Nach "Den Krieg übersetzten" (edition Fototapeta) und "Säe den Weizen, Ukraine" (Klak; hier auch georgische Dichter*innen), ist nun auch in der Reihe "Nadelstiche" beim Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft eine Anthologie mit zeitgenössischer ukrainischer Lyrik erschienen, die sich explizit mit dem Krieg auseinandersetzt.
"Im Flug der Zeit" enthält Werke von vier Dichterinnen, übersetzt wurden die Gedichte von Alois Woldan. Obwohl vom gleichen Übersetzer übertragen, zeigt sich die stilistische Vielfalt der Beiträge, ihre unterschiedlichen Ansätze.
Eins eint die Texte wieder: ihre Eindringlichkeit. Keiner dieser Text, so wirkt es, kann vergessen welcher Welt er entstammt: eine Welt, an der die Flammen des Krieges lecken. Das Papier und die Hoffnung kräuseln sich. Aber die Gedichte bringen sich nicht in Sicherheit. Sie sind wie verwurzelt sprechen sie doch nicht nur von dem Ort, wo sie entstanden sind, sondern auch stehen.
Die Zeit zieht ihre Kreise. Die Zeit schlägt eine Schneise.
Man könnte die Augen zuschlagen. Oder dieses Buch auf.
Lyristix


