Isabel Allende Mayas Tagebuch

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Inhaltsangabe zu „Mayas Tagebuch“ von Isabel Allende

Die neunzehnjährige Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas, der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer geliebten Großmutter gelangt sie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Anthropologen und Freund der Familie. Nach und nach kommt sie Manuel und den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Maya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken.

Mayas Tagebuch erzählt von einer gezeichneten jungen Frau, die die unermesslichen Schönheiten des Lebens neu entdeckt und wieder zu verlieren droht. Ein unverwechselbarer Allende-Roman: bewegend, spannend und mit warmherzigem Humor geschrieben.

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Schlussendlich konnte mich diese Geschichte doch überzeugen, liebevoll und grausam.

— ClaraOswald

Sehr schöne Familiengeschichte, berührende Großvater-Enkelin-Geschichte

— Bücherfüllhorn-Blog

Eine toll geschriebene Geschichte, spannend und gleichzeitig auch gefühlvoll.

— BluevanMeer

Allein ihr Stil zu beschreiben, vergleichen, berichten, vermischen von Fakten und Phantasie: sooo schöööön zu lesen.

— Neuneuneugierig

Hart, ehrlich, superschön.

— Denise_Bretz

Ein eindringlicher Roman, facettenreich und stark in seiner Sprache.

— c-m-mondstein

Ein ganz anderes Buch von Isabell Allende - und wieder einfacht nur toll.

— Bilie

Interessante Geschichte bis zur letzten Seite.

— Metang

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  • Sehr schöne Familiengeschichte, berührende Großvater-Enkelin-Geschichte

    Mayas Tagebuch

    Bücherfüllhorn-Blog

    17. November 2017 um 21:42

    Das Buch hatte mich nach den ersten paar Kapiteln schon in der Hand. Im Buch berührte mich am meisten die wundervolle Beziehung zwischen Maya und ihrem Großvater, genannt Pops. Diese Beziehung ist so eindrücklich, so wunderbar schön in Worte gefasst, das mir selbst die Worte fehlten. Wo Worte fehlten, kamen mir dann meist die Tränen, vor Rührung, vor Trauer, vor was weiß ich was. DAS hatte ich nicht erwartet. Und wie dann alles „den Bach runter geht“, und wie Maya am Anfang und am Ende (genialer Erzählstrang) in „Chiloe“ (Insel vor Chile) Zuflucht sucht. Wie sie sich selbst wieder findet, nach all dem Leiden. Ein schönes Buch.

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  • Ein etwas anderer Allende?

    Mayas Tagebuch

    BluevanMeer

    16. November 2017 um 17:05

    Zugegeben, bisher kannte ich von der Schriftstellerin nur Das Geisterhaus. Ein Familienepos der Extraklasse. In Mayas Tagebuch geht es auch um Familie und Geheimnisse, aber der Fokus ist doch ein anderer. Es geht um Schicksal und Vergangenheit und Fehler, die Menschen begehen. Anders als in anderen Romanen verzichtet Allende auf magischen Realismus und schildert stattdessen das Leben im Drogenmilieu.  Maya ist auf der Flucht vor einer Verbrecherdealerbande, die 19jährige ist ziemlich abgestürzt. Nach dem Tod ihres Großvaters, "Pop", wie sie ihn liebevoll nennt, der Mayas Ein und Alles war, gelingt es dem Mädchen nicht mehr richtig Fuß zu fassen und sie stürzt immer tiefer in eine Krise. Drogen sind ihr einziger Ausweg. Ihre Großmutter versucht Maya zu helfen und verfrachtet sie an einen Ort, der sie vor dem Chaos Zuhause schützen soll. Im Süden Chiles wartet ein alter Freund ihrer Großmutter. Manuel nimmt sie bei sich auf, aber er bleibt wortkarg und will wenig von ihr wissen. Während sich Maya mit ihrer neuen Situation abfindet, erzählt sie in Rückblicken wie ihre Kindheit verlaufen ist und welche besondere Beziehung sie zu ihren Großeltern hatte. Diese Szenen haben mir am besten gefallen, weil sie wunderbar geschrieben sind. Allende gelingt es mit wenigen Sätzen komplexe Charaktere zu zaubern, die man als Leser*in sofort ins Herz schließt. Zumindest ging es mir so. So erfährt man auch, warum Maya sich eigentlich bei Manuel aufhalten muss und warum die Drogendealer hinter ihr her sind. "Mein Pop hat das Leben einmal mit einem Wandteppich verglichen, an dem man Tag für Tag weiterknüpft mit Fäden in vielen Farben, manche davon grob und dunkel, andere zart und strahlend, jeder Faden ist zu gebrauchen. Die Dummheiten, die ich begangen habe, sind schon in dem Teppich verewigt, man kriegt sie dort nicht mehr weg, sie werden mich aber auch nicht bis ans Ende meiner Tage belasten. Man muss nach vorne schauen." (150) Zwischendurch habe ich mich gewundert. Wie viel dieses Mädchen wegstecken kann, egal, was ihr passiert, sie lebt weiter und sie macht weiter und sie gibt - trotz allem - nicht auf. Das hat mich zumindest gewundert. Ihr passen schreckliche Dinge, aber sie macht weiter. Sobald Manuel auftaucht, wird diese  Schilderung etwas klarer. Manuel war ein politischer Gefangener. Als junger Mann wurde er entführt und gefoltert. Er hat nie über die Ereignisse im Gefängnis gesprochen, er hat einfach weiter gemacht. Wie viele Menschen in Chile und so, wie Maya es in ihrem jungen Leben versucht. Obwohl sich beide anfänglich nicht verstehen und wenig miteinander sprechen, sind sie sich doch sehr ähnlich. Beide glauben an dasselbe Mott: weitermachen, nicht nachdenken. Erst nach und nach begreift Maya, welche Verbrechen in der jüngsten Vergangenheit von Chile geschehen sind. Maya hatte nie eine Verbindung zu Chile. Sie ist in den USA aufgewachsen und kennt nur die Erzählungen ihrer Großmutter, die nie über Chile gesprochen hat. Obwohl Maya jedes Detail des Kennenlernens der Großeltern kennt, weiß sie nichts über das Leben der Großmutter vor den USA. Maya beginnt nachzuforschen und langsam versteht sie, was Manuel passiert ist. Aber auch ihre eigene Vergangenheit lässt sich nicht einfach abstreifen, die Drogenbosse sind immer noch hinter ihr her... Gerade die  Hintergründe von Manuels Eigenarten und seine Geschichte, die eng mit der politischen Entwicklungen Chiles verknüpft sind,  haben das Buch für mich sehr lesenswert gemacht. Es ist mehr als ein Wohlfühlbuch, denn es werden auch traurige und schlimme Themen angesprochen, die nicht verharmlost werden. Das macht die Geschichte nicht nur unterhaltsam und spannend, sondern auch auf eine Weise ernst und tiefgründig, die ich nicht erwartet hatte.

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  • Gewalt und Liebe

    Mayas Tagebuch

    Ginkgo

    Mayas Eltern kümmern sich nicht sehr um sie und so wächst sie im liebevoll-chaotischen Haushalt ihrer Großeltern auf. Alles ist gut bis zu dem Tag als ein Ereignis ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Am Ende einer Serie dramatischer Ereignisse schafft ihre Großmutter sie kurzerhand auf eine abgelegene Insel in Chile, damit sie sich erholen und ihr Leben neu ordnen kann. Das Buch spielt teilweise in Chile, teilweise in den USA, denn Maya schreibt während ihrer Zeit in Chile dieses Tagebuch über die aktuellen Ereignisse und ihre Vergangenheit. Es ist ein actionreiches, spannendes, ausgezeichnet geschriebenes Buch über Verzweiflung, Gewalt und Liebe, das mich gar nicht ans Geisterhaus oder andere, weniger bekannte Bücher von Isabel Allende erinnert hat, obwohl es mit ihnen die starken Frauenfiguren gemeinsam hat. Es hat was von einem Thriller auf literisch hohem Niveau, mit wenig südamerikanischem, magischem Realismus. Wer sehr spannende Büchern mag, sollte es unbedingt lesen!

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  • Leider nicht überzeugend...

    Mayas Tagebuch

    Kaaathi

    10. November 2015 um 21:28

    Die Geschichte klingt sehr spannend und allein der Klappentext hat mich gereizt das Buch zu lesen. Diese Spannung kommt meiner Meinung nach aber überhaupt nicht zustande, da Belanglosigkeiten langatmig erzählt werden und fast schon wie bei Tolkien seitenlange Beschreibungen eines Gegenstands oder der Natur vorkommen. Für mich kam der Stein irgendwie nicht ins Rollen und ich hab das Buch öfters weggelegt und mich fast schon zwingen müssen weiterzulesen. Außerdem fand ich irgendwie keinen Zugang zu Maya – ich wusste nicht, ob ich sie mögen soll oder nicht. Dabei ist mir das bei einem Buch besonders wichtig. Die Protagonisten müssen irgendein Gefühl in mir auslösen, das ist bei Mayas Tagebuch leider überhaupt nicht passiert.  Ein Herz gibt es für die Geschichte, die, wenn man sie sich im nachhinein durchliest, doch recht spannend und schön konstruiert wirkt. Das zweite Herz gibt es für die Wortwahl, da Allende hier immer den Nagel auf den Kopf trifft, allerdings wäre schärfere Beschreibungen manchmal zielführender gewesen. http://www.pippistattannika.de/lesefieber-isabel-allende-mayas-tagebuch/#more-3389

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  • Erwachsenwerden ist schwer

    Mayas Tagebuch

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. October 2015 um 12:03

    Maya, eine Mischung aus Chile und Dänemark, wird von ihrer Mutter, der "Prinzessin aus Lappland" dem Vater überlassen. Der wiederum, als Pilot ständig in der Welt unterwegs, überträgt die Verantwortung den Großeltern. So wächst Maya bei ihrer chilenischen Großmutter und ihrem geliebten Pop, einem farbigen Astronom in Kalifornien auf. Der Tod ihres geliebten Großvaters wirft sie aus der Bahn. Ihre Großmutter, selbst tief getroffen vom Verlust ihres geliebten Mannes, sieht die Verzweiflung des Mädchens nicht. Maya schließt sich den "Vampiren" an und fängt mit Drogen an. Nach einem durch Drogen verursachten Unfall, wird sie weit entfernt für ein Jahr in eine Erziehungsanstalt eingewiesen. Kurz vor Ende des Jahres gelingt ich die Flucht und sie gerät in die Hände eines Fernfahrers, der sie grausam vergewaltigt und sie in Las Vegas aussetzt. Dort wird sie Drogenauslieferin für einen Kriminellen und als dieser ermordet wird, wird sie als Mitwisserin gejagt. Mithilfe des einzigen Freundes, den sie in las Vegas hat, gelingt ihr die Flucht zu den Witwen Jesu', die ihr beim Entzug beistehen und ihre Großmutter verständigen. Ihre Großmutter schickt sie zu ihrem alten Freund Manuel auf eine kleine chilenische Insel. Dort findet sie zu sich. Ein wunderschön geschriebenes Buch von Isabel Allende. Wie immer kommt auch die chilenische Geschichte nicht zu kurz und man spürt die Liebe der Autorin zu ihrem Heimatland. Lesenswert

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  • Zweisprachige Leserunde zu "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" und "La felicidad es un té contigo"

    Die schönste Art, sein Herz zu verlieren

    aba

    ¡Un saludo a todos los amantes de la lengua de Cervantes! Ich grüße alle Liebhaber der Sprache von Cervantes! Con LovelyBooks haremos un viaje literario rumbo a España y así adelantaremos la llegada del verano. Pero LovelyBooks no sería LovelyBooks si este viaje no estuviera acompañado de un libro que nos levanta el humor y nos hace olvidar los días grises y fríos. La autora española Mamen Sánchez ha escrito el libro ideal para nuestro propósito: "La felicidad es un té contigo". Wir machen eine literarische Reise nach Spanien und so möchten wir dem Sommer entgegenlaufen. Aber LovelyBooks wäre nicht LovelyBooks, wenn diese Reise ohne ein Buch stattfinden würde, das uns gute Laune macht und vergessen lässt, dass es draußen noch kalt und grau ist. Die spanische Autorin Mamen Sánchez hat das ideale Buch geschrieben, das unser Vorhaben perfekt ermöglicht: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren". Mit Mamen Sánchez' Buch eröffnen wir unsere erste spanisch-deutsche Leserunde bei LovelyBooks! Seid ihr neugierig geworden? Habt ihr Lust auf ein zweisprachiges Abenteuer der besonderen Art? Dann seid ihr hier genau richtig! Zum Inhalt England. Der berühmte Verleger Marlow Craftsman ist in Sorge. Seit er seinen Sohn Atticus nach Madrid schickte, um die Kulturzeitschrift Librarte zu schließen, ist der junge Gentleman wie vom Erdboden verschwunden. Was ist passiert? Marlow beauftragt Inspektor Manchego, sich bei der spanischen Zeitschrift umzuschauen... Madrid. Den fünf weiblichen Angestellten einer vor dem Ruin stehenden Literaturzeitschrift ist zur Rettung ihrer Arbeitsplätze jedes Mittel recht. Was wäre ein unveröffentlichter Gedichtband von Federico García Lorca heute wohl wert? Die fünf Damen ersinnen eine List: Soléa, die Schönste von allen, soll den Engländer mit einer Lüge von seinem Vorhaben ablenken. Wenig später sitzt Atticus (gerüstet mit Unmengen von Earl-Grey-Tea) mit der schönen Soléa auf einem Gemüsekarren Richtung Andalusien. Dort, in Sacromonte, im Haus ihrer Großmutter Remidios, warten angeblich in einer alten Truhe hundert Liebesbriefe von Lorca auf ihre Entdeckung. In Granada angekommen entdeckt der steife Brite in der herzlichen Zwangsumarmung von Soléas andalusischer Großfamilie allerdings zunächst einmal den Andalusier in sich... Ein äußerst vergnüglicher Roman, in dem es um verschiedene Kulturen, verzeihliche Lügen, Literatur und Liebe geht. Und am Ende muss einer alles retten. Hemingway natürlich! Mehr über Mamen Sánchez Mamen Sánchez studierte in Madrid Kommunikationswissenschaften, dann Literaturwissenschaften an der Sorbonne und an den Universitäten von London und Oxford. Heute ist sie die stellvertretende Chefredakteurin der spanischen Zeitschrift Hola! und Chefredakteurin der mexikanischen Ausgabe. Sie ist verheiratet und hat fünf Kinder. Mit dem Roman Die schönste Art sein Herz zu verlieren erzielte die Journalistin und Autorin in Spanien einen grandiosen Durchbruch. Ihr neuer Roman Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension ist strengstens verboten ist in Vorbereitung. Hier geht es zur Leseprobe Y aquí está la vista previa en castellano Zusammen mit dem Thiele Verlag und dem spanischen Verlagskonzern Grupo Planeta verlosen wir 10 Exemplare von "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" und 5 Exemplare von "La felicidad es un té contigo“ unter allen, die Lust haben, Spanien nach Deutschland zu holen! Wer den Bestseller aus Spanien im Rahmen dieser zweisprachigen Leserunde lesen, sich darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben möchte, bewirbt sich* bis zum 05.05. für eins der 15 Leseexemplare. Was müsst ihr dafür tun? Nur eine Frage beantworten… "Desperate women": Die fünf Angestellten der Literaturzeitschrift würden über Leichen gehen, um ihren Arbeitsplatz vor dem Ruin zu retten. Wie weit würdet ihr in einer ähnlichen Situation gehen? ¡Cinco empleadas de una revista literaria están desesperadas por conservar su trabajo y para ello serían capaz de cualquier cosa! "El fin justifica los medios": ¿Se puede aplicar este dicho a cualquier situación? Ihr könnt auf die Frage auf Deutsch oder Spanisch antworten. Falls ihr auf Spanisch schreibt, wäre schön, wenn ihr eine Zusammenfassung eures Beitrages auf Deutsch schreiben würdet, damit ihn alle lesen können. Ganz wichtig: bitte sagt, für welche Ausgabe – spanisch oder deutsch - ihr euch bewerbt! ¡Mucha suerte! Ich wünsche euch viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 531
  • Unterhaltung auf gutem Niveau

    Mayas Tagebuch

    BrittaRoeder

    Die junge Amerikanerin Maya hat Probleme, aber sie hat auch ihre chilenische Großmutter Nini, die sie notfalls "bis ans Ende der Welt" verfrachtet", um sie vor sich selbst und ihren Schwierigkeiten zu retten. So beginnt Allendes Roman damit, dass die junge Frau in einem kleinen südchilenischen Nest ankommt, um bei einem alten Freund ihrer Großmutter zu wohnen. Durch das Tagebuch, das Maya dabei führt, erfährt der Leser Kapitel für Kapitel ihre Geschichte - die, die sie nach Chile geführt hat und die, die sie nun in Chile erlebt. Glaubwürdig schlüpft Allende in die Haut der jungen Maya, aus deren Perspektive die Handlung des Romans vor dem Leser ausgebreitet wird. Dass dabei nicht nur die Geschichte der jungen Frau erzählt wird, sondern auch ihre weitläufige Familiengeschichte, die unmittelbar mit der jüngsten chilenischen Vergangenheit verwoben ist, ist dabei keine Frage. Denn die Autorin heißt Allende und diese großartige Erzählerin führt mit viel Humor und Empathie ihre unzähligen kleinen und großen Geschichten zu einem in sich stimmigen großen Ganzen zusammen. Allendes Erzählweise besticht vor allem durch ihre vielseitigen Charakterstudien, mit denen sie ihr Personal ausstattet. Denn ihre Figuren sind keine Schwarz-Weiß-gemalten Klischees, sie sind lebensnahe Typen mit Stärken und Schwächen, mit denen man sich als Leser gerne "anfreundet". 'Mayas Tagebuch' ist zwar lange nicht so einzigartig wie Allendes großes Meisterwerk 'Das Geisterhaus', aber spannend und mitreißend ist dieser Roman allemal. Ein Unterhaltungsroman auf gutem Niveau, der seine Leser am Ende mit einem zufriedenen Gefühl zurück lässt.

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    • 8

    dicketilla

    10. March 2015 um 08:11
  • Allende, Isabel: "Mayas Tagebuch"

    Mayas Tagebuch

    Dostojewska

    Alles in allem ein schöner und mitreißender Roman. Viele klassische Allende Themen vermisst der Leser hier nicht... vieles begegnet uns wieder: Familie, Mystik, Glaube, Tod und ein verwunschenes Haus. Dahingehend werden wir eindeutig befriedigt. Zudem werden uns die Augen aus dem Blickwinkel eines jungen Mädchens bzw. einer jungen Frau geöffnet, die Dinge erlebt, die man, sieht man nur die Oberfläche vielleicht schon einmal verurteilt hat: Sucht, Prostitution, Aggression... die sich nicht zuletzt gegen die eigene Familie richtet.Ich muss leider auch feststellen, dass mir vieles, was ich sonst an Isabel Allende so sehr schätze, hier fehlt: Da wäre einmal die Historie -hier der Militärputsch in Chile 1973-, in die sie mich sonst so bedingungslos eintauchen lässt und der Zauber, der mir trotz aller Kauzigkeit mancher Charaktere und der Mystik dieser hier aufgesuchten chilenischen Insel fehlt. Das ist schade, zu dem einem scheint, als würden all die Dinge, die man so schmerzlich vermisst hat, einem dann geballt auf den letzten 40 Seiten entgegenspringen. Ich bleibe zwigespalten, da sich dieser Roman bei alledem dennoch einen Platz in meinem Herzen freigeschaufelt hat...

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    • 3
  • Flucht ans Ende der Welt

    Mayas Tagebuch

    Kerstin_Westerbeck

    13. February 2015 um 20:37

    Maya stürzt aus ihrer jugendlichen Drogenhölle und landet in Chiloé. Abgewrackt, frisch vom Entzug und das mit knapp 20 Jahren. Chiloé ist eine Insel am unteren Zipfel Chiles. Vergessenes Eiland im wilden Patagonien. Idealer Unterschlupf, um sich vor dem Rest der Welt - Crack und ein paar unberechenbaren Drogenjunkies - zu verstecken. So denkt sich Mayas Oma, von ihrer Nichte liebevoll "meine Nini" genannt. Im Hause des alternden Manuel, einem Jugendfreund ihrer chilenischen Großmutter, findet Maya zunächst das, was sie bitter nötig hat: Ruhe und Zeit um über ihr Leben zu reflektieren. Doch am Ende der Welt passiert mehr als erwartet. In den Mythen der Insel, Manuels Arbeit und den Ritualen der Chiloten geht sie schließlich vollkommen auf. Sie findet Verlorenes wieder, entdeckt das tiefe Gefühl der Freundschaft und verliebt sich zum ersten Mal. Nach und nach blättert dabei die Vergangenheit von ihr ab und bringt die eigentlich lebenshungrige und emotional überschäumende Maya zum Vorschein. Bei diesem Buch habe ich mich zunächst auf Chiloé gefreut. Ich kenne die Insel, habe selbst ein paar Monate dort gelebt. Wilder Urwald, Dauerregen, Kühe im (Morgen-)Nebel am Strand, Stelzenhäuser (palafitos genannt), bunte Holzkirchen, Pinguine. All das ist mir noch sehr lebhaft in Erinnerung. Die Namen der Orte, Castro, Ancud, Puerto Montt ... und ganz besonders die Mythologie von Chiloé von der kaum jemand weiß, dass es sie gibt, habe ich nicht vergessen. Dazu Mayas berührende Geschichte. Eine Isabel Allende, die immer die richtigen Worte findet um Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Das einzige, was mich an diesem Buch etwas irritiert hat ist, dass man erst auf den letzten Seiten von Manuels bewegter Vergangenheit erfährt. Das hätte ich mir schon zu einem früheren Zeitpunkt gewünscht.

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  • Menschliche Abgründe, Hoffnungen und Liebe

    Mayas Tagebuch

    JulesBarrois

    15. December 2014 um 09:42

    Maya und ihre Oma Nini sind zwei Figuren die durch ihr Leben stark geworden sind. Ihre Oma Nini schickt Maya ins Exil auf die trostlose Insel Chiloé. „Chiloé ist nichts für Menschen, die es eilig haben.“ (Seite 75) Dort soll sie die Nachwirkungen ihres Ausflugs in die Welt der Drogen und des Verbrechens verkraften. Hier in der Einsamkeit der Insel erlebt sie in Gedanken ihre Kindheit und ihr Verhältnis zu ihrer Familie noch einmal. Die Rückblicke auf ihre Kindheit und ihre spätere Flucht nach Las Vegas werden immer abwechselnd zu dem aktuellen Leben auf Chiloé geschildert und so ergibt sich ein spannender Blick auf die Persönlichkeit Mayas. Es ist die Geschichte von Maya und ihrer Entwicklung. Gleichzeitig gelingt Isabel Allende eine starke Gesellschaftskritik an den USA und der westlichen Welt, die sie mit einer herzlichen, heißen Liebeserklärung an ihr Heimatland Chile verbindet. Sie zeigt die Widersprüche zwischen einer Welt des Aufeinander achtens, der gegenseitigen Hilfe, des Zuhörens und des miteinander Redens und der Welt der Kriminalität, des Luxus` und seines schönen Scheines und die herzlose Leere dieser Welten. Tröstlich, mit feinsinnigem Humor, leicht und liebevoll, böse und amüsant, warmherzig aber realistisch zeigt Allende auch hier eines: Man kann Dinge nicht ungeschehen machen, aber es ist möglich, sich neu zu (er)finden und alte Dämonen abzuschütteln. „ ... Glück hat etwas Seifiges., es glitscht einem durch die Finger, an Problemen dagegen kann man sich festklammern, sie sind rau und hart und geben Halt.“ (Seite 150) Ein moderner, aktueller und gleichzeitig herrlich altmodischer, wunderbarer Roman der phantastische Erzählerin Isabel Allende. Ein wunderbares Buch über menschliche Abgründe, Hoffnungen und die Liebe. Empfehlenswert für alle, die Geschichten, Familiengeschichten lieben, die mit politischen und sozialen Hintergründen verbunden sind.

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  • Unterhaltsam

    Mayas Tagebuch

    Liebes_Buch

    23. January 2014 um 11:04

    "Mayas Tagebuch" ist mein erstes Buch von Isabel Allende, und es gefällt mir sehr. Maya Vidal, ein Scheidungskind, gerät nach dem Tod ihres Grossvaters auf die schiefe Bahn. Sie ist in der Vampir-Clique der Schule, klaut, nimmt Drogen und raubt Pädophile aus. Als sie auffliegt, wird sie zu einer Therapie in einem Heim verdonnert, von wo sie flieht. Doch von da an geht es noch schlimmer bergab und sie gerät zwischen die Fronten von korrupter Polizei und Geldfälschern. Ihre Oma versteckt sie in Chile. Dort schreibt sie ihre Lebensgeschichte und die ihrer Familie in ein Notizheft. Das hat mir gut gefallen. Besonders, weil Allende in keine Schublade passt. Das Buch ist eine Mischung aus Jugendbuch, Familiengeschichte, biographischem Roman und Krimi. Eigentlich ein No-Go für Verlage, oder? Alle Figuren in diesem Buch sind abgedreht und haben schwierige Schicksale, die Autorin geizt nicht mit Klischees. "Das ist ja besser als die Soap im Fernsehen" lässt sie eine Person anmerken, und das ist wahr. Ich finde, Allende hätte nicht so übertreiben müssen. Mir hat es gut gefallen, dass sie die Geschichten der Figuren auch mit Politik mischt. Dass Politik unser Leben beeinflusst, wird von vielen Autoren ausgeblendet. "Mayas Tagebuch" wird durch den hervorragenden Schreibstil Isabel Allendes getragen, der das Buch zu einem Genuss macht! (Ich hab das Weltbild-Taschenbuch gelesen)

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  • Das Tagebuch zweier Leben

    Mayas Tagebuch

    Bri

    Maya ist 19 Jahre alt und in der mehr oder weniger selbstgewählten Verbannung auf einer kleinen Insel an der Südküste Chiles. Chiloé wird ihr Zuflucht und Heimat. Verstecken muss sie sich mit ihren 19 Jahren vor ihrem früheren Leben im Drogenmilieu und den dazugehörigen Menschen. In dieses Leben der Drogen rutscht sie durch ein traumatisches Erlebnis, das sie mitten in einer der problematischsten menschlichen Phasen, der Pubertät, trifft. Unsicher bezüglich ihrer eigenen Persönlichkeit, wie so viele Jugendliche im Alter von 16 Jahren, kann sie das Trauma nicht einfach abschütteln und geht in den inneren und äußeren Widerstand. Auch gegenüber den Menschen, die sie lieben und für sie da sein wollen. Chiloé ist eine kleine Insel, auf der nach dem Putsch 1973, nach Haft und Misshandlung, einige Chilenen ins Exil geschickt wurden. Eine Insel, auf der Gemeinschaft wichtig ist und etwas zählt. Wo jeder willkommen ist, der sich einbringt. Wo man einen Gefallen nicht direkt, sondern auch im Ringtausch erwidern kann. Ruhe, Stille, Natur und der eigentliche Sinn des Lebens – das bloße Sein – helfen Maya, ihre Vergangenheit, die sie einzuholen droht, abzuschließen und sich selbst eine Zukunft erschaffen zu können. Aber auch Manuel, der einsiedlerisch lebende Soziologe, bei dem Maya Unterschlupf findet, wird ein Teil ihrer Zukunft, nicht zuletzt weil sie einiges über seine Vergangenheit in Erfahrung bringt … Gewohnt einfühlsam und kenntnisreich verschafft Isabel Allende dem Leser den Zugang zu Lebenswelten, die man persönlich nie wirklich durchleben möchte. Die zwei Leben der Maya Vidal: vor und nach den Drogen. Interessanterweise werden nicht die sog. weichen und harten, aber jeweils illegalen Drogen als schwer entrinnbar bezeichnet, sondern die legalste und angesehenste Droge wohl aller Gesellschaften: der Alkohol. Überall verfügbar, in seiner Wirkung komplett unterschätzt, benötigt man ein gerüttelt Maß an Stärke, um dem Dämon nicht wieder zu verfallen. Allende gelingt es meisterhaft, die kurze Spirale des Abstiegs eines von Drogen bestimmten Lebens aufzuzeigen. Die Schamlosigkeit, wenn es um die Beschaffung des nächsten Schusses geht, die vor keinem noch so erbärmlichen Diebstahl halt macht. Das nur Sekunden anhaltende Hochgefühl, bevor die Wirkung der Droge wieder verpufft. Da fragt man sich, woher weiß eine Autorin wie Isabel Allende das so genau – nicht direkt aus eigener, dennoch aus familiärer Anschauung. Weiß der Leser das, so nimmt er Maya alles ab, was sie über ihr Verhalten, ihr Leben im Rausch preisgibt. Mayas Tagebuch lässt den Leser, so er es zulässt, eintauchen. In eine Geschichte, in verschiedene Leben, in eine andere Kultur. Das Eintauchen geschieht genauso allmählich, wie das Leben auf Chiloé gemächlich ist. Und das tut gut in Zeiten der allgemeinen Schnelllebigkeit, in der sogar das Bücher lesen zum Konsum ausarten kann. Tröstlich, humor- und liebevoll zeigt Allende auch hier wieder eines: Man kann Dinge nicht ungeschehen machen, aber es ist möglich, sich neu zu (er)finden und alte Dämonen abzuschütteln. Auch trotz einer Tatsache: „ ... Glück hat etwas Seifiges, es glitscht einem durch die Finger, an Problemen dagegen kann man sich festklammern, sie sind rau und hart und geben Halt. … „ oder vielleicht gerade deswegen.

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    • 3
  • Rezension zu "Mayas Tagebuch" von Isabel Allende

    Mayas Tagebuch

    Bellami

     

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  • Leserunde zu "Mayas Tagebuch" von Isabel Allende

    Mayas Tagebuch

    Daniliesing

    In dieser Woche habe wir ein Isabel-Allende-Special für euch geplant: Am 02. August wurde die beliebte Autorin Isabel Allende 70 Jahre alt. Mit ihren bewegenden Werken begeistert sie ihre Leser weltweit. Gerade ist auch ihr neuer Roman "Mayas Tagebuch" im Suhrkamp Verlag erschienen. Doch nicht nur Isabel Allendes Geburtstag gilt es zu feiern, sondern auch das 30-jährige Jubiläum ihres Buches "Das Geisterhaus", das zu diesem Anlass in einer hübschen Neuausgabe erschienen ist. Wenn ihr eins von 10 Exemplaren gewinnen möchtet, klickt einfach hier! Mehr zum Inhalt von "Mayas Tagebuch": Die neunzehnjährige Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas, der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer geliebten Großmutter gelangt sie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Anthropologen und Freund der Familie. Nach und nach kommt sie Manuel und den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Maya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken. --> Leseprobe zum Buch Isabel Allendes gefühlvoller Roman, angsiedelt in ihrem Vaterland Chile, ist so authentisch, dass man sich direkt in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Möchtet ihr gemeinsam mit anderen Lesern "Mayas Tagebuch" in dieser Leserunde lesen, euch darüber austauschen und abschließend eine Rezension schreiben? Dann könnt ihr euch bis einschließlich 19. August 2012 für eins von 25 Freiexemplaren bewerben oder auch mit einem eigenen Buch mitmachen. Als kleinen zusätzlichen Anreiz verlosen wir unter allen, die bis spätestens 16.09. eine Rezension zu "Mayas Tagebuch" schreiben, ein schönes Buchpaket mit den Neuausgaben von "Fortunas Tochter", "Das Geisterhaus" und "Portait in Sepia". Bewerbung als Testleser: Verratet uns, wieso ihr gern bei der Leserunde mitmachen möchtet und was euch besonders am Buch interessiert! Habt ihr schon andere Bücher der Autorin gelesen? Klingt die Geschichte besonders spannend? Was macht euch neugierig auf das Buch?

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    • 387
  • Mayas Tagebuch von Isabel Allende

    Mayas Tagebuch

    trisha

    28. May 2013 um 21:25

    Achtung Spoiler „Chiloé ist nichts für Menschen, die es eilig haben.“ (Seite 75) Diesen Satz nimmt sich Isabel Allende in ihrem neuen Roman „Mayas Tagebuch“ sehr zu Herzen. Die Geschichte plätschert dahin, mit vielen Pausen und Alltagsunterbrechungen. Dabei ist der Inhalt sehr spannend – vielleicht zu spannend, denn es wird alles hineingestopft in diese Geschichte, von Drogenproblemen, Krebserkrankungen, Rassismus, Arm und Reich, Kindesmissbrauch, Korruption, Folter, Traumata, Liebe usw. Tod und Leben geben sich ein Duell, und das Leben gewinnt in den meisten Fällen, denn es ist schließlich ein Roman von Isabel Allende. „[…] sagte ihm, dass ich nichts trinken kann, weil ich Alkoholikerin bin. „Du Ärmste! Das ist ja schlimmer als Vegetarier zu sein“, rief er. (Seite 440) Ich lerne Maya kennen, die mir in Ich-Form alles erzählt. Sie schreibt in ihr Tagebuch, aber das Buch hat keinen Tagebuchstil. Vielmehr krieche ich in Mayas Gehirn, denn ich erfahre alles, was sie beschäftigt. Ich erfahre, dass sie Alkoholikerin ist, dass sie auf der Flucht ist und für einige Zeit bei einem alten Bekannten ihrer Großmutter verbringen muss. Was ich noch nicht weiß: vor wem sie auf der Flucht ist und warum. Sehr schnell schließe ich Mayas Großvater „Pop“ in mein Herz, denn er beweist die Feinfühligkeit, die ihre Großmutter vermissen lässt. Er ist Mayas Bezugsperson, denn ihre Mutter verschwindet und ihr Vater lädt Maya bei ihren Großeltern ab, damit er sich durch die Welt ficken kann. (Ich meine fliegen, er ist schließlich ein Pilot.) „Laut meinem Pop war ich nicht lernschwach, sondern phantasiebegabt, was weniger schlimm ist, und die Zeit gab ihm recht […].“ (Seite 46) Pop versteht Maya und sie lieben sich sehr, doch kurz vor ihrem 16. Geburtstag stirbt Pop an Bauchspeicheldrüsenkrebs und Mayas Welt wird immer schwärzer. Sehr lieb finde ich die Idee, dass Maya Pop sehen kann, wenn sie ihn braucht, was sie aber anscheinend immer wieder vergisst, die blöde Göre. Mayas Großmutter Nini ist sehr streng, trotzdem lieb natürlich, aber mit ihr werde ich einfach nicht warm. „Diese Mafia besteht aus ihr allein, doch fürchten Mike O’Kelly und ich uns sehr vor ihr und nennen meine Nini deshalb auch Don Corleone.“ (Seite 45) Zum einen ist Nini diese selbstbewusste Frau, die nach dem Tod ihres ersten Mannes ihren Sohn im wildfremden Kanada alleine großziehen muss und sich den Astronomieprofessor einfach angelt, weil er ihr gefällt. Zum anderen lässt sie sich zu verrückten Ideen hinreißen, ist besessen von Krimis und will keine andere als ihre eigene Meinung gelten lassen. „Meine Nini und Mike O’Kelly […] landen aber nach der Festnahme nie in der Arrestzelle, sondern im Büro von Sergeant Walczak, der ihnen dort Cappuccino serviert.“ (Seite 69) Sie ist diese starke Frau, die, wenn ihr Ungerechtigkeit über den Weg läuft, sofort etwas tut, aber gleichzeitig ist sie sehr hilflos und blind, wenn es um Mayas Leben und vor allem um ihre Sucht und Lügen geht. Mike O’Kelly, Ninis bester Freund, auch Schneewittchen genannt, ist ebenfalls verrückt nach Krimis und jemand, der (Ex)Abhängige betreut. Da ist die Unklarheit in meinem Kopf: Er hätte etwas von Mayas Sucht bemerken müssen. Ich lerne Chiloé kennen. Es ist eine seltsame Insel bei Chile, auf die Manuel, Ninis Bekannter, verbannt wurde, nachdem er die Regierung geärgert hatte. „Ich bin auf der Flucht vor den Behörden“, sagte ich ernst, und er lachte. „Das war ich auch sechzehn Jahre lang, und um ehrlich zu sein, fehlt mir das heute.“ (Seite 65) Manuel ist ein komischer Kauz, was wohl normal ist, bei seiner Vergangenheit. Die Vergangenheit wird sehr lange angedeutet, und wer Isabel Allendes Bücher kennt, kann sich in etwa vorstellen, was es vermutlich sein wird. Dass die Foltermethoden dann aber so genau beschrieben werden, ist neu. Die Beziehung zwischen Maya und Manuel wird mit der Zeit eine Art Freundschaft, aber sehr langsam, sie entwickelt sich ganz natürlich, mit Höhen und Tiefen und immer vor den Kulturunterschieden, auf die eine Kalifornierin und ein Chilene (oder ein Teenager und ein alter Mann) wohl stoßen müssen, wenn sie in einem kleinen Haus ohne Türen zusammenleben. „Wenn wir uns streiten, redet er überdeutlich Spanisch, damit ich auch ja alles mitbekomme, und ich schreie ihn in einem fiesen Gang-Slang an, damit er Schiss bekommt.“ (Seite 48) Durch Manuel hat Maya Zugang zu vielen Häusern in Chiloé, die ihr offen stehen, weil sie nach und nach einfach keine Fremde mehr ist, obwohl ihr der Name Gringuita natürlich bleibt. Immer mehr Dorfbewohner lerne ich kennen und es gibt eine Einführung in die Eigenheiten der Inselbewohner im Einzelnen und im Allgemeinen. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich werden mir mit Blancas Familie vertraut gemacht. „Die sind gar nicht richtig reich, Maya, sie haben keinen Privatjet“, spottete Manuel, […]“ (Seite 372) Wobei ich mir immer denke, wenn man reich ist, kann man viel mehr Menschen helfen, als wenn man arm ist, aber das ist nur eine persönliche Überlegung am Rande. Mayas ganze Geschichte wird langsam in Rückblenden erzählt. Die Vergewaltigung ist genau beschrieben, sodass ich lange nicht mehr einschlafen konnte. Nach meinem Empfinden hätten es ein paar Seiten weniger Las Vegas auch getan. Die Drogengeschichte ist normal und wie in anderen Büchern auch. Das ist etwas, das ich niemals verstehen werde. Wie kann man nur so blöd sein. Wenn man schon ganz unten ist, geht man doch in eine der beiden Richtungen: Entweder sie ruft Zuhause an oder sie wartet, bis sie stirbt. Aber Maya verharrt und überlegt sich Ausreden, warum sie ihre Nini nicht zur Hilfe rufen kann. Maya ist mir also wahrscheinlich unsympathisch, weil ich mich nicht in sie hereinversetzen kann. Oder will. Maya fügt sich ein in ihre neue Umgebung und bringt einen frischen Wind auf die Insel. Dann verliebt sie sich in einen Daniel. Diese Beziehung ist sehr einseitig beschrieben; nur kurz wird über Daniels Familie geschrieben, auf zwei, drei Seiten wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich einen eigenen Roman verdient hätte. Solange Maya ihr Leben nicht alleine auf die Reihe kriegt, sollte sie sich nicht auch noch jemand anderen dazuholen, sonst begibt sie sich ja wieder in Abhängigkeit. Für mich also absolut richtig, dass die beiden am Ende nicht zusammen kommen. Was auch sehr schwierig für mich ist: Isabel Allendes große Sprache mit einem 19jährigen Mädchen zu verbinden. Normalerweise werden starke Frauen beschrieben, die sich nicht vom Weg abbringen lassen: wenn diese Frauen auch eine starke Ausdruckskraft haben, geht das in Ordnung. Bei Maya würde diese Sprache nicht passen, sie ist zu jung und zu verrückt dazu. Aber es gibt zwei Mayas. Zum einen die sprechende Maya, die flucht und so weiter –wie es auch in den Dialogen schön herauskommt. Und dann gibt es die schreibende Maya, die in ihr Tagebuch schreibt; mit großen Worten, ausgewählter Weisheit und enormer Ausdruckskraft. Wenn diese beiden Mayas streng getrennt wären, wäre das okay und würde nicht weiter den Fluss beim Lesen stören. Aber es ist andauernd überlappend, man weiß nicht: schreibt sie das, sagt sie das, war es eben einfach so? Dadurch entsteht eine hilflose Maya mit Großmuttersprache und das passt oft nicht zusammen. Meine Meinung zu dem Buch ist also gespalten. Zum einen ist es eine sehr schöne Chiloé-Geschichte, die sehr stimmig ist, aber zum anderen ist da diese seltsame Vergangenheit, in der einfach unglaubhaft viel passiert ist, und diese ganzen Geschichten, die einer Person passieren, sind auch noch ausführlich beschrieben. Das ganze gibt dem Buch einen unangenehmen Touch und ich kann Isabel Allende zum ersten Mal nicht einfach so weiterempfehlen. http://weissesblatt.wordpress.com/2013/05/28/mayas-tagebuch-von-isabel-allende/

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