Ivan Ivanji

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Alle Bücher von Ivan Ivanji

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Ivan IvanjiGeister aus einer kleinen Stadt
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Geister aus einer kleinen Stadt
Geister aus einer kleinen Stadt
 (3)
Erschienen am 01.08.2008
Ivan IvanjiBuchstaben von Feuer
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Buchstaben von Feuer
Buchstaben von Feuer
 (1)
Erschienen am 01.02.2011
Ivan IvanjiMein schönes Leben in der Hölle
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Mein schönes Leben in der Hölle
Mein schönes Leben in der Hölle
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Erschienen am 11.02.2014
Ivan IvanjiIvan Ivanji: Kaiser Diokletian
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Ivan Ivanji: Kaiser Diokletian
Ivan Ivanji: Kaiser Diokletian
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Erschienen am 01.01.1985
Ivan IvanjiEin ungarischer Herbst
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Ein ungarischer Herbst
Ein ungarischer Herbst
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Erschienen am 01.01.1995
Ivan IvanjiDie Tänzerin und der Krieg
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Die Tänzerin und der Krieg
Die Tänzerin und der Krieg
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Erschienen am 01.03.2002
Ivan IvanjiDer Aschenmensch von Buchenwald
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Der Aschenmensch von Buchenwald
Der Aschenmensch von Buchenwald
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Erschienen am 01.01.1999
Ivan IvanjiSchattenspringen
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Schattenspringen
Schattenspringen
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Erschienen am 15.01.2009

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Rezension zu "Geister aus einer kleinen Stadt" von Ivan Ivanji

Rezension zu "Geister aus einer kleinen Stadt" von Ivan Ivanji
HeikeGvor 10 Jahren

"Das Leben ist doch schön, oder nicht?"

Warum hinterfragt Ivan Ivanji diese Aussage in seinem neuen Buch "Geister aus einer kleinen Stadt"? Natürlich ist das Leben schön, möchte man sofort antworten. Doch der Autor hat es von einer anderen Seite - einer tiefschwarzen - erlebt. Als Sohn einer jüdischen Ärztefamilie aus dem Banat, einer historischen Region im Königreich Ungarn, wurde er 1944/45 in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald interniert.
Bei einem Besuch seiner Heimatstadt, als er durch vertraute Gassen schlendert, begegnen ihm die "Geister" seiner toten Mitbürger, Menschen die umgebracht wurden, weil sie nicht dem "Ideal" einer selbsternannten "Herrenrasse" entsprachen.

"Oh glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!" Diese Worte aus Goethes "Faust" legt der Autor in seinem Roman einem SS-Schergen in den Mund, der zuvor einem Juden eine Lagerumsiedelung vorlog, der Einstieg in den Transport-LKW am nächsten Morgen jedoch für ihn, seine Familie und tausende Anderer den Tod bedeutet.
Hoffnung, für viele das letzte, was noch blieb. Nur für die Wenigsten erfüllte sie sich.

Ein eindringliches, ein schockierendes, aber auch ein liebe- und humorvolles Werk hat Ivan Ivanji geschrieben. Er wirft einen unbestechlichen, mit autobiographischen Linien durchzogenen Blick auf die Vergangenheit seiner Heimat. Hier im Banat, einer Region zwischen dem heutigen Serbien-Montenegro und Rumänien hat der Autor seine Handlung angesiedelt. In einem gut lesbaren Stil, mit kurzen Sätzen und Dialogen und einer atmosphärisch dichten, pointierten Sprache behandelt er souverän - wie bereits in seinen letzten Werken (u. a. "Der Aschenmensch von Buchenwald", "Die Tänzerin und der Krieg") - emotionell und politisch stark belastete Themen ohne vordergründige Rache- oder Abrechnungsgelüste.

Er setzt mit seinem Roman seiner Stadt und ihren "Geistern" - den ehemaligen Bewohnern - ein literarisches Denkmal. Ivanji versetzt sich dafür ans Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts.

"Frieden" hat er sein erstes Kapitel überschrieben. Und wahrlich war man zu dieser Zeit mit sich und aller Welt noch im Reinen. "Dass in Deutschland ein Herr Hitler, der Schäferhunde über alles liebte, angeblich schöne blaue Augen besaß, auf österreichische Weise Damen die Hand küssen konnte und zum Tee Mehlspeisen konsumierte und sich als Antialkoholiker und Vegetarier bezeichnete, an die Macht gekommen war, interessierte in der Stadt am Kanal, der sich stolz Fluss nannte, weder die Hunde noch die Menschen, vorläufig noch nicht einmal die Juden."

Nicht nur die Menschen interessieren den Autor. Jeder Familie stellt er einen oder mehrere treue Gefährten an die Seite: ihre Hunde.
Liebevolle Alltagsgeschichten bestimmen den ersten Teil des Romans. Ivanji betritt Haus um Haus und schaut in die Wohnzimmer seiner Bewohner. Da sind das jüdische Ärzteehepaar und deren zwei Kinder mit ihrem Zwergpudel Zucki, der Herr Apotheker und Dackel Waldi oder aber der Eisenbahner Atschanski, der zusammen mit seinem Foxterrier im Garten des Herrn Doktor wohnt. Ivanji berichtet über den Holzhändler und seine beiden Doggen, den Herrn Rechtsanwalt mit der schönen Stimme und dessen deutscher Frau, den Zigeunerkönig mit seinem Schäferhund, den Kunsttischler und seinen Boxer oder die Modistin mit ihrem kranken Dalmatiner und ihrem Sohn, dem am Ende des Buches noch eine besondere Rolle zukommt.

Eine kunterbunte Melange verschiedenster Nationalitäten lebt hier nebeneinander - oft sogar befreundet. Natürlich kommt es zu allerlei Reibereien - es "menschelt". Die Rasse spielt bei beiden - Hund und Mensch - (noch) eine eher untergeordnete Rolle. Es sind die Klassenunterschiede, die den gemeinsamen Verkehr dirigieren und abgrenzen.

Doch "die menschliche Beziehung ist komplizierter als die Verhältnisse unter den Tieren". Der Krieg erreicht auch diese friedliche Region. Und nichts ist mehr wie es war. "Die ersten Serben werden erschossen, die ersten Juden gehenkt." Was folgt ist schockierend und emotional erschütternd. Nur die wenigsten überleben das Grauen. "Tatsache ist, dass in meiner Heimatstadt eintausendzweihundertachtundsiebzig Juden interniert worden sind und achtunddreißig überlebt haben. Achtunddreißig.", konstatiert der Autor.

"Die Lebenden müssen entscheiden, wie es weitergehen soll. Wie sie leben wollen.", schreibt Ivanji - sichtlich bewegt - in seinem dritten und letzten Kapitel mit dem Titel "Frieden nach dem Krieg". "Die Toten haben darauf keinen Einfluss mehr. Oder doch?"

Fazit:
Liebevoll gezeichnete Menschenbilder und Alltagszenen wechseln mit schockierenden und ergreifenden und harten Szenen in Ivan Ivanjis neuem Roman "Geister aus einer kleinen Stadt" ab.
Eine eindrucksvolle, eine emotional bewegende Spurensuche auf dem Pfad seiner Kindheit.

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