Ivan Klima Machtspiele

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  • Rezension zu "Machtspiele" von Ivan Klima

    Machtspiele

    Beagle

    13. March 2010 um 23:35

    Im Mittelpunkt steht Matthias Leopold, ein Prager Journalist. Er erfährt in drei Erlebnissen die Missstände der damaligen Tschechoslowakei. Im ersten sieht er sich gezwungen, als Geschwohrener über einen Mörder zu urteilen, dessen Tat ihm aber nicht einwandfrei nachgewiesen werden kann. Es kommt dazu, dass er die anderen Geschwohrenden dazu bringen kann, dem Gefangenen noch ein paar Fragen stellen zu dürfen, da dieser am letzten Verhandlungstag nicht zugegen war. Als sie im Gefängnis eintreffen, heißt es, er sei bei einem Fluchtversuch erschossen worden, doch man kann an seiner Leiche klar die Spuren einer Enthauptung erkennen. Doch im weiteren Gespräch lassen sich die andren Geschwohrenen nicht mehr weiter mit der Wahrheit aus, sie diskutieren über Belanglosigkeiten und erklären den schon vorher zum Tode verurteilten für schuldig, einzig Matthias plädiert auch nicht schuldig. In der zweiten Geschichte hat Matthias seinen Zug nach Prag verpasst und wartet auf dem kleinen Bahnhof auf den nächsten. Doch dann kommt ein vollkommen veralteter Zug angefahren mit lauter Leuten in den Waggons. Matthias beschließt kurzerhand aufzuspringen, da er ja Richtung Prag fährt. Aber niemand macht ihm auf, im Gegenteil, einer der Insaßen erklärt, sie seien Aussätzige und würde Deportiert. Nun sieht sich der Journalist mit der Frage konfrontiert, ob es inmitten von Europa, zu dieser Zeit noch Lepra gibt, sogar in der Menge, dass sie wieder als Epedemie gesehen werden kann. Er st´ößt bei seinen Recherchen auf interessante Details. In der letzten Begebenheit wird er auf offener Straße beschossen. Matthias kann sich gerade noch hinter Mülltonnen verschanzen. Während alle anderen Passanten fliehen dürfen, wird um ihn ein Schutzwall errichtet "Gefahrenzone - Betreten verboten!" Niemand interessiert sich mehr für ihn, auch die Polizei erscheint nicht. So wird es schließlich Nacht. Der Roman darf sicherlich nicht ernst genommen werden, doch die Probleme, auf die Klima darin anspielt, waren zur damaligen Zeit sehr aktuell: Die Macht des Staates jemanden zu exekutieren oder zu leiten und etwas zu vertuschen, beziehungsweise, die Bürger, die sich nicht um andere kümmern. Leider verspürte ich beim Lesen keine sonderliche Spannung, Klima kann bessere Liebesgeschichten als politische Texte verfassen. Wohl auch ein Grund, warum das Buch heute nicht mehr verlegt wird.

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