Isolde Schuster dokumentiert nicht nur die Geschichte ihres nach dem 2. Weltkrieg vermissten Vaters, sondern auch die ihrer Kindheit und ihrer Familie.Auffallend ist die unendliche Liebe zu ihrer Familie und ihren Freunden, die aus den Texten spricht. So schildert sie realitätsgetreu, wie schwierig es für die zurückgebliebenen Mütter war, ihre Kinder allein durchzubringen, da die Väter in den Krieg ziehen mussten und wie sehr die auseinandergerissenen Familien unter der Trennung litten. Die Autorin geht dabei absolut ehrlich und behutsam vor. Sie maßt sich nicht an, über Menschen zu urteilen oder zu werten. Sie benennt nachvollziehbar die Fakten, die dazu geführt haben, dass ein Großteil der Bevölkerung einem "Führer" geglaubt hat und ihm blind gefolgt ist.
Zurück bleibt die quälende Frage: Wieviel haben die Menschen damals wirklich über das Unrecht gewusst, das der jüdischen Bevölkerung angetan wurde?
Elisabeth



