Israel Finkelstein

 4.2 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Keine Posaunen vor Jericho, David und Salomo und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Israel Finkelstein

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David und Salomo

David und Salomo

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Erschienen am 24.04.2009
Das vergessene Königreich

Das vergessene Königreich

 (1)
Erschienen am 26.01.2015
Das vergessene Königreich

Das vergessene Königreich

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Erschienen am 07.04.2017
The Quest for the Historical Israel

The Quest for the Historical Israel

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Erschienen am 15.12.2007
The Forgotten Kingdom

The Forgotten Kingdom

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Erschienen am 30.09.2013
The Bible Unearthed

The Bible Unearthed

 (0)
Erschienen am 01.06.2002

Neue Rezensionen zu Israel Finkelstein

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ciceros avatar

Rezension zu "Keine Posaunen vor Jericho" von Israel Finkelstein

Rezension zu "Keine Posaunen vor Jericho" von Israel Finkelstein
cicerovor 8 Jahren

Sehr, sehr grundlegendes Allgemeinwissen für jedermann
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Ich zähle "Keine Posaunen vor Jericho" von Finkelstein und Silberman zu den 20 wichtigsten Sachbüchern, die man gelesen haben sollte. Warum? Weil darin sehr grundlegendes Wissen über unsere Weltwirklichkeit mithilfe der historisch-kritischen Methode vermittelt wird.
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Das Buch legt verständlich aber fundiert den derzeitigen Stand der Wissenschaft dar, was der reale Hintergrund für die Entstehung des grundlegenden Teiles der Bibel war: Es handelt sich weniger um Berichte von realen Ereignissen, als vielmehr um Texte, die in theopolitischer Absicht komponiert wurden, zusammengesetzt aus Historie, Mythen, Legenden, Wunschdenken und Zielvorstellungen, geschrieben zur Erreichung eines bestimmten Zwecks in einer konkreten Situation in der damaligen Gegenwart.
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Was profitiert man davon?
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Zunächst wird man von der Illusion befreit, die biblischen Geschichten seien wörtlich wahr. Dies ist für das persönliche Weltbild wichtig, da diese Geschichten immer noch in Kindergarten, Schule und Literatur erzählt werden, wie wenn sie historisch wahr seien.
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Auch wenn man nie selbst an diese Geschichten glaubte, kann man mithilfe dieses Wissens die christlich-jüdisch-islamisch geprägten Kulturen besser verstehen. Und diese Kulturen prägen die gesamte Welt.
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Man erwirbt sich die grundlegende Kompetenz, auch bei anderen Texten historisch-kritisch zu hinterfragen, ob sie denn wahr sein könnten und was die wahre Absicht ihrer Verfasser war. Das einmal kennengelernte Prinzip kann auf jeden anderen Text übertragen werden: Auf das Neue Testament, auf den Koran, auf antike Philosophen und Historiker, bis hin zu modernen Texten und Filmen und ihren Hintergründen.
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Man bekommt auch ein Verständnis dafür, dass eine Entmythologisierung nicht unbedingt die Entwertung eines Mythos nach sich ziehen muss. Was nicht wörtlich wahr ist kann dennoch im übertragenen Sinn von Bedeutung sein. Eine blindwütige Bilderstürmerei ist nicht angesagt.
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Einladung an gläubige Leser:
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Gläubige Leser sollten dieses Buch nicht zuerst als Angriff auf ihren Glauben lesen. Die Erkenntnis, dass ein heiliger Text nicht wörtlich wahr ist, entwertet diesen noch lange nicht als Grundlage für eine Religion. Natürlich bringt dieses Buch Erschütterungen für den Glauben mit sich, aber Erschütterungen können auch heilsam sein! Jedenfalls lehren alle Religionen das Vertrauen in die Vernunft, und dieses Vertrauen sollte man aufbringen. Gläubige Leser sollten sich insbesondere auch nicht gezwungen fühlen, gleich für alles eine Erklärung zu haben, sei es pro oder contra. Vernunft braucht Zeit. Man kann die Erkenntnisse dieses Buches auch erst einmal distanziert zur Kenntnis nehmen und mit ihnen gedanklich spielen. Nach einer Weile wird sich dann ganz zwanglos herauskristallisieren, was sich bewährt, und wo umgedacht werden muss, und wie dieses Umdenken zu einem neuen Ganzen führt. Ganz falsch wäre es sicher, die Ideen dieses Buches bewusst nicht zur Kenntnis zu nehmen. Dann hätte man gegen die Religion gehandelt, weil man nicht auf die Vernunft vertraute.
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Vierteilige Doku:
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Zum Buch gibt es eine sehr gut gemachte vierteilige TV-Doku von 4 x 50 Minuten, die die Inhalte des Buches gut und umfassend präsentiert und mit Bildern von Ausgrabungen, Papyri, Keilschrifttexten usw. unterlegt, sowie Interviews mit an der Forschung beteiligten Wissenschaftlern zeigt. Sie wird unter verschiedenen Titeln auf DVD vertrieben, z.B. "Die Enthüllung der Bibel" oder "Was die Bibel verschweigt". Empfehlung!

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wolfschwerdts avatar

Rezension zu "David und Salomo" von Israel Finkelstein

Rezension zu "David und Salomo" von Israel Finkelstein
wolfschwerdtvor 8 Jahren

So neu und überraschend, wie die bisherigen Rezensionen des Buches „David und Salomo“ es erscheinen lassen, sind die Erkenntnisse der beiden renommierten Archäologen, Israel Finkelstein und Neil A. Silbermann, für Kenner der Materie nun auch wieder nicht. Und mit Sicherheit wird dieses Buch keine wirklich neuen Diskussionen in der wissenschaftlichen Welt hervorrufen.
Zum einen ist die amerikanische Originalausgabe der 2009er dtv- Neuerscheinung bereits 2006 publiziert worden, zum anderen spiegelt die hervorragende Arbeit der beiden Autoren letztendlich den heutigen archäologischen state of art wider. Vor diesem Hintergrund ist das Buch in vielerlei Hinsicht sehr empfehlenswert. Denn es dokumentiert so ganz nebenbei die moderne archäologische Methodik der sogenannten Clusterforschung, die sich mit strukturellen Erforschungen von Gebieten und Zeiträumen und nicht mehr mit der Konzentration auf einzelne Ausgrabungsstätten befasst. Und so ist es natürlich auch kein Wunder, wenn im Rahmen moderner Archäologie gerade Erkenntnisse der Bibelforschung, wie die Autoren von „David und Salomo“ anschaulich darstellen, nicht nur in Frage gestellt, sondern auch widerlegt oder völlig neu bewertet werden.
Diskussionen wird es in der Archäologie natürlich immer geben. Im Bereich so sensibler Felder wie Glaube und Religion, aufgrund ganz unterschiedlicher Interessenlage und Zielsetzungen, umso mehr. Viele Archäologen waren froh, wenn sie auf archäologische Stätten gestoßen sind, die in der Bibel beschriebene Orte und Ereignisse zu bestätigen schienen. Diese biblisch „bestätigten“ Funde dienten in einem Zirkelschluss dann jedoch dazu, wiederum die biblischen Aussagen zu bestätigen. Und so hatte sich eine biblisch-archäologische Geschichtsschreibung entwickelt, die, scheinbar wissenschaftlich belegt, vom überwiegenden Wahrheitsgehalt der historischen und auch zeitlichen Aussagen der Bibel ausging. Diese Geschichtsschreibung hat sich bis heute weitgehend in unseren Köpfen festgesetzt und daher ist das Buch in seiner wissenschaftlichen Konsequenz außerordentlich erfrischend.
Finkelstein und Silbermann haben sich nun nicht etwa der minimalistischen Fraktion der Wissenschaftler angeschlossen, die den historischen Wahrheitsgehalt der Bibel nahezu vollständig bestreiten. Die beiden Archäologen haben stattdessen in diesem Spannungsfeld eine systematische Neubewertung der Archäologischen Funde und der biblischen Texte vorgenommen. Es beginnt - schließlich heißt das Buch „David und Salomo“ - mit dem biblischen Helden David, dem Begründer des davidischen Königshauses im 10. Jahrhundert vor Christus. In dieser Zeit wird der in den späten biblischen Schriften zum idealisierten Herrscher hochstilisierte David von den beiden Wissenschaftlern als Banditenführer der Wüste Juda identifiziert. Saul fungiert als Erinnerung an einen Führer eines nordisraelischen Stammesbundes der gleichen Zeit. Und Jerusalem ist in jener Zeit ein kleines Dorf im dünn besiedelten Juda.
Schicht für Schicht analysieren Finkelstein und Silbermann die biblischen Schriften, ordnen Geschichten und Erzählstränge der verschiedenen biblischen Bücher, die sich mit David und Salomo befassen, der konkreten archäologischen Fundlage zu und vermitteln dem Leser Stück für Stück die Zusammenhänge zwischen den biblischen Schriften und den in ihrer jeweiligen Entstehungszeit vorherrschenden politischen Ereignisse und Grundlagen. Denn dem Leser wird schnell klar: die Bibel ist vor allem ein politisches Werk, das die Herrschaft des Hauses David über ein idealisiertes geeintes Königreich unter ganz unterschiedlichen überregionalen Machtkonstellationen legitimieren sollte.
Vor diesem Hintergrund wird am Ende auch erklärlich, warum sich David und Salomo nach dem Untergang erst Israels, dann auch Judas, schließlich des Jerusalemer Tempels und am Ende auch der davidischen Linie selbst, dennoch bis in die Zeit der europäischen Aufklärung als idealisierte Grundlage des königlichen, gottberufenen Herrschertums sowohl in der abend- als auch in der morgenländischen Welt erhalten konnten. Gerade der wissenschaftlich nachvollziehbare Wandel einer auf Überlieferungen beruhenden und immer wieder angepassten politisch- ideologischen Legitimationsschrift, der in der Zeit der Infragestellung und des Untergangs der nationalen Integrität die Identitätsstiftende Kraft des Göttlichen und der strengen gemeinsamen Rituale hinzugefügt wurden, zeigen, wie sich erst in den letzten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung die jüdisch – christliche Religion entwickelt hat. Und zwar als idealisiertes Abbild, einer in das Überirdische verlagerten, längst vergangenen politisch- historischen Epoche. Insofern darf der Untertitel „Archäologen entschlüsseln einen Mythos“ als ungewöhnlich treffend bezeichnet werden. Und um es ganz deutlich zu formulieren. Das Buch „David und Salomo“ ist weder eine Stellungnahme für oder gegen Gott, noch für oder gegen Glauben. Es ist ein an- und aufregendes archäologisch- historisches Werk.

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beowulfs avatar

Rezension zu "Keine Posaunen vor Jericho" von Israel Finkelstein

Rezension zu "Keine Posaunen vor Jericho" von Israel Finkelstein
beowulfvor 9 Jahren

Als Sachbuch dazwischen geschoben, Nicht uninteressant, aber für mich spekulativ wie alles, bevor nicht der Tempelberg ausgegraben wurde- was wir nicht erleben werden.

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