Ishmael Beah Das Leuchten von Morgen

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Inhaltsangabe zu „Das Leuchten von Morgen“ von Ishmael Beah

Der Bürgerkrieg zwischen 1991 und 2002 in Sierra Leone kostete über 70.000 Menschen das Leben, über 2 Millionen Menschen verloren ihre Heimat. Einige Jahre danach kehren Überlebende in ihr zerstörtes Dorf Imperi zurück. Den Anfang machen zwei der Ältesten, die sich die herzzerreißende Aufgabe stellen, die Knochen der Verstorbenen zusammenzutragen, damit den anderen Heimkehrern dieser Anblick erspart bleibt. Nach und nach finden weitere Bewohner den Weg zurück – Täter und Opfer, Kinder und Eltern, und alle müssen sich in vom kriegsgeschüttelten Gestern überschatteten Heute zurechtfinden.

Die kleine Gemeinschaft wächst zusammen, die Schule wird wieder eröffnet, Freundschaften entstehen, Hoffnung züngelt auf – die auch auf der Kraft der Verdrängung basiert, dem Verschweigen der Gräueltaten, denn über den Krieg spricht man nicht: Die Alten flüchten in die Traditionen der Vergangenheit, die Jungen suchen nach einer Zukunft, die vom Gestern nicht erdrückt wird. Und das Leben geht tatsächlich weiter, Menschen verlieben sich, empfinden Freude, sind energiegeladen. Doch dann greift der westliche Arm des Kapitalismus nach Imperi, »einem elenden Ort, in dessen Erde Wertvolles steckt« – ein Bergbauunternehmen zerstört die Natur, mit der die Menschen hier eng verbunden sind, die Dorfgemeinschaft; die Männer sind gezwungen, in den Minen zu arbeiten, Frauen prostituieren sich. Viele verlassen das Dorf wieder, wieder wird ihnen ein Lebensweg aufgezwungen. Und doch bleibt als Hoffnung das »Leuchten von morgen«.

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  • Ein intelligenter Roman!

    Das Leuchten von Morgen

    storiesonpaper

    22. August 2016 um 09:12

    Was passiert mit den Menschen, wenn der Krieg vorbei ist? Wenn sie in ihre zerstörten Dörfer zurückkehren und nichts mehr so ist, wie es einmal war? Ishmael Beah schafft in seinem Roman ein realistisches Bild der Heimkehrer, die nach den vielen Jahren der Angst und des Schreckens den Wiederaufbau ihres Dorfes wagen wollen. Sie alle haben furchtbare Dinge gesehen und erlebt, sie alle haben geliebte Menschen verloren. Die Wut und die Trauer schweißt sie zusammen und schnell wird aus den vielen Einzelschicksalen eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stützt. Beah schildert hier den Fortschritt des Dorfes, in dem er die verschiedenen Charaktere einbindet und ihren Weg begleitet. Erwartet man zu anfangs eventuell eine erschreckende Erinnerung nach der nächsten, liegt der Fokus auf den Umgang mit der Zukunft und wie die Dorfbewohner versuchen, mit den grausamen Geistern der Vergangenheit umzugehen. Trotz all der Aufbruchsstimmung ist es mit der heimatlichen Ruhe in Imperi schnell vorbei. Ein ausländisches Bergbauunternehmen zerstört das Umland und zwingt die Menschen, die Erniedrigungen durch die Arbeiter, verpestetes Grundwasser und die Zerstörung der Natur hinzunehmen. „Das Leuchten von Morgen“ ist hier nicht nur das mögliche Glimmern einer besseren Zukunft, sondern auch die Angst vor dem erneuten Ruin. Einige Bewohner verlassen Imperi, um ihr Glück in anderen Städten zu suchen, andere müssen den Weg in die Miene gehen, um nicht zu verhungern. Der Kampf um das Überleben wird auch von dem Konflikt der Generationen begleitet – von denen, die den Krieg erleben mussten und denen, für die die schrecklichen Bilder nur noch blasse Träume sind und das Verhalten der Älteren teilweise nicht nachvollziehen können. Beah zeichnet das Bild eines Dorfes, das alles verloren hat und nun, nachdem endlich wieder Leben herrscht, erneut davor steht, alles zu verlieren. „Das Leuchten von Morgen“ ist ein politischer Roman, der auch immer wieder die Probleme anspricht, die das Land daran hindern, aus der Vergangenheit aufzuwachen und endlich frei zu sein. Korruption, Gewalt, der Ausverkauf der natürlichen Ressourcen zugunsten ausländischer Investoren und die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung bestimmen den Alltag. Beah, der selbst als Kindersoldat missbraucht wurde, zieht mit dieser Erzählung ein Plädoyer für die Freiheit Sierra Leones und macht dieses auch für Leser fassbar, die Geschichte lieber in „einfacherer“ Form lesen und erfahren möchten. „Das Leuchten von Morgen“ hat mich sehr beeindruckt. Teilweise etwas sprunghaft gelingt es dem Autor auf den wenigen Seiten eine große Erzählspanne zu erreichen, indem er durch die Erinnerungen und Träume der Dorfbewohner vieles anspricht, aber nicht explizit ausführt. Ein intelligenter Roman, dem ich gerne 4 von 5 Sternen gebe!

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