Isaac Bashevis Singer

 4,1 Sterne bei 115 Bewertungen
Autor von Feinde, die Geschichte einer Liebe, Meschugge und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Isaac Bashevis Singer

Isaac Bashevis ist ein amerikanischer Schriftsteller der jiddischen Sprache. Bashevis Vater war Rabbiner. Isaac studierte am Rabbinerseminar in Warschau; emigrierte aber 1935 in die USA und wurde 1943 amerikanischer Staatsbürger. Auch in New York konnte er seine jüdischen Wurzeln nicht hinter sich lassen und arbeitete für die jiddische Zeitung »Jewish Daily Forward« und schrieb Erzählungen und Romane in jiddischer Sprache, die erst nach Erscheinen in (von ihm autorisierten) englischen Übersetzungen ein breiteres Publikum fanden. Singers erzählerisches Werk beschwört die jüdische Vergangenheit in Osteuropa, das traditionsgebundene Leben im Stetl mit seiner intensiven Religiosität, Erotik und Vitalität, das in Konflikt mit den Einflüssen der Moderne gerät und von Verfolgung bedroht ist (»The family Moskat«, 1950; deutsch »Die Familie Moschkat«). Spätere Arbeiten beschreiben die Existenz der Überlebenden des Holocaust im jüdischen Einwanderermilieu in Amerika (»Enemies, a love story«, 1972; deutsch »Feinde. Die Geschichte einer Liebe«). Singer kontrastiert wirkungsvoll und zum Teil mit komischem Effekt Einbrüche des Fantastisch-Dämonischen in realistisch geschilderte Milieus. Seine Protagonisten versuchen sich im Spannungsfeld von jüdischem Mystizismus, Aberglauben und moderner Skepsis in einer als undurchschaubar und fremdbestimmt erlebten Welt zurechtzufinden. - Singer erhielt 1978 den Nobelpreis für Literatur. Er starb 1991 in Miami.

Alle Bücher von Isaac Bashevis Singer

Cover des Buches Feinde, die Geschichte einer Liebe (ISBN: 9783866155312)

Feinde, die Geschichte einer Liebe

 (17)
Erschienen am 10.11.2007
Cover des Buches Meschugge (ISBN: 9783446266384)

Meschugge

 (11)
Erschienen am 05.02.1996
Cover des Buches Eine Kindheit in Warschau (ISBN: 9783423128155)

Eine Kindheit in Warschau

 (6)
Erschienen am 01.09.2000
Cover des Buches Der Zauberer von Lublin (ISBN: 9783499234439)

Der Zauberer von Lublin

 (6)
Erschienen am 01.07.2003
Cover des Buches Jakob der Knecht (ISBN: 9783499236808)

Jakob der Knecht

 (5)
Erschienen am 01.07.2004
Cover des Buches Der Kabbalist vom East Broadway (ISBN: 9783446263642)

Der Kabbalist vom East Broadway

 (5)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Das Landgut (ISBN: 9783423016421)

Das Landgut

 (4)
Erschienen am 01.04.1981

Neue Rezensionen zu Isaac Bashevis Singer

Cover des Buches Schoscha (ISBN: 9783446263659)

Rezension zu "Schoscha" von Isaac Bashevis Singer

Ein Leben zwischen Bohème und Slum
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Ein junger Mann , sein Spitzname ist Tsutsik, bewegt sich zwischen Bohème und Slum. Die Frauen mögen ihn, verzeihen ihm jugendlichen Egoismus und Untreue, denn sie sind selber egoistisch und untreu, bis auf eine – Schoscha. Dieses naive leicht zurückgebliebene Geschöpf ist für Tsutsik die wesentliche emotionale Verbindung mit der Kindheit im jüdischen Getto.

Die Handlung des Romans spielt in den späten 30er Jahren in Warschau. Die großen jüdischen Gemeinschaften spüren, dass im Polen zwischen Hitlerdeutschland und dem Stalinreich, gerade für ihre Volksgruppe, finstere Zeiten anbrechen werden. Die jüdischen Intellektuellen schwanken zwischen Nihilismus und Revoluzzertum.

Schoscha ist ein eigenartiger Roman mit kapriziösen Gestalten und Einschüben philosophischer Fragmente!

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Cover des Buches Die Gefilde des Himmels (ISBN: 9783423252201)N

Rezension zu "Die Gefilde des Himmels" von Isaac Bashevis Singer

Leider zu kurz :)
Nadezhdavor 2 Jahren

Zum Inhalt:


Eine Annäherung an das Leben des Begründers des Chassidismus im 18. Jahrhundert in Polen und seiner Tochter, die gegen die traditionelle Rolle der Frau rebellierte.


Er ist arm, verliert früh Vater und Mutter – doch er findet Menschen, die ihn fördern. Schon als Knabe beschäftigt er sich mit der Kabbala und versucht den Geheimnissen von Himmel und Erde auf die Spur zu kommen und Antworten auf seine vielen Fragen zu finden. Aus dem Wunderkind wird ein gelehrter junger Mann, dessen Rat man alsbald sucht, und er verliebt sich ...


Man weiß wenig Authentisches über diesen Israel ben Elieser, genannt Baalschem Tow, der als Begründer des Chassidismus im 18. Jahrhundert in Wolhynien lebte, sich gern in der Natur aufhielt und als religiöser Führer Fröhlichkeit und Tanz predigte. Demnach »handelt sich hier um nichts anderes als die Impressionen oder Phantasiebilder des Autors von Rabbi Israels Art zu denken, seinen Gefühlen, seinen spirituellen Triumphen und Enttäuschungen«, wie Isaac B. Singer schreibt.



Über den Autor:


Isaac Bashevis Singer wurde am 14. Juli 1904 in Radzymin in Polen geboren und wuchs in Warschau auf. Er erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. Mit 22 Jahren begann er, für eine jiddische Zeitung in Warschau zu schreiben, erst auf hebräisch, dann auf jiddisch. 1935 emigrierte er in die USA und gehörte dort bald zum Redaktionsstab des ›Jewish Daily Forward‹. 1978 wurde ihm für sein Gesamtwerk der Nobelpreis für Literatur verliehen. Für Aufsehen sorgten auch die Verfilmungen seiner Werke ›Freinde, die Geschichte einer Liebe‹ und ›Jentl‹. Am 24. Juli 1991 starb Singer in Miami.


(Quelle: amazon.de)



Meine Meinung:


Ich habe diese Geschichte gern gelesen, wünschte mir aber (wie so oft), der Autor hätte stattdessen einen Roman geschrieben. Nun kann ich natürlich einer Erzählung schlecht vorwerfen, dass sie eine Erzählung ist; höchstens dem Autor, dass er den Umfang, die Tiefe und das erzählerische Potenzial der Geschichte in seinem Werk nicht ausgeschöpft hat. Gleichzeitig muss ich respektieren, dass er das eben offenbar nicht wollte, und versuchen, mich dennoch an der Geschichte zu erfreuen, wie sie nun einmal vorliegt...


Und das konnte ich in diesem Fall durchaus. Die Erzählung ist, was den Gehalt an biografischen Fakten enthält, weitgehend frei erfunden - das verdeutlicht Singer wohlweislich schon in seiner Vorbemerkung. Man nähert sich in der Lektüre also nur einem möglichen Leben dieses Mannes an, der als Begründer des Chassidismus gilt, einer mystisch geprägten Bewegung im osteuropäischen Judentum. Wohl aber gelingt es Singer, in seiner Erzählung das Gegankengut, die theologischen Fragen und die Alltagssorgen der Jüdinnen und Juden im Polen des 18. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen, die den Boden bereiteten für eine Bereitschaft der Menschen, sich auf Gottesbegegnungen in mystischer Schau und ekstatischem Tanz einzulassen, begleitet von dem intensiven Wunsch, dass doch endlich der Messias erscheinen und dem (jüdischen) Leid auf Erden ein Ende bereiten möge.


Das sensible, meditativ ausgerichtete Wesen des Helden Israel ben Elieser zeichnet Singer dabei einfühlsam nach; alle anderen Figuren kommen hoffnungslos zu kurz. Dies gilt v.a. für die im Verlagstext als weitere Hauptfigur angekündigte Tochter Hodel. Gerade einmal auf den letzten 15 Seiten findet sie nähere Aufmerksamkeit und dient hier dank ihres an Studium und Gebet orientierten, somit "unweiblichen" Wesens als Anknüpfungspunkt für einige kritische Reflexionen des Baal Shem Tov hinsichtlich der untergeordneten Rolle der Frauen im Judentum, die in der Kürze des Textes leider nicht weiter ausgeführt werden. Wie schon oben angedeutet, hätte mich das allerdings sehr interessiert.

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Cover des Buches Jarmy und Keila (ISBN: 9783633542963)Sikals avatar

Rezension zu "Jarmy und Keila" von Isaac Bashevis Singer

Der eigene Weg ist nicht immer ganz klar vorgezeichnet
Sikalvor 2 Jahren

Warschau, 1911: Die rote Keila hat bereits in mehreren Bordellen gearbeitet bevor sie in Jarmy ihre große Liebe findet. Die beiden heiraten und träumen von einem Leben außerhalb des jüdischen Gettos. Als plötzlich Max, ein alter Bekannter auftaucht, der allem Anschein nach zu Geld gekommen ist, sieht vor allem Jarmy in Max die Hoffnung für ein besseres Leben. Keila ist nicht so ganz überzeugt von den Vorstellungen der beiden. Erschwerend kommt hinzu, dass Max mit Jarmy schon früher eine Beziehung hatte. Keila soll nun quasi als Bindeglied zwischen den beiden fungieren, hält aber die Grausamkeit irgendwann nicht mehr aus und flüchtet aus diesem Leben. Als sie auf den gebildeten Bunem trifft, der der Sohn eines Rabbiners ist, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Keila und Bunem versuchen sich nun in Amerika ein normales Leben aufzubauen, doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln, das müssen die beiden erkennen.

 

Der Autor Isaac Bashevis Singer wurde 1902 in Polen geboren, emigrierte 1935 in die USA, erhielt 1978 den Nobelpreis für Literatur und starb 1991. Dieser Roman wurde nun im Jüdischen Verlag von Suhrkamp herausgebracht und man darf hoffen, dass noch weitere folgen werden.

 

Der Autor schafft es hervorragend, die Atmosphäre des jüdischen Viertels und auch des Rotlichtmilieus einzufangen, zeigt die Armut und die Resignation, dann wieder das Aufflackern von Hoffnung.

 

Die Protagonisten wirken sehr authentisch, auch die vielen Nebenfiguren sind präzise ausgearbeitet. Das Leben im Warschauer Getto, aber auch den schwierigen Start der Auswanderer in New York kann man hier gut nachvollziehen. Ein gut ausgearbeitetes Bild der Gesellschaft und der Unterschiede zwischen den einzelnen Schichten, was sich auch in der Sprache des Romans immer wieder zeigt.

 

Für meinen Geschmack hätte man einige Milieuschilderungen durchaus etwas kürzen können, doch im Großen und Ganzen finde ich den Roman sehr lesenswert. 4 Sterne

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Zusätzliche Informationen

Isaac Bashevis Singer wurde am 14. Juli 1905 in Radzymin (bei Warschau) (Russland) geboren.

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