Isaac Bashevis Singer Feinde, die Geschichte einer Liebe

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Inhaltsangabe zu „Feinde, die Geschichte einer Liebe“ von Isaac Bashevis Singer

Herman Broder, der als Jude in Polen nur knapp der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entging, lebt zurückgezogen und noch immer von Ängsten gepeinigt mit seiner Frau Jadwiga in Coney Island bei New York. Jadwiga, das polnische Bauernmädchen, hatte ihn vor den Deutschen versteckt und so sein Leben gerettet; vor allem aus Dankbarkeit für diese Tat wurde sie von Broder geheiratet. Daneben liebt er die schöne, eigenwillig-exaltierte Mascha, weiß diese Verbindung aber vor Jadwiga zunächst geheimzuhalten. Da taucht Tamara auf, seine erste Frau, von der Zeugen berichtet hatten, sie sei im KZ umgekommen. Hilflos und unentschlossen steht Herman zwischen diesen drei Frauen, bis er schließlich alle drei auf mysteriöse Weise verläßt ... (Quelle:'Flexibler Einband')

Intensives Miterleben mit den Überlebenden des Holocausts, gleichzeitig das Hineingeworfensein in eine moderne Gesellschaft.. Ein Sog...

— schweppisweppi

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  • Isaac B. Singer | FEINDE, DIE GESCHICHTE EINER LIEBE

    Feinde, die Geschichte einer Liebe

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 16:08

    INHALT: Die Erinnerungen an die Greueltaten der Nazis lassen Herman Broder auch nach Kriegsende nicht ruhen. Nachdem er sich drei lange Jahre in einem Heuboden vor Hitlers Schergen versteckt hielt und so dem sicheren Tod entkam, floh er nach dem Krieg nach New York City, wo der Roman Anfang der 50er spielt. (Ein genaues Datum wird nicht genannt, aber der Koreakrieg wird erwähnt.) Dort nimmt er Yadwiga zu seiner Ehefrau, die Bauerstochter, die ihn in seinem Versteck versorgte und somit das Wohl ihrer ganzen Familie aufs Spiel setzte. Mit Yadwiga führt Herman eine solide Ehe, jedoch ist Yadwiga furchtbar einfältig und weltfremd, was Herman regelmäßig zu Mascha treibt, einer mondänen Frau, die das Leben in allen Facetten genießt. Mascha weiß zwar von Yadwiga und lebt selbst noch in Scheidung, will aber unbedingt Herman ehelichen. Als sie schwanger wird, hat sie ein gutes Druckmittel und Herman willigt ein. Zu guter Letzt taucht auch noch Tamara auf, Hermans erste Frau, von der er dachte, sie hätte den Krieg nicht überlebt; es gab sogar Augenzeugen, die ihrem Tod bezeugen konnten. Nun führt Herman plötzlich drei Ehen – illegale Polygamie! Und während sich die Dinge zuspitzen, die drei Frauen voneinander Wind bekommen und die Luft für Herman immer dünner wird, findet er eine Lösung für das Dilemma und fasst einen Entschluss… FORM: Isaac B. Singer (1909-1991), der 1978 als erster und bislang einziger jiddisch schreibender Autor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, entwirft in FEINDE die Chronik einer menage a quatre, die in erster Linie von einer gewissen Komik lebt. In einer zweiten Ebene führt Singer aber auch das völlig zerstörte und desillusionierte Seelenleben der Menschen vor, die, wie seine Protagonisten, dem Holocaust nur körperlich entkommen konnten. Das ist auch der tiefere Mehrwert des Romans und die Kunst des Autors. Der Text ist sehr realistisch geschrieben, geizt aber nicht mit Metaphern, die Singer in den Beobachtungen Herman Broders versteckt. Hier ein Beispiel: Eine kleine Ameise krabbelte herum. Sie hatte die kalte Nacht überlebt und lief über den Tisch – aber wohin? An einem Krümel machte sie halt und rannte dann in einer Zickzacklinie weiter. Sie hatte sich von dem Ameisenhügel getrennt und mußte sich nun allein durchs Leben schlagen. (Seite 110) Der Roman erschien 1966 in Amerika zunächst in jiddischer Sprache und wurde sechs Jahre später nachträglich auf Englisch veröffentlicht. FAZIT: Mir hat der FEINDE, DIE GESCHICHTE EINER LIEBE ganz gut gefallen. Es ist spannend zu verfolgen, wie Broder immer mehr Bälle in der Luft jongliert, bis alles notgedrungen in sich zusammenfallen muss. Allein das Ende hat mich dann doch nicht so vom Hocker gerissen. Vielleicht hatte ich nach dem Klappentext, der von einer »mysteriösen Weise« des Verlassens sprach, etwas ganz Krasses erwartet. Wie dem auch sei – vier Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Herman Broder hat die Hölle des 2. Weltkrieges überlebt. Aber, nicht im Vernichtungslager, wie die a

    Feinde, die Geschichte einer Liebe

    Beagle

    24. March 2013 um 08:46

    Herman Broder hat die Hölle des 2. Weltkrieges überlebt. Aber, nicht im Vernichtungslager, wie die anderen Juden, Freunde, Bekannte und seine Familie, sondern auf dem Dachboden einer Scheune, wo ihn Jadwiga, das polnische Hausmädchen über 2 Jahre lang versteckte, ohne das Wissen ihrer Familie. Nach dem Krieg ist Herman nach New York gegangen und hat Jadwiga zum Dank für das, was sie so selbstlos für ihn getan hat, geheiratet. Aber, sie ist keine Jüdin, weshalb er diese Verbindung geheim halten möchte. Und auch sonst achtet Herman darauf, sich nicht mit anderen Juden zu treffen, alte Kontakte wieder neu zu knüpfen, oder jemanden aus seiner europäischen Vergangenheit zu finden, der den 2. Weltkrieg ebenfalls überlebt hat. Doch, diese Isolation hat noch einen weiteren Grund. Seit einiger Zeit führt Herman eine Beziehung zu Mascha, eine Überlebende, die er in New York kennengelernt hat. Herman ist vollkommen verrückt nach dieser Frau, die zwar ebenfalls verheiratet ist, der dieser Umstand aber nichts ausmacht. Auch soll sie während dieser Beziehung noch andere Bekanntschaften gehabt haben. Doch ihre Schönheit und der ausgesprochene sexuelle Reiz, lässt diesen Umstand in den Hintergrund treten. Immer wieder erzählt Herman Jadwiga, er müsse in fremde Städte, um Bücher zu verkaufen, um sich mit Mascha treffen zu können. Aber, Herman verkauft keine Bücher, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, sondern bringt die Ideen eines einflussreichen Rabbis zu Papier, der diese dann in Bücher verwandelt. Die Katastrophe beginnt, als Tamara, Hermans Exfrau aus Polen, in New York auftaucht. Eigentlich dachte er, Tamara sei bei Ausbruch des Krieges erschossen worden, ebenso wie seine beiden Kinder. Nun muss Herman sich entscheiden, denn er ist damit zweimal verheiratet und auch Mascha möchte ihn ehelichen. Ein leises Buch über ein lautes Thema. Ein Mann, der sich zwischen drei Frauen entscheiden muss, die ihm alle in irgendeiner Weise wichtig und wertvoll sind. Dabei geht Isaac B. Singer aber für meinen Geschmack zu sehr auf das Judentum ein, alles hat mit Religion zu tun, was den Reiz des Buches für mich (ohne dabei Antisemitisch zu sein!!!, denn ich wäre genauso gelangweilt gewesen, wenn es sich dabei um Christentum oder den Islam gehandelt hätte.) leider stark reduziert. Ansonsten eine wundervolle Geschichte.

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  • Rezension zu "Feinde, die Geschichte einer Liebe" von Isaac Bashevis Singer

    Feinde, die Geschichte einer Liebe

    miss_mesmerized

    04. October 2012 um 15:15

    Herman Broder, polnischer Jude, und seine Frau Yadwiga sind nach Ende des zweiten Weltkriegs nach New York ausgewandert. Yadwiga, bäuerlichen Ursprungs, schüchtern und von den vielen Eindrücken und der neuen Sprache gänzlich überfordert, arbeitete vor Beginn des Naziregimes als Dienstmädchens im Broder'schen Haushalt, als die Situation sich für die Juden zuspitzt, versteckt sie Herman kurzerhand drei Jahre lang auf dem Heuboden ihrer Eltern. Aus Dankbarkeit und weil er seine Frau Tamara für tot hält, heiratet Herman sie später. Das New Yorker Leben gestaltet sich einseitig, während sie den Haushalt wie eh und führt und aufgrund der Sprachbarrieren auch keinen Kontakt nach außen hat, Herman schreibt Reden und Bücher für einen Rabbi und gibt vor von zeit zu Zeit auf Geschäftsreise zu gehen, um Bücher zu verkaufen. Tatsächlich verbringt er dann seine Zeit mit seiner Geliebten, Mascha. Diese setzt ihn mehr und mehr unter Druck seine Frau zu verlassen. Als eines Tages in einer Zeitungsanzeige nach Herman gesucht wird, ahnt dieser Schreckliches. Und tatsächlich: seine erste Frau Tamara ist am Leben und sein Doppelleben droht aufzufliegen. Singers Roman ist schwer einzuordnen. Die Hauptfigur Herman Broder handelt in jeder Weise unglücklich und bisweilen geradezu dumm. Mit dem geschilderten Hintergrund jedoch auch wieder nachvollziehbar. Auch die anderen Figuren sind in ihrem Verhalten glaubwürdig geschildert, gerade mit Yadwiga hat man als Leser sehr viel Mitleid und wünscht ihr ein wenig Emanzipation. Spannend fand ich immer wieder die Schilderung der polnischen Community, die auch über die Emigration überlebt hat und letztlich zum Verhängnis Broders wird - die Welt ist nun einmal klein. Das Buch ist einerseits ein Liebesroman, andererseits erlebt man die klassische Flüchtlings- und Emigrationsgeschichte, ebenso die Folgen, die die Internierung in Konzentrationslagern für die Überlebenden hatte. Zwischen Tragik und auch Komik, jüdischem Leben und modernem Überlebenskampf in der Großstadt hat Broder eine durchaus unterhaltsam Geschichte angesiedelt.

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