Ivan Vladislavic

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen

Alle Bücher von Ivan Vladislavic

Ivan VladislavicJohannesburg. Insel aus Zufall
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Johannesburg. Insel aus Zufall
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 (4)
Erschienen am 14.08.2010
Ivan VladislavicExploded View. Johannesburg
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Exploded View. Johannesburg
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 (1)
Erschienen am 01.08.2016
Ivan VladislavicDer Plan des Baumeisters
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Der Plan des Baumeisters
Ivan VladislavicDouble Negative
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Double Negative
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Erschienen am 07.11.2013
Ivan VladislavicPortrait With Keys
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Portrait With Keys
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Erschienen am 01.06.2009
Ivan Vladislavic101 Detectives
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101 Detectives
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Erschienen am 11.06.2015
Ivan VladislavicHome Lands - Land Marks
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Home Lands - Land Marks
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Erschienen am 30.09.2009
Ivan VladislavicDie Terminal Bar und andere endgültige Geschichten
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Die Terminal Bar und andere endgültige Geschichten

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Rezension zu "Exploded View. Johannesburg" von Ivan Vladislavic

4 Geschichten aus Südafrika
storiesonpapervor 2 Jahren

In „Exploded View Johannesburg“ (Osburg Verlag) erzählt der Autor Ivan Vladislavic in 4 Kurzgeschichten von dem Alltag in Johannesburg, Südafrika. Er schreibt über einen Mann, der die Volkszählung durchführt und dabei nicht vorankommt, illegalen Siedlern und Südafrikanern, die noch vor Fertiggestellung der Häuser diese besetzen und einem Künstler – sie alle prägen Johannesburg und Johannesburg prägt sie.

Südafrika ist für viele trotz der Geschichte des Landes und der immer wiederkehrenden politischen Konflikte ein Land der Träume. Sonne, Strand und Natur sind die Attribute, die Urlauber ihm zuweisen. In seinem Buch berichtet Vladislavic nicht von diesen Glanzseiten, sondern von den Hintergründen und von Menschen, die dieses Paradies am Laufen halten. Trotz Beendigung der Apartheid spürt man in den vier Geschichten deutlich eine Grenze, die sich nicht nur durch schwarz und weiß schiebt. Der Autor erlaubt kurze Einblicke in den Alltag verschiedener Südafrikaner, die mit dem Umbruch und dem Aufbruch kämpfen. Interessanterweise habe ich hierbei nach der Lektüre nicht unbedingt die einzelnen geschilderten Schicksale im Kopf, sondern eher eine große Mischung der Geschichten, die alle von einer gewissen Trostlosigkeit und Nüchternheit geprägt sind. Vladislavic will nicht, dass der Leser sich in den Figuren wiederfindet, sondern ihnen lediglich als stiller Beobachter – ähnlich wie in einer unkommentierten Reportage – folgt und dann ohne Probleme wieder verlässt. Besonders spannend war für mich die Handlung um den massiven Siedlungsbau rund um und in Johannesburg, in denen die Menschen neben den illegalen Siedlungen, die parallel entstehen, in halbfertigen Häusern wohnen, um die Nachbarn davon abzuhalten, auch die neuen Häuser zu besetzen. Oder die Erzählung von Simeon, der mit seinen Genocide-Projekten Krieg zu Kunst macht und diesen dafür sogar an sich selbst inszeniert…

„Exploded View Johannesburg“ ist nicht unbedingt ein Buch, das Spaß macht. Teilweise erscheint es wie eine Feldstudie und beinhaltet auch immer eine Ohnmacht, die in den Geschichten mitschwingt. Vladislavic schafft es in 4 kurzen Erzählungen, eine „Bestandsaufnahme“ Südafrikas wiederzugeben, die immer ein wenig zwischen Frieden und Gefahr schwankt und mich als Leserin mit vielen Fragen zurücklässt. Wo sind die Lösungen und gibt es diese überhaupt? Wo die glückliche Zukunft? Und vor allen Dingen: Wie kann ich dieses Buch in einer Rezension zusammenfassen, ohne das es zu oberflächlich und/oder verwirrend wirkt? Wie kann ich diese ganz bestimmte Stimmung in „Exploded View Johannesburg“ wiedergeben, wenn ich sie mir selber nicht richtig klar machen kann? So richtig mag es mir nicht gelingen, daher der Appell: Lest die Geschichten und werdet selber für kurze Zeit zum Einwohner Johannesburgs.
4 von 5 Sternen möchte ich vergeben – für Kurzgeschichten, die mich nicht unbedingt berührt, aber ein Blick in vier Leben gegeben haben, die mich interessiert haben und nach wie vor interessieren.

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