Israel Zangwill Der König der Schnorrer

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der König der Schnorrer“ von Israel Zangwill

Ein Gipfeltreffen von jüdischem Witz und britischem Humor Geben ist seliger denn Nehmen. Nicht so für den König der Schnorrer. Der macht seinem Namen alle Ehre. Israel Zangwills Londoner Milieustudie von 1894 ist voll subtiler Situationskomik und funkelnder Pointen und zählt zu den großen unterhaltsamen Klassikern der englischen Literatur. Manasseh ist nicht irgendein dahergelaufener Bettler und Almosenempfänger, der geduldig die Hand hinstreckt, bis sich jemand seiner erbarmen möge. Menasseh ist der König der Schnorrer, und er weiß, was er seinem Ruf schuldig ist. So darf sich die sephardische Gemeinde Londons glücklich schätzen, ihn in ihrer Mitte zu haben, gehört doch Almosengeben zu den nobelsten Pflichten jedes gläubigen Juden. Mit der Würde eines Aristokraten, mit der Gewitztheit des Feilschers und dem Spürsinn des perfekten Menschenkenners ist Manasseh stets zur Stelle, wenn es gilt, jemanden zum (freiwilligen oder auch unfreiwilligen) Wohltäter zu machen. Ob Dandys oder Geizkragen, Spekulanten oder Würdenträger, in ihm finden sie alle ihren Meister. Selbst Jankele, Nachwuchshoffnung des Metiers und Anwärter auf die Position des Schwiegersohns, bekommt von Manasseh noch so manche Lektion in der Kunst stilvollen Schnorrens erteilt. Israel Zangwills (1864–1926) historisches Sittenbild aus dem Ghetto des 18. Jahrhunderts zählt zu den unterhaltsamsten Klassikern der englischen Literatur. Mit seiner Hauptfigur hat der Autor ein echtes Original geschaffen, in dem die versunkene Welt des traditionsgebundenen Judentums aufersteht. Augenzwinkernd wird hier nicht nur der Widerstreit zwischen Sein und Haben aufs Korn genommen, sondern auch der himmelweite Unterschied zwischen echtem Opfersinn und selbstverliebter Gönnerhaftigkeit.

Stöbern in Romane

Das Haus ohne Männer

Anfangs war ich doch verwirrt &skeptisch, aber im Laufe der Geschichte war die Verbindung der Frauen sehr wichtig. Ich liebe es.

Glitterbooklisa

Acht Berge

Welch ein berührendes Buch, das alle Fragen des Lebens so eindringlich und schön gearbeitet verhandelt - ein ganz große Empfehlung!

hundertwasser

Und jetzt auch noch Liebe

Eine gute Geschichte, an manchen Stellen etwas unrealistisch.

Traubenbaer

Lügnerin

Ein tolles Buch, ein merkwürdiges Ende

naninka

Birthday Girl

3.5 Sterne

AlinchenBienchen

Underground Railroad

Eine grandios geschriebene Abrechnung!

RubyKairo

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Der König der Schnorrer" von Israel Zangwill

    Der König der Schnorrer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. February 2013 um 09:20

    Israel Zangwills 1894 erschiener Roman "Der König der Schnorrer" ist eine Sozialsatire, die im jüdischen Teil Londons spielt. Ein humorvoller Klassiker, der heute viel zu selten gelesen wird. London zum Ende des 18. Jahrhunderts: Manasseh ist der König der Schnorrer. Wie kaum ein anderer versteht er es, sich durch Tricks und elegante Kniffe durch den Alltag zu schnorren. Er selbst sieht sich nicht als einfachen Bettler, sondern als jemand der die Kunst des Nehmens perfektioniert hat und von dem Andere noch etwas lernen können. Ob es nun neue Kleidung ist oder ein Platz im Theater, Manasseh kommt irgendwie an alles ran. Mit Jankele nimmt er seinen zukünftigen Schwiegersohn unter die Fittiche. Der Lehrling kann vom König noch einiges lernen. "Der König der Schnorrer" erschien erstmals 1894 als Fortsetzungsgeschichte im Magazin "The Idler", welches für seinen humorvollen Stil bekannt war. Obwohl Zangwill als jüdischer Schriftsteller sein Buch im jüdischen Millieu spielen lässt, ist das Buch hauptsächlich an eine christliche Leserschaft gerichtet gewesen. Der "Schnorrer" wurde in der Buchversion ein Erfolg, eine spätere Umsetzung als Theaterstück dagegen musste man als Fehlschlag verbuchen. Sogar ein Stummfilm wurde gedreht, gilt aber heute als verschollen. Der elegante Einstieg in die Geschichte, zeigt dem Leser gleich zu Beginn in welchem Millieu die Handlung spielen wird. Zum Ende des 18. Jahrhunderts ist der Osten Londons hauptsächlich von jüdischen Einwanderern geprägt. Diese unterteilen sich nach ihrer ursprünglichen Herrkunft in sephardische und ashkenaze Juden. Ein Gegensatz der mit seinen kulturellen Unterschieden im Buch häufig aufgegriffen wird. Die Geschichte ist allgemein äußerst dicht und greift viele Personen, Geschehnisse und Brauchtümer aus der damaligen Zeit auf. Dadurch fühlt man sich wirklich in den Osten der britischen Hauptstadt hineinversetzt. Wie nun der König der Schnorrer seinem Schwiegersohn in spe die Kunst des Schnorrens beibringt, wird mit sehr viel Humor beschrieben. Es ist ein subtiler Humor, den Zangwill hier benutzt. Teilweise glaubt man kaum, wie es Manasseh gelingt Almosen noch von Leuten zu schnorren, die nie etwas geben wollten. Manchmal muss man sogar noch einmal rekapitulieren, wie nun Manasseh an sein Ziel gekommen ist. Das Schnorren an sich ist eine große Kunst, der es einiger Übung bedarf. Es ist auch kein einfaches Betteln, sondern ein gewitztes Vorgehen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Durch das Geld, welches man erschnorrt zeigt man seinen Intellekt und seinen Erfolg und ist zudem so edel, um dem Geber das Gefühl zu geben, etwas Gutes getan zu haben. Jankele dagegen muss noch einiges Lernen und geht nicht immer zur Zufriedenheit Manassehs vor. Allerdings hat dieser etwas geschafft, was dem König doch zu schaffen macht, nämlich von ihm seine Tochter "geschnorrt". Die Charaktere sind Zangwill gut gelungen. Manasseh und Jankele passen perfekt zusammen und es ist ein großer Spaß beide miteinander agieren zu sehen. Beide sind auch liebenswert, aber eher ein seltsames Paar, dessen Eigenschaften schon satirisch überhöht worden sind. Das trifft allgemein auf die Charaktere im Buch zu, wobei man als Leser aber nie meint, als hätte der Autor in irgendeiner Form zu sehr übertrieben. Im Roman zeigt Zangwill dem viktorianischen England, dass es eine Tradition jüdischen Lebens in London gibt. Auch versucht er das jüdische Leben dem Leser ein wenig näher zu bringen. Dennoch macht er sich auch über das jüdische Klassensystem lustig, aber sehr dezent. "Der König der Schnorrer" ist ein unterhaltsamer Roman, der wieder öfter gelesen werden sollte. Einfach weil es ein besonders humorvolles uns sprachlich gutes Werk ist.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks