Israel Gutman Das Auschwitz Album

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Inhaltsangabe zu „Das Auschwitz Album“ von Israel Gutman

Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Das Auschwitz-Album ist ein einzigartiges Dokument. Es zeigt aus der Perspektive der Täter einen einzigen Tag eines im Mai 1944 in Auschwitz angekommenen Transports ungarischer Juden. Systematisch photographiert ein SS-Mann die Menschen und hält alle Stationen dieses Tages von der Ankunft über die Selektion bis hin zum Warten vor den Gaskammern emotionslos fest. Diese Aufnahmen stellt er dann zu einem Album zusammen. Neben den Bildern in diesem Album existieren nur ganz wenige – heimlich gemachte – Photos aus Auschwitz aus den Kriegsjahren.
Unter den Deportierten befindet sich auch Lili Jacob. Sie überlebt Auschwitz, im April 1945 wird sie nach Aufenthalt in weiteren Lagern im Konzentrationslager Mittelbau-Dora befreit. Nach einem Schwächeanfall wird sie in einem Zimmer in einer ehemaligen SS-Kaserne untergebracht. Dort entdeckt sie – es ist ein beinahe unglaublicher Zufall – eben dieses Album. Sie erkennt auf den Aufnahmen ihren Rabbiner, Verwandte und auch sich selbst. Lili Jacob nimmt das Auschwitz-Album an sich.
1980 übergibt Lili Jacob das Album zur Aufbewahrung und als ewiges Mahnmal der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Dort gelingt es in Zusammenarbeit mit dem Museum Auschwitz durch intensive Nachforschungen, viele der Menschen auf den Photographien zu identifizieren und ihnen ihre Namen, ihre Einzigartigkeit und Individualität zurückzugeben. Auch darin liegt eine Besonderheit dieser Photo-Dokumentation.

Der Wallstein Verlag veröffentlicht das Auschwitz-Album in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Yad Vashem zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 2005.

Tolle Rezi @ Rail, meine Stimme hast du!

— Karin1970

Die Täter dokumentieren den Holocaust und geben den Opfern indirekt zumindest die Namen wieder und dies im namenlosen Vernichtungs-schrecken des Naziwahns.

— Mr. Rail

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  • Die erschütternden Fotos zeigen den unmenschlichen Alltag in Auschwitz

    Das Auschwitz Album

    WinfriedStanzick

    15. January 2016 um 08:21

    Das vorliegende Buch ist die zweite überarbeitete Auflage eines von der israelischen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem herausgegebenen Buches, das aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 2005 auch in Deutschland im Wallstein Verlag veröffentlicht wurde. Das Besondere an diesem Buch ist seine Perspektive. Die Bilder zeigen den Blick der Täter auf ihre Opfer und stammen von einem SS-Mitglied, der, ob im Auftrag von oben oder aus eigenem Antrieb, bleibt im Dunklen der Geschichte, im Mai 1994 einen ganzen Tag lang ungarische Juden Fotografierte. Sie waren im Rahmen einer großen Deportation aus Ungarn zusammen mit einem Transport von 3500 Menschen nach Auschwitz gebracht worden.   Sie stammten aus dem Dorf Bilek in den nördlichen Karpaten und der SS-Mann fotografiert sie von der Ankunft bis zur Selektion. Gefunden und bis in das Jahr 1980 aufbewahrt, wurden diese Fotos in einem Album von der damals 19-jährigen Lili Jacob, wo sie in einer Krankenstation in Auschwitz Dora, wohin sie verlegt worden war, kurz vor der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner dieses Fotoalbum findet und sich selbst auf Bildern darauf erkennt. Sie nimmt es mit, und übergibt es im Jahr 1980 der Gedenkstätte Yad Vaschem. Dort wurden dann wissenschaftliche Nachforschungen betrieben, die dazu führten, dass viele auf den Fotos abgebildete Opfer identifiziert werden konnten und damit wenigstens ihren Namen zurückerhielten. Die erschütternden Fotos zeigen den unmenschlichen Alltag in Auschwitz und führen dem Betrachter vor Augen, welche Verbrechen damals begangen wurden. Nur wenige Fotos aus Auschwitz waren seitdem bekannt.

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  • Rezension zu "Das Auschwitz Album" von Israel Gutman

    Das Auschwitz Album

    Shopgirl

    06. November 2009 um 21:33

    „Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports“ ist ein einzigartiges Dokument. Im Mai 1944 fotografierte - ungeklärt, ob aufgrund eines offiziellen Auftrages oder persönlichen Beweggründen - ein SS-Mann einen Tag lang eine Gruppe ungarischer Juden, die in einem gemeinsamen Transport in das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau gebracht worden war. Gezeigt wird der Umgang der Juden - Ankunft in Viehwaggons, die Selektion an der Rampe in Arbeitsfähige und nicht Arbeitsfähige - aus Sicht der Täter. Nahezu kriminalistisch mutet die Geschichte der Entdeckung dieses Albums an: Im April 1945 befreien die Alliierten das KZ Mittelbau-Dora. Unter den Häftlingen war auch die 19-jährige Lili Jacob, die kurz vorher aus Auschwitz verlegt worden war. Auf der Suche nach einer Decke, entdeckt sie in einer ehemaligen SS-Kaserne diese Album, erkennte sich selbst, den Rabbi ihres Dorfes und einige Familienmitglieder auf den Fotografien. Bis 1980 verwahrte sie das Album bei sich daheim auf, ehe sie es Yad Vashem übergab. Die Gedenkstätte konnte dank des übergebenen Dokuments Forschungen anstellen und viele Opfer identifizieren. Dank der Finderin Lili Jacob wird das Auschwitz Album auch „Jacob Album“ genannt. Das Buch enthält außerdem einige Aufnahmen, die der SS-Mann Karl Höcker von den Tätern selbst gemacht hat (z.B. Frauen beim Beeren essen etc.). Die Aufnahmen der Täter und Opfer entstanden wohl zeitgleich und genau das ist das Schockierende daran. Auf der einen Seite die Täter, auf der anderen die Opfer. Die Täteraufnahmen an sich schockieren auf den ersten Blick nicht. Scheinbar normale Menschen (keine Bestien) sitzen zusammen, spielen Karten, trinken und feiern. Wenn man nicht wüsste, dass zeitgleich am Vormittag z.B. eine Selektion - wie sie fotografiert wurde -, stattgefunden hat, würde man innerlich nicht so eine Empörung und Aggression empfinden! Resümee: So unerträglich das Auschwitz Album auch anzusehen ist, es ist ein wichtiges Zeitdokument, weil es den Opfern ihre Identität zurückgibt.

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  • Rezension zu "Das Auschwitz Album" von Israel Gutman

    Das Auschwitz Album

    Leserrezension_2009

    25. August 2009 um 15:24

    Nationalsozialismus und Holocaust sind untrennbar mit-einander verbundene Begriffe. Unzählige Dokumenta-tionen und Romane beschäftigen sich mit diesem dunkel-sten Kapitel der Deutschen Geschichte - in Filmen und Ausstellungen wird die Bedeutung der Vergangenheit für die heutige Generation hervorgehoben. Nationale und internationale Gedenkstätten halten die Erinnerung an die unfassbaren Ereignisse wach. Was fehlt - die Darstellung der grausamen Mechanismen aus Sicht der Täter - Hitler als Einzelverantwortlicher - niemand hat gewusst - und keiner war dabei - ein Bild das sich festzusetzen versucht, da die eigentlichen Akteure beharrlich geschwiegen haben. Im vorliegenden Band „Das Auschwitz Album“ haben SS - Offiziere ungewollt das Schweigen gebrochen - sie haben zwar mit keinem Wort etwas ausgesagt, und doch mehr veröffentlicht als sie jemals zu beabsichtigen glaub-ten. Sie griffen an einem Tag im Mai 1944 in Auschwitz zu einem Photoapparat und dokumentierten den Ablauf der industrialisierten Massenvernichtung am Beispiel eines Transportes ungarischer Juden. Die Umstände unter denen die Photos entstanden bleiben rätselhaft - einen offiziellen Auftrag kann es nicht ge-geben haben, da gerade diese Bilder offiziell nie hätten entstehen dürfen. Die berührenden Photos zeigen die Ankunft einer Gruppe von Juden, die aus einem kleinen nordkarpatischen Dorf gemeinsam mit 3500 weiteren Personen nach Auschwitz deportiert wurden. Unter den Häftlingen ist Lili Jacob, die mit ihrer gesamten Familie in den sicheren Untergang steuert. Der Betrachter erlebt die Selektion an der Rampe des Lagers - sieht Menschen auf dem Weg in die tödlichen Gaskammern, erkennt verzweifelte Gesichter von Müttern und Vätern, die von ihren Kindern getrennt werden und erlebt die gewissenlosen Täter, die in unmenschlicher Weise das Räderwerk der Vernichtung in Gang halten. Lili Jacob wird als arbeitsfähig eingestuft und ebenfalls von ihren Lieben getrennt, über deren weiteres Schicksal sie nichts genaues in Erfahrung bringen kann. Im Zuge der Befreiung der Konzentrationslager durch alliierte Truppen im Jahr 1945 wurde auch Lilli, mehr tot als leben-dig, gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort fand sie zufällig ein Album mit den genau den Bildern ihrer An-kunft im KZ Auschwitz. Bis 1980 verwahrte Jacob das Album bei sich daheim, ehe sie es der Gedenkstätte Yad Vashem übergab. Yad Vashem stellte gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten Nachforschungen an und erreichte zumindest eines: Viele der Opfer konnten iden-tifiziert werden und bekamen wenigstens ihre Namen zurück. Was lernt man selbst aus der Geschichte und wie viel trägt dieses Buch dazu bei, sich zu positionieren? Für die eigene Familie, für Tochter und Sohn schwört man sich, niemals zuzulassen, getrennt zu werden - sich niemals - egal in welcher Situation freiwillig zu trennen, sondern zu der Verantwortung zu stehen, die man Zeit seines Le-bens trägt. Beruflich lernt man nie wegzuschauen, son-dern zu agieren und zu verhindern - nie zuzuschauen - sondern aktiv zu handeln - Zivilcourage und Berufsethos in den Vordergrund zu stellen - und dies unter Akzeptanz aller Konsequenzen. Das habe ich mir geschworen! Diese Rezension hat Mr. Rail eingereicht.

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  • Rezension zu "Das Auschwitz Album" von Israel Gutman

    Das Auschwitz Album

    Mr. Rail

    16. March 2009 um 14:38

    Nationalsozialismus und Holocaust sind untrennbar mit-einander verbundene Begriffe. Unzählige Dokumenta-tionen und Romane beschäftigen sich mit diesem dunkel-sten Kapitel der Deutschen Geschichte - in Filmen und Ausstellungen wird die Bedeutung der Vergangenheit für die heutige Generation hervorgehoben. Nationale und internationale Gedenkstätten halten die Erinnerung an die unfassbaren Ereignisse wach. Was fehlt - die Darstellung der grausamen Mechanismen aus Sicht der Täter - Hitler als Einzelverantwortlicher - niemand hat gewusst - und keiner war dabei - ein Bild das sich festzusetzen versucht, da die eigentlichen Akteure beharrlich geschwiegen haben. Im vorliegenden Band „Das Auschwitz Album“ haben SS - Offiziere ungewollt das Schweigen gebrochen - sie haben zwar mit keinem Wort etwas ausgesagt, und doch mehr veröffentlicht als sie jemals zu beabsichtigen glaub-ten. Sie griffen an einem Tag im Mai 1944 in Auschwitz zu einem Photoapparat und dokumentierten den Ablauf der industrialisierten Massenvernichtung am Beispiel eines Transportes ungarischer Juden. Die Umstände unter denen die Photos entstanden bleiben rätselhaft - einen offiziellen Auftrag kann es nicht ge-geben haben, da gerade diese Bilder offiziell nie hätten entstehen dürfen. Die berührenden Photos zeigen die Ankunft einer Gruppe von Juden, die aus einem kleinen nordkarpatischen Dorf gemeinsam mit 3500 weiteren Personen nach Auschwitz deportiert wurden. Unter den Häftlingen ist Lili Jacob, die mit ihrer gesamten Familie in den sicheren Untergang steuert. Der Betrachter erlebt die Selektion an der Rampe des Lagers - sieht Menschen auf dem Weg in die tödlichen Gaskammern, erkennt verzweifelte Gesichter von Müttern und Vätern, die von ihren Kindern getrennt werden und erlebt die gewissenlosen Täter, die in unmenschlicher Weise das Räderwerk der Vernichtung in Gang halten. Lili Jacob wird als arbeitsfähig eingestuft und ebenfalls von ihren Lieben getrennt, über deren weiteres Schicksal sie nichts genaues in Erfahrung bringen kann. Im Zuge der Befreiung der Konzentrationslager durch alliierte Truppen im Jahr 1945 wurde auch Lilli, mehr tot als leben-dig, gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort fand sie zufällig ein Album mit den genau den Bildern ihrer An-kunft im KZ Auschwitz. Bis 1980 verwahrte Jacob das Album bei sich daheim, ehe sie es der Gedenkstätte Yad Vashem übergab. Yad Vashem stellte gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten Nachforschungen an und erreichte zumindest eines: Viele der Opfer konnten iden-tifiziert werden und bekamen wenigstens ihre Namen zurück. Was lernt man selbst aus der Geschichte und wie viel trägt dieses Buch dazu bei, sich zu positionieren? Für die eigene Familie, für Tochter und Sohn schwört man sich, niemals zuzulassen, getrennt zu werden - sich niemals - egal in welcher Situation freiwillig zu trennen, sondern zu der Verantwortung zu stehen, die man Zeit seines Le-bens trägt. Beruflich lernt man nie wegzuschauen, son-dern zu agieren und zu verhindern - nie zuzuschauen - sondern aktiv zu handeln - Zivilcourage und Berufsethos in den Vordergrund zu stellen - und dies unter Akzeptanz aller Konsequenzen. Das habe ich mir geschworen!

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