Isabel Ashdown Am Ende eines Sommers

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Inhaltsangabe zu „Am Ende eines Sommers“ von Isabel Ashdown

Nichts ist einfach, wenn man erwachsen wird.

Südengland, Ende der sechziger Jahre: Rachel und Mary sind Schwestern an der Schwelle zum Erwachsensein, unzertrennlich, wohlbehütet und süchtig nach Leben. Rachel ist immer ein paar Schritte voraus, doch dann entflieht ausgerechnet die jüngere Mary der Kindheitswelt so vehement, dass ihre Familie sie verstößt.

Portsmouth, 1985: Jake ist erst 13, doch Probleme hat er genug. Sein Vater, den er vergöttert, verlässt die Familie. Und Mary, seine Mutter, ist am Boden zerstört. Jake tut alles, um ihr zu helfen. Er kümmert sich um seinen kleinen Bruder und versucht, den Schein der heilen Familie zu wahren. Als eines Tages Rachel auftaucht, von deren Existenz Jake nicht einmal wusste, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Aber mit ihr kehrt auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis zurück.

Seit langem ein Buch, in das ich wirklich versunken bin. Die Gefühle haben mich überwältigt, hervorragend geschrieben!

— celinasavannah_

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    AennA

    Die letzten Seiten sind gelesen. Gedankenverloren klappe ich das Buch zu und streichle über den rilligen, himbeerroten Einband, der normalerweise mit einem in blassblauen Tönen gehaltenen Fotoumschlag versehen ist. Was für eine Geschichte. Und jetzt ist sie vorbei. Es ist, als hätten sie mich verlassen, Mary und ihr Sohn Jake, die mir diese Geschichte, ihre Geschichte erzählt haben, jeder aus seiner eigenen Sicht. So lese ich eigentlich zwei Geschichten, die sich irgendwann kreuzen. Und einmal angefangen, tauche ich vollends ein und kann mich nicht mehr lösen... Jake, 13 Jahre alt, berichtet in der Gegenwart in den Jahren 1984/1985. Er erzählt von seinem Leben, seinen Wünschen, Träumen und Sorgen. Da ist der ältere Bruder, der in die Welt gezogen ist, der Vater, der von der Familie getrennt lebt und er selbst, Jake, der mit seinem jüngeren Bruder Andy bei der Mutter lebt. Einer Mutter, die er liebt, die sich aber ständig in ihre eigene Welt zurückzieht.... Jake steht hilflos vor den Trümmern seiner Familie. Hin und Hergerissen zwischen Kind und Erwachsensein versucht er, diese zu schützen. Parallel lerne ich Mary kennen. Sie beginnt ihre Erzählung viel früher im Jahr 1957. Sie führt mich bruchstückweise durch ihre Kindheit und Jugend. Ihre Schwester Rachel nimmt eine große Rolle in ihrem Leben ein, dennoch verliert sie später den Kontakt zu ihr. Auch von ihren Eltern wird sie verstossen, als sie gegen deren Willen Bill heiratet und eine eigene Familie gründet. Ich lerne eine Frau mit starken Gefühlen kennen, die ihre Vergangenheit nicht bewältigen kann und sich in Depressionen und Alkohol flüchtet. Als Rachel wieder in ihr Leben tritt, lebt Mary auf... Isabel Ashdown hat einen wunderbareren Roman geschrieben, welcher übrigens ihr Erstling ist. Ihr nahezu poetischer Stil hat mich vollends gefesselt, wobei sie Jake in seinem eigenen Slang erzählen lässt, während Mary sich schon etwas vornehmer ausdrückt. So konnte ich mich nur zu gut in die Charaktere einfühlen. Der Autorin gelingt es, dass man komplett in die Welt des jeweils Erzählenden abtaucht, mit ihm Freud, Leid und auch Hoffnung teilt. Ich las eine tragische, eine sehr eindringliche Geschichte, die mich noch eine Weile verfolgen wird... Dies ist ein ganz besonderes Buch!

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    • 3
  • nicht nur das ende eines sommers...

    Am Ende eines Sommers

    liyah40

    29. August 2013 um 13:31

    ... sondern auch das ende einer kindheit, einer beziehung und eines lebens. die geschichte wird zum einem aus der sicht des sohnes jake und zum anderen aus der sicht der mutter mary erzählt. mary erzählt von ihrer kindheit und ihrem engen verhältnis zu ihrer schwester, bis es zum großen bruch kommt,  jakes erzählungen befinden sich in der gegenwart und erzählen von einer alkoholabhängigen mutter, die nicht mehr in der lage ist, sich um die kinder und ihren haushalt zu kümmern. vom älteren bruder der abgehauen ist, von jakes "bürde" den schein zu waren, sein verantwortungsgefühl der familie gegenüber und seinem willen es aus eigener kraft zu schaffen, sich ein besseres leben zu ermöglichen- das alles wird sehr überzeugend und mit viel einfühlungsvermögen rübergebracht! und es scheint sich tatsächlich alles zum gutem zu wenden, bis ein großes geheminis gelüftet wird und die tragödie ihren lauf nimmt... (taschentücher nicht vergessen ;) ) alles in allem ein sehr lesenswerter roman, den ich sehr genossen habe und ich bin mir sicher, dass ich noch mehr von frau ashdown lesen werde!

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    sternthaler75

    Familie- damit verbindet man Liebe, Gemeinsamkeit, Zusammenhalt, Geborgenheit. Familie- das ist manchmal auch viel Leid, Tränen, Streit. Rachel und Mary sind Geschwister, sie wachsen auf in ihrer Familie. Die beiden halten fest zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten sozusagen. Als Mary schwanger ist und Billy heiratet, entfernen sich die Geschwister immer weiter voneinander, bis sie über Jahre keinen Kontakt mehr haben. Mary ist nicht glücklich, ihre Schwiegermutter kann sie nicht leiden und Billy ist nicht Kerl genug, um seiner Frau den Rücken zu stärken. Und so sucht sie Trost im Alkohol und versinkt immer tiefer in ihrer inneren Einsamkeit. Ihre Söhne Matthew, Jake und Andy können nur hilflos zusehen. Meine Meinung Es berührt mich immer sehr, wenn in solchen Geschichten die Kinder letztendlich die Leidtragenden sind, so wie hier. Und doch kann ich mich dem Ganzen nicht entziehen, gerate tiefer und tiefer in die Konflikte, die sich zwischen den verschiedenen Generationen entwickeln. Es sind zwei Geschichten, die sich dem Leser hier eröffnen: Zum einen erzählt Mary von ihrem Leben, ihre Geschichte beginnt 1957. Sie ist noch ein kleines Mädchen, gerade 10 geworden. Mary nimmt den Leser mit durch ihr Kindsein, durch ihre Jugendzeit und schließlich durch ihre depressive Zeit, als sie selbst Mutter ist. Der zweite Handlungstrang wird aus der Sicht von Jake geschildert. Jake ist der zweite Sohn von Mary, und seine Geschichte beginnt 1984, er ist 13. Seine Eltern Mary und Billy leben getrennt voneinander, und so sehen die Jungs ihren Dad hauptsächlich an den Wochenenden. Matthew ist schon 17, er ist ausgezogen, förmlich von daheim geflohen. Unbewusst hat er damit Jake ein schwere Last aufgebürdet, denn er ist nun derjenige, der versucht, Marys Alkoholproblem vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Er bringt sie nach Hause, als sie betrunken vor der Kneipe umherirrt, er erfindet Entschuldigungen, warum sie nicht zum Elternsprechtag erschienen ist, er bemüht sich, die Wohnung ordentlich zu halten, damit sein kleiner Bruder Andy nichts bemerkt. Aber er ist eben noch ein Kind, und irgendwann bricht das aufgebaute Gerüst zusammen. So sollte seine Kindheit sicher nicht aussehen. So früh sollte er nicht erwachsen werden, nicht so. Es ist schmerzhaft, zu lesen, was ein Kind aus lauter Liebe seiner Mutter gegenüber versucht, damit alles harmonisch erscheint. Zwischendurch hat man durchaus das Gefühl, dass Mary ihr Leben wieder in den Griff bekommt. Sie läßt das Trinken, und versucht, ihren Aufgaben als Mutter und Frau gerecht zu werden. Sogar Billy zieht wieder ein, und es kommt schon ein Gefühl von Geborgenheit und Liebe auf. das Buch endet im Sommer 1985, aus der Sicht von Jake, und auch aus der Perspektive Mary's. Soviel sei gesagt: Es kann nun mal nicht immer ein Happyend geben. Unterm Strich Ein Buch, das seinen Eindruck hinterlässt. Man kann es nicht einfach so weglesen und dann beiseite legen. Es muß ankommen, sich setzen. Zumindest hat es das bei mir getan.

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    • 2
  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Marlischen

    16. February 2011 um 17:10

    Ein fesselnder Familienroman. Leichte und fließende Sprache. Packende Story. Kann ich nur weiterempfehlen :)

  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. December 2010 um 15:02

    Klappentext: Zwei lebenshungrige Schwestern, die unzertrennlich sind und einander trotzdem verlieren. Ein aufgeweckter Junge, der sich danach sehnt, endlich erwachsen zu werden. Ein fataler Betrug, der vergessen, aber nicht verwunden ist. Meine Meinung: Laut Klappentext wurde dieser Roman preisgekrönt, weil er von der Lust des Lebens, von unerfüllten Hoffnungen und von der Macht unterdrückter Gefühle erzählt. Ich finde dieser Preis ist verdient. In der Tat geht es in erster Linie in diesem Roman um Gefühle und Schicksale. Unerfüllte Träume entwickeln sich zu einer dramatischen Geschichte, deren Höhepunkt kurz vorm Ende erreicht wird. Die zwei Schwestern Rachel und Mary sind in ihrer Kindheit und Jugend unzertrennlich, doch im Laufe des Lebens verlieren sie sich durch verschiedene Ereignisse und Lebenseinstellungen. Dieser Roman erzählt darüber, wie sie sich wiederfinden, berichtet von ihrer Vergangenheit aber auch Gegenwart. Doch nicht allein die Schwestern spielen hier die Haupthandlung, auch oder gerade Marys Sohn Jake, ist eine wichtige Figur in dieser Geschichte. So erlebt der Leser immer abwechselnd die Perspektive zwischen Mary und Jake, in der Vergangenheit und Gegenwart. Seite für Seite wird man mitgenommen in die Entwicklung dieses Dramas und so wird das Lesen zu einem Abenteuer, bei dem der Leser erst einmal nicht so recht weiß, was für ein Betrug ihn letztendlich erwartet. Meine Sympathie der Protagonisten gegenüber verhielt sich wie ein Fahrstuhl, mal rauf mal runter, dieses wiederum bewies mir, dass dieser Roman auch auf emotionaler Ebene geschrieben wurde und ich schon in der Handlung gefangen war. Ja das Buch fesselt, nicht weil es überaus spannend ist, im Gegenteil. Der Leser wird langsam herangeführt, tastet sich Kapitel für Kapitel, weiter in die Geschichte hinein. Dieses Buch fesselt aufgrund seiner Geschichte und deren Schreibstil. Für mich war es unheimlich schwer mich immer wieder sofort in die Handlung hinein zu finden, da ich das Buch aufgrund Zeitmangels leider nicht in einem Rutsch durchlesen konnte. Die Handlung ist hauptsächlich auf Alkoholprobleme, Familienstreitigkeiten und Betrug aufgebaut und spielt in den 60er Jahren und in Mitte der 80er. Der Schreibstil ist fließend und einfach .Ich denke durch die Zeitsprünge beziehungsweise auch die wechselnden Perspektiven, ist dieser Roman schon recht anspruchsvoll und faszinierend. Man mag ihn eigentlich nicht aus der Hand legen, hofft mit der Figur „Jake“ und auch mit allen anderen Beteiligten. Am Ende blieb mir eine Frage offen, vielleicht habe ich aber auch die Lösung überlesen. Ich werde mich zu gegebener Zeit noch bei anderen Lesern erkundigen. Das Cover zeigt zwei Jungs am Meer, die unbesorgt und ausgelassen spielen. Ich denke Titel und Cover passen hier sehr gut zur Handlung. Fazit: Ein für mich recht anspruchsvolles Familiendrama. Eine Geschichte die von Betrug und verletzen Gefühlen erzählt. Von den Träumen und Schwierigkeiten des Lebens und des Erwachsenwerdens. Ein Roman der noch lange nachwirkt. Dieser Roman wurde für mich völlig zu Recht, preisgekrönt.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    MissMango

    20. November 2010 um 23:11

    Südengland, Ende der sechziger Jahre: Mary und Rachel sind Schwestern an der Schwelle zum Erwachsensein, unbekümmert und süchtig nach Leben. Rachel ist immer ein paar Schritte voraus, doch dann entflieht ausgerechnet Mary, die Jüngere, ihrer Kindheitswelt so vehement, dass ihre Familie sie verstößt und die geliebte Schwester den Kontakt abbricht. Die beiden ahnen nicht, dass sie sich erst viele Jahre später wiedersehen werden. Portsmouth, 1985: Jake ist dreizehn, als seine Eltern sich trennen und er sein Leben selbst in die Hand nehmen muss. Seine Mutter Mary ist eine liebevolle, aber tief verletzte Frau, sein kleiner Bruder ist eine Nervensäge. Doch Jake lässt sich seine Träume nicht nehmen: Er trägt Zeitungen aus, spart für eine Hi-Fi-Anlage, verknallt sich in seine junge Lehrerin – und als dann plötzlich seine Tante Rachel auftaucht, von deren Existenz Jake gar nichts wusste, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Doch mit Rachel kehrt auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis zurück… Der Roman wird aus der Sicht zweier Mitglieder der Andrews erzählt. Mutter Mary tritt in unser Sichtfeld als sie 10 ist, aus Sohn Jakes Perspektive wird erzählt seit er 13 ist. Es werden sehr viele kleine bzw. große Zeitsprünge gemacht, weshalb die Zeit schnell vergeht. Dieses Werk ist der Debütroman Isabel Ashdowns. Er handelt von den beiden Schwestern Mary und Rachel. Sie standen sich einmal sehr nahe, doch mittlerweile haben sie den Kontakt aufgrund von Unausgesprochenem und Geheimnissen abgebrochen. Als Mary ihre große Liebe Bill heiratet, brechen auch ihre Eltern mit ihr und lassen sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern Matt, Jake und Andy zurück. Mary verfällt dem Alkohol und auch Bill zieht sich zurück. Die Familie ist bei einem Tiefpunkt angelangt. Doch als der Kontakt zu Rachel sich langsam wieder aufbaut, scheint sich alles sich zu bessern. Der Roman lies mich nachdenklich zurück. Eine alkoholsüchtige Mutter, ein Wochenendvater, all das hatte ich nicht erwartet, von einem Roman mit einem solch fröhlichen Titel wie „Am Ende eines Sommers“. Sommer ist für mich eine Assoziation für Freude, Wärme und Geborgenheit. Auch das Cover lies mich von anderem ausgehen, als einer tragischen Familiengeschichte, die den Leser auf den harten Boden der Tatsachen zurückholt. „Am Ende eines Sommers“ hat man sicher nicht am Ende des Sommers durch, da es keine leichte Ferien- bzw. Strandlektüre ist. Es passt so gar nicht in die fröhliche Sommerzeit, sondern eher in die dunkle Jahreszeit, in welcher man sowieso etwas nachdenklicher ist und sich aufgrund eines Buches mehr Gedanken macht. Großartige Autorin, sehr gutes Buch mit einem Ende wie der Roman es vorschreibt. Einziger Kritikpunkt die schnellen Zeit- und Perspektivwechsel die einen ziemlich ins schleudern bringen können

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    LilaLakritze

    19. October 2010 um 15:13

    Wer kennt sie nicht, Menschen, die anscheinend ihr Leben nicht richtig in den Griff bekommen? Menschen, bei denen es weniger sauber und ordentlich ist? Mütter/Väter, die nie auf einem Elternabend erscheinen, offensichtlich ihre Kinder vernachlässigen? Menschen, die schon vormittags eine Fahne haben, nach außen einen fraglichen Lebenswandel führen - ohne Scham zu zeigen womöglich noch - und mit ihrer zur Schau getragenen Leidensmiene andere mit in die Tiefe ziehen? Schauen wir nicht alle irgendwie auf diese Menschen herab und verstehen nicht, warum sie nicht so sind wie wir? Nachdem man Isabel Ashdowns "Am Ende eines Sommers" gelesen hat, wird sich dieses wahrscheinlich ändern, denn man lernt Mary, die Hauptprotagonistin dieses bewegenden Romans, genau so kennen. Mitte der 80er Jahre lebt die junge Frau alleine mit zwei ihrer Söhne in Portsmouth. Matthew, ihr Erstgeborener, ist kurz zuvor von zu Hause ausgerissen und auch Ehemann Bill hat das Leben mit der depressiven und alkoholabhängigen Frau nicht länger ausgehalten. In dieser Situation weiß der 13jährige Jake sich keinen anderen Rat und versucht die Verantwortung für die Mutter und den jüngeren Bruder zu übernehmen. Welche Belastung das für den Teenager bedeutet, verdeutlicht Isabel Ashdown, indem sie ihn selbst zu Wort kommen lässt. Die Hälfte des Romans wird aus seiner Sicht erzählt, und zunächst ist der Leser bereit die Mutter für ihr unverständliches Verhalten zu verurteilen. Dieses verhindert die Autorin dadurch, dass die andere Hälfte der Geschichte von Mary selbst erzählt wird und dieses im steten Wechsel mit Jake. Während der Junge die aktuelle Situation der Familie verdeutlicht, beginnen Marys Erzählungen in ihrer Kindheit, in der besonders ihre Schwester Rachel eine bedeutende Rolle spielt, und erstreckt sich bis zu dem Zeitpunkt, an dem beide Handlungsstränge zusammentreffen. Bis dahin hat sich für den Leser nach und nach eine Geschichte voller kleiner Puzzlestücke zu einer Einheit zusammengefügt; Puzzlestücke voller Leid und Freud und vielen Überraschungen. Hierbei lässt Isabel Ashdown dem Leser viel Raum für Vermutungen und Spekulationen, denn zwischen den einzelnen Ausführungen klaffen Lücken. Nicht jede begonnene Situation wird direkt geklärt, manches erschließt sich erst viel später oder muss sich der Leser selbst zusammenreimen. Dadurch entsteht ein Sog, eine unterschwellige Spannung, obwohl die Geschichte eigentlich nur vor sich hinplätschert. Bei der Beschreibung von Stimmungen beweist die Autorin ein besonders gutes Händchen. Obwohl die Situation der Familie zu Beginn alles andere als rosig ist, gibt es auch überaus glückliche Momente und gerade hier versteht es die Autorin mit den Gefühlen der Leser zu spielen, denn so schön sie auch gerade diese glücklichen Momente beschreibt, so lässt sie den Leser nie die dunkle Wolke am Horizont, nämlich das lang gehütete Familiengeheimnis, gänzlich vergessen. "Am Ende eines Sommers" ließ mich am Ende nachdenklich zurück und beschäftigt mich auch weiterhin. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, enthält aber schwere Kost, die sich im Kopf festsetzt und den Wunsch entstehen lässt, die entstandenen Eindrück mit jemandem zu teilen. Von mir also hiermit eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Ailis

    19. September 2010 um 09:22

    Es gibt Bücher, die klappt man nach dem Lesen und zu und ist einfach nur zufrieden und glücklich: eine schöne Geschichte, ein freudiges Ende, ein paar Turbulenzen in der Mitte, aber alles in allem doch so, dass es das Herz erwärmt und die Seele befriedigt. Aber was bleibt am Ende übrig von diesen Büchern? Was weiß man nach ein paar Monaten noch? "Am Ende eines Sommers" zählt nicht zu diesen Büchern, die Zufriedenheit will sich nicht einstellen, das Herz blutet und die Seele leidet mit - aber ich bin mir sicher, auch in ein paar Monaten kann ich mich an die Geschichte von Mary, Rachel, Billy, Jake und Andy noch erinnern. Isabel Ashdown hat einen sehr eindrücklichen Roman geschrieben und wenn man den Roman am Ende aus der Hand legt, ist nichts mehr so, wie es war. "Am Ende eines Sommers" erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Mary und Rachel, die sich sehr nahestanden. Doch mit der Zeit haben sie den Kontakt verloren, Unausgesprochenes und nur Geahntes steht zwischen ihnen und verbaut ihnen den Weg zueinander. Mary heiratet Billy, ihre Eltern brechen mit ihr und lernen nie ihre drei Enkel kennen: Matt, Jake und Andy. Das Leben dieser kleinen Familie ist beschwerlich, denn Mary zeigt starke Anzeichen einer manischen Depression, was sie im Alkohol zu ertränken versucht. Und auch Billy ist für seine Jungs nicht in dem Maße da, wie es sein sollte und schließlich zieht er aus und wird zum bemühten Wochenendvater. Doch plötzlich ist der Kontakt zu Rachel wieder da und alles scheint besser zu werden... Das Leben der Familie Andrews öffnet sich uns von zwei Seiten, denn es gibt zwei Erzähler: Mary und Jake. Marys Geschichte beginnt mit ihrem zehnten Geburtstag und tastet sich langsam vorwärts, Jake öffnet unsere Augen und Herzen, als er 13 Jahre alt ist und sich verzweifelt bemüht, sich um seine kranke Mutter zu kümmern. Mit jeder Seite leidet man mit diesem tapferen Jungen mit, dessen jungen Schultern schon so viel Last aufgebürdet wird, während man seine Mutter einfach nur wachrütteln möchte, weil sie ihm so viel Leid verursacht. Doch dann erzählt Mary wieder ein bisschen von sich und man lernt verstehen, warum sie die Frau und Mutter ist, die sie ist. Dieser Roman lässt mich mit einem flauen Gefühl im Magen zurück - ich bin betroffen, weil die Geschichte der Familie so tragisch ist, gleichzeitig aber auch glücklich, weil ich wieder wertschätzen kann, wie es mir bisher ergangen ist. Diesen Roman sollte man lesen, aber nur dann, wenn man auch eine gehörige Portion harte Realität vertragen kann, die nicht in rosa Wattewölkchen endet.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. September 2010 um 19:34

    Nachdem ich “Am Ende eines Sommers” von Isabel Ashdown gelesen habe, war ich zuerst verwirrt. Nun gut, ich bin es immer noch. Am liebsten würde ich jetzt mit der Autorin eine Diskussion zu ihrem Buch führen. Eigentlich ist “Am Ende eines Sommers” eine simple Story. Marys Eltern sind sehr unzufrieden, als sie erfahren, dass Mary schwanger ist und mit ihrem Freund Billy zusammen bleiben will. Denn Billy kommt aus ganz normalen Verhältnissen und entspricht damit nicht denn Vorstellungen von Marys Eltern. Die Eltern brechen den Kontakt zu den beiden ab. Mary und Billy heiraten, haben bald drei Kinder und trinken immer mehr Alkohol. Schließlich wird Mary depressiv und vernachlässigt ihre Familie, was in wilden Exzessen auf Rockkonzerten gipfelt. Mary und Billy trennen sich. Die Söhne Jake, Matt und Andy bleiben bei Mary. Der kleine Jake muss das Familienleben schultern, seine Mutter pflegen, ihre Kotze aufwischen, ihr den Tee machen, sich von ihr beschimpfen lassen, ohne dass sie sich jemals um ihn gesorgt oder bei ihm bedankt hätte. Matt, der Älteste, verschwindet. Plötzlich sind Billy und Mary wieder zusammen – und die Geschichte nimmt ein grausames Ende. Viele Fragen werden jedoch nicht beantwortet und was bleibt, ist eine Verwirrung, die höchstens zwischen den Zeilen Aufklärung findet. Beispielsweise sind Mary und ihre Schwester Rachel eigentlich unzertrennlich. Aber auch Rachel bricht den Kontakt zu ihrer Schwester ab. Leider erfährt man nicht warum, man kann nur Vermutungen anstellen – oder auch nicht. Man wundert sich jedenfalls. Mit jeder Seite wird alles zunehmend geheimnisvoller. Ist Billy wirklich der Vater von Jake? Und was verschweigt Rachel? Wie kommt es, dass ihr Sohn am gleichen Tag wie Jake geboren wurde und die beiden Jungs sich so ähnlich sehen? Und was ist mit Matt passiert? Alles in allem sind das viele Fragen, die mich unruhig zurückgelassen haben. Wahrscheinlich auch, weil ich so sehr mit Jake mitgefiebert habe und ihm ein Happy End gewünscht hätte, so unheimlich leid hat er mir getan. Trotzdem habe ich dieses spannende Buch wirklich gerne gelesen und empfehle es jedem, der sich für Familiengeschichten interessiert.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    blueberlin49

    18. September 2010 um 13:47

    Da es schon genug Rezensionen mit Inhaltsangabe gibt, beschränke ich mich hier einfach mal auf meine Meinung zum Buch. Das ist Buch ist ausserordentlich gut geschrieben. Durch die Erzählung in zwei Handlungssträngen baut die Autorin Spannung auf und ihr gelingt, dass man bis zum Schluß weiterlesen will. An einigen Punkten war ich der Meinung, dass ich den Kern der Sache durchschaut hatte, allerdings kam es dann wieder zu Ungereimtheiten und ich musste meine Theorie überdenken. Letztendlich kam es dann doch ganz anders. Wirklich gut gemacht, so muss ein Buch sein. Am Anfang war ich wegen den zwei Handlungssträngen etwas verwirrt, aber nach ein paar Seiten findet man sich gut rein und will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Sehr zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    LaDragonia

    12. September 2010 um 14:03

    Südengland. 1957 Mary und Rachel sind Schwestern. Zwei Schwestern die sich sehr nahe stehen, und in jeder Hinsicht immer füreinander da sind. Sie leben unbekümmert in den Tag hinein und genießen das Leben, Bis zu dem Tag als Mary sich in Bill verliebt. Es kommt zum Bruch mit ihren Eltern, woraufhin Mary das elterliche Haus verlässt und Rachel den Kontakt abbricht. Erst Jahre später werden die beiden sich nach einigen Schicksalsschlägen wieder sehen. 1984 Jake ist 13 Jahre alt als seine Eltern sich trennen. Seine Mutter Mary ist alkoholkrank, wodurch Jake die Verantwortung für seinen nervigen kleinen Bruder übernimmt. Er kümmert sich liebevoll um seine Mutter und trägt Zeitungen aus um sich den Traum von einer eigenen HiFi-Anlage zu erfüllen. Sein großer Bruder Matt ist ausgezogen um sein eigenes Leben zu führen und an den Samstagnachmittagen treffen die beiden Jungs ihren Vater, der mit ihnen dann etwas Zeit verbringt. Als plötzlich seine Tante Rachel in ihr Leben tritt, scheint sich alles zu einem besseren zu wenden. Aber mit Rachel tritt auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis in ihr Leben. „Am Ende eines Sommers“ das hört sich doch nach einer kurzweiligen, leichten Lektüre, passend für die Sommerferien an. Aber weit gefehlt!!! Leicht, ja aber nur leicht zu lesen. Ansonsten stimmt einen das Buch doch sehr nachdenklich. Da hat man Mary, die tief verletzt zu sein scheint, und deshalb depressiv und alkoholkrank ist. Und auf der anderen Seite Jake, der einerseits seine Mutter sehr liebt und sich rührend um sie kümmert, aber in dem manchmal auch der Zorn auf seine Mutter durchkommt, das sie es nicht schafft so für die Kinder da zu sein, wie sie es vielleicht sollte. Die Kapitel wechseln zwischen Marys jungen Jahren und 1984-85 hin und her, bis sie sich am Ende angleichen. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, aber es regt auch sehr zum Nachdenken an. Also wirklich nicht nur leichte Kost wie man anhand des Titels zuerst denken könnte. Isabel Ashdown fängt sehr gut die Gefühle der einzelnen Charaktere ein, und man kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. Kurz vor Ende des Buches denkt man plötzlich nun kennt man das schwerwiegende Familiengeheimnis, aber wie man dann kurze Zeit später erfahren wird ist dem doch nicht so, sondern es kommt noch viel dicker. Das einzigste kleine Manko, welches ich persönlich diesem Buch ankreiden kann, ist das man leider nie erfährt, warum Marys Eltern so extrem reagieren und was aus Matt geworden ist. Ein herzliches Dankeschön an Isabel Ashdown, für dieses wunderbar melancholische Buch.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Sanicha

    31. August 2010 um 15:32

    Meine Rezension: Das Buch „Am Ende eines Sommers“ von der Autorin Isabel Ashdown ist ein Roman, der einem zum nachdenken bringt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kommt als Leser gut voran in der Geschichte. Die Geschichte an sich ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die immer im Wechsel aus einer anderen Perspektive geschrieben wurde. Zum einen wird aus der Sicht der Protagonistin Mary erzählt und dann aus der Sicht ihres zweitgeborenen Sohnes Jake. Wenn aus der Sicht von Mary erzählt wird, spielt es sich in der Vergangenheit ab, als sie noch selbst ein Kind war. Erst gegen Ende des Buches, gleichen sich die beiden Sichtweisen zeitlich immer mehr an bilden ganz zum Schluss sogar eine zeitlich lineare Erzählweise. Der Leser bekommt einen Zeitraum erzählt, in dem es einmal um die Geschichte rund um Jake geht und neben bei um eine vergangene Geschichte seiner Mutter Mary. Durch Jake erfährt man, das seine Eltern getrennt leben, sein großer Bruder abgehauen ist und er nun alleine mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder lebt. Da seine Mutter sich in die Alkoholsucht stürzt, lernt er schon früh selbstständig zu werden. Er gibt die Hoffnung aber nie auf, das sich eines Tages doch alles zum Guten wendet. Durch die Sprünge in die Vergangenheit von Mary erfährt der Leser so nach und nach woran es liegen könnte, das sie jetzt in der Gegenwart so ist wie sie geworden ist. Früher war sie glücklich mit ihrer Schwester Rachel vereint. Bis sie durch die erste Schwangerschaft von ihrer Familie verstoßen wurde. Selbst ihre Schwester wendet sich ab. Nachdem sie dann nach 14 Jahren wieder Kontakt zu einander aufbauen scheint alles wieder so zu werden wie es früher einmal war. Aber dies ist nur der Schein. Es wird noch viel Schlimmer. Wie es nun schlussendlich ausgeht sag ihr nicht, sonst ist ja die Spannung weg. Mir hat das Buch gut gefallen und einige Passagen regen den Leser zum Nachdenken an. Es ist der Autorin richtig gut gelungen, ein zerstörtes Familienleben und dessen tragische Folgen darzustellen. Es gibt aber auch neben den vielen traurigen und ernsten Passagen ein paar hoffnungsvolle sowie sogar witzige Stellen in der Geschichte. Fazit: Es ist ein Buch, was sich lohnt zu lesen. Durch die Tragische Familiengeschichte wird der Leser angeregt, darüber nachzudenken, was wäre, wenn ich an der Stelle von Jake sein würde. Wie würde man selbst mit dieser Situation umgehen. Es ist aufjedenfall ein sehr bewegender Roman.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    *Wölkchen*

    Wo der Titel „Am Ende eines Sommers“ noch Platz für die verschiedensten Assoziationen lässt – Sonne, Unbeschwertheit, Meer, Abschied -, illustriert das Coverbild äußerst passend die Atmosphäre des Buches: Zwei Jungen am Strand, ein Spiel von Licht, das sich auf dem Meer spiegelt, und Schatten, hervorgerufen durch die dunklen Wolken am Himmel. Hier zeichnet sich bereits ab, dass das Buch keineswegs von einer unbekümmerten Kindheit handelt, sondern dass den Leser eine Geschichte mit vielen düsteren Wolken erwartet. Isabel Ashdown entwirft in ihrem Roman die Geschichte einer Familie, abwechselnd erzählt von der Mutter Mary und dem Sohn Jake. Die Erzählung des dreizehnjährigen Jake umfasst dabei den Zeitraum von November 1984 bis August 1985, während Marys Geschichte weitaus früher, nämlich in ihrer eigenen Jugend im Jahr 1957 beginnt und sich sukzessive der Gegenwart des Romans, also 1985, annähert. Erst am Ende des Buches treffen die beiden Erzählstränge aufeinander. Doch nicht nur die Erzählperspektive, auch die persönlichen Perspektiven der Protagonisten wechselt sich ab, in diesem Fall schwere und hoffnungslose Zeiten - Mary ist alkoholabhängig, ihre Kinder sind auf sich alleine gestellt - mit unbeschwerteren, beinahe optimistischen Passagen, in denen sowohl die Beteiligten als auch der Leser Hoffnung schöpfen, dass das Familienleben doch noch die Schattenseite verlässt und ins Licht tritt. Insgesamt überwiegt jedoch eine triste Stimmung. Sehr eindrucksvoll schildert Ashdown, wie viel zu viel Verantwortung auf dem jungen Jake lastet, wie er versucht, mit den wochenlang andauernden Depressionen seiner Mutter und der Abwesenheit des Vaters umzugehen und sich und seinem jüngeren Bruder dennoch ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig erfährt der Leser durch die Erzählung der Mutter, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte. Ein Geheimnis liegt in der Luft, verschiedene Andeutungen verführen zu eigenen Vermutungen, die jedoch durch die eine oder andere überraschende Wendung wieder revidiert werden müssen. Durch den Kunstgriff, Marys Geschichte im Wechsel mit der Gegenwart zu erzählen, liegt es in der Natur der Sache, dass zunächst vieles unklar bleibt und sich die Familiengeschichte erst nach und nach aus den einzelnen Puzzleteilen zusammensetzt. Doch auch am Ende des Buches bleiben leere Stellen, dafür gibt es scheinbar überflüssige Puzzleteile, die nicht recht in das Bild passen. Einzelne Personen und Handlungselemente bleiben farblos oder unerklärt. Beispielsweise ist der verschwundene Bruder Matthew eine weitestgehend unbekannte und nur ansatzweise skizzierte Person, wirklich relevant für die Handlung scheint er nicht. Handlungsstränge wie ein geisterhaftes Mädchen, das Mary in verschiedenen Situationen erscheint, werden nicht näher ausgeführt und lassen den Leser fragend zurück – weder ist klar, was die Autorin damit andeuten wollte, noch welche Bedeutung dieses Element für die Geschichte hatte. Hier wäre es meiner Meinung nach hilfreicher gewesen, das Bild aus weniger Puzzleteilen zusammenzusetzen, dafür die einzelnen Teile genauer und konturierter zu gestalten. „Am Ende des Sommers“ ist sprachlich leichte, inhaltlich jedoch schwere Kost, die fesselt und den Leser über die Lektüre hinaus beschäftigt. Keine Strandlektüre, sondern trotz einiger Ungereimtheiten ein tiefgehender und lohnenswerter Roman.

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    • 2

    LEXI

    30. August 2010 um 06:08
  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    Claudia-Marina

    26. August 2010 um 14:12

    Ein Blick gegen die Sonne, die Hand vor die Augen gelegt um nicht geblendet zu werden – ich erkenne nur schemenhafte Umrisse. Zwei Frauen mittleren Alters – Kinder, drei Jungen und ein Mädchen – ein Mann mittleren Alters – zwei Mädchen, Schwestern, mit ihren Eltern – ein junges Ehepaar. Eine Familie. Mai, 1957. Mary und Rachel. Zwei Schwestern, die sich einander so nahe stehen. Die alles miteinander teilen, alles miteinander erleben – den ersten Vollrausch, das erste Verliebt sein, den ersten BH. Mary blickt zu ihrer älteren Schwester Rachel auf, sie ist ihr Vorbild in allen Dingen. Und dann geht sie. Verlässt das elterliche Zuhause und lässt Mary zurück. November, 1984. Jakes Eltern haben sich getrennt. Seitdem muss er sich um seinen kleinen nervigen Bruder Andy kümmern. Seinen Vater sieht er nur selten. Sein großer Brüder Matthew ist über Nacht ausgezogen. Seine Mutter liegt betrunken auf der Couch. Mary. Abgestürzt. Für mich ist Am Ende eines Sommers ein großes Puzzle, aus dem für mich nach und nach ein Bild entsteht. Aus dem ich mir selbst mein Bild zusammensetzen muss. Helle Teile und dunkle Teile im Wechsel, nicht alle passen auf Anhieb. Ich muss sie beiseitelegen und woanders weitermachen. Und manche seinen nirgendwohin zu passen. Immer wieder werde ich zu einer Pause gezwungen. Ich muss nachdenken. Isabel Ashdown deutet oft nur an, vieles wird nicht erzählt; trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen zieht sie mich so in ihren Bann – weil mir eben nicht alles auf dem Teller präsentiert wird, weil es vielleicht aber auch nicht wichtig ist, alles zu wissen oder zu verstehen, weil es so, wie ich es verstehe schon richtig sein wird. Die Sprache ist klar und doch poetisch, voller Bilder, die mich berühren. Die Personen sind so real und vielschichtig, dass sie mir sofort ans Herz wachsen. Der tapfere Jake, der viel zu früh erwachsen werden muss und Mary, seine alkoholkranke Mutter – von diesen beiden wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei nähern sich die beiden zeitlich immer weiter aneinander an. Menschlich driften sie jedoch immer mehr auseinander. Eine Coming-of-Age-Geschichte? Ein Entwicklungsroman? Ein Familiendrama? Was genau ist Am Ende eines Sommers? Alles. Und noch viel mehr. Ein Buch, das zutiefst berührt und noch im lange im Kopf bleibt.

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  • Rezension zu "Am Ende eines Sommers" von Isabel Ashdown

    Am Ende eines Sommers

    lovely_ann

    26. August 2010 um 12:21

    Aus zwei Perspektiven wird hier die Geschichte einer Familie erzählt. Da wäre Jake, ein Teenager, auf dem Weg zum Erwachsenwerden, der versucht sein Leben zu meistern und sich um seinen kleinen Bruder zu kümmern in seiner zerrütteten Familie: die Eltern getrennt, die Mutter trinkt, der Vater kümmert sich nur sporadisch um seine Söhne und der älteste Sohn hat das Weite gesucht, kurz bevor er volljährig wurde. Und da wäre Mary, seine Mutter - und ihre Geschichte, ihre Beziehung zu ihrer Schwester Rachel, ihren Eltern und ihre Liebe zu Bill, die dazu führt, dass diese Familienwelt zusammenbricht - in mehrerer Hinsicht. Aus diesen zwei Perspektiven und zwei Zeitebenen erzählt Isabel Ashdown die Geschichte der Familie, in kurzen Kapiteln und im ständigen Wechsel. Wir erfahren aus Jakes Sicht, wie er sein Leben meistert, Verantwortung übernimmt, versucht in der schwierigen Familiensituation sein kleines Glück zu finden. Und wir erfahren aus Marys Sicht, wie es dazu kam, dass sie so am Boden zerstört ist... Diese zwei Geschichten sind sehr schön zu einer verwoben - und der Sprung in der Zeit und Perspektive ist für den Leser einfach und gut nachvollziehbar. Sympathieträger des Buches ist wohl eindeutig Jake und auf ihm hat scheinbar auch die Autorin das Hauptaugenmerk. Mary hingegen bleibt auch in ihrem Erzählstrang irgendwie unklar und undefiniert und für mich bis zum Schluß auch irgendwie unvollständig. Es fiel mir schwer sie so richtig zu verstehen und zu verstehen, warum der Kontaktabbruch ihrer Eltern und ihrer Schwester sie so zerstört haben. Ich habe wirklich versucht, sie zu verstehen - aber das gelingt nicht. Das tiefe Leid dahinter konnte ich nicht verstehen oder nachfühlen und so bleibt ihr Handeln für mich oftmals egozentrisch, egoistisch und übertrieben. Das ihre Geschichte das Ende nimmt, war meiner Meinung nach so abzusehen. Sehr schade finde ich auch, das andere Gestalten des Buches, denen eine scheinbar große Bedeutung beigemessen wird, völlig farblos bleiben. Weder Rachels Handeln wird so richtig verständlich, noch wird die Handlung des ältesten Sohnes wirklich deutlich erklärt. Auch Bill lässt mich in seiner Reaktion am Ende ein bißchen ratlos zurück. Das sind für mich auch die einzigen Defizite des Buches und sie sind zu verschmerzen. Ansonsten hat mir die Erzählweise des Buches sehr gefallen und auch die Stimmung des Buches, die ich auch vom Cover und Klappentext gut wiedergegeben finde. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der nach einem Roman sucht, der leise Anspielungen den großen Knalleffekten vorzieht, der es schafft, Emotionen zu vermitteln, ohne sich in unendlichen Gefühlsbeschreibungen zu ergehen und im Kitsch zu versinken, der kein Friede-Freude-Eierkuchen - Ende liefert und der dem Leser auch noch Raum gibt für eigene Gedanken. Herzlichen Dank an Lovelybooks und an Eichborn für diese Chance dieses Buch probezulesen.

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