fischer baumler

Ismail Kadare Die Pyramide

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Inhaltsangabe zu „Die Pyramide“ von Ismail Kadare

Ein ewiges steinernes Rätsel, so liegen die Pyramiden in der Wüste. Ismail Kadares 'ägyptischer Roman' nimmt die Errichtung der sagenumwobenen Cheops-Pyramide zum Gegenstand einer vielsagenden politischen Parabel, aus der die Erfahrung totalitärer Herrschaft spricht.

Als der junge Pharao Cheops verkündet, keine Pyramide errichten lassen zu wollen, erfasst die Berater des Herrschers große Unruhe: Ein Ägypten ohne Pyramiden ist unvorstellbar. Ein altes Papyrus gibt Aufschluss über ihren Ursprung. Stets ging ihrer Errichtung eine Staatskrise voraus. Nur eine Sache von solch grandioser Überflüssigkeit wie die Pyramiden vermag es, jene aufrührerischen Kräfte zu binden, die aus Überfluss und Wohlleben entstehen. Nach außen verschaffen sie Ruhm und Anerkennung, im Inneren stärken sie die Herrschaft des Pharao. Und so wird auch Cheops seine Pyramide errichten lassen: Ein Monster, das die Ägypter unterdrückt, peinigt und auszehrt, bevor es zuletzt den Körper des Pharao verschlingt.

So liegen die Pyramiden nun in der Wüste, ein Grab und eine Metapher für das Scheitern monströser Utopien und den Verfall großer Weltreiche. Im Spiegel eines längst vergangenen Weltreiches erzählt Ismail Kadare von der Brutalität des Despotismus, nicht zuletzt vor dem Hintergrund totalitärer Herrschaft im 20. Jahrhundert.

Eine politische Parabel oder eine ägyptische Geschichte über den Pyramidenbau

— Dajobama

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  • Ismail Kadare - Die Pyramide

    Die Pyramide

    Dajobama

    19. January 2018 um 09:16

    "Noch existierte die Pyramide nur auf den Papyri, noch war kein einziger Stein geschnitten, man hatte noch nicht einmal die Steinbrüche bestimmt,  als die Peitschenmacher von Theben . . . die Produktion in ihren Werkstätten verdoppelten." S 21   Wir befinden uns im alten Ägypten, unter der Regierung des Pharao Cheops. Nach einigem Zögern entscheidet sich Cheops doch noch, eine Pyramide bauen zu lassen. Hauptgrund für diese Entscheidung ist die Angst vor Unruhen im Volk, sollte der Wohlstand zu groß werden. Die Bevölkerung soll über Jahrzehnte geknechtet und ausgeblutet werden, so dass keinerlei Kraft für Aufstände oder Revolutionen übrig bleibt. Das Buch umfasst eine große Zeitspanne um den gesamten Pyramidenbau, von der Planung bis zur Fertigstellung. Faszinierend, wie sehr die Bevölkerung mit der Pyramide verbunden ist.  Ein Menschenleben ist nichts wert.  Viele Tausende lassen ihr Leben unter unvorstellbaren Strapazen. Viele wissen von Anfang  an, dass sie nach der Fertigstellung getötet werden,  damit sie keine Geheimnisse weitergeben können. Drakonische Strafen und ständige Ermittlungen über eingebildete oder tatsächliche Sabotageaktionen, sowie eine große Portion Aberglaube, auch bedingt durch den ägyptischen Glauben an verschiedene Götter, tragen das ihre dazu bei, die Menschen starr vor Schreck und damit ruhig zu halten.   Toll erzählt, mit vielen bildhaften Vergleichen, wirkt sehr atmosphärisch.  Was mir kaum aufgefallen ist, ist die sehr spärlich eingesetzte direkte Rede. Das Geschehen wirkt trotzdem sehr lebendig. Allerdings hat mir persönlich ein sympathischer Protagonist gefehlt, mit dem man Hoffen und Bangen könnte. Wenn man so will, könnte man die Pyramide selbst als personifizierte Hauptdarstellerin sehen, wenn man ihre Entwicklung über ein halbes Menschenleben begleitet.   Bereits im Klappentext wird auf eine Parallele zu totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts hingewiesen. Tatsächlich taucht gegen Ende des Romans das Wort Diktatur auf. Ismail Kadare gilt als berühmtester Autor Albaniens. Sein Heimatland wurde von 1944 bis 1985 von Diktator Hoxha regiert. Dies kann man als Hintergrund dieses ägyptischen Romans sehen. Totalitäre Regimes handeln zu jeder Zeit ähnlich, auch vor 4500 Jahren in Ägypten. In der Beziehung hat sich erschreckend wenig verändert.   Wem dies zu weit hergeholt erscheint, der kann das Buch auch einfach nur so als Roman über den Bau der Cheopspyramide lesen. Mir hat es sehr gut gefallen, eine sehr tiefgründige Geschichte mit vielen Interpretationsmöglichkeiten und eine großartige Leistung des Autors.  

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