Israel Zangwill

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Der König der Schnorrer

Der König der Schnorrer

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Erschienen am 07.03.2006
Das dunkle Geheimnis der Bow Street

Das dunkle Geheimnis der Bow Street

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Erschienen am 01.01.2006
Das große Geheimnis der Bow Street,

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Erschienen am 01.01.1985
The Melting-pot

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Erschienen am 15.03.2010
Ghetto Comedies

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Erschienen am 04.03.2010
MERELY MARY ANN

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Erschienen am 23.03.2010
Dreamers of the Ghetto

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 (0)
Erschienen am 04.03.2010

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Rezension zu "Der König der Schnorrer" von Israel Zangwill

Rezension zu "Der König der Schnorrer" von Israel Zangwill
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Israel Zangwills 1894 erschiener Roman "Der König der Schnorrer" ist eine Sozialsatire, die im jüdischen Teil Londons spielt. Ein humorvoller Klassiker, der heute viel zu selten gelesen wird.

London zum Ende des 18. Jahrhunderts: Manasseh ist der König der Schnorrer. Wie kaum ein anderer versteht er es, sich durch Tricks und elegante Kniffe durch den Alltag zu schnorren. Er selbst sieht sich nicht als einfachen Bettler, sondern als jemand der die Kunst des Nehmens perfektioniert hat und von dem Andere noch etwas lernen können. Ob es nun neue Kleidung ist oder ein Platz im Theater, Manasseh kommt irgendwie an alles ran. Mit Jankele nimmt er seinen zukünftigen Schwiegersohn unter die Fittiche. Der Lehrling kann vom König noch einiges lernen.

"Der König der Schnorrer" erschien erstmals 1894 als Fortsetzungsgeschichte im Magazin "The Idler", welches für seinen humorvollen Stil bekannt war. Obwohl Zangwill als jüdischer Schriftsteller sein Buch im jüdischen Millieu spielen lässt, ist das Buch hauptsächlich an eine christliche Leserschaft gerichtet gewesen. Der "Schnorrer" wurde in der Buchversion ein Erfolg, eine spätere Umsetzung als Theaterstück dagegen musste man als Fehlschlag verbuchen. Sogar ein Stummfilm wurde gedreht, gilt aber heute als verschollen.

Der elegante Einstieg in die Geschichte, zeigt dem Leser gleich zu Beginn in welchem Millieu die Handlung spielen wird. Zum Ende des 18. Jahrhunderts ist der Osten Londons hauptsächlich von jüdischen Einwanderern geprägt. Diese unterteilen sich nach ihrer ursprünglichen Herrkunft in sephardische und ashkenaze Juden. Ein Gegensatz der mit seinen kulturellen Unterschieden im Buch häufig aufgegriffen wird. Die Geschichte ist allgemein äußerst dicht und greift viele Personen, Geschehnisse und Brauchtümer aus der damaligen Zeit auf. Dadurch fühlt man sich wirklich in den Osten der britischen Hauptstadt hineinversetzt.

Wie nun der König der Schnorrer seinem Schwiegersohn in spe die Kunst des Schnorrens beibringt, wird mit sehr viel Humor beschrieben. Es ist ein subtiler Humor, den Zangwill hier benutzt. Teilweise glaubt man kaum, wie es Manasseh gelingt Almosen noch von Leuten zu schnorren, die nie etwas geben wollten. Manchmal muss man sogar noch einmal rekapitulieren, wie nun Manasseh an sein Ziel gekommen ist.

Das Schnorren an sich ist eine große Kunst, der es einiger Übung bedarf. Es ist auch kein einfaches Betteln, sondern ein gewitztes Vorgehen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Durch das Geld, welches man erschnorrt zeigt man seinen Intellekt und seinen Erfolg und ist zudem so edel, um dem Geber das Gefühl zu geben, etwas Gutes getan zu haben. Jankele dagegen muss noch einiges Lernen und geht nicht immer zur Zufriedenheit Manassehs vor. Allerdings hat dieser etwas geschafft, was dem König doch zu schaffen macht, nämlich von ihm seine Tochter "geschnorrt".

Die Charaktere sind Zangwill gut gelungen. Manasseh und Jankele passen perfekt zusammen und es ist ein großer Spaß beide miteinander agieren zu sehen. Beide sind auch liebenswert, aber eher ein seltsames Paar, dessen Eigenschaften schon satirisch überhöht worden sind. Das trifft allgemein auf die Charaktere im Buch zu, wobei man als Leser aber nie meint, als hätte der Autor in irgendeiner Form zu sehr übertrieben.

Im Roman zeigt Zangwill dem viktorianischen England, dass es eine Tradition jüdischen Lebens in London gibt. Auch versucht er das jüdische Leben dem Leser ein wenig näher zu bringen. Dennoch macht er sich auch über das jüdische Klassensystem lustig, aber sehr dezent. "Der König der Schnorrer" ist ein unterhaltsamer Roman, der wieder öfter gelesen werden sollte. Einfach weil es ein besonders humorvolles uns sprachlich gutes Werk ist.

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