Isabel Kupski

Lebenslauf

Isabel Kupski ist Lektorin im S. Fischer Verlag. Amours ist ihre erste Romanübersetzung. Sie lebt in Frankfurt/Main.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Isabel Kupski

Neue Rezensionen zu Isabel Kupski

Cover des Buches Bis alles brennt (ISBN: 9783942375702)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Bis alles brennt" von Hélène Laurain

Wolf-Macbeth
Ein Herz, das brennt

Hélène Laurains Roman „Bis alles brennt“ ist ein eindrucksvolles, wenn auch forderndes literarisches Experiment. Auf rund 160 Seiten entfaltet sich eine Geschichte, die die Verzweiflung und den Kampfgeist einer Generation einfängt, die sich zwischen der drohenden Klimakatastrophe und einer erstickenden gesellschaftlichen Ignoranz wiederfindet. Laurains außergewöhnlicher Stil und ihre bewusste Entscheidung, nahezu vollständig auf Interpunktion zu verzichten, machen das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis – anstrengend, mitreißend, verstörend und bereichernd zugleich.

Die Sprache ist hier nicht nur Mittel zum Zweck, sondern wird zur treibenden Kraft. Die fehlende Struktur zwingt dazu, sich auf den Text einzulassen, als würde man in einen reißenden Fluss springen. Gedanken und Sätze gleiten ineinander, schaffen eine ständige Bewegung und Dynamik, die perfekt zu den inneren Konflikten der Protagonistin Laetitia passt. Dieses sprachliche Chaos ist mehr als ein stilistisches Mittel – es reflektiert die Zerrissenheit, die Rastlosigkeit und die Überforderung einer Welt, die nicht innehalten kann.

Auch der Inhalt des Buches fordert die Leserinnen heraus. Die Geschichte von Laetitia, die zwischen ihrer persönlichen Suche nach Sinn und ihrer Wut über die drohende Zerstörung durch die Klimakrise pendelt, wirkt ebenso fragmentiert wie die Sprache. Die Protagonistin und ihre Freundinnen kämpfen mit radikalen Mitteln gegen die drohende Vergrabung von Atommüll in ihrer Heimat. Doch es sind nicht nur die Taten, die im Zentrum stehen, sondern die Zweifel, Ängste und unkontrollierbaren Emotionen, die damit einhergehen. Der Roman ist dabei bewusst unsentimental, fast schon roh. Er zeigt, dass Aktivismus nicht nur Hoffnung, sondern auch Verzweiflung und Wut beinhaltet – ein Kampf, der oft verloren scheint, bevor er beginnt.

Viele Begriffe, Orte und Namen werden ohne Erklärung in den Text geworfen. Dieses verlangt nach Recherche und fordert die Leserinnen heraus, sich selbst Antworten zu suchen. Diese Unbestimmtheit stört den Lesefluss, zwingt aber auch zu einer Entscheidung: Überfliegt man die Worte, oder lässt man sich auf den Text ein und nimmt sich die Zeit, zu verweilen, zu denken und zu verstehen? In jedem Fall wird das Lesen zu einer aktiven Erfahrung – fast schon zu einem Dialog zwischen Leserin und Buch.

Am Anfang schwankt man vielleicht zwischen Begeisterung und Frustration. Doch je länger man liest, desto mehr wird klar, dass die Form und die Sprache perfekt zur Botschaft des Buches passen. Es ist kein Werk, das man schnell konsumiert und vergisst. Vielmehr bleibt es haften, fordert eine zweite Lektüre und entfaltet sich erst in der Reflexion vollends.

Hélène Laurain hat mit „Bis alles brennt“ ein Buch geschrieben, das mehr als nur eine Geschichte erzählt. Es ist ein literarischer Rausch, eine Anklage und ein poetisches Manifest – und letztlich ein Werk, das jene liebt, die bereit sind, sich seiner Herausforderung zu stellen.


Cover des Buches Bis alles brennt (ISBN: 9783942375702)
L

Rezension zu "Bis alles brennt" von Hélène Laurain

Lust_auf_literatur
Bis alles brennt

Der Roman startet voller Action. Mit der Ich-Erzählerin bin ich mitten in einer illegalen Aktion einiger junger Menschen, die sich gegen Atomkraftwerke und für eine andere Klimapolitik engagieren. Sie werden alle von der Polizei verhaftet.


Die Ich-Erzählerin ist Laetitia, eine desillusionierte Klimaaktivistin, die mit einem bürgerlichen Leben gebrochen hat, um mit ihren Freunden etwas zu verändern. Aber die Luft ist raus, die Nachrichten werden immer schlechter und von irgendwas muss mensch ja auch leben.


„und dann war der Winter da 

der Utopie 

war langsam

die Luft ausgegangen 

sie hatte sich schließlich

 zwischen den Wurzeln 

aufgelöst

die Feuchtigkeit 

und die Angst 

hatten ihn davongetragen“



Laetitia, so erfahre ich nach und nach aus der fraktalen Erzählung, lebt bei ihrem Vater und arbeitet als Hilfskraft in einer künstlichen Schneehalle. Besonders belastet sie der Gedanke an den atomaren Müll, der unter anderem aus Deutschland nach Frankreich gebracht wird, um dort in sogenannten Zwischenlagern vergraben zu werden. Atomarer Müll, der noch Jahrtausende strahlen wird.


Die Klimaziele sind eigentlich nicht mehr erreichbar, es findet kein Umdenken statt. Im Gegenteil, die Menschen betäuben sich mit immer neuen Konsumgüttern. Der Kapitalismus ist die treibende Kraft und Brandbeschleuniger für die Zerstörung der eigenen Welt.

 


Von ihrer Familie bekommt Laetitia keine Bestärkung. Ihre eigene Zwilingsschwester lebt den kapitalistischen Traum, macht Karriere und wünscht sich nur dass Laetitia endlich vernünftig wird. Laetitia hingegen investiert nicht mehr in ihr Leben und in ihre Zukunft, denn sie sieht, dass die Gesellschaft es genauso wenig tut.


“es gibt nichts Großherzigeres

als nicht zu gebären

in meinem Trauerleben

und in dieser Welt

schwarzes Loch”



Es ist düster und hoffnungslos in den Gedanken der Erzählerin und sie ziehen mich vollständig in ihren Bann. Es ist eine ganz besondere, reduzierte und radikale Erzählweise, für die sich Laurain für ihren ersten Roman entschieden hat. Die Atmosphäre, die sie so erzeugt, vermittelt unmittelbar und beklemmend das verzweifelte Gefühl eines aussichtslosen Kampfes. 

  

Ich finde, das ist intensive, strahlend schöne und gewaltige Literatur, die sich hier entfaltet.

Cover des Buches Auf Mozarts Spuren (ISBN: 9783737354820)
gaby2707s avatar

Rezension zu "Auf Mozarts Spuren" von Magali Le Huche

gaby2707
Ein tolles Soundbuch

Als mein kleiner Enkel, der Soundbücher über alles liebt, mir dieses Buch das erste Mal gezeigt hat, war ich allein von dem witzigen Cover begeistert. Und dann erst das Innenleben des Buches.

Eine nette Geschichte, die Pippo und Mitzie hier erleben, untermalt von einer tollen Auswahl an Musik. Davon hätte ich ruhig noch mehr haben können. Aber als Einführung in die klassische Musik für Kinder finde ich es einfach nur klasse. Auch die Klangeffekte in der Metro und im Cafe passen gut zum Gesamtbild.

Das einzige, was ich etwas bemängele: die Seiten sind recht dünn und ich muss unseren Kleinen immer wieder dazu anhalten, langsam und sorgsam umzublättern.


Ein tolles Buch um unsere Jüngsten ganz langsam an die klassische Musik heran zu führen. Unser Enkel und auch ich sind begeistert.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks