Isolde Charim

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Autor von Ich und die Anderen, Der Althusser-Effekt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Isolde Charim

Isolde CharimIch und die Anderen
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Ich und die Anderen
Ich und die Anderen
 (1)
Erschienen am 12.03.2018
Isolde CharimVorboten der Barbarei - Zum Massaker von Utøya
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Vorboten der Barbarei - Zum Massaker von Utøya
Isolde CharimLebensmodell Diaspora
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Lebensmodell Diaspora
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Erschienen am 13.03.2012
Isolde CharimDer Althusser-Effekt
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Der Althusser-Effekt
Isolde CharimDer Fall des Interllektuellen
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Der Fall des Interllektuellen
Isolde CharimÖsterreich
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Österreich
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Erschienen am 08.08.2000
Isolde CharimProjekt Fassade
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Projekt Fassade

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Rezension zu "Ich und die Anderen" von Isolde Charim

Alles ginge auch anders
michael_lehmann-papevor 6 Monaten

Alles ginge auch anders

„Die Illusion der homogenen Gesellschaft“.
So benennt Isolde Charim ihren „Blick zurück“ in die Zeit. In jene, gerade in der Gegenwart wieder lautstark werdenden Vorstellungen von „klarer Welt“ (nicht unbedingt heiler Welt), in der durch eine vermeintliche Homogenität (meist „von oben“ verordnet und gesichert), der einzelne zumindest eine klar vorgegebene „Identitätslinie“ vorgelegt bekam.

Da, wo „Schwarze“ als exotisch galten und nicht im Alltag begegneten, da, wo andere religiöse Vorstellungen ein Nischendasein führten (wenn überhaupt) und die eigene „Staatsordnung“ als der Weisheit letzter Schluss und für vernünftige Menschen als gar nicht anders möglich betrachtet werden konnten.

Nun war diese Welt allerdings immer schon überaus vielfältig. Eigentlich kann man formulieren, dass diese Vielfältigkeit „nur nicht weiter auffiel“. Was wiederum den Begriff der „Illusion einer homogenen Gesellschaft“ näher erläutert (neben den immer schon vorhandenen, nur eher „unter dem Radar“ sich befindenden nicht-homogenen Strukturen weiterführt).

Im Rahmen des „Versinkens“ alter Welten (Charim nennt konkret „die Welt ihrer Wiener Kindheit“ und die „DDR“), Ergebnisse schleichender, länger andauernder Prozesse, vor allem aber angesichts einer globalisierten Welt, in der nicht nur „ähnliche“ Kulturen aus Nachbarländern miteinander in alltäglichen Kontakt treten, sondern auch „fremde“ Kulturen im geographischen Bereich dauerhaft ansässig werden, entsteht eine „Pluralität“ als „Normalzustand“. Mit Folgen für die Fragen der Identität der Menschen in vielfacher Hinsicht.

Ein wichtiger Moment in der Überlegung, welchen Umgang man politisch und persönlich mit dieser Pluralität findet, ist die Beobachtung Charims, dass, im Rückblick, als „homogen“ zu bezeichnende Gesellschaften nicht „vom Himmel“ gefallen waren, sondern ebenfalls zu ihren Zeiten, oft unter massiver Einwirkung von Gewalt und Krieg, erst „hergestellt wurden“.

Ein erster und wichtiger Anhaltspunkt, der wie ein Thema sich durch die Kapitel des Werkes im Hintergrund zieht. Und der die Herausforderung der Moderne benennt: Wie kann eine gewisse Homogenität in der vorliegenden, realen Vielfalt von Traditionen, Kulturen und Lebensentwürfen hergestellt werden, ohne zugleich repressive Maßnahmen oder gar Kriege in Kauf zu nehmen?

„Begegnungszonen“, so könnte eine Ent-Emotionalisierung der Debatte und der inneren Verunsicherungen angegangen werden. Eine „nüchterne Verbindung“ als Begegnungsraum für „Nicht-Ähnliche“, in dem die Unterschiede sorgsam nach und nach relativiert werden könnten.

Was dem entgegensteht, welche Begriffe in der aktuellen Diskussion vielleicht zu unreflektiert als „Parolen“ benutzt werden, wie sich Gesellschaften früherer Zeiten entwickelten und dass dies alles immer mit den Fragen von „Pluralität“ und Identität verknüpft war, sowie der Frage, wie individuelle „Andersartigkeiten“ immer bereits vorhanden waren und sich erst langsam Raum verschaffen konnten, das liest sich zwar politisch recht einseitig ausgerichtet, in den Fakten und Überlegungen aber sehr interessant mit dem Verweis auf eine technisch zunächst recht simpel erscheinende Möglichkeit der „Annäherung durch Relativierung“.

Wobei durchaus Konflikte nicht verleugnet werden, aber als „eingehegte Konflikte“ in anderer Form ausgetragen werden könnten.

„Pluralisierung ist kein äußerliches Verhältnis. Ob man will oder nicht, sie verändert alle – alte Einheimische und neue“.

Besser wäre es allemal, diesen Pluralismus gestaltend anzugehen und nicht in reinen Abwehrhaltungen oder übertriebener Euphorie alleine zu verbleiben.

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