Italo Calvino

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Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Wenn ein Reisender in einer Winternacht

 (157)
Erschienen am 25.07.2012
Der Baron auf den Bäumen

Der Baron auf den Bäumen

 (38)
Erschienen am 26.09.2018
Der geteilte Visconte

Der geteilte Visconte

 (21)
Erschienen am 13.12.2012
Der Ritter, den es nicht gab

Der Ritter, den es nicht gab

 (18)
Erschienen am 25.04.2013
Wo Spinnen ihre Nester bauen

Wo Spinnen ihre Nester bauen

 (11)
Erschienen am 01.05.1999
Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen

Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen

 (8)
Erschienen am 24.04.2014
Unter der Jaguar-Sonne

Unter der Jaguar-Sonne

 (7)
Erschienen am 01.01.1991
Herr Palomar

Herr Palomar

 (9)
Erschienen am 25.07.2012

Neue Rezensionen zu Italo Calvino

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Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

„Glauben Sie etwa, jede Geschichte müßte einen Anfang und ein Ende haben?“ (S. 275)
Beustvor einem Monat

‚Du schickst dich an, eine Rezension zu „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ von Italo Calvino zu lesen.‘ So müsste eine Rezension zu diesem Roman beginne, weil er selbst so beginnt: Der Text tut so, als begänne er mit der Lektüre durch den Leser – und er wird auch so enden: „Und du: ‚Moment noch. Ich beende grad ‚Wenn ein Reisender in einer Winternacht‘ von Italo Calvino.‘“ (S. 277) Und so ist es ja auch: Als Calvinos Roman entstand, diskutierte man gerade, was eigentlich ein Text ist und ob er unabhängig vom Autor eigentlich erst durch die Rezeption entstehe, ob also der Leser nicht eigentlich Teil des Komplexes ‚Literatur‘ sei. 

Bei Calvino ist er es: Der Roman ist in der zweiten Person Singular geschrieben und richtet sich fortwährend an den Leser: du. Du suchst nach der Fortsetzung des falsch gebundenen Romans der Winternacht, du liest im folgenden zehn weitere Romaneingänge – alle stilistisch verschieden – bis zu einem Punkt, da sie abbrechen; nämlich genau da, wo man weiterlesen möchte; du lernst die Leserin Ludmilla kennen, der es so geht wie dir. Ja – du wirst zur Leserin Ludmilla, um schließlich zum Paar geworden den Roman zu beschließen.

Das ist mehr als nur eine Spielerei mit der Auflösung des Lesers in einer Romanfigur oder umgekehrt, das ist klug und hervorragend erzählt, ist ein praktischer Beitrag zur Debatte darüber, was Sprache und Text vermögen, wie Intentionen zwischen den Rost der Zeilen durchrutschen, wie Produktion, Rezeption und Verstehen im Dialog der Literatur funktionieren; auch darüber,  wo die Grenzen des Textes liegen – nämlich etwa nur exakt Stimmung, Raumgefühl und Situation zu beschreiben, wenn ein Mensch einen Telefonhörer abnimmt (S. 141). Oder was bei jeder Kommunikation verloren geht – oder bei der Suche nach einer Wahrhaftigkeit der Geschichte außerhalb der Subjektivität (S. 271).

Aber das Beste an diesem Meta-Roman ist, dass er sich vergnüglich liest. Humorvoll und pointenreich unterhält Calvino den Leser (und den ‚Leser‘). Schon eingangs ist die Klassifikation der Bücher, „Die Du Schon Seit Langem Mal Lesen Wolltest“ gegenüber den Büchern, „Von Deren Lektüre Du Absehen Kannst“ oder denen, „Die Du Irgendwann Mal Zu Lesen Gedenkst Aber Vorher Mußt Du Noch Andere Lesen“ und viele mehr (S. 9). Da fühlt man sich als Leser gleich ertappt.

Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ gehört nicht in die Kategorie Bücher „Die Du Bestimmt Gern Lesen Würdest Wenn Du Mehrere Leben Hättest Aber Leider Sind Deine Tage Eben Was Sie Sind“. Vielmehr empfehle ich, das Buch unbedingt aus dem Regal der Bücher „Die Du Nicht Gelesen Hast“ herauszuholen, selbst wenn das Wiederholungspiel abbrechender Romaneinfälle im Seriellen ein wenig verliert.

Du beendest gerade die Leseempüfehlung zu Italo Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht.“

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Rezension zu "Der geteilte Visconte" von Italo Calvino

Ein kunstvoller Roman über die gespaltete Natur des Menschen
Antigone8vor 3 Monaten

Italo Calvino legt dem Leser hier ein Werk vor, welches die menschlichen Unzulänglichkeiten und Schwächen an die Oberfläche befördert und gleichzeitig menschliches Verhalten hinterfragt.


Erzählt wird die Geschichte des Visconte Medardo di Terralba, der im Krieg von einer Kanonenkugel getroffen und dabei in zwei Teile getrennt wird. Die eine Seite des Visconte vereint dabei alle negativen Eigenschaften, die andere Hälfte alle Tugenden des Adligen. Der Leser wird von dem Neffen des Visconte durch den Roman geführt, also einem kindlichen Erzähler.

Die Erzählung wirkt über weite Teile wie eine surreale, märchenhafte Parodie und gleichzeitig nimmt sie die Position ernsthafter Realität ein. Es fächern sich nach und nach immer mehr Facetten dieses Romans auf und der Leser wird in ein doppeldeutiges, intelligentes und doch witziges Verwirrspiel hineingezogen. Dabei bedient sich der Autor einer eher einfachen Sprache, was den Erzähler glaubhaft erscheinen lässt. 

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Zwiespalt, in dem sich viele menschliche Handlungen abspielen. Die zwei Herzen, die sprichwörtlich in einer Brust schlagen, kommen hier im wahrsten Sinne des Wortes auf das Tableau. Eine ungewöhnliche aber auf jeden Fall lesenswerte Lektüre.

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Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

Das Spiel mit dem Leser
0_Lavender_0vor 10 Monaten

Italo Calvino versteht es hervorragend den Leser in seinen Bann zu ziehen und mit einer Erzählung zu starten. Dann allerdings ist das Buch schadhaft und man beginnt ein vollständiges Exemplar zu suchen. Gefunden! Oh nein, es ist eine ganz andere Geschichte. Von neuem gerät man in Bann und....
Wer in Kauf nimmt, frustriert auf das Ende einer Geschichte zu warten, die doch nicht zu Ende geht - für den wird dieses Buch ein wahrer Genuss werden, jedoch nicht für Ungeduldige, die unbedingt einen perfekten Schluss benötigen.

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Italo Calvino wurde am 15. Oktober 1923 in Santiago de la Vegas (Kuba) geboren.

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