Julia und Niko ist die große Leidenschaft irgendwo zwischen Reihenhaus, Windelnwechseln und Kindergartenabholzeiten abhanden gekommen. Ein befreundetes Paar brüstet sich mit seiner offenen Beziehung und für beide steht fest: das wollen sie auch. Einfach Sex mit anderen Partnern, ohne große Gefühle, ohne Eifersucht und ohne, dass irgend jemand verletzt wird. Sie wollen noch einmal ihre Chance egreifen, ehe ihre Ehe im Mittelmaß endet. Denn Mainstream ist so ziemlich das Schlimmste, was es gibt. Außerdem ist Niko ohnehin schon fremd gegangen und Julia hat es noch vor.
Jeder halbwegs geübte Leser kann sich nun genau ausrechnen, ob das gut geht oder nicht. Und so wird dieses Buch seinem Titel "Liebe mal anders" leider nicht gerecht. Denn man hat das Gefühl, dieses Motiv schon in etlichen Romane gelesen oder Filmen gesehen zu haben. Dementsprechend vorhersehbar endet das Ganze auch.
Das bisschen Stockholm-Flair ist ganz nett, aber der Roman könnte genau so gut auch in jeder anderen mitteleuropäischen Großstadt spielen.


