Isabelle Autissier Herz auf Eis

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Inhaltsangabe zu „Herz auf Eis“ von Isabelle Autissier

Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht? »Herz auf Eis« wagt sich an die Frage, was mit uns und unseren Beziehungen geschieht, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.

Die Autorin hat die Welt umsegelt, man spürt, dass sie weiss, was ums Überleben zu kämpfen, heisst.

— Buecherwurm1973

Wow. Ich konnte das Buch nicht weglegen. Ich mochte besonders die psychologische Ebene und finde das Biuch einfach unglaublich authentisch!

— marylou_23

Ein sehr bewegendes Buch!

— gedankenlabor

Was tut man alles um zu Überleben? In diesem packendem Roman kommt die Natur des Menschen zum Vorschein.

— Lyca

Spannend erzählt und psychologisch nachvollziehbar - ein wirklich herausragendes Buch!

— Thorsten_Falke

Ein emotionaler und spannender Kampf ums Überleben auf einer abgelegenen Insel. Top!

— AgnesM

Das blanke Überleben trifft auf bedrohliche Emotionen und vereint sich vor einer atemberaubenden Kulisse zu einem Beziehungsdrama.

— NiWa

Sehr packend und beklemmend. Wirft einige interessante Fragen über die menschliche Natur in den Raum und regt zum Nachdenken an.

— hello_marlie

Kontrastreiche Charaktere, atmosphärisch, emotional und realistisch. Ein außergewöhnliches Buch

— derbuecherwald-blog

Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten in einem Rutsch gelesen

— Fleur91

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    Herz auf Eis

    czytelniczka73

    30. November 2017 um 15:11

    "Das ist es,der primitive Drang zu leben,der zum Handeln zwingt und sich hinwegsetzt über alle Regeln und Gesetze,ja selbst die eigenen Gefühle" Inhalt: "Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?" Meinung: Zweifellos ist dieses Buch was ganz Besonderes und für mich persönlich  das Lesehighlight des Jahres.Ein Abenteuerurlaub,der sich plötzlich in ein Albtraum verwandelt...gestrandet auf einer unbewohnten Insel...Klingt abenteuerlich und anfangs erinnert die Geschichte tatsächlich bisschen an Robinson Cruzoe,weil man beeindruckt von dem Einfallsreichtum der Protagonisten ist und gleichzeitig von den Augen vorgeführt kriegt wie machtlos wir gegen der Naturgewalt sind,wie "verweichlicht " im Vergleich mit den früheren Generationen und von der Zivilisation abhängig.Allerdings ist dieses Buch kein Abenteuerroman,die Autorin geht mit ihrer Geschichte viel tiefer,es ist fast ein Psychodrama.Unfassbar ehrlich und schonungslos wird hier ein Überlebenskampf beschrieben,ganz ohne Romantik und Heldentum,ab gewissen Punkt ist nur eigenes Überleben wichtig,ohne Rücksicht auf Verluste.Das klingt ein wenig brutal und gefühllos,aber der Überlebenswille gehörtzu den menschlichen Urinstinkten,warum haben dann Überlebende später Schuldgefühle,weil sie überlebt haben?Es ist kein leichtes Thema das sich die Autorin hier vorgenommen hat,aber die Geschichte ist ihr einfach grandios gelungen,erschüternd,nachhalend und sehr nachdenklichmachend.Auf die vielen etisch-moralischen Fragen kriegt man in dem Buch keine Antworten,den Urteil überlässt die Autorin dem Leser,da kann jeder für sich entscheiden wie er das Verhalten von Luize und Ludovic findet.Allerdings ist das gar nicht so einfach...Ich hoffe einfach nur,dass ich niemals so eine Entscheidung"Allein leben oder zu zweit sterben" treffeen muss. Fazit: Dieses Buch sollte man unbedingt gelesen haben!

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  • Herz auf Eis

    Herz auf Eis

    gedankenlabor

    29. October 2017 um 17:35

    HERZ AUF EIS von ISABELLE AUTISSIERSie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?  „Herz auf Eis“ von Isabelle Autissier hat mich unheimlich bewegt. Das Paar gerät in eine schier ausweglose und extreme Situation, man kann und möchte sich wohl kaum selbst vorstellen wie es wäre, wenn man sich selbst in dieser Situation befinden würde. Die Liebe ist ja meist eine Art Anker, ein letzter Hoffnungsschimmer, an dem man sich festhält und festhalten kann, doch was davon übrig bleibt, wenn das ganze Leben plötzlich auf die Probe gestellt wird zeigt dieses Buch. Die Autorin schafft von Anfang an eine sehr bedrückende Atmosphäre, wodurch einige Szenen so lebhaft dargestellt sind, dass ich so manches Mal schockiert war und dieses Gefühl sogar einige Tage nach dem Lesen noch mit mir herumgetragen habe.  Das Buch zeigt auf, wie die Liebe und das Leben sich wandeln können und das selbst Dinge, von denen wir ganz fest überzeugt sind mit einem Mal doch ganz anders sein können als wir vielleicht dachten. Dieses Buch wirft viele Fragen auf, mit denen man sich selbst im Anschluss und schon während des Lesens befasst – so ging es mir zumindest - und ist für sich ein sehr spezielles, anspruchsvolles und meiner Meinung nach absolut lesenswertes Buch!

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  • Umwerfender Roman

    Herz auf Eis

    Lyca

    09. October 2017 um 00:14

    Fassungslos stehen sie da, außerstande, auch nur ein Wort zu wechseln. Allmählich breitet sich in ihnen das Entsetzen aus: kein Zuhause mehr, weder Nahrung noch Kleider, keine Möglichkeit die Insel zu verlassen oder irgendjemand zu erreichen. Sie sind geradezu empört, empfinden ihre Lage als unangemessen. Isabelle Autissier hat mich mit 'Herz auf Eis' hellauf begeistert und gleichermaßen nachdenklich zurückgelassen. Man kommt nicht umhin sich zu fragen wie man selber in einer solchen Extremsituation reagieren würde. Und so finde ich die Art und Weise wie die Autorin die Geschichte gnadenlos ehrlich, authentisch und realistisch erzählt hat sehr gelungen. Es ist ein intensives Leseerlebnis, das mich regelrecht sprachlos gemacht hat. Man bekommt das Gefühl mittendrin zu sein, kann sich dem Sog dieses Romans nicht entziehen und erlebt alles hautnah. Die Beschreibungen kann man geradezu vor sich sehen. Der Schreibstil ist präzise und eindringlich, es wird nicht dramatisiert, beschönigt oder übertrieben, man bekommt einen klaren Blick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonisten und begibt sich mit ihnen an die Grenzen des menschlichen. An manchen Passagen musste ich kurz durchatmen weil das Erzählte fast schon zu viel war.Die beiden Protagonisten Louise, die eher zurückhaltend ist und sich mitreißen lässt und Ludovic, der ein absolut aufgeschlossener Typ ist und mehr die Kontrolle übernimmt, kommen schnell an ihre Grenzen. Sie kämpfen gegen den Hunger und miteinander, versuchen den Trieben nicht die Überhand zu lassen und trotz der Rückschläge optimistisch zu bleiben, planen und möchten einen Alltag heraufbeschwören als wären sie Teil der Gesellschaft um ihre Menschlichkeit beizubehalten. In dieser einsamen Gegend kommen sie nicht umhin sich nacheinander zu sehnen, sie möchten nicht der Einsamkeit ausgeliefert sein und versuchen alles um eine Lösung zu finden und ihr Überleben zu sichern. Ich interessiere mich sehr für Psychologie und so war das Buch in diesem Bereich absolut ansprechend. Man bekommt einen tiefgründigen Einblick darauf wie sich Louise und Ludovic den Herausforderungen stellen, um ihre Liebe bemüht sind, wie sie mit ihrer Situation psychisch umgehen und was dieses Erlebnis aus und mit ihnen macht.Obwohl es einige extreme Situationen gab habe ich mich nicht getraut Louise und Ludovic zu verurteilen denn wer bin ich schon ihnen sagen zu können wie sie sich zu verhalten haben. Wer bin ich, auf dem Sofa sitzend, das Ganze beurteilen zu können? Es ist das eine darüber zu lesen, selber diese Erfahrung zu machen wünsche ich wahrlich keinem. Der Roman überrascht oft, man weiß nie was als nächstes passiert und oft hatte ich wirklich Angst gehabt weiter zu lesen, weil ich nicht im geringsten wusste was mich erwartet und ob ich mich dem überhaupt stellen kann. Hat man zu Beginn noch die Hoffnung auf ein Happy End wird die ganze Situation so schnell extrem, dass man sich fragt ob ein glückliches Ende überhaupt in Frage kommen kann. Es ist unvorstellbar was Louise und Ludo durchmachen müssen und so muss jeder für sich erfahren wie es endet. Ein Buch das zwar aus nur 224 Seiten besteht dafür aber solch eine immense Wirkung auf mich hatte, dass es unvergesslich bleibt. Ganz klare Leseempfehlung! 

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  • Herz auf Eis

    Herz auf Eis

    AgnesM

    07. October 2017 um 10:23

    Louise und Ludovic haben sich dazu entschieden eine einjährige Auszeit zu nehmen und zu einer Reise rund um die Welt aufzubrechen. „Jason“, ihr Schiff, soll Sie an entlegene und außergewöhnliche Ziele bringen, wie zum Beispiel eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn. Hier entscheidet das Paar an Land zu gehen und die Insel ein wenig zu erforschen. Sie haben hierfür nicht allzu viel Zeit, denn ein Sturm zieht über dem Meer auf, doch der Nervenkitzel und die Abenteuerlust überwiegen, was ihnen jedoch zum Verhängnis wird. Sie schaffen es nicht rechtzeitig von der Insel runterzukommen und der Sturm erfasst diese mit voller Wucht. Beide suchen Zuflucht in einer längst verlassenen Walfangstation und müssen am nächsten Morgen entsetzt feststellen, dass ihre „Jason“ nicht mehr am Horizont zu erkennen ist. Versteinert stehen beide am Strand und können nicht fassen was ihnen zugestoßen ist. Panik breitet sich aus, diverse Horrorszenarien durchströmen ihre Gedanken und beide wissen, dass nun ein Kampf ums Überleben beginnt. Womöglich wird keine Menschenseele vor dem nahenden Winter diese Insel aufsuchen und schlimmer noch, kein Mensch weiß, wo sich Louise und Ludovic aufhalten. Schnell realisieren die Gestrandeten, dass sie sich um Nahrung und eine sichere Bleibe kümmern müssen. Schnell kocht die Wut und Verzweiflung hoch und ebenso schnell geraten die Liebenden aneinander. Sie machen sich gegenseitig Vorwürfe, streiten sich, gehen aufeinander los und müssen dem psychischen und physischen Druck dieser enormen Ausnahmesituation standhalten, um nicht verrückt zu werden und unüberlegte Dinge, die sie eventuell das Leben kosten könnten, zu tun. Nichtsdestotrotz müssen gravierende Entscheidungen getroffen werden, die das Überleben womöglich sichern könnten. Die Autorin hat mich mit diesem Roman definitiv emotional gefesselt und ich bin von ihrer bildlichen Sprache sehr angetan. Es war, als wäre ich selber dabei gewesen und hätte die Insel um mich herum gesehen und all die beschriebenen Gerüche wahr genommen. Ich konnte mit den Protagonisten sehr gut mitfühlen und fand es außergewöhnlich, dass die Autorin weder die Handlungen von Louise noch die von Ludovic verurteilt hat. Hier wird dem Leser ein enormer Freiraum zur Selbsteinschätzung und Meinungsbildung gewährt. In dieser Extremsituation, wo all der bisher gekannte Luxus im Nichts verschwindet, werden ganz existenzielle Fragen in den Vordergrund gestellt. Der Überlebenskampf wird unabdingbar und viele Dinge, wie die Liebe und das Vertrauen, bleiben auf der Strecke, da man sich auf das Wesentliche, hier u.a. der Beschaffung von Nahrung, konzentrieren muss. Die Autorin stellt diese menschlichen Veränderungen deutlich in den Vordergrund, so dass sich Leser noch besser in die Situationen hineinversetzen können. Zudem wirft sie im zweiten Abschnitt des Buches einen ausführlichen und interessanten Blick auf die Zeit nach der Strandung auf der Insel.  Der Psychothriller, welchen ich im Rahmen einer privaten Leserunde gelesen habe, hat bei allen Teilnehmenden lange nachgewirkt und wir haben uns alle gefragt, wie es uns wohl in solch einer Extremsituation ergangen wäre.

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  • Zwei allein auf einer Insel...

    Herz auf Eis

    hello_marlie

    04. October 2017 um 10:21

    Louise und Ludovic – ein Paar, wie es viele gibt. Beide noch jung und eloquent, dennoch bereits im Hamsterrad des Alltages gefangen und unzufrieden damit. Aus diesem Grund überredet Ludovic seine Partnerin ein Jahr Auszeit zu nehmen. Ein Sabbatjahr, aus dem sie gemeinsam ein Abenteuer machen wollen, damit sie, von den einmaligen Erlebnissen und Erfahrungen genährt, wieder frisch und belebt ins Pariser Alltagsleben einsteigen können. Sie entscheiden sich fürs Segeln, bereiten sich auch dementsprechend intensiv darauf vor. Alles scheint durchdacht und gut geplant – bis sie einen kleinen Fehler begehen, der verehrende Folgen annehmen wird.Ein Abstecher auf eine Naturschutzinsel soll ein kleines, verbotenes Abenteuer werden, inmitten des großen Segelabenteuers. Ein Sturm entledigt sie jedoch von ihrem Boot und lässt sie zurück, auf einer Insel mitten im Südatlantik, ohne Vorräte oder andere überlebensnotwendige Ressourcen. Ein Szenario, welches man bereits aus sämtlichen Büchern, Serien und Filmen gewohnt ist. Jedes Mal wird es ähnlich aufgespannt, jedes Mal geht es ums nackte Überleben und die Frage: „Was würde ich machen, wäre ich in derselben Situation?“ Bei dieser Geschichte wirft die Autorin jedoch noch einen intensiveren Blick auf die menschliche Natur und ihre Instinkte. Wie verändert sich ein Mensch, wenn er einer solch ausweglosen Situation ausgeliefert ist? Wie verändert sich die Beziehung zweier Menschen, wenn es sich hierbei auch noch um ein Paar handelt? Ist die Liebe hier hinderlich oder noch viel stärker von Nöten als jemals davor? Wie verändern sich moralisches Denken und Empathie hinsichtlich der direkten aber schleichenden Lebensbedrohung? Und nicht zu vergessen: ist ein intelligenter Mensch des 21. Jahrhunderts überhaupt noch fähig, in der freien und unbarmherzigen Natur zu überleben, oder haben wir vielleicht sogar schon verlernt, was Generationen vor uns ohne Probleme und technische Hilfen alltäglich bewältigen mussten? Nahrung beschaffen, ein Unterschlupf bauen, Feuer machen, Bescheid wissen über Pflanzen, Tiere, Witterungen? Dies alles klingt in vielen dieser Robinson-Crusoe-Erzählungen meist relativ leicht oder wird gar nicht näher beschrieben, aber ist es das in Wirklichkeit auch?Einige spannenden Fragen stellt die Autorin hier in den Raum und erzählt mit ihrer dichten, eindringlichen Erzählstimme eine spannende und eindrückliche Geschichte, die den Leser auch nach Beenden des Buchs noch lange nicht loslassen wird.

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  • Grenzerfahrungen am unbewohnten Ende der Welt

    Herz auf Eis

    Mary2

    04. October 2017 um 09:01

    Zwei junge Franzosen gönnen sich ein Sabbatjahr und segeln allein um die Welt. Im Südatlantik wagen sie einen Landgang auf einer unbewohnten Insel, zudem Naturschutzgebiet. Nach einem Sturm ist ihr Schiff verloren und das Paar ist auf sich allein gestellt. Niemand weiß, wo sie sind, niemand weiß, dass sie noch leben. Es beginnt ein Kampf um das Überleben in unwirtlicher Umgebung. Kälte und Hunger bringen Louise und Ludovic an ihre Grenzen. Ihre verschiedene Art, sich den Herausforderungen zu stellen, kann synergistische Kräfte freisetzen. Allerdings kommt der Punkt, an dem es um das nackte Überleben geht und Entscheidungen getroffen werden, die von großer Tragweite sind. Atemberaubend wird von Isabelle Autissier die Natur geschildert, der Leser ist geradezu mit dabei auf der Insel Stromness. Eine nahezu unberührte Landschaft mit faszinierender Tierwelt ist einzigartig beschrieben. Ganz intensiv schildert die Autorin zudem die Gefühlslage von Louise in ihrer schwierigen Situation. Geht es zunächst um ganz praktische Dinge wie die Organisation von Nahrung und Unterschlupf, werden die Fragestellungen immer komplexer. Der antarktische Winter mit Dunkelheit und Kälte ist ausgesprochen lebensfeindlich. Die Menschen sind zurückgeworfen auf den animalischen Überlebenswillen; der Moralkodex der westlichen Welt ist weit entfernt. Es kommt zur Rettung durch ein Forschungsschiff und zur Rückkehr nach Europa. Konfrontiert mit dem alten Leben mag der Neustart nicht wie erwartet gelingen. Weitere schwierige Entscheidungen sind zu treffen. Eine Stärke des Buches liegt darin, dass Isabelle Autissier sich nicht auf die Schilderungen des praktischen Überlebens beschränkt – spannend genug wäre das allemal. Sie geht den Schritt weiter und konfrontiert ihre Protagonisten und den Leser mit existentiellen Fragestellungen: „Wie hätte ich, wie hättest du in dieser Situation gehandelt?“ „Was ist moralisch gerechtfertigt, wo wird eine Grenze überschritten?“ Dieses Buch ist ungemein spannend und faszinierend. Die Eindrücke, die beim Lesen entstehen, sind ausgesprochen vielschichtig. Gegen Ende des Buches habe ich mich jedoch oft gefragt: Warum gibt es keinen psychologischen Beistand nach einer solchen existentiellen Grenzerfahrung? Warum lässt die Autorin die Protagonisten hier allein? Auf jeden Fall ist dieses Buch lesenswert, verlangt dem Leser jedoch auch Einiges ab. Ich bewerte hier mit 4,5 Sternen und natürlich einer Lese-Empfehlung.

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  • Eiskaltes Drama

    Herz auf Eis

    NiWa

    30. September 2017 um 07:05

    Louise und Ludovic nehmen sich eine Auszeit und gehen auf große Segelfahrt. Fernab vom Pariser Alltagstrott gehen sie das Abenteuer ihres Lebens an, ohne zu ahnen, womit sie dafür bezahlen müssen.Isabelle Autissier hat mit „Herz auf Eis“ mehrere Themen zu einem brisanten Gesamtwerk vereint. Einerseits geht sie auf die Ketten des Alltäglichen ein. Sie spricht von den Verpflichtungen, denen wir ab und an gern den Rücken kehren würden. Andrerseits zeigt sie, wie sehr sich der Mensch von der Natur entfremdet hat und wie er dennoch im Ausnahmezustand um sein Leben kämpfen kann. Ausgangslage sind das Pariser Paar Louise und Ludovic. Sie sind jung, verdienen passabel und wollen sich eine Auszeit von ihrem Leben gönnen. Himmelhochjauchzend gehen sie auf einen Segeltörn, der sie über Rio de Janeiro bis zu einer unbewohnten Insel vor Kap Hoorn führt, wo die Reise unvermutet zu Ende ist. Nun heißt es für das Paar um ihr Überleben zu kämpfen. Denn die Insel liegt abseits aller befahrenen Routen und der Kampf gegen Hunger und Kälte beginnt. Die einsame Insel im Robinson-Stil hat eine Naturgewalt in sich, vor der man nur den Hut ziehen kann. Die Autorin beschreibt eindringlich die Schönheit und die Schrecken der Einsamkeit. Man fühlt die salzige Meeresluft, die eiskalte Nässe im Gesicht und hört die Pinguine schnattern. Dabei kämpfen Louise und Ludovic nicht nur um ihr körperliches Überleben, sondern auch ihre Liebe ist mittlerweile auf Eis gelegt. Wer hat die Schuld an diesem Drama? Wie konnte es nur geschehen, dass sie in dieser unwirtlichen Gegend gestrandet sind? Und warum haben sie sich überhaupt erst auf diese große Fahrt eingelassen?Hier spannen sich im Verlauf der Erzählung zwei Fronten, die aufreibender nicht sein könnten. Einerseits müssen Louise und Ludovic den Naturgewalten die Stirn bieten, ihre bescheidene Unterkunft in Schuss halten und sich um Nahrung kümmern. Andrerseits schaffen sie es kaum, sich gegenseitig zu unterstützen und trauen sich emotional nicht mehr über den Weg. Beissende Kälte, nagender Hunger und gegenseitige Anfeindungen gipfeln in ein Beziehungsdrama, das ihnen eigentlich auch nicht weiterhilft.Mich hat Isabelle Autissier vor allem mit der Beschreibung der Empfindungen und der Insel überzeugt. Die Autorin schafft ein derart lebendiges Bild von dem einsamen Eiland, dass ich sogar die Pinguine gerochen habe. Man spürt die Gefahr, die Bedrohung und die Hoffnungslosigkeit, die von der Natur und der Situation ausgehen. Dabei wundert es, dass Louise und Ludovic doch einigermaßen die Nerven behalten. Aber ich glaube, die Hoffnung gibt wohl jeder als Letztes auf.Meistens wird aus Louises Sicht erzählt. Zwar konnte ich mich aufgrund der Extremsituation nicht in sie hineinversetzen, dennoch wurde ich von ihr als Person überzeugt und ihr Schicksal hat mich berührt. Das Paar ist sehr realistisch beschrieben und ich konnte Ludovics und Louises Agieren gut nachvollziehen. Ich weiß nicht, was ich in so einer Situation tun würde! Zum Ende hin wird mir die Geschichte jedoch etwas zu abgerissen und meiner Meinung nach war der letzte Abschnitt nicht mehr notwendig. Hier wird eine weitere Perspektive herangezogen, die der ursprünglichen Eindringlichkeit der Erzählung sehr viel genommen hat.In „Herz auf Eis“ werden die Gefühle wirklich auf Eis gelegt. Das blanke Überleben trifft auf bedrohliche Emotionen und vereint sich vor einer atemberaubenden Kulisse zu einem Beziehungsdrama der ganz besonderen Art. 

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    • 6
  • Ein außergewöhnliches Buch

    Herz auf Eis

    derbuecherwald-blog

    18. September 2017 um 19:34

    Vollständige Rezension: Der Bücherwald"Herz auf Eis" ist ein ein außergewöhnliches Buch. Es ist sehr realistisch, sodass der Leser deutlich spürt, wie Louise und Ludovic zunehmend verwahrlosen und sich emotional voneinander entfernen.Der Schreibstil ist emotional und atmosphärisch. Man kann die Gefühle der Personen gut nachempfinden und denkt keineswegs "ich hätte in dieser Situation anders reagiert". Ganz im Gegenteil: Die Hoffnungslosigkeit wird so überzeugend rübergebracht, dass man Louise und Ludovic voll und ganz verstehen kann, obwohl man nicht auf einer einsamen Insel ums Überleben kämpft, sondern im warme Zuhause sitzt.Gleichzeitig sind die Charaktere sehr kontrastreich. Die Differenzen zwischen Louise und Ludovic werden im Verlauf der Geschichte immer deutlicher.Außerdem kann man sich durch den detailreichen Schreibstil sehr gut die Insel-Atmosphäre vorstellen. Wäre die Lage von Ludovic und Louise nicht so prekär könnte fast Urlaubsstimmung auftauchen.Besonders am Anfang der Geschichte werden unwichtige Stellen meistens übersprungen. Beispielsweise wird nicht detailreich dargestellt, wie sie Essen sammeln oder Wanderungen zu anderen Stränden unternehmen. Dadurch bleibt die Handlung auf die wichtigen Momente reduziert und der Handlungsstrang bleibt deutlich spannender.Allerdings ändert sich das ab etwa der Hälfte des Buches. Dann wird die Handlung etwas detaillierter, was aber mit der Story zu begründen ist.Mir ist außerdem aufgefallen, dass der Fokus eindeutig auf Louise liegt. Möglicherweise, weil sie die taffer ist und mehr ums Überleben kämpft als Ludovic.Teilweise war das schade, weil ich manchmal auch Ludovics Situation gerne besser verstanden hätte.Des Weiteren war das Ende etwas langatmig und konnte mich nicht mehr so fesseln, wie der Anfang des Buches.Nichtsdestotrotz ist "Herz auf Eis" ein Buch der besonderen Art, dass sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt.

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  • Überlebenskampf

    Herz auf Eis

    Fleur91

    14. September 2017 um 14:39

    Louise und Ludovic haben eigentlich alles. Besonders Ludovic hat es nie an etwas gefehlt, dank seiner wohlhabenden Eltern. Das junge Paar entscheidet sich der Stadt und dem Alltag zu entfliehen und nimmt sich ein Sabbatjahr, um die Welt zu umsegeln. Dabei machen sie einen Abstecher zu einer einsamen Insel, die früher von Walfängern genutzt wurde, heute aber nurnoch ein Naturschutzgebiet ist. Beim erkunden der Insel geraten sie in einen Sturm und verbringen die Nacht dort. Am nächsten Morgen ist das Segelboot weg. Mir hat dieser kurze und knackige Roman sehr gut gefallen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hab ich es schließlich in einem Rutsch gelesen. Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen und die Autorin wirft sehr viele Dinge in diesem Roman auf, über die man nachdenken muss.Obwohl ich anfangs noch dachte, dass ich mit den beiden verwöhnten Charakteren nicht mitfiebern kann, kam es dann doch so. Die Geschichte ist mitreissend, tragisch und unterhaltsam zugleich. Meiner Meinung nach ist das Buch auch nicht oberflächlich abgehandelt, sondern erzählt auf den wenigen Seiten eine wirklich gute Geschichte.Da es ums Überleben geht und natürlich auch um die Nahrungsbeschaffung, sollte man vielleicht auch nicht unbedingt zimperlich sein. Ja, das Buch hat Schwächen, aber das haben die meisten. Die Schwächen sind auch nicht in einem Ausmaß, in dem sie mich wirklich gestört hätten. Ich bewerte Bücher nach Gefühl und wenn ein Buch mich mitreisst und die Seiten nur so dahinfliegen, dann ist es definitiv ein 5-Sterne-Buch für mich.

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  • Spannend und intensiv, regt zum Nachdenken an

    Herz auf Eis

    jojo86

    10. September 2017 um 11:12

    Louise und Loudovic wollen sich eine Auszeit nehmen, weg vom stressigen, regulierten Alltag. Doch sie stranden ungeplant auf einer einsamen Insel, nur auf sich gestellt. Der Kampf ums Überleben beginnt.Was in vielen Filmen romantisch anmutet, einsam auf einer Insel gestrandet, wird hier aus einer ganz anderen Perspektive geschildert. Der tägliche Kampf ums Überleben bringt die beiden Protagnonisten an Ihre Grenzen und stellt auch nochmal die Beziehung und das Rollengefügte auf eine harte Probe. Die Autorin beschreibt sehr gut, die Gefühlslage der beiden Hauptpersonen und in welchen Konflikten sie sich befinden. Auch die Schönheit, aber auch Unerbittlichkeit und Härte der Landschaft wird deutlich und intensiv beschrieben. Die Geschichte kommt mit sehr wenig Dialogen aus, was ihr aber bei weitem keinen Abbruch tut.Ich bin durch das Buch relativ schnell durchgekommen, habe aber noch sehr lange darüber nachgedacht und mich viel mit den Fragen auseinandergesetzt. Das ist bei mir letztendlich zurückgeblieben: Was würde man selbst wohl in dieser Situation tun?Ganz toll, ich kann das Buch nur empfehlen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1932
  • Der nackte Kampf ums Überlegen beginnt !!!

    Herz auf Eis

    Literaturwerkstatt-kreativ

    20. August 2017 um 01:32

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ rezensiert„Herz auf Eis “ von Isabelle Autissier Ludovic und Luise sind jung und verliebt, haben einen festen Job und leben gut situiert in einer Pariser Wohnung zusammen. Beide sind sehr sportbegeistert und fahren oft in die Berge zum Klettern, denn vor allem Luise ist eine ausgesprochen gute Bergsteigerin. Dieses Leben beginnt Ludovic aber zu langweilen und er überredet Louise zu einem „Sabbatjahr“. So entscheiden sie sich zu einer Segeltour. Sie kaufen einen Boot, das sie „Jason“ taufen und stechen in See. Viele Wochen sind sie nun unterwegs und habe einiges gesehen und erlebt. „Als sie von Patagonien aus die Überfahrt nach Südafrika antreten, ist es bereits beschlossene Sache, dass ihre Reise dort nicht enden wird. Der indische Ozean ist zu verlockend und danach der riesige Pazifik. Auf dem Weg liegt die verbotene Insel, sie zwinkert ihnen zu, ein Abenteuer noch dazu....“ Die beiden steuern Stromness an, eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn. In den 50er Jahren verließen die letzten Walfänger die Insel. Sie ist jetzt ein Naturschutzreservat und es leben dort nur noch Robben und Pinguine. Während einer Klettertour zu einem Gletscher, zieht schlechtes Wetter auf und ein heftiger Sturm tobt über die Insel. Die beiden können nicht auf ihr Boot zurück und verbringen die Nacht in einer verlassenen Hütte der Walstation. Am nächsten Morgen wollten sie auf ihr Schiff zurück, aber die Jason ist verschwunden. Da sie keinem ihren Aufenthaltsort genannt hatten, kein Handy mehr besitzen und ihr Boot auch keinen Peilsender hat, sind die beiden von der Außenwelt abgeschnitten. Der nackte Kampf ums Überlegen beginnt, fern ab von jeglicher Zivilisation. Ein existenzieller Kampf gegen Kälte, Hunger und Angst. Aber auch ihre Beziehung wird nun auf eine harte Probe gestellt. Gegenseitige Vorwürfe werden gemacht. Letztendlich hat der nackte Überlebenskampf seine eigenen Gesetzte, fern jeglicher Menschlichkeit. Fazit: Isabelle Autissier hat ein sehr eindringliches und auch nachdenkliches Buch geschrieben. Selber ist sie als erste Frau allein bei einer Regatta um die Welt gesegelt und hat dabei mehrfach ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Zweimal wurde die Französin aus extremen Notlagen gerettet, in denen sie dem Tod ins Auge geblickt hatte. Genau diese Grenzerfahrungen bringt sie nun in ihr Buch mit ein. Die Autorin formuliert ihre Sätze einfach und klar. Stellenweise verstärkt sie aber Passagen durch sehr kurze abgehackte Sätze. Durch dieses eingesetzte Stilmittel schafft sie eine viel höhere emotionale Betroffenheit beim Leser. Die beiden doch sehr unterschiedlichen Protagonisten hat Autissier (gerade mit der Rückschau in die jeweilige Kindheit) sehr gut beschrieben. Dies ist von enormer Wichtigkeit, denn genau deren Charaktereigenschaften und Fähigkeiten bestimmen letztendlich den Kampf ums Überleben. Das Buch hat gerade mal 221 Seiten und eigentlich gehöre ich zu den Leserinnen die immer sagen: „weniger ist mehr“; bei diesem Buch jedoch hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht, denn an einigen Stellen geht es mir dann doch zu schnell und Beschreibungen bleiben leider oberflächlich. Dieses Buch berührt und macht nachdenklich hat aber bei weitem nicht diese emotionale Auseinandersetzung bei mir ausgelöst, wie einst vor vielen Jahren etwa „Der Herr der Fliegen“ von William Golding. Isabelle Autissier hat eine Robinson - Geschichte geschrieben, die bestimmt keiner selber erleben möchte, den Leser aber fesseln und eine ganze Bandbreite an Emotionen bei Ihm zu wecken vermag. - Und am Ende die Frage erzeugt, wie hätte ich gehandelt ? Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der sich auf ein sehr intensives Leseerlebnis einlassen möchte. Es ist ein sehr emotionales und bereicherndes Buch !!! www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/08/19/herz-auf-eisBesten Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Überleben

    Herz auf Eis

    Papierverzaubert

    07. July 2017 um 20:08

    Schon Im Mai  las ich dieses Buch.Anfangs störte es mich ein wenig, dass die wörtliche Rede fehlt, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Das Buch hat mich gefesselt und schockiert! Ich habe mich immer wieder gefragt, ob jeder Mensch sein Gewissen verliert, wenn sein Leben in Gefahr ist. Was spielt noch eine Rolle, wenn es ums nackte Überleben geht? Schaltet man seine Gefühle aus und handelt dann nur instinktiv?Ich glaube, dass man es nicht wissen kann , bevor man in eine vergleichbare Situation gerät. Zitat: `Die Angst hat das Allerwichtigste zerstört: ihre Gefühle, ihre Menschlichkeit. Völlig bloß steht sie da, besessen einzig von dem Drang zu überleben, nicht anders als irgendeins der Tiere, die sie täglich sieht.`Es scheint, dass sich das Gewissen nur dann meldet, wenn unser Leben nicht in Gefahr ist, also nur in der Zivilisation? Aber auch in der sogenannten Zivilisation, hat man nicht unbedingt ein Gewissen, wenn man sensationslüsternder Journalist ist. Das wird im zweiten Teil des Buches deutlich.Erschreckend wozu Menschen fähig sind. Man denkt noch lange darüber nach. 

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  • Leben - erleben - überleben

    Herz auf Eis

    Sumsi1990

    21. June 2017 um 18:13

    Louise und Ludovic sind ein glückliches Pariser Pärchen, beide um die 30 Jahre alt, kommen aus geregelten Verhältnissen und sind auch beruflich angekommen. Louises Kletterleidenschaft sowie vor allem Ludovics Erlebnisdrang bringen diese dazu sich ein Jahr Auszeit zu nehmen und einen Bootsturn durch die Welt zu machen. In einem Naturschutzgebiet voller Eis gehen ihre Pläne jedoch dann katastrophal schief!Das Buch hat einen sehr interessanten und eigensinnigen Schreibstil. Die Sätze unterstreichen teilweise die Verzweiflung der Protagonisten und wirken gehetzt. Das Buch ist aber überraschend leicht und schnell zu lesen und die Geschichte ist in mittellange Kapitel unterteilt. Dazu ist die ganze Erzählung auch noch in ein "Dort" und "Hier" unterteilt, was die Spaltung der Natur und der normalen Zivilisation nochmals passend unterstreicht! Für mich persönlich war der zweite Teil noch besser als der erste, wobei ich das ganze Buch wirklich gern gelesen habe. Lediglich der Schluss ist mir ein wenig zu schnell und setzt einfach für mich auf die Erzählung nichts mehr drauf. Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau und ich würde diesen Roman mit der interessanten und spannenden Geschichte jedenfalls weiterempfehlen! 

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  • Überlebenskampf gewonnen, Zuversicht verloren

    Herz auf Eis

    jenvo82

    15. June 2017 um 12:34

    „Sie bleiben sitzen, einer vor dem anderen, vollkommen leer. Eine unwirkliche Stille hüllt sie ein. An diesem Abend rührt kein Wind an der Station und dem großen Haus, nur Stille, als wären sie nicht da, als hätte die Insel sie bereits verschlungen.“ Inhalt Ludovic und Louise wollen sich eine Auszeit gönnen und fahren mit ihrem Boot über die Weltmeere, um die unendliche Freiheit, die Urigkeit des Lebens vollends auszukosten, weitab jeder Zivilisation nur allein mit sich, ihrer Liebe und den Erfahrungen einer Weltreise. Als sie auf der Insel Stormness, die zu den Falklandinseln gehört haltmachen, ignorieren sie die Tatsache, dass es sich um Naturschutzgebiet handelt und ankern in einer Bucht. Eine alte,halbverfallene Beobachtungsstation dient ihnen als Obdach für die Nacht und sie erfreuen sich für wenige Stunden der Einzigartigkeit ihres Erlebnisses. Doch am nächsten Morgen erwartet sie eine bitterböse Überraschung, denn ihr Schiff ist verschwunden und nicht mehr auffindbar. Niemand weiß, wo genau sie sich befinden und die örtliche Witterung lässt es nicht zu, allzu lange dort zu verweilen. Es beginnt ein bitterer Kampf ums Überleben, geprägt von Hunger, Vorwürfen, Resignation aber auch gemeinsamer Hoffnung. Wird es ihnen gelingen, der Naturgewalt zu entkommen oder verlieren sie den ungleichen Kampf und ergeben sich den Weiten des Universums? Meinung Die französische Autorin Isabelle Autissier setzt mit ihrem Roman an einer sehr ungewöhnlichen Stelle an, an den Grundfesten des menschlichen Lebens, an primitiven Bedürfnissen und Verhandlungsweisen bar jeder Überlegung. Ihre geschaffene Extremsituation, die ein junges, verliebtes französisches Paar auf eine eisige, menschenlose Insel am Südpol verschlägt, bringt den Leser ebenso wie die Protagonisten mitten in ein menschliches Drama, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt, außer dem sicheren Tod. Besonders nennenswert empfinde ich die sachliche, objektive Erzählweise, die aus der dritten Person Singular ein facettenreiches Bild des Schreckens zeichnet. Die Autorin vermeidet es, eine Wertung zu fällen, sie umschifft die Klippen der Schuldfrage, sie verwischt auch die Konturen, die es normalerweise ermöglichen mit den Protagonisten nachzuempfinden, sich in ihr Schicksal einzuleben. Und doch gefällt mir diese distanzierte Beobachtung wesentlich besser als eine vielleicht vollkommen verzweifelte Ich-Erzählerin, die nur knapp dem Irrsinn Paroli bieten kann. Meine Lesestimmung war irgendwie zwischen immenser Spannung, tatsächlicher Abscheu und kopfschüttelnder Hilflosigkeit anzusiedeln. Nach dem eigentlichen Showdown, war erst die Hälfte des Buches geschrieben und dann wechselt die Autorin in die Gegenwart, in eine Zeit, in der nichts mehr so ist, wie es war. In ein Szenario, geprägt von sensationssüchtigen Journalisten, vermarktungsfähigen Strategien – ganz so, wie man es auch im echten Leben erwarten würde. Aus der Stille wird nun ein Blitzlichtgewitter und die Medien stürzen sich wie die Aasgeier auf die Menschen hinter dem Drama. Schnell kommt es zu Fragen über Schuld, Reue und Verantwortung, noch schneller wird geurteilt und dennoch bleibt das Interesse an der Person nicht länger als ein Wimpernschlag erhalten. Was gestern die Massen bewegt hat, gerät heute schon in Vergessenheit. Auch diese Richtung der Geschichte hat mich sehr fasziniert, weil sie schonungslos ehrlich ist und den Bogen zwischen Unterlassung, Zweifeln und Aufbegehren spannt. FazitIch vergebe 5 Lesesterne für diesen bewegenden, ungewöhnlichen Erfahrungsroman, der bröckelnde Werte ebenso wie menschliches Versagen in das Zentrum der Geschichte bringt und den Leser sehr dankbar werden lässt für die Normalität seines alltäglichen Daseins. Eine Erzählung über Mut, Verlust, barbarisches Verhalten und das Zerbrechen einer intakten Liebesbeziehung, deren Existenz sich in den eisigen Wellen des Meeres verliert. Empfehlenswert für alle, die gerne anspruchsvolle Romane mit Tiefgang lesen und auch nach der Lektüre noch das Bedürfnis haben sich über das geschriebene Wort auszutauschen.    

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