Israel Joshua Singer Die Familie Karnovski

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Inhaltsangabe zu „Die Familie Karnovski“ von Israel Joshua Singer

Die Karnovskis sind eine eigensinnige und selbstbewußte Familie. »Sei ein Jude im Haus und ein Mann auf der Straße«, heißt ihr Leitspruch. Doch alle Generationen sind in diesem Jahrhundert zur rastlosen Suche nach Heimat verdammt. Immer bleiben sie Außenseiter, ob im polnischen Schtetl, in der Wahlheimat Deutschland oder schließlich im amerikanischen Exil. (Quelle:'Flexibler Einband')

Spannende Beschreibung des Schicksals einer jüdischen Familie.

— Phil_Skurril
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  • Rezension zu "Die Familie Karnovski" von Dora Winkler

    Die Familie Karnovski
    Liisa

    Liisa

    12. February 2011 um 12:12

    Israel Joshua Singers Roman »Die Familie Karnovski« ist zufällig in der Bibliothek in meine Hände gefallen. Ich hatte nur den Nachnamen gelesen und gedacht, das wäre ein Roman von Isaac Bashevis Singer (dem Nobelpreisträger), den ich noch nicht gelesen habe. Erst einige Zeit später fiel mir auf, dass die Vornamen nicht stimmten. Verwundert mutmasste ich, dass es sich vielleicht um einen Nachkommen handeln könnte. Also recherchierte ich erst einmal, wer dieser Israel Joshua Singer ist bzw. war und entdeckte zu meiner Überraschung, dass es sich dabei um den älteren Bruder und Mentor von Isaac Bashevis Singer handelte. Nun war mein Interesse natürlich doppelt geweckt. Der Roman selbst ist in drei Teilen aufgebaut, die sich rund um das Schicksal der besagten Familie Karnovski dreht. Alles beginnt mit dem jungen David Karnovski, der in Polen lebt und eine Tochter aus einer der reichsten jüdischen Familien des Landes, nämlich Lea, heiratet. David hängt den aufgeklärten Thesen des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn an und so dauert es nicht lange, bis er mit den traditionell strengen aber recht ungebildeten Juden in seiner Heimatsynagoge in Melnitz aneinander gerät. Der junge Feuerkopf legt sich mit allen an und schließlich geht er im Zorn zusammen mit seiner jungen Frau nach Berlin, wo sein großes Vorbild gewirkt hat und wo er hofft, Zugang zu gebildeteren und vor allem aufgeklärteren Juden zu finden. Der Anfang in der großen Weltstadt ist nicht einfach aber David Karnovski gelingt es, sich einen Namen zu machen und zu einem respektierten Mitglied dieser Kreise zu werden. Lea wiederum leidet unter der fremden Umgebung und wird nie wirklich heimisch. David erwartet von ihr, dass sie an seiner Seite repräsentiert. Etwas, das sie hasst, weil sie sich in der Gesellschaft des aufgeklärten jüdischen Bürgertums unwohl und minderwertig fühlt. Ihr Trost wird der kleine Georg, ihr Sohn, den sie mit ihrer Mutterliebe überschüttet (und später ihre viel später geborene Tochter). David wird ein geehrter aber auf seine Weise auch eng denkender und manchmal arroganter Mann. Erst die Erfahrungen während er späteren Nazizeit und im Exil verändern ihn und lassen ihn sogar zu den Traditionen seiner Väter zurückkehren und die Aussöhnung mit seinem Sohn suchen. Der zweite Teil des Romans konzentriert sich auf Georg als Hauptfigur. Sein Vater David hat große Pläne und Träume mit dem Sohn. Der hat aber ganz andere Vorstellungen und Träume vom Leben als der Vater und so kommt es bald zu Konflikten. Lea versucht immer wieder zu vermitteln und hält auch in Zeiten, in denen Vater und Sohn sich gar nichts mehr zu sagen haben, den Kontakt zu Georg aufrecht. Georg weiß zunächst nicht so genau, was er eigentlich werden will. Durch eine Begegnung mit dem hingebungsvollen Arzt Doktor Landau, der sich um die verarmte Bevölkerung von Neukölln kümmert, und vor allem dessen Tochter Elsa, wird sein Interesse an einem Medizinstudium geweckt und so wird Georg schließlich Arzt. Unmittelbar nach Abschluß seines Studiums muss er aber erst einmal als Soldat in den 1. Weltkrieg, wo er als Lazarettarzt viele Erfahrungen sammelt. Zurück aus dem Krieg und in Berlin findet er durch eine Empfehlung von Doktor Landau eine Arbeit in einer der angesehensten Kliniken Berlins, wo der jüdische Gynäkologe und Professor Halevy wirkt. Georg gelingt es, sich binnen kürzester Zeit ebenfalls einen sagenhaften Ruf zu erarbeiten, muss aber gleichzeitig erkennen, dass seine Liebe zu Elsa Landauer nicht erwidert wird. Sie ist eine vielbegabte, gebildete Frau, die Wert legt auf ihre Eigenständigkeit und die seinen Anträgen beharrlich widersteht, weil sie fürchtet, dass er sie am Ende von ihren Ambitionen abbringen könnte. Georg ist zutiefst verletzt und stürzt sich um so mehr in seine Arbeit. Dort lernt er dann die eher unscheinbare ihm treu ergebene Theresa kennen, eine Krankenschwester, die er zunächst zur Zielscheibe seines Spotts macht. Doch zu seiner Überraschung stellt er irgendwann fest, dass er Theresa liebt und so beschließt er sie zu heiraten. Theresa stammt aus einer angesehenen nichtjüdischen Berliner Familie und so sind beide Familien über diese Verbindung alles andere als begeistert. Doch Georg und Theresa lassen sich nicht beirren und heiraten, was u.a. dazu führt, dass David Karnovski den Kontakt zu seinem Sohn Georg komplett einstellt und Theresas Bruder Hugo, ein verbitterter Leutnant und Anhänger der neu aufgekommenen Bewegung unter der Führung eines gewissen Hitlers, nur zähneknirschend diese Verbindung hin nimmt. Georg und Theresa wiederum bekommen ebenfalls einen Sohn, nämlich Joachim Georg, kurz Jegor genannt. Der ist ein eher schwächliches und häufig krankes Kind mit einer blühenden Phantasie und wenig guten Nerven. Geliebt wird er von seinen Eltern trotzdem, die jeder auf seine Weise versuchen, Jegor zu helfen und ihn zu fördern. Der dritte Teil des Romans konzentriert sich dann vor allem auf Jegor und dessen Entwicklung. Der eigenbrötlerische und überängstliche Jegor wird schnell zum Außenseiter, der sich von Anfang an den anderen Kindern unterlegen fühlt. Er versucht seine Minderwertigkeitsgefühle unter arrogantem Gehabe zu verstecken und macht sich damit natürlich erst recht keine Freunde. Als die Nazis langsam an die Macht kommen, wird er in der Schule schnell zur Zielscheibe dem Regime gegenüber beflissener Lehrer und grausamer Kinder. Jegor wiederum versteht nicht, warum alle auf ihm herumhacken, fühlt er selbst sich doch als Deutscher und seine ersten Versuche, Antworten zu finden enden eher desaströs. Entweder er wird mit dem Hinweis, er müsse erst größer werden, bevor er das verstehen könne, abgespeist oder sein den Rassetheorien anhängender Onkel Hugo, setzt ihm diese wirren Theorien ins Hirn. Jegor ist hin und her gerissen und sich seiner eigenen Identität immer weniger sicher. Den Höhepunkt finden die Quälereien, von denen Jegor zu Hause nie ein Wort erwähnt, zu Beginn seiner Pubertät, die sowieso seinen Zustand schon mehr als angespannt sein lässt, als sein Schuldirektor, ein weiterer Anhänger der Rassentheorie, ihn vor der ganzen Schule als lebendiges Anschauungsobjekt dafür missbraucht. Jegor erkrankt schwer und überlebt nur dank der Fürsorge seines Vaters und der restlichen Familie. Jegors Verwirrtheit aber mündet schließlich in einen tiefen Hass auf seinen jüdischen Vater, dem er die Schuld für das alles gibt, weil er sich mit Jegors Mutter verbunden und ihn mit diesem »Makel« in die Welt gesetzt hat. Als die Drangsalierungen und Demütigungen durch die Nazis weiter zunehmen, geht die ganze Familie Karnovski schließlich in die USA, wo sie wieder bei null anfangen müssen. Jegor hasst Amerika genauso, wie er seinen Vater hasst und lehnt sich gegen alles und jeden auf. Schließlich läuft er bei Nacht und Nebel davon und gerät schließlich unter den Einfluß schlechter Freunde und eines schmierigen Deutschen, der ihn dafür einspannt, für ihn in jüdischen Kreisen zu spitzeln, in dem er ihm scheinbar verspricht, dass Jegor nach Deutschland zurückkehren kann, wenn er auf diese Weise »seinem« Land dient. Der naive Jegor lässt sich zunächst darauf ein, obwohl ihm die Spitzelei zuwider ist. Jegor verarmt immer mehr und schließlich kehrt er noch einmal zu dem Deutschen zurück, um seinen Lohn einzufordern, doch der denkt natürlich nicht daran, Jegors Bitte zu erfüllen. Da kommt es zur Katastrophe. Mir hat Israel Joshua Singers Roman sehr gut gefallen. Seine Schilderung des jüdischen Lebens in Berlin zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ist äußerst vielschichtig und aufschlußreich. Auch seine Nebenfiguren sind alles andere als oberflächlich geschildert und nicht nur reine Kulissenschieber. Die Konflikte der drei Hauptpersonen sind sehr gut herausgearbeitet und absolut nachvollziehbar. Das Ende des Romans hat mich etwas überrascht, weil für meinen Geschmack zu viel offen bleibt aber damit kann ich leben. Am Ende war ich sogar ein bisschen traurig, dass der Roman zuende war, denn ich hätte problemlos und gerne noch weiter gelesen, wie es mit den Figuren im Roman weitergeht. Interessant fand ich, dass ich während des Lesens unwillkürlich diesen Roman immer mit dem großen Familienroman von Isaac Bashevis Singer »Die Familie Moschkat«, den ich vor einigen Jahren gelesen habe, verglichen habe. Lange Zeit habe ich gedacht, dass ich Israel Joshua Singers Roman die vollen fünf Sterne geben würde (seinem Bruder, dem Nobelpreisträger, habe ich für seinen Roman vier Sterne gegeben) aber leider lässt Israel Joshua Singer für mein Empfinden im letzten Teil des dritten Teils des Romans dann deutlich nach, so als ob ihm bei diesem ansonsten sehr dichten Roman ein bisschen die Puste ausgegangen ist. Daher sind es nun auch für diesen Roman »nur« vier Sterne geworden allerdings hat mir »Die Familie Karnovski« noch einen deutlichen Tick besser gefallen als »Die Familie Moschkat«.

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  • Rezension zu "Die Familie Karnovski" von Dora Winkler

    Die Familie Karnovski
    Ima

    Ima

    17. May 2010 um 14:00

    Über 3 Generation wird hier die Geschichte der Familie Karnovski erzählt. David Karnovski wandert mit seiner jungen Frau von Polen nach Berlin aus und lebt dort als angesehener Kaufmann. Sein Sohn Gregor entwickelt sich zunächst nicht nach David`s Vorstellungen. Die Liebe und seine Erlebnisse während des ersten Weltkriegs lassen Gregor reifen. Die Heirat mit einer Christin bringt jede Menge Problem mit sich. Besonders schlimm wirkt sich diese Ehe für seinen eigenen Sohn Jegor aus. Nach der Machtergreifung der Nazi`s, kann die Familie nach New York fliehen. Dort gerät die Familie allerdings in Not, da ihre beruflichen Abschlüsse dort nicht anerkannt werden. Dieser Roman erzählt geschickt, in die Geschichte um die Familie Moschkat eingebunden, die Ereignisse vom 1. Weltkrieg bis zum 2. Weltkrieg.

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