Isaac Bashevis Singer Ein Bräutigam und zwei Bräute

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Inhaltsangabe zu „Ein Bräutigam und zwei Bräute“ von Isaac Bashevis Singer

Erstmals bei dtv: In siebenundzwanzig kurzen Meisterstücken legt Isaac B. Singer eine Chronik des Ostjudentums zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor. Wie bei seinen großen Romanen bezaubern auch hier die Fülle an exzentrischen und außergewöhnlichen Charakteren sowie der besondere Erzählton des Literaturnobelpreisträgers.
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  • Rezension zu "Ein Bräutigam und zwei Bräute" von Isaac Bashevis Singer

    Ein Bräutigam und zwei Bräute
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    17. May 2010 um 09:49

    Heitere, jiddische Melancholie Lange hat es gedauert, bis die hier veröffentlichten siebenundzwanzig Geschichten in Buchform veröffentlicht wurden. Sie wurden in den Jahren 1955 bis 1960 im Journal "Forverts" auf Jiddisch erstveröffentlicht. Im Jahr 2000 erschien die us-amerikanische Erstausgabe "More Stories from My Father's Court" im Verlag Farrar, Straus and Giroux, New York. Im DTV Verlag ist nun die deutsche Taschenbuchausgabe erschienen. Der Titel der us-amerikanischen Ausgabe trifft die Idee dieser Geschichten auf den Punkt genau. Ein Mann erinnert sich an seine Kindheit als Sohn eines Rabbis im jüdischen Viertel von Warschau. Mit viel Humor und kindlicher Naivität erinnert sich der Erzähler an zankende Ehepaare, eifersüchtige Männer, hexenartige Frauen, Kleinganoven, Hochzeiten, Scheidungen, Wiedervermählungen, einen zum Judentum konvertierten Goi, frivole Nachbarn und betrogene Erben; allesamt Fälle, die auf die eine oder andere Art und Weise an den Vater herangetragen wurden. Geschichten, die auch die Entwicklung des Ich-Erzählers geprägt haben. Er baute sich vor Vaters Schreibtisch auf, hieb mit der Faust darauf und sagte: "Rabbi, ich will Klage erheben." "Gegen wen?" "Meine Frau." "Setzen Sie sich. Was ist los?" "Rabbi, entweder ich oder der Hund", dröhnte Sainwel. "Für uns beide ist kein Platz." "Wer ist dieser Hund?" "Es ist ein richtiger Hund, kein Mensch. Sie wollte einen Hund im Haus haben - Feuer in ihr Gedärm ... " Der 1904 im polnischen Radzymin in eine Rabbinerfamilie geborene und 1991 in Miami verstorbene Isaac B. Singer, 1978 Nobelpreisträger für Literatur, war ein geborener Geschichtenerzähler. Mit den ersten Worten jeder Geschichte nimmt er den Leser mit und führt ihn durch diese heiteren, melancholischen, jeweils acht bis neun Seiten kurzen Geschichten aus der vergangenen Welt des Ostjudentums zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In jeder kleinen Geschichte steckt ein Hinweis, eine Moral, eine Lehre oder auch nur die kindliche Wahrnehmung einer dem Kinde noch unverständlichen Sache. "Ich ging in den Hof hinunter und grübelte: Was waren unreine Tage? Und was bedeutete: Er ist zu mir gekommen? Sie lebten doch zusammen, und also war er sowieso immer bei ihr. Erwachsene hatten so merkwürdige Geheimnisse." Mit einen leichten Hang zur Ironie und der sehr sympathischen Fähigkeit, die Schattenseiten und kleinen Sünden des Lebens vor dem Hintergrund der religiösen Strenge nicht allzu ernst zu nehmen, hat Isaac B. Singer siebenundzwanzig unprätentiöse schlichte kleine Prosajuwele geschaffen. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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