Isabelle Autissier

 4,3 Sterne bei 287 Bewertungen
Autorin von Herz auf Eis, Klara vergessen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Frischer Wind aus Frankreich: 1956 geboren in Frankreichs Hauptstadt und aufgewachsen südöstlich von Paris, entdeckt die sechsjährige Isabelle Autissier in der Bretagne ihre Leidenschaft zum Segeln. Sie hat ein Diplom in Meereswissenschaften und ist die erste Frau, die im Rahmen einer Regatta in der Kategorie Einhandsegeln alleine die Welt umsegelt hat. „L’aventure, c’est sortir de ses certitudes“ – Abenteuer sind für die „Yachtwoman of the year 1996“ das Verlassen der Komfortzone. Durch ihre persönlichen Abenteuer inspiriert, widmet sie sich nach einem beinahe tödlichen Unglück dem Schreiben. 2015 veröffentlicht sie ihren zweiten Roman, der für den Prix Goncourt (bester französischsprachiger Roman des Jahres) nominiert wurde. Zwei Jahre später erschien „Herz auf Eis“ bei uns in Deutschland. Heute lebt Isabelle Autissier in La Rochelle und ist seit 2009 Präsidentin von WWF Frankreich.

Alle Bücher von Isabelle Autissier

Cover des Buches Herz auf Eis (ISBN: 9783442487745)

Herz auf Eis

 (195)
Erschienen am 14.10.2018
Cover des Buches Klara vergessen (ISBN: 9783866486270)

Klara vergessen

 (52)
Erschienen am 04.02.2020
Cover des Buches Acqua alta (ISBN: 9783866487086)

Acqua alta

 (20)
Erschienen am 20.02.2024
Cover des Buches Klara vergessen (ISBN: 9783442491780)

Klara vergessen

 (5)
Erschienen am 16.01.2022
Cover des Buches Großer Süden (ISBN: 9783406668142)

Großer Süden

 (4)
Erschienen am 19.06.2014
Cover des Buches Herz auf Eis (ISBN: B07MQFC15F)

Herz auf Eis

 (8)
Erschienen am 11.01.2019
Cover des Buches Soudain, seuls (ISBN: 9782253098997)

Soudain, seuls

 (2)
Erschienen am 09.11.2016
Cover des Buches Oublier Klara (La Bleue) (French Edition) (ISBN: B07R637QZ3)

Oublier Klara (La Bleue) (French Edition)

 (1)
Erschienen am 02.05.2019

Neue Rezensionen zu Isabelle Autissier

Cover des Buches Herz auf Eis (ISBN: 9783442487745)
J

Rezension zu "Herz auf Eis" von Isabelle Autissier

Packender Überlebenskampf trifft klischeehaftes Nachspiel: Herz auf Eis im Zwiespalt
Julietta89vor 7 Tagen

Als ich Herz auf Eis von Isabelle Autissier in die Hand nahm, war ich voller Vorfreude. Die Geschichte von Louise und Ludovic, einem jungen Paar aus Paris, das sich auf ein Sabbatjahr begibt, um die Welt zu umsegeln, klang aufregend und vielversprechend. Doch das Abenteuer nimmt eine drastische Wendung, als die beiden bei Kap Hoorn Schiffbruch erleiden und auf einer einsamen Insel gestrandet sind. Was folgte, war ein packender Überlebenskampf inmitten von Eis, Schnee und Meer.

Der erste Teil des Buches hat mich wirklich gefesselt. Die Beschreibungen der rauen Natur, die Herausforderungen des Überlebens und die psychologischen Spannungen zwischen Louise und Ludovic waren intensiv und eindringlich. Besonders beeindruckt haben mich die brutalen Szenen, in denen sie gezwungen waren, Pinguine und Robben zu töten, um zu überleben. Diese Momente waren hart zu lesen, aber sie verdeutlichen die gnadenlose Realität ihres Überlebenskampfes. Ich fand es faszinierend, wie Autissier die psychologischen Aspekte dieser Extremsituation herausarbeitet: Wie verändert sich eine Beziehung unter solch extremen Bedingungen? Welche Abgründe tun sich auf, wenn es ums nackte Überleben geht?

Allerdings ließ der zweite Teil des Buches stark nach. Nach dem dramatischen und packenden ersten Teil wirkte der zweite Teil klischeehaft und irgendwie zusammenhanglos. Er soll wohl eine gesellschaftskritische Botschaft vermitteln, doch für mich war dieser Teil unnötig und minderte die zuvor aufgebaute Spannung. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte anders weitergeführt wird oder vielleicht sogar endet, als sie noch auf der Insel waren.

Die Charaktere waren für mich schwer greifbar. Louise war noch die sympathischere von beiden, doch auch sie blieb irgendwie distanziert. Ludovic konnte ich überhaupt nicht leiden, was es mir schwer machte, mich mit ihm zu identifizieren oder mitzufühlen.

Der Schreibstil von Autissier war größtenteils okay, mit einigen wirklich packenden Sätzen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Besonders beeindruckt hat mich der Satz: "Doch die Realität verharrt in ihrer Grausamkeit." Solche Momente gab es einige, die das Lesen lohnenswert gemacht haben.

Insgesamt bin ich zwiegespalten. Der erste Teil des Buches hat mich wirklich mitgerissen und mich an den Seiten kleben lassen. Der zweite Teil hingegen hat für mich vieles kaputt gemacht und die Geschichte unnötig in die Länge gezogen. Auch wenn ich die Protagonisten nicht sonderlich mochte, war der Überlebenskampf auf der Insel packend und eindringlich dargestellt. Wer sich für dramatische Überlebensgeschichten interessiert und über die brutalen Szenen hinwegsehen kann, wird im ersten Teil von Herz auf Eis definitiv fündig. Den zweiten Teil hätte ich persönlich nicht gebraucht.

Cover des Buches Acqua alta (ISBN: 9783866487086)
pardens avatar

Rezension zu "Acqua alta" von Isabelle Autissier

Desillusionierende Dystopie...
pardenvor 14 Tagen

DESILLUSIONIERENDE DYSTOPIE...

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten? (Verlagsbeschreibung)

Einen beeindruckenden Roman präsentiert Isabelle Autissier hier. Sie entwirft ein Untergangsszenario Venedigs, das überaus glaubhaft und deshalb um so erschütternder wirkt. 

Im Zentrum des Geschehens stehen die Mitglieder der Familie Malegatti. Diese sind recht prototypisch gezeichnet, was hier aber passend erscheint, da die drei Figuren für jeweils eine andere Position stehen. 

Der Vater Guido stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet, die Hochzeit mit der Tochter einer alteingesessenen venezianischen Adelsfamilie war nur das Sahnehäubchen auf seinem Erfolg. Seither stehen ihm alle Türen offen, und so hat er es bis in die Politik geschafft. Als Wirtschaftsrat kümmert er sich nun um die Finanzen der Stadt und fördert den Tourismus um jeden Preis. Er schlägt die Warnungen vor den Folgen für die Lagune und die Stadt in den Wind, und er vertraut bedingungslos dem Sturmflutsperrwerk MO.S.E. (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), das bereits Millarden verschlungen hat und für das jedes Jahr weitere 100 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. 

Die Mutter Maria Alba steht für das alte Venedig und den alten Adel. Immer auf akkurates Auftreten bedacht, widmet sie sich den Schönheiten des Lebens und der Stadt. Maria Alba war nie in finanziellen Nöten und bemüht sich, ihrer Tochter das alte Venedig nahezubringen, sie auf die verfallenden Sehenswürdigkeiten aber auch auf die kleinen Besonderheiten der Stadt aufmerksam zu machen. Auf die zunehmenden Rivalitäten zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter reagiert sie mit Rückzug. Sie ist die Beobachtende, die Abwartende, die das Geschehen und Handeln anderen überlässt.

Die Tochter Léa wächst wohlbehütet bei ihren Eltern auf, stellt aber mit Beginn ihres Studiums zunehmend einige Standpunkte ihres Vaters in Frage. Sie erfährt viel über die Folgen des Klimawandels, der Industrialisierung, des Tourismus für ihre Stadt - und begreift, dass sie etwas unternehmen muss. Auch das von ihrem Vater so hochgelobte Sturmflutsperrwerk MO.S.E. sieht sie zunehmend kritisch, und das aus gutem Grund. Zu Beginn nimmt Léa nur an Demonstrationen teil, später geht sie in den aktiven Widerstand und verlässt ihre Familie.

All diese Informationen erhält der Leser im Verlauf - nachdem Venedig bereits zerstört wurde. Guido Malegatti hat die Katastrophe überlebt, Mutter und Tochter bleiben vermisst. Monate nach der fürchterlichen Überschwemmung der Stad fährt er mit seinem Boot durch die die Kanäle Venedigs und ist erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung. Rückblicke in die Vergangenheit zeugen von den Streitigkeiten zwischen den Befürwortern von Tourismus und Technik und den Mahnern, die vor der Katastrophe warnten. Acqua alta - das winterliche Hochwasser - nimmt seit Jahren an Häufigkeit zu. Ob MO.S.E. hält, was die Betreiber versprechen, wird die Zukunft zeigen.

Penible Recherche liegt diesem Roman zugrunde, der viele Informationen zu den genannten Themen bietet. Sowohl die Funktionsweise des Sturmflutsperrwerks als auch die Argumente für und wider Massentourismus und die Veränderungen in Stadt und Lagune in den letzten Jahrhunderten, v.a. Jahrzehnten werden hier nachvollziehbar dargelegt. Daneben wird immer wieder auch auf die Schönheit Venedigs eingegangen, das Altehrwürdige, die besondere Stimmung zu unterschiedlichen Tageszeiten - und auf den allmählichen Verfall. 

Wehmut und Desillusion durchziehen den Roman, was das Ende noch bestärkt. Was mag sich nach solch einer Katastrophe ändern? Autissier deutet an: der Mensch wohl nicht.

Und das beschränkt sich wohl kaum nur auf die Situation um Venedig...


© Parden

Cover des Buches Acqua alta (ISBN: 9783866487086)
L

Rezension zu "Acqua alta" von Isabelle Autissier

Der Untergang Venedigs
Leserstimmevor einem Monat

Acqua Alta beschreibt in eindrucksvoller Sprache und Form den Untergang Venedigs. Der Begriff Acqua Alta beschreibt die immer wiederkehrenden Hochwässer im Herbst und Winter Venedigs. Äußere Einflüsse, wie Klimawandel, überhandnehmender Tourismus, Schädigungen der Lagune und deren Flora und Fauna durch Kreuzer, sowie das Absinken der Stadt verstärken die Probleme und Gefahren für Venedig immens. Mittendrin lebt die Familie Malegatti, bestehend aus Maria Alba, eine schöne extravagante Frau aus einer ehemaligen Dogenfamilie, die Venedig über alles liebt und ohnmächtig den Zusammenbruch der Familie ansehen muss, sowie den Verfall Venedigs.  Guido, Wirtschaftsrat Venedigs, will den Tourismus ankurbeln und weiterbringen, ohne an die katastrophalen Auswirkungen für die Stadt zu denken. Verzweifelt starten die Verwalter Venedigs das Projekt MOSE, eine Art Barriere, die vor den Wassermassen schützen soll. Ein verzweifeltes Unterfangen, das für 6 Millarden Euro gebaut wurde und für Millionen unterhalten werden muss. Während des Baus treten immer wieder Probleme auf, Verschlammungen der Anlage erfordern ein Umdenken. Guidos Tochter Lea, eine Kunststudentin jedoch geht auf die Barrikaden und demonstriert gegen ihren eigenen Vater mithilfe vieler Freunde. Sie wollen die Insel Poveglia vor einer Erschließung und Bebauung mit einem Hotel schützen. Ob ihnen das gelingt? 

Der Roman beginnt mit dem schon untergegangenen Venedig. Autissier hat hier ein Szenario geschrieben, das durchaus möglich ist. Tatsächlich gibt es das Projekt MOSE und dieses hat auch 6 Milliarden Euro gekostet. Doch Probleme haben das Einsetzen der Barriere um 7 Jahre (2021) verzögert. 2019 hat es ein sehr schlimmes Hochwasser in Venedig gegeben das vier Fünftel der Stadt unter Wasser gesetzt hat. Die Autorin hat reales mit Fiktion gemischt und sich an sachliche Fakten gehalten und auch recherchiert. Eine dramatische Familiengeschichte in Venedig, die die Gefahr des Untergangs der Stadt klar verdeutlicht. Sehr schön geschrieben. Lesenswert.

Gespräche aus der Community

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

anna_m

anushka

BluevanMeer

bookflower173

Buchraettin

Celebra

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Zum Thema
948 Beiträge
Dajobamas avatar
Letzter Beitrag von  Dajobamavor 3 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zusätzliche Informationen

Isabelle Autissier wurde am 18. Oktober 1956 in Paris (Frankreich) geboren.

Isabelle Autissier im Netz:

Community-Statistik

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auf 61 Merkzettel

von 3 Leser*innen aktuell gelesen

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