Italo Calvino Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt

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Inhaltsangabe zu „Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt“ von Italo Calvino

»Mitten in der Stadt aus Beton und Asphalt sucht Marcovaldo die Natur. Aber existiert sie noch, die Natur?« Italo Calvino Marcovaldo, Hilfsarbeiter und Handlanger, gesegnet mit einer vielköpfigen Familie, die er nicht satt bekommt, gehört zu den liebenswertesten Figuren des großen Märchenerzählers Italo Calvino: eine der letzten Inkarnationen aus der Reihe großer Komiker wie Charlie Chaplin. Mit einer Besonderheit: Marcovaldo, träumt mitten in der Stadt von einer intakten Natur. Doch die präsentiert sich ihm als unweigerlich zerstört. Dennoch folgt er unbeirrt seinem Traum. Eine zarte Melancholie durchzieht diese komischen Geschichten, die vom Zusammenprall von Zivilisation und Natur erzählen.

Auf der Jagd nach dem Verlorenen - war mir ein bisschen zu depressiv

— Buchgespenst
Buchgespenst

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  • Die Sehnsucht nach der Natur

    Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    11. April 2015 um 10:19

    Marcovaldo ist ein armer Hilfsarbeiter mit einer großen Familie. Bei aller Armut, Enttäuschung und seinen unbefriedigenden Leben in einer schmutzigen Stadt ohne Perspektive, hat er seine Sehnsucht nach der unberührten Natur nicht verloren. Aber jedes Mal, wenn er glaubt sie gefunden zu haben, stellt sie sich als zerstört heraus. Dennoch gibt Marcovaldo nicht auf. Er folgt seinem Traum – rettungslos und hoffnungslos durch die Jahreszeiten hindurch.   Calvino führt hier in einzigartigen Erzählzyklen vor wie die Zivilisation die Natur tiefgreifend verändert hat. Melancholie und Tragik prägen die Erzählungen – schöne und berührende, ja hoffnungsvolle Episoden, versanden in Enttäuschung und Desillusionierung.   Die Erzählungen sind gekonnt und bieten eine Menge Interpretationspotential, doch mir waren sie zu depressiv. Ich mag Calvinos andere Werke lieber. An dieser Fischer-Klassiker-Ausgabe vermisse ich zudem das Nachwort aus „Text und Kritik“, das einem Großteil der Werke dieser Reihe beigegeben wird. Hintergrundinformationen hätten mir wirklich gefallen, da sie oft ein neues Licht auf den Text werfen und damit eine neue Lesart ermöglichen. Schade – dieser Calvino blieb weit hinter meinen Erwartungen zurück.

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  • Rezension zu "Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt" von Italo Calvino

    Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt
    ZwergPinguin

    ZwergPinguin

    06. March 2009 um 15:43

    Der italienische Originaltitel lautet "Marcovaldo ovvero Le stagioni in città" und ich lese eigentlich das deutsche und das italienische Buch nebenher. Da aber kaum jemand Italienisch spricht bzw. liest und wir hier in einer deutschen Community sind, beschränke ich mich mal auf die deutsche Übersetzung. Das Buch enthält 20 mehr Erzählungen, die alle einer Jahreszeit zugeordnet sind (also 5x den Jahreszyklus). Sie handeln von dem Hilfsarbeiter Marcovaldo, einem Naturfreund, der zwangsweise in der Stadt lebt und dort aber immer von der Natur träumt und sie dort zu finden sucht, z.B. in Form von Pilzen, die plötzlich neben einer Haltestelle wachsen, oder er möchte mal eine Nacht im Freien verbringen unter dem Sternenhimmel und dem Rauschen des Waldes oder eines Bächleins…. Aus diesen Gegebenheiten resultieren dann immer komisch-ironische, manchmal auch tragikomische Situationen (ich will hier ja nicht zu viel verraten) Das ganze ist also recht amüsant und lädt zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken ein. Allerdings sollte man bei der Lektüre bedenken, dass die Erzählungen in den 50er und 60er Jahren geschrieben wurden, zu einer Zeit, in der z.B. das Fernsehen in Italien noch realtiv neu und der WK II noch nicht allzulange her war. Die Welt sah damals eben doch noch ein bißchen anders aus…. Natürlich sind nicht alle Erzählungen richtig gut, aber wenn ich an Die Wespenkur denke, dann muss ich schon sehr lachen. In dieser Geschichte erfährt Marcovaldo nämlich, dass der Stich von Bienen gut gegen Rheuma helfen soll. Da ein Freund von ihm sehr an Rheuma leidet, macht er sich auf die Suche, in der Stadt eine Biene zu fangen. Naiv wie er nunmal ist, meint er, dass das ganze sicher auch mit einer Wespe klappen müsste und bringt seinen Frend dazu, sich stechen zu lassen….. Da die ganze Aktion recht wirksam zu sein scheint (schließlich springt der gute Mann nach dem Stich herum wie ein junger Hüpfer), macht er daraus eine Art neue Heilmethode und viele Leute aus seiner Stadt kommen zu ihm, um sich stechen zu lassen. Er selbst findet keine Zeit mehr, selbst die Wespen zu fangen und schickt seine Söhne los, wo dann aber alles anders kommt…. Also solche Geschichten sind schnell zu lesen und genau das Richtige, wenn man mal nicht einschlafen kann, aber auch nicht gleich in einen dicken Wälzer fallen will.

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