Italo Calvino

 4 Sterne bei 377 Bewertungen

Lebenslauf von Italo Calvino

Italo Calvino, am 15. Oktober 1923 in Santiago de las Vegas auf Kuba geboren, wuchs in San Remo auf. Er arbeitete mehrere Jahre als Lektor des Verlages Einaudi und als Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in alle Weltsprachen übersetzt. Italo Calvino starb am 19. September 1985 in Siena. Seine Romane, Erzählungen und Essays sind im Carl Hanser Verlag und im Fischer Taschenbuch erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Italo Calvino

Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783596904426)

Wenn ein Reisender in einer Winternacht

 (166)
Erschienen am 25.07.2012
Cover des Buches Der Baron auf den Bäumen (ISBN: 9783596521722)

Der Baron auf den Bäumen

 (40)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches Die unsichtbaren Städte (ISBN: 9783446208285)

Die unsichtbaren Städte

 (29)
Erschienen am 03.03.2007
Cover des Buches Der geteilte Visconte (ISBN: 9783596905072)

Der geteilte Visconte

 (24)
Erschienen am 13.12.2012
Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)

Der Ritter, den es nicht gab

 (18)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches Wo Spinnen ihre Nester bauen (ISBN: 9783423126328)

Wo Spinnen ihre Nester bauen

 (11)
Erschienen am 01.05.1999
Cover des Buches Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (ISBN: 9783596905386)

Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen

 (9)
Erschienen am 24.04.2014
Cover des Buches Herr Palomar (ISBN: 9783596904433)

Herr Palomar

 (10)
Erschienen am 25.07.2012

Neue Rezensionen zu Italo Calvino

Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783596904426)Das_literarische_Parketts avatar

Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

Nach der Natur schreiben
Das_literarische_Parkettvor 8 Tagen

Italo Calvinos Schreibstil ist unauffällig, poetisch ohne überladen zu wirken, philosophisch ohne sich schwermütig über das Geschehen zu legen, intellektuell ohne aufgesetzt zu werden.
Der Protagonist ist der Lesende, ein hoffnungslos Verlorener, der in den Strudel faszinierend vielseitiger Erzählungen gesogen wird: als Reisender in eine Winternacht verwandelt er sich auf der Jagd nach dem Ende der Erzählungen in einen Liebenden, filtrierten Agenten und schizophrenen Millardär.

Mich hat dieser erste Calvino sehr begeistert, hat mich abtauchen lassen und oft irritiert, leider aber nie verblüfft oder innerlich gerührt. Faszinierend geschrieben ist diese Reise, aber die Tiefe der Poesie und der einzelnen Erzählungen gleiten dem genialen Autor im Sog der sprunghaften Erzählweise aus der Hand. Das Hin- und Her wirkte auf mich zunehmend nicht mehr kreativ, sondern nur wie die logische Konsequenz eines Prinzips.
Calvino möchte ich unbedingt weiterlesen; sein Stil und seine Perspektive auf Literatur und literarische Figuren treffen wirklich meinen Geschmack, nur leider hat die grundsätzlich faszinierende Idee des Buches die spannenden Ambivalenzen und Bezüge verschluckt.
Für mich leider das klassische Beispiel, dass weniger auch mehr sein kann.

Auszug:

'Beim Betrachten der Frau im Liegestuhl ist mir das Bedürfnis gekommen, „nach der Natur“ zu schreiben, das heißt nicht die Frau zu beschreiben, sondern ihr Lesen, beziehungsweise irgendetwas zu schreiben, aber ständig dabei zu denken, dass es durch ihr Lesen hindurch muss. Jetzt, beim Betrachten des Schmetterlings, der sich dort auf mein Buch setzt, möchte ich „nach der Natur“ schreiben, indem ich ständig an den Schmetterling denke. Zum Beispiel ein scheußliches Verbrechen beschreiben, das aber bei aller Scheußlichkeit diesem Schmetterling irgendwie gleicht, also leicht und zart ist wie er. Ich könnte auch den Schmetterling beschreiben und dabei so intensiv an ein scheußliches Verbrechen denken, dass der Schmetterling etwas Entsetzliches wird.'

 

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Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783596904426)Moguls avatar

Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

Altbacken
Mogulvor 2 Monaten

Hier war ein intellektueller Könner am Werk. Schade, dass er nicht mehr aus dem Buch gemacht hat als eine selbstverliebte Spielerei mit verschiedenen Topoi der Literatur. 

Damit ist auch gleich der Inhalt kurz umrissen: Eine Aneinanderreihung von Romanfragementen und einigen gut verpackten theoretischen Betrachtungen aus dem letzten Jahrhundert zum Thema Literatur im Allgemeinen. Unterdessen hat sich viel verändert, und das Buch kommt leider etwas altbacken daher.

Ich finde diese Art von Zurschaustellung von Intellektueller Intelligenz und Verspieltheit langweilig. Zum Glück ist das Buch sprachlich außerordentlich gut geschrieben. Sonst hätte ich es wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen, was bei mir sehr selten vorkommt. Und die ganzen männlich geprägten Fantasien aus den 70er Jahren sind aus heutiger Sicht total lächerlich und nach wie vor sehr problematisch (, da teilweise ja immer noch auf genau gleiche Art präsent).

Fazit: Keine Leseempfehlung 


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Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783937793429)Beusts avatar

Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

„Glauben Sie etwa, jede Geschichte müßte einen Anfang und ein Ende haben?“ (S. 275)
Beustvor 2 Jahren

‚Du schickst dich an, eine Rezension zu „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ von Italo Calvino zu lesen.‘ So müsste eine Rezension zu diesem Roman beginne, weil er selbst so beginnt: Der Text tut so, als begänne er mit der Lektüre durch den Leser – und er wird auch so enden: „Und du: ‚Moment noch. Ich beende grad ‚Wenn ein Reisender in einer Winternacht‘ von Italo Calvino.‘“ (S. 277) Und so ist es ja auch: Als Calvinos Roman entstand, diskutierte man gerade, was eigentlich ein Text ist und ob er unabhängig vom Autor eigentlich erst durch die Rezeption entstehe, ob also der Leser nicht eigentlich Teil des Komplexes ‚Literatur‘ sei. 

Bei Calvino ist er es: Der Roman ist in der zweiten Person Singular geschrieben und richtet sich fortwährend an den Leser: du. Du suchst nach der Fortsetzung des falsch gebundenen Romans der Winternacht, du liest im folgenden zehn weitere Romaneingänge – alle stilistisch verschieden – bis zu einem Punkt, da sie abbrechen; nämlich genau da, wo man weiterlesen möchte; du lernst die Leserin Ludmilla kennen, der es so geht wie dir. Ja – du wirst zur Leserin Ludmilla, um schließlich zum Paar geworden den Roman zu beschließen.

Das ist mehr als nur eine Spielerei mit der Auflösung des Lesers in einer Romanfigur oder umgekehrt, das ist klug und hervorragend erzählt, ist ein praktischer Beitrag zur Debatte darüber, was Sprache und Text vermögen, wie Intentionen zwischen den Rost der Zeilen durchrutschen, wie Produktion, Rezeption und Verstehen im Dialog der Literatur funktionieren; auch darüber,  wo die Grenzen des Textes liegen – nämlich etwa nur exakt Stimmung, Raumgefühl und Situation zu beschreiben, wenn ein Mensch einen Telefonhörer abnimmt (S. 141). Oder was bei jeder Kommunikation verloren geht – oder bei der Suche nach einer Wahrhaftigkeit der Geschichte außerhalb der Subjektivität (S. 271).

Aber das Beste an diesem Meta-Roman ist, dass er sich vergnüglich liest. Humorvoll und pointenreich unterhält Calvino den Leser (und den ‚Leser‘). Schon eingangs ist die Klassifikation der Bücher, „Die Du Schon Seit Langem Mal Lesen Wolltest“ gegenüber den Büchern, „Von Deren Lektüre Du Absehen Kannst“ oder denen, „Die Du Irgendwann Mal Zu Lesen Gedenkst Aber Vorher Mußt Du Noch Andere Lesen“ und viele mehr (S. 9). Da fühlt man sich als Leser gleich ertappt.

Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ gehört nicht in die Kategorie Bücher „Die Du Bestimmt Gern Lesen Würdest Wenn Du Mehrere Leben Hättest Aber Leider Sind Deine Tage Eben Was Sie Sind“. Vielmehr empfehle ich, das Buch unbedingt aus dem Regal der Bücher „Die Du Nicht Gelesen Hast“ herauszuholen, selbst wenn das Wiederholungspiel abbrechender Romaneinfälle im Seriellen ein wenig verliert.

Du beendest gerade die Leseempfehlung zu Italo Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht.“

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Italo Calvino wurde am 15. Oktober 1923 in Santiago de la Vegas (Kuba) geboren.

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