Ivana Jeissing

 3.6 Sterne bei 48 Bewertungen
Autorin von Unsichtbar, Wintersonnen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ivana Jeissing

Die österreichische Autorin Ivana Jeissing wurde 1958 in Salzburg geboren. Als Kind lebte sie auch in Turin. Bevor sie das Schreiben für sich entdeckte arbeitete sie als Creative Director in der Werbebranche und als Regisseurin. Ihr aktueller Roman "Wintersonnen" erschien im Sommer 2015 bei Metrolit. Heute lebt Jeissing in Berlin.

Alle Bücher von Ivana Jeissing

Unsichtbar

Unsichtbar

 (28)
Erschienen am 24.06.2008
Wintersonnen

Wintersonnen

 (16)
Erschienen am 21.08.2015
Felsenbrüter

Felsenbrüter

 (4)
Erschienen am 21.07.2009

Neue Rezensionen zu Ivana Jeissing

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Bris avatar

Rezension zu "Wintersonnen" von Ivana Jeissing

Von Labyrinthen, Irrgängen und Brettern, die die Welt bedeuten
Brivor 3 Jahren

Gustava steht als Jungfrau von Orléans auf der Bühne des Wiener Burgtheaters, als ihre Mutter im Wahnsinn versinkt. Was gibt es da anderes, als schnell in der Pause heimzuflitzen und zu organisieren, dass die Nachbarin versucht, Mimi zu beruhigen und bei ihr zu bleiben. Obwohl die Nacht turbulent wird und Mimi immer wieder von den Königen unter ihrem Bett spricht, ist am nächsten Tag bei ihr nichts mehr von der Aufregung zu verspüren.

Die Schübe, die Gustavas Mutter nun in regelmäßigen und immer kürzer werdenden Abständen in eine andere Welt schicken, in der niemand außer ihr selbst Zutritt erhält, sind massiv und zwingen Gustava letztendlich dazu, ihre gerade so fulminant angelaufene Karriere als Schauspielerin zunächst auf Eis zu legen. Gleichzeitig sieht sie die Möglichkeiten, zu erfahren wer ihr Vater ist, schwinden.

Was auf den ersten Blick eher deprimierend klingt, hat Ivana Jeissing frisch, heiter und atmosphärisch luftig in einen charmanten Roman gepackt. Und das ist eine Kunst, die sie offensichtlich perfekt beherrscht.

Erschienen ist das Buch in einem Verlag, den ich sehr schätzte, weil er keine ausgetretenen Pfade betrat, sondern mich immer wieder mit wunderbar andersartigen Büchern, die noch dazu sehr schön gestaltet waren, überrascht hat. Leider muss ich tatsächlich in der Vergangenheitsform schreiben, denn der METROLIT Verlag wurde - zumindest für das Frühjahrsprogramm 2016 - auf Eis gelegt. Die bisher erschienen Bücher sind noch lieferbar, was ein großes Glück ist. Ich hoffe sehr darauf, dass es im Herbst wieder weitergehen kann oder sich der findige frühere Verlagsleiter Peter Graf mit seinen zurückerworbenen Markenrechten des Walde+Graf Verlags wieder an etwas Eigenes wagt. Denn es gibt meiner Meinung nach zu wenige Verlage, die sich so wie früher Walde+Graf der Literatur annehmen, die zwar vielleicht nicht durch hohe Verkaufszahlen, aber durch Qualität bestechen.

Ivana Jeissing jedenfalls hätte es mit ihren Wintersonnen mehr als verdient, bekannter zu werden, als es für mich derzeit den Anschein hat. Sie besitzt die Gabe, verschiedene Themenkomplexe zu einem stimmigen Bild zu komponieren. Sei es nun die Kunst der Gartengestaltung über die Zeiten hinweg oder die Liebe zum Theater. Beides verflicht sie mit bewundernswerter Leichtigkeit und bildet damit einen ungewöhnlichen Rahmen für Gustavas Suche nach ihrem Vater und sich selbst. Jeissings Sprache mag für manchen Leser etwas ungewohnt oder altmodisch klingen, ich fand sie bezaubernd. Ebenso wie ihre Figuren, die diese Sprache sprechen. Sie scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen. Aus einer Zeit, in der man sich noch um die wichtigen Dinge des Lebens gekümmert hat, um die Menschen, die einem nahestehen und zwar nicht nebenbei und zwischen zwei WhatsApp Nachrichten.

Direkt ist Jeissings Geschichte, sie zeigt eine junge Frau, die von Wien nach Berlin zieht, sich dort etwas aufbaut, Menschen trifft, die ihr fast so etwas wie eine Familie sein können. Eine sympathische junge Frau auf der Suche nach sich selbst, die sich nicht aufgibt und vor allem ihren Traum nicht aufgibt: einmal wieder eine richtige Hauptrolle zu spielen - auf den Brettern, die ihr die Welt bedeuten.

Nur eine Sache habe ich tatsächlich bedauert: das Buch nicht schon früher in die Hand genommen zu haben. Ivana Jeissing jedenfalls werde ich im Auge behalten und hoffe, sie findet noch viele Geschichten, die sie uns in ihrer charmanten Art erzählen will.





Kommentare: 1
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S

Rezension zu "Wintersonnen" von Ivana Jeissing

Wintersonnen
Steph86vor 3 Jahren

Buchinhalt

Ivana Jeissing versteht es in ihren Romanen meisterlich, elementare Fragen zu verhandeln, ohne die komischen Momente des Lebens dabei außer Acht zu lassen. Das Finden der eigenen Identität und die damit einhergehende Vorstellung vom Glück, die Illusion der perfekten Familie: Auch in Wintersonnen geht es für Gustava schlicht um alles, doch Jeissing erzählt davon mit hintergründiger Heiterkeit und Leichtigkeit. Als ihre Mutter stirbt, zieht Gustava von Wien nach Berlin, um sich den Gespenstern ihrer Kindheit zu stellen. Da ist die Sehnsucht nach dem Vater, den sie nie kennenlernen durfte und dessen Namen sie nicht kennt. Da ist das Andenken an ihre Mutter, von der sie sich nie angenommen fühlte, und nicht zuletzt quält sie die Frage nach der eigenen Zukunft. Gustava wagt einen Neubeginn und zum Glück steht ihr Donald Gliese zur Seite, ein Mann mit der Statur und dem Gemüt des jungen Peter Ustinov, sowie der sanftmütige Nello, ein älterer und ein wenig aus der Zeit gefallener Herr, der ihr – mehr Blumenfreund als Philanthrop – hilfreich die Hand reicht.

Leseeindruck

Leider habe ich nie wirklich Zugang zu diesem Buch bekommen und musste mich am Ende schon fast durch die Seiten kämpfen. Weil es mir jedoch echt leid getan hat und es vielen anderen Leserinnen der Leserunde so gut gefallen hat, habe ich es bis zur letzten Seite gelesen.

Es ist auf jeden Fall kein Jedermannsbuch, was wohl auch an der anspruchsvollen Sprache liegt. Leider besitzt das Buch jedoch eine Grundstimmung die echt Pessimismus pur verkörpert. Es wurde ein wenig mit der Melancholie übertrieben. Außerdem ist es im mittleren Teil sehr langatmig, aber am Ende zu hektisch. Alles passiert im kurzen Abstand und zuviele Fragen bleiben offen.

Von mir kann es leider nur 2 Sterne geben.

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irismarias avatar

Rezension zu "Wintersonnen" von Ivana Jeissing

schöne Sprache, aber deprimierend
irismariavor 3 Jahren

"Wintersonnen" von Ivana Jeissing ist die Geschichte einer Selbstfindung. Im Mittelpunkt steht die Wienerin Gustava. Sie ist Schauspielerin, hat aber ihre Karriere ruhen lassen, weil sie ihre kranke Mutter gepflegt hat. Nach deren Tod zieht sie von Wien nach Berlin, um ihr Leben neu zu ordnen und macht sich auf die Suche nach dem Vater, den sie nie kennenlernen durfte.

Poetisch erzählt ist "Wintersonnen" eine Geschichte voller ungewöhnlicher Charaktere, deren Handeln ich oft nicht nachvollziehen konnte. Die Stimmung ist vor allem am Anfang sehr düster und das Buch zieht einen runter. Leider hat mich das Buch trotz der schönen Sprache nicht so ganz packen können.

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Gespräche aus der Community

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M

Wir möchten euch herzlich zur Leserunde zu "Wintersonnen" einladen, einem Roman von Ivana Jeissing, der mit hintergründiger Heiterkeit und Leichtigkeit vom Finden der eigenen Identität, der damit einhergehenden Vorstellung vom Glück und der Illusion der perfekten Familie erzählt.

Ivana Jeissing - Wintersonnen

Als ihre Mutter stirbt, zieht Gustava von Wien nach Berlin, um sich den Gespenstern ihrer Kindheit zu stellen. Da ist die Sehnsucht nach dem Vater, den sie nie kennenlernen durfte und dessen Namen sie nicht kennt. Da ist das Andenken an ihre Mutter, von der sie sich nie angenommen fühlte, und nicht zuletzt quält sie die Frage nach der eigenen Zukunft.
Gustava wagt einen Neubeginn und zum Glück steht ihr Donald Gliese zur Seite, ein Mann mit der Statur und dem Gemüt eines jungen Peter Ustinov, sowie der sanftmütige Nello, ein älterer und ein wenig aus der Zeit gefallener Herr, der ihr – mehr Blumenfreund als Philanthrop – hilfreich die Hand reicht.

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Mehr Informationen unter http://www.metrolit.de/programm/belletristik/wintersonnen

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S
Letzter Beitrag von  Steph86vor 3 Jahren
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