Ivan Ivanji

 3,7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Geister aus einer kleinen Stadt, Hineni und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ivan Ivanji

Ivan Ivanji, 1929 im Banat geboren, war unter anderem Journalist, Diplomat und Dolmetscher Titos. Romane, Essays, Erzäh­lungen und Hörspiele. Er lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien und Belgrad. Im Picus Verlag erschienen zahlreiche Romane, darunter »Bar­ba­rossas Jude«, »Das Kin­der­fräulein«, »Der Aschen­mensch von Buchenwald«, »Die Tänzerin und der Krieg«, »Geister aus einer kleinen Stadt«, »Buchstaben von Feuer«, die Neuauflage seines Erfolgs »Schattenspringen«, »Mein schönes Leben in der Hölle«, seine Familiensaga »Schlussstrich«, »Tod in Monte Carlo« (2019) und »Hineni« (2020). 2021 erschien sein neuer Roman »Corona in Buchenwald«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ivan Ivanji

Cover des Buches Tod in Monte Carlo (ISBN: 9783711720771)

Tod in Monte Carlo

 (3)
Erschienen am 23.01.2019
Cover des Buches Hineni (ISBN: 9783711720931)

Hineni

 (3)
Erschienen am 04.03.2020
Cover des Buches Corona in Buchenwald (ISBN: 9783711721068)

Corona in Buchenwald

 (2)
Erschienen am 24.02.2021
Cover des Buches Enzyklopädie der Toten (ISBN: 9783446142770)

Enzyklopädie der Toten

 (2)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Buchstaben von Feuer (ISBN: 9783854526728)

Buchstaben von Feuer

 (1)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Mein schönes Leben in der Hölle (ISBN: 9783711720085)

Mein schönes Leben in der Hölle

 (1)
Erschienen am 11.02.2014
Cover des Buches Ivan Ivanji: Kaiser Diokletian (ISBN: B003M5MIKA)

Ivan Ivanji: Kaiser Diokletian

 (1)
Erschienen am 01.01.1985
Cover des Buches Die andere Seite der Ewigkeit (ISBN: 9783854522690)

Die andere Seite der Ewigkeit

 (0)
Erschienen am 01.01.1994

Neue Rezensionen zu Ivan Ivanji

Cover des Buches Geister aus einer kleinen Stadt (ISBN: 9783711750761)beccariss avatar

Rezension zu "Geister aus einer kleinen Stadt" von Ivan Ivanji

Menschen und ihre Schicksale
beccarisvor 6 Monaten

Sehr einfühlsam und bescheiden erzählt der Autor seine Erinnerungen. Er verwebt Fiktionales mit Autobiografischem. Die Geschichten haben sich alle in der einen oder anderen Weise so zugetragen, wenn auch mit anderen Personen.


Bei einem Spaziergang durch die alte Heimat erzählt der Autor, was sich vor vielen Jahren in dieser kleinen Stadt abgespielt hat. Dabei pickt er einzelne Familien oder Personen heraus und berichtet über deren Schicksal. Es folgen schwierige Zeiten für diese Menschen, die eigentlich ganz friedlich zusammenlebten, egal welcher Herkunft oder Religion sie angehörten, bevor die deutschen Nationalsozialisten ihre Heimat besetzten und der Alltag sich veränderte.


Wehmütig und melancholisch aber niemals anklagend oder verbittert lässt der Autor die Geister einer kleinen Stadt nochmals aufleben und vermittelt dadurch ein berührendes, historisches Zeitzeugnis, welches sich sehr zu lesen lohnt.


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Cover des Buches Hineni (ISBN: 9783711720931)Sigismunds avatar

Rezension zu "Hineni" von Ivan Ivanji

Eine liebevolle Mahnung zur Verständigung
Sigismundvor 2 Jahren

REZENSION – Es ist kein biblischer Text, und doch ist es eine Geschichte aus der Bibel: „Hineni“, der aktuelle Roman des serbischen Schriftstellers Ivan Ivanji (91), schildert – ohne biblischen Pathos, sondern eher augenzwinkernd geschrieben – die modern erzählte Lebensgeschichte Abrahams, der vor 4 000 Jahren auszog, um als „Vater vieler Völker“ im „gelobten Land“ Kanaan alle dort lebenden Stämme zu vereinen, ein eigenes Volk zu gründen und dem einen allmächtigen Gott zu dienen. „Hineni“ ist ein versöhnlicher Roman, geschrieben von einem Überlebenden der KZs Auschwitz und Buchenwald. Der 1929 in Serbien als „zufälliger Jude“ Geborene versteht sich noch heute, Jahrzehnte nach dem Zerfall Jugoslawiens, als Bürger des einst von General Tito zusammengehaltenen Vielvölkerstaates, dessen Dolmetscher Ivanji war. Dies zu wissen, hilft die Botschaft seines lesenswerten Romans zu verstehen.

Ivanji erzählt die Lebensgeschichte Abrahams als historischen Tatsachenroman, hält sich nach Vergleich von Thora, Koran und Bibel – wichtig deshalb auch sein diesbezügliches Nachwort – an überlieferte Fakten, scheut sich allerdings auch nicht, mit fiktiven Zutaten und eigener Interpretation der drei heiligen Schriften eine spannende Geschichte daraus zu machen. Bei ihm ist Abraham ein einfacher Kaufmann in der Handelsstadt Haran. Erst viele Jahre später zieht er als Vasall des politisch modern denkenden Pharaos Amenemhet I. in sein „gelobtes Land“
Kanaan, um die dort von Ägypten unabhängig lebenden Stämme zu vereinen und mit ihnen und eigenen Nachkommen sein eigenes Volk zu gründen. Dass der große Plan Abrahams schon in der nachfolgenden Generation seiner Söhne Ismael und Jakob misslingt, ist eine andere Geschichte.

So ernst dem Autor der Gedanke der Völkerverständigung und des friedlichen Miteinanders auch ist, schildert der Autor seinen Helden Abraham keineswegs als weise, von Gott geleitete biblische Persönlichkeit. Abraham scheint eher oft hilflos, wenn er grübelnd auf dem Flachdach seines Hauses steht und seinem Gott laut „Hineni – Hier bin ich“ zuruft. Dies klingt durchaus nicht als Ausdruck höchster Dienstbereitschaft und ist nicht der Ausruf eines von Gott Berufenen, sondern gleicht eher dem Ausruf Luthers: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!“ Wie oft zweifelt Abraham an seinem Gott: „Hatte er selbst diesen Gott erfunden, weil er ihn brauchte für die Erfüllung seiner irdischen Vorhaben? …. Mit Sicherheit nicht! Elohim würde es richten. Hoffentlich. Gewiss! Amen!“

In dieser Hilflosigkeit meint Abraham in allen eigenen Gedanken, aber auch in Ratschlägen seiner Vertrauten die Stimme seines Gottes zu hören. Und wenn es ihm nicht gelingt, seinen Willen – also Gottes Willen – bei seinen noch mehrheitlich die heidnischen Gottheiten anbetenden Untertanen durchzusetzen, dann muss eben auch mal ein göttliches Wunder her, bei dem Abraham etwas nachhilft, oder ein paar Geschichten, „die interessanter und daher glaubwürdiger waren als die fade Wirklichkeit“. So fragt ihn Lot nach dem Untergang Sodoms und dem Tod seiner Frau: „Wieso Salzsäule?“ Und Ivanji lässt Abraham antworten: „Was weiß ich. Das klingt doch nach einer guten Geschichte, das werden die Leute sich merken.“

Ivan Ivanjis nachdenklich stimmender Roman „Hineni“ könnte mit seiner Ironie und seinem Witz manchem Bibelgläubigen missfallen. Doch er ist ein ernster Aufruf zur Verständigung zwischen Juden und Arabern als Nachkommen Abrahams, des „Vaters vieler Völker“. Dieser Roman passt als Mahnung ins 75. Jahr der KZ-Befreiung und in die Zeit des Corona-Virus, der doch alle Völker auf Erden gleichermaßen trifft – ohne Ansehen von Rasse und Religion.

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Cover des Buches Hineni (ISBN: 9783711720931)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Hineni" von Ivan Ivanji

Wege in Abrahams Schoß
aus-erlesenvor 2 Jahren

Die Geschichte ist bekannt: Abraham, der damals noch Avram hieß, verließ sein Land, um frei zu sein. Er suchte nach dem einen Gott und der erhörte ihn. Hireni – ich höre Dich! Das, was Ivan Ivanji aus dieser Geschichte macht, wie er sie interpretiert, ist es wert sich noch einmal mit Abrahams Weg – belassen wir es bei diesem Namen, unter dem ist er schließlich bekannt geworden – zu beschäftigen.

Wer bibelfest ist, dem kommen beim Lesen vielleicht einige Zweifel, ob der Autor da nicht was verwechselt hat. Keine Angst, Ivan Ivanji weiß worüber er schreibt. Im letzten Kapitel, das den vielsagenden Titel „Spurensuche“ trägt, erlöst er den Zweifler von seiner Skepsis. Da die Forscher den Fortgang Abrahams nicht exakt bestimmen können, es lediglich Ansätze für seine Existenz und seine Auswandererpläne gibt, hat sich Ivanji selbst als Forscher hervorgetan und ihn in die Amtszeit des Pharaos Amenemhet I. transformiert. Das war ca. 1980 bis 1970 vor unserer Zeitrechnung. Auch hat er ein bisschen die Reihenfolge der alttestamentarischen Überlieferung verändert. „Hireni“ sollte ja auch kein Sachbuch werden, sondern ein Roman. 

Mission erfüllt! Wer sich bisher kaum bis gar nicht mit den Grundlagen der westlichen Zivilisation und ihren christlichen Ursprüngen beschäftigt hat, trifft in diesem Buch auf viele bekannte Namen. Namen, die, wenn man in einer Quizshow auftritt, für Verwirrung sorgen. Wie war das doch gleich? Wer mit wem wann? Ob es wirklich so gewesen ist, diese Frage stellt sich nicht. Aber es könnte so gewesen sein. 

Die einzigartige Leistung Ivanjis besteht darin dem starren Text, der nur allzu viel Spielraum für Interpretationen lässt, ein relativ stabiles Grundgerüst zu geben. Die Sprache ist modern, und lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um wahre Begebenheiten handeln könnte. Mord, Intrigen, aber auch Liebe sind die Zutaten dieser leicht zu lesenden Variante des ältesten Buches der Welt. 


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