von Peter Torberg.    An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß es selbst für Schotten schwierig ist, den Sinn einiger Slangausdrücke zu erschließen. Selbst wenn das gelingt, muß "Lee Marvin" wohl mit hungrig übersetzt werden, weil im Deutschen nicht die Verballhornung von "starvin" deutlich wird. Nichtsdestotrotz hätten etwas mehr Einfallsreichtum, editorische Anmerkungen und der Mut zur schweinischen Phrase dem Werk besser getan. Oder geht es auf Rechnung des etablierten Verlages, daß "ya tight cunt! Fuck sakes!" mit "du knickriger Arsch! Verdammt nochmal!" übersetzt wurde?

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  • Geschichte der Anti-Helden

    Trainspotting
    Cuchilla_Pitimini

    Cuchilla_Pitimini

    09. October 2014 um 20:34

    "Ich liebe meine Ma, ich liebe sie zu sehr, aber auf eine Weise, das kann ich gar nicht richtig sagen, auf eine Weise, bei ders mir schwerfällt, es ihr auch zu sagen. Aber ich liebe sie. So sehr, daß ich nich will, daß sie so einen Sohn hat wie mich. Ich wünschte, ich könnt ihr einen Ersatz besorgen. Das wünsch ich mir, weil ich nich glaube, daß ich mich jemals ändern kann." Trainspotting - Junk Dilemma Nr. 64 Klappentext Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: Willkommen in Leith! Und im beschissenen Alltag der jugendlichen Außenseiter Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer und wird bald wieder einer sein. Neben Suff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt gibt es aber auch noch die Musik. Und wenn diese Anti-Helden schon alle den Blues haben, so doch zumindest mit 160 Beats per minute. Meine Meinung "Trainspotting" zählt zu den literarischen Klassikern Großbritanniens und wurde 1996 mit Ewan McGregor verfilmt. Zunächst muss ich aber erstmal den Klappentext des Buches bemängeln, denn der wurde anscheinend von jemandem geschrieben, der das Buch nicht gelesen hat? Dianne wird als Protagonistin dargestellt, dabei ist sie, wie alle Frauen in diesem Buch, lediglich ein Nebencharakter. Und der Bezug zur Musik im Klappentext erschließt sich mir auch nicht. Es gibt zwar Passagen und Anekdoten im Buch, die von Musik handeln, doch der starke Bezug, der im Klappentext suggeriert wird, bleibt meiner Meinung nach aus. Doch das macht nichts. Trainspotting kommt mit einem ungewöhnlichen Erzählstil daher, der geprägt ist von Umgangssprache, Schimpfworten und Perspektivwechseln. Gerade die Perspektivwechsel machen das Buch sehr unterhaltsam. Ständig wird aus einer anderen Sicht erzählt, dabei kommen sowohl Protagonisten wie Renton, SickBoy oder Spud vor, aber auch Nebencharaktere, die teilweise sogar nur in einer Szene auftauchen. Außerdem wechselt der Erzählstil häufig von der Ich-Perspektive zur Dritten Person und wieder zurück. Das gibt dem Buch einen ganz besonderen Charme, macht es außergewöhnlich und hat mir wirklich gut gefallen. Die Charaktere sind Anti-Helden. Sie tummeln sich in einer Welt aus Drogen, Alkohol, Perspektivlosigkeit, Gewalt. Sie teilen verquere Ansichten, haben ein falsches Weltbild und treffen mit ihren Aussagen doch oft den Nagel auf den Kopf. Und obwohl man Rents, Spud, SickBoy und Co oft abstoßend findet, so schließt man sie doch irgendwie in sein Herz - ich zumindest. Denn sie sind vor allem eins: menschlich. Und sie durchleben Höhen und Tiefen, Ängste und Freude und Streit und Zusammenhalt. Sicher durchleben sie das ganz anders als der Normalbürger, aber man kann sich in sie hinein versetzen, man fühlt mit ihnen, oder man fühlt für sie und hofft, dass sie dieses oder jenes eben nicht tun. Trainspotting hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen, denn es ist vom Aufbau und vom Erzählstil her ganz anders als andere Bücher. Es ist immer wieder spannend, unterhaltsam und witzig, und gleichzeitig mit sehr intensiven und menschlichen Charakteren versehen. Hinter der Rahmenhandlung -dem Leben in der Drogenszene- verbergen sich noch viel mehr Themen wie Liebe, Freundschaft oder die Suche nach dem Selbstwert. Das Buch ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber meinen hat er getroffen, und ich bin durchaus interessiert, die Vorgeschichte "Skagboys" sowie die Fortsetzung "Porno" zu lesen.

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  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. 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    • 2011
  • Junkie-Dilemma

    Trainspotting
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    22. April 2014 um 17:17

    Was bedeutet eigentlich Trainspotting? Das ist Slang für Züge gucken, bedeutet aber eigentlich, sich die Zeit mit unnötigen und sinnlosen Tätigkeiten zu vertreiben. Zeitverschwendung. Und das macht man nicht alleine, sondern häufig mit anderen, das macht eben mehr Spaß. Das ist dann aber wieder Zeitverschwendung, sagt zumindest die Gesellschaft. Für die Junkies, die im Mittelpunkt dieses Romans stehen, ist aber nicht nur die Gesellschaft schwierig, eigentlich sind es alle, die sie vom Stoff fernhalten: Freunde sind die reine Zeitverschwendung. Dauernd versuchen sie einen auf ihr Niveau sozialer und sexueller Mittelmäßigkeit herabzuziehen. Junkiefreundschaften sind keine Freundschaften. Rents, Sickboy, Tommy, Second Prize und Begbie leben in Edinburgh Anfang der 1990er Jahre. Ihr Leben dreht sich hauptsächlich um Stoff und die Frage danach, wie man schnellstmöglich den nächsten Schuss finanzieren kann. Die gesamte Clique ist abhängig oder auf dem besten Weg in die Abhängigkeit und Drogen sind der einzige gemeinsame Nenner, der die "Freundschaften" zusammenhält, auch wenn Rents behauptet, dass sei früher anders gewesen. Tatsächlich gibt es wenig Gemeinsamkeiten, hier und da ein Bierchen, hier und da ein Fußballspiel, doch der Hauptgrund des Zusammenseins ist der gemeinsame Drogenkonsum. Vor allen Dingen Begbie, ein gewalttätiger Alkoholiker, ist ein Problem für Rents: Das mit dem Lügen war einfach, wir alle logen, wenns um Begbie ging. Die Lügen, die wir uns und anderen erzählten, hatte ne ganze Menge Begbie-Mythologie begründet. Wir spielten eine große Rolle darin, ihn zu dem zu machen, was er war. Mythos: Begbie hat Sinn für Humor. Wahrheit: Begbies Sinn für Humor speist sich ausschließlich aus den Unglücksfällen, Rückschlägen und Schwächen anderer, meistens seiner Freunde (S.112). Und an Unglücksfällen oder einfach nur Unfähigkeit mangelt es der Clique nicht. Geht es nach der Welt, die uns Irvine Welsh hier präsentiert, scheint es überhaupt nur ganz wenige Gestalten in Leith zu geben, die tatsächlich clean sind. Die Folge sind ausschweifender Sex (oder zumindest der Versuch, dank Heroin läufts halt nicht mehr so), Angst vor Aids, ungewollte Schwangerschaften, Gewalt (auch gerne gegenüber Frauen) und der ständige Kontakt mit Dealern, Knast und finanzielle Unsicherheiten. Der Roman, der aus den unterschiedlichen Perspektiven der Junkies geschrieben ist und ein Fixerleben vom Beginn der Sucht, über den Versuch des Entzugs zu Hause bis zum vermeintlich tragischen Ende, durch seine Zwischentitel durchexerziert (Stress - Rückfall - Wieder Stress- Vermasselt - Exil - Trautes Heim - Abgang), erhebt eben nicht den moralischen Zeigefinger. Stattdessen wird die Faszination für "H" von jedem der recht kaputten Typen geteilt, die allerdings durch ihre Lebenswege exemplarisch dafür stehen, wie man es eben nicht machen sollte. Rents, dessen Gedankengänge den Lesenden immer vertrauter werden, nimmt eindeutig die Rolle der Hauptfigur ein: Nimm deinen besten Orgasmus, nimm das Gefühl mal zwanzig und du bist noch immer meilenweit davon entfernt. Meine trockenen, knirschenden Knochen wurden vom zärtlichen Streicheln meiner wunderschönen Heldin Heroin weich und flüssig. Die Erde drehte sich, und das tut sie heute noch. [Rents] (S.21 Ich liebe nichts (außer Stoff), ich hasse nichts (außer den Mächten, die mich davon fernhalten), und ich fürchte nichts (außer nichts zu nehmen). [Rents] (S.34) Rents, der zumindest anders als Begbie nicht gewalttätig ist, sondern lediglich (aus Versehen!) mit einer Minderjährigen ins Bett steigt, sorgt dafür, dass auch sein Kumpel Tommy, nach einem Krach mit seiner Freundin, anfängt Heroin zu nehmen. Mit fatalen Folgen, doch Rents ist das in dem Moment egal. Stattdessen monologisiert er vor Tommy über die Sinnlosigkeit des Daseins ohne Heroin und die Weitsicht die man durch den Stoff gewinnt. Junkiegequatsche, auf das Tommy allerdings total abfährt: Das Leben is doch langweilig und sinnlos. Am Anfang haben wir alle möglichen großen Hoffnungen, aber dann kneifen wir. Wir merken, daß wir alle sterben müssen, ohne wirklich Antworten auf die wichtigen Fragen bekommen zu haben. Wir entwickeln alle möglichen verdrehten Vorstellungen, die die Wirklichkeit unseres Lebens bloß auf verschiedene Weise interpretieren, ohne daß wir über wichtige Dinge, die großen, die wirklichen Dinge auch mehr wissen. Eigentlich leben wir doch bloßn kurzes, enttäuschendes Leben, und dann sterben wir. Wir füllen unser Leben mit allem möglichen Scheiß voll, Karriere und Beziehungen, und machen uns vor, daß das alles nicht total sinnlos ist. Äitsch is ne ehrliche Droge, weil sie alle diese Illusionen zerstört. (S.122) Als Tommy abhängig wird, kann Rents kaum glauben, dass er so gute Überzeugungsarbeit geleistet hat. Doch es wird noch komplizierter für Rents, denn unerwartet kommt die Clique an viel Geld. Mir hat der Roman, trotz seiner sprunghaften und nicht immer klar zu durchschauenden Struktur gut gefallen, die letztlich ja nur abbildet, mit wem wir es zu tun haben: mit absolut kaputten Chaoten, die dazu noch ständig drauf sind. Kohärentes Wahrnehmen, geschweige denn Erzählen, ist da eben nicht mehr drin. Zugegebenermaßen hatte ich ständig die Bilder des Kultfilms von 1996 unter der Regie von Danny Boyle vor Augen, die mir schon sehr geholfen haben, das Geschehen etwas zu sortieren. Und gerade die Textstellen, die mir um Roman sehr gefallen haben, kommen fast ausnahmslos im Film vor. Durch das ShortCuts-Verfahren wirkt der Film allerdings einfach fixer, es gibt mehr Action, die Musik ist toll und Ewan McGregor, der Rents spielt, natürlich auch und das alles bei einer weitaus sortierteren Handlung. Wobei mir erst beim nochmaligen Ansehen aufgefallen ist, dass Tommy von Kevin McKidd gespielt wird, den ich als Serienjunkie (irgendeiner Sucht frönt jeder - übrigens auch ein Argument von Rents) eigentlich nur als Doktor Owen Hunt kannte. Aber zwischen der Verfilmung und Grey's Anatomy liegen halt auch ein paar Jährchen. Trotzdem, der Roman lohnt sich, auch wenn das Gefühl der Junkies, das Chaos, das Durcheinander, für mich besser durch den Film transportiert werden konnte. Das liegt an den absurdwitzigen Dialogen, super Textpassagen, die auch noch wiederholt werden ("Choose Life..."), der tollen Musik und den überzeugenden Schauspieler_innen. Wer etwas Geduld mitbringt, keine Angst vor etwas ausgefalleneren literarischen Verfahren hat und sich gerne auf die Jagd nach witzigen, aber auch desillusionierten bis schwarzhumorigen und zum Teil auch gewaltverherrlichenden Textstellen machen möchte, die ein ebenso überzeugendes Milieubild abgeben wie der Film, ist mit dem Roman sicherlich genauso gut bedient.

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  • Trainspotting

    Trainspotting
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2014 um 21:42

    INHALT l Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: Willkommen in Leith, einer schmuddeligen Vorstadthölle von Edinburgh! Und im Leben der jugendlichen Außenseiter Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Second Prize, deren Alltag aus Suff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt besteht. Selbst wer noch kein Junkie ist, wird bald einer sein. REZENSION l In "Trainspotting" findet man keine fortlaufende Geschichte mit rotem Faden. Vielmehr gibt es darin Ausschnitte und Einblicke in den Alltag einer Gruppe junger Erwachsener aus Schottland, die sich zwischen Drogensucht, Sex und Gewalt bewegen. Arbeiten möchten sie nicht, somit beschaffen sie sich ihr Geld durch Klauen oder zwielichtige Geschäfte. Im Mittelpunkt stehen dabei Renton, Sick Boy, Begbie, Spud und ihre Freunde, Dealer, Bekannte und sonstige Gestalten der Szene. Damit komme ich auch schon zu meinem Problem mit diesem Buch: zu viele Charaktere, mit zu vielen Namen und Spitznamen und Spitznamen für die Spitznamen. So wird der vorgestellte Renton auch Rents, Rent Boy und Mark genannt oder Begbie schmückt sich weiterhin mit den Namen Frank, Franco und Francis und so zieht sich das bei den Charakteren durch das gesamte Buch. Zudem werden die einzelnen Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und es gibt zu den Charakteren keine einführenden Hintergrundgeschichten, was die Verwirrung komplett machte. Erst nach knapp der Hälfte konnte ich langsam alle Namen ihren Charakteren zuordnen. Beim Lesen ist also ratsam, einen Notizzettel oder eine Charakterübersicht bereitzuhalten, wenn man sich langes Knobeln und Raten ersparen möchte. Was mir hingegen gut gefallen hat, ist, dass jeder Charakter einen persönlichen Stil beim Erzählen aufweist, was dem Leser ein besseres Gefühl für Persönlichkeit und Gedankengänge der Person gibt. Umgangssprachlich ist es dabei durchgehend, was jedoch nur zunächst gewöhnungsbedürftigt ist. Im Original stelle ich mir diese Besonderheit noch einen Tick spannender vor, wenn Welsh sogar mit verschiedenen Akzenten arbeitet. Grund genug, die englische Version irgendwann noch zu lesen. Inhaltlich ist das Buch sehr schonunglos, widerwärtig und mitunter sogar ekelhaft. Der Konsum von Drogen wird in keiner Weise verherrlicht oder gar attraktiv gemacht. Im Gegenteil, mit den krassen Folgen für die Protagonisten schreckt es im besten Fall ab. Sonst kann ich gar nicht so viel zum Inhalt sagen, da er durch die Sequenzen nur sehr schwer greifbar ist. Zwischenmenschliche Aufeinandertreffen in Pubs und auf Partys, Schwierigkeiten mit dem Gesetz, Sex, Krankheiten wie HIV, Gewalt und Tod spielt alles eine Rolle. Mit den Charakteren konnte ich mich in dem Sinne nicht identifizieren, doch lösten sie und ihre Schicksalsschläge durchaus Gefühle wie Wut oder Mitleid bei mir aus. Besonders das Ende fand ich gelungen und sehr passend inszeniert. Wie realistisch die Beschreibungen sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich mich nicht in der Szene aufhalte. Eine Daseinsberechtigung und gewisse Wichtigkeit hat das Buch aber allemal. Nicht umsonst wurde das meistgeklaute Buch pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum gleichzeitig zu Schottlands Lieblingsbuch gewählt. FAZIT l Eine heftige, aber doch interessante und gut geschriebene Kultlektüre für Leute, die ein bisschen was abkönnen, was die Heruntergekommenheit der Menschen angeht.

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  • Entscheide dich fürs Leben!

    Trainspotting
    LimitLess

    LimitLess

    26. December 2013 um 21:35

    Trainspotting, ein Roman, der es faustdick hinterm Buchdeckel hat. Ich rate jedem, der vorhat das Buch zu lesen, es tunlichst zu vermeiden währendessen irgendetwas zu essen. Man braucht streckenweiße einen ziemlich stabilen Magen und starke Nerven. Welsh beschreibt das Leben der Junkies mit einer brutalen Ehrlichkeit und Detailfülle, die mir des öfteren das Weiterlesen nicht leicht gemacht haben. Sex, mangelnde Hygiene, Gewalt in ihrer oft graußlichsten Form, um nur einige Themen zu nennen die ausführlich behandelt werden. Eindeutig ein Roman für Erwachsene. Welsh hat seinen Protagonisten eine derbe Sprache gegeben, die sich auch im Dialekt widerspiegelt. Es war manchmal etwas schwierig das Gesprochene zu entziffern, aber wenn man mit Dialekten vertraut ist, so wie ich, kommt man schnell in diese Form des Schreibstils rein. Meinem Empfinden nach wurde das Buch zum Schluss hin immer besser. Ich hatte am Anfang ein bisschen damit zu kämpfen in die Geschichte reinzukommen. Es wird eigentlich keine richtige Geschichte mit Ziel erzählt, sondern einfach nur von einigen Jugendlichen und ihrem Kampf mit den Drogen, Alkohol, der Gesellschaft. Ezählt wird aus der Sicht unterschiedlicher Protagonisten, ohne erkennbaren Zusammenhang oder schlüssige Reihenfolge. Man weiß auch oft nicht auf die Schnelle, aus welcher Sicht jetzt erzählt wird, das war etwas anstrengend mit der Zeit, mit jedem Kapitel sich gedanklich wieder in einen neue Person hineinzudenken. Hauptcharakter ist jedoch Mark Renton, kurz Rents genannt, mit dem ich mit der Zeit ganz vertraut wurde. Man wird mit ziemlich vielen Personen konfrontiert, einige werden nur ein paar mal erwähnt, andere tauchen konsequent in der Erzählung auf. Diese ganzen Personen, die ich mir merken musste, empfinde ich als ein ein kleines Manko, da es schnell unübersichtlich wurde. Auch wenn das Leben, zwar nicht aus deren Sicht, aber aus meiner, nicht wirklich lebenswert ist, habe ich mich dabei beobachtet, wie ich mit den Antihelden mitgefiebert habe. Ich habe darauf gebrennt zu erfahren, wie es ihnen ergeht, wie sie ihr Leben meistern und so weiter. Das Ende ist ziemlich nüchtern und einfach gehalten im Vergleich zum Rest des Buches, ich finde aber, dass es sehr gut passt. Fazit Ehrlich, brutal und mit einer Offenheit erzählt, dass es mich regelrecht geschüttelt hat. Sicher nicht für jedermann und man braucht einen starken Magen, um das Buch zu bewältigen. Eine dialektreiche Sprache, eine Menge an schicksalsgebeutelten Personen und eine Originaltiät in der Erzählweise machen diesen Roman sehr authentisch!

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  • trainspotting. mh.nja.

    Trainspotting
    achterbahnmaedchen

    achterbahnmaedchen

    23. March 2013 um 17:19

    ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, warum ich mir dieses buch eingebildet habe. ich weiß nur, dass ich es lesen wollte. warum, weiß ich aber nicht mehr. da es nun schon seit ewigkeiten auf meinem sub-lag, wollte ich es endlich in angriff nehmen. dieses buch als "das beste und meistverkaufte buch" zu betiteln, finde ich lustig. vielleicht habe ich nicht die art von humor, oder vielleicht hat das ganze im grunde ein höheres niveau,welches ich nicht ganz kapiere ... aber es ist ein sehr, sehr, sehr, sehr komisches buch. ich musste mich richtig durchkämpfen. irgendwie verstehe ich auch nicht so recht, wer was wann beschreibt und erzählt. in einem kapitel wird über eine person erzählt, in einem anderen erzählt die person dann selbst und ... ich weiß nicht. ich stehe lieber auf strukturierte geschichten. vor allem steht auf dem klappentext etwas von "dianne" - aber dianne kommt nur einmal vor und das ganz kurz? ihr könnt mich gerne banause nennen, aber ich empfinde dieses buch als etwas mistig. :D

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  • "Ich beginne sofort mit der intravenösen Injektion harter Drogen"

    Trainspotting
    Stefan83

    Stefan83

    28. November 2011 um 10:03

    Charles Bukowski und Irvine Welsh haben neben ihrem ähnlichen Schreibstil und denselben unbequemen Themen noch eine weitere Gemeinsamkeit: In ihren jeweiligen Heimatländern halten sie beide den Rekord der Autoren, deren Bücher am meisten geklaut werden. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang herstellt und Böses dabei denkt. Fakt ist: Den ganz großen Stellenwert, den sich Bukowski in der Weltliteratur erschrieben hat, konnte Irvine Welsh bisher nicht erreichen, wenngleich sein im Jahr 1993 erschienenes Erstlingswerk „Trainspotting“ für reichlich Wirbel und Gesprächsstoff gesorgt hat. Es beschreibt die von Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Ereignisse einer Gruppe junger Schotten in Welshs Heimatstadt Edinburgh bis ins kleinste widerliche Detail und wurde drei Jahre später durch den Regisseur Danny Boyle für die Leinwand verfilmt. Für den damals noch jungen Schauspieler Ewan McGregor war es der Durchbruch. Der Film ist seitdem, nicht nur in Schottland, absoluter Kult. Zwischen der literarischen Vorlage und der Kinofassung klaffen jedoch einige Unterschiede. So ist das Buch weitaus dichter als Boyles reißerischer, selbstbewusster Film. Zudem ist Welsh dafür bekannt, zum großen Teil im schottischen bzw. Edinburgher Slang zu schreiben. Er transkribiert Dialekte dabei phonetisch und ignoriert traditionelle orthografische Methoden. Eine Vorgehensweise, welche eine deutsche Übersetzung schwierig, wenn nicht gar unmöglich macht. Die Geschichte spielt im Junkie-Milieu der schottischen Stadt Edinburgh zur Zeit der Thatcher-Ära. Im Mittelpunkt steht Mark „Rents“ Renton, der mit seinen Freunden Simon David Williamson alias „Sick Boy“, Danny „Spud“ Murphy und Francis Begbie in Leith, einem ärmeren Edinburgher Stadteil, lebt. Gemeinsam hat man der so genannten Gesellschaft den Rücken gekehrt und genießt stattdessen Drogen, Gewalt, Fußball und Sex. Bis zum Exzess. Aus ständig wechselnder Perspektive der verschiedenen Protagonisten erzählt, wirft „Trainspotting“ einen Blick auf kurze Geschichten rund um Rents, der im Laufe der Geschichte immer wieder versucht clean zu werden, nur um stets aufs Neue zu scheitern … Soweit die Handlung, welche eigentlich keine ist, denn wie sollte schon ein solches Buch eine Handlung haben? Eine lineare Erzählung fehlt hier eigentlich gänzlich. Stattdessen ähneln die einzelnen Geschichten an eine Aneinanderreihung von Bewusstseinsströmen, die ungebremst und unzensiert auf den Leser einprasseln. Die üblichen Klischees von moralingefütterten Drogenproblembüchern sucht man hier vergebens. Sie fehlen genauso wie jegliche Tabus, denn Welsh schildert eine Welt in ihrer schonungslosesten Offenheit. Drogenexzesse, harter Sex, Chauvinismus, brutale Schlägereien, HIV-Infizierungen. „Trainspotting“ taucht in den Dreck ein und kennt dabei weder Grenzen noch Kompromisse. Alles ist kantig, scharf, düster und hoffnungslos. Die Typen, das Milieu, der Humor. Härter und schlagkräftiger geht es eigentlich fast gar nicht mehr. Und dabei sind auch die Übergänge vom Krimi bis hin zur Satire fließend. Welsh schreibt nicht ohne Humor, wenngleich den meisten komischen Szenen sehr schnell der nächste Tiefschlag folgt. So überzeichnet und karikiert die Figuren dabei auch sind – die Schicksale scheinen aus dem Leben gegriffen. Wo der Ernst aufhört, der Spaß beginnt, lässt der Autor aber offen. Dank der völligen Abwesenheit autoritärer, moralisierender Stimmen (selbst die Eltern geben hier ein hilfloses Bild ab), kann sich das innere Universum der Erzählung voll entfalten, so dass die unmittelbaren Bedürfnisse der Protagonisten (nach Heroin, Sex oder Geld) zu den einzigen Antriebsmomenten werden. Für den Leser ist es schwer, in diesem Wust aus wechselnden Perspektiven und Blickwinkeln den Überblick zu behalten. Wo man grade ist, wer grade spricht – das ist nicht immer gleich festzustellen. Es ist vielleicht Welshs geschicktestes Stilmittel, bekommt man gerade dadurch doch einen Einblick in die Orientierungslosigkeit der Figuren. Und diese sind weitaus mehr als nur Junkies. So wenig der Drogenkonsum hier auch kritisiert wird, geht es doch letztlich nicht nur um den Stoff, sondern um ein paar arme Schweine, die einfach leben wollen und dabei jedes Risiko in Kauf nehmen. Welsh beschönigt das ebenso wenig wie er es tabuisiert. Es gibt keine Botschaft, keine Moral, die irgendwo am Ende steht. Stattdessen herrscht erfrischendes Chaos vor, das sich in den Erzählebenen genauso widerspiegelt wie in den wechselnden Launen der Protagonisten. Diese Lässigkeit, dieses Hingeschmierte macht „Trainspotting“ so lesenswert und lässt in der manchmal erschütternden Erzählung, zu der man sich den Zugang erarbeiten muss, stets Raum für Amüsantes. Insgesamt ist Welshs Debüt ein herrlich schwarz-humoriges, aber auch wirres und sperriges Buch, das den Spaß an der selbst gesuchten Freiheit mit einer impliziten Kritik an der in der Ära Thatcher gestörten sozialen Stabilität der schottischen Jugend kombiniert. Eklig, hart, brutal – aber eben auch Kult, der lange nachhallt. Ein Muss für Freunde schottischer Literatur. Wer kann und Geduld hat, sollte es unbedingt im Original lesen.

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  • Rezension zu "Trainspotting" von Irvine Welsh

    Trainspotting
    valaeri

    valaeri

    02. January 2010 um 18:33

    Selten, dass ein Film genauso gut war wie ein Buch. Spricht das jetzt für das Buch, JAAA!

  • Rezension zu "Trainspotting" von Irvine Welsh

    Trainspotting
    LxNRG

    LxNRG

    06. October 2008 um 17:55

    Habe den Film gesehen, und dann das Buch gelesen. Der Film hat mich mehr bewegt (normalerweise ist es meist umgekehrt).

  • Rezension zu "Trainspotting" von Irvine Welsh

    Trainspotting
    Heathcliff

    Heathcliff

    19. May 2008 um 19:37

    spitzen dialoge, einfach nur zum ablachen, obwohl es ein ernstes thema ist. wo ist der sechste stern???

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