Ivo Andric Die Brücke über die Drina

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Inhaltsangabe zu „Die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric

Dieser monumentale historische Roman erschien 1945 und hat den Weltruhm von Ivo Andric begründet, der 1961 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Erzählt wird von einer Brücke, die bei Wischegrad, einer Stadt in Bosnien nahe der Grenze zu Serbien, über die Drina führt. Dort, im Herzen Bosniens, treffen sich seit Jahrhunderten die Menschen. Die Brücke verbindet und trennt Orient und Okzident. Der große Epiker Andric entfaltet die Geschichte vom 17. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg, und er zeigt uns unzählige Figuren - politische Märtyrer und religiöse Eiferer, jüdische Handwerker und islamische Händler, serbische Bauern und österreichische Beamte.

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  • Die Brücke über die Drina

    Die Brücke über die Drina
    Samtpfote

    Samtpfote

    18. April 2013 um 11:04

    Beschreibung: Dieser monumentale historische Roman erschien 1945 und hat den Weltruhm von Ivo Andrić begründet, der 1961 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Erzählt wird von einer Brücke, die bei Višegrad, einer Stadt in Bosnien nahe der Grenze zu Serbien, über die Drina führt. Dort, im Herzen Bosniens, treffen sich seit Jahrhunderten die Menschen. Die Brücke verbindet und trennt Orient und Okzident. Der große Epiker Andrić entfaltet die Geschichte vom 17. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg, und er zeigt uns unzählige Figuren - politische Märtyrer und religiöse Eiferer, jüdische Handwerker und islamische Händler, serbische Bauern und österreichische Beamte. Inhalt: In der bosnischen Stadt Višegrad trennt die Drina, ein grosser und bedeutender Fluss, das, was man heute Orient und Okzident nennt. Geografisch gesehen Stadt und Vorstadt, aber in erster Linie Menschen und Menschen. Nur ein alter und launischer Fährmann befördert Touristen und Staatsmänner gleichermassen zuverlässig aber nach seinem eigenen Zeitplan vom einen Ufer zum anderen. Die Situation wird zunehmend unhaltbarer, die Fähre immer unregelmässiger und die Menschen immer mehr von einander getrennt. Doch im Herzen des Grosswesirs Mehmedpaša, einem ursprünglich aus bosnien stammenden Jungen, der bei der Knabenlese der Türken ausgewählt wurde und ab dann als Türke lebte, reift aus ihm unerklärlichen Gründen das Bild einer Brücke über die Drina heran. Eine Brücke, welche das Reisen erleichtern, Kulturen verbinden und nicht zuletzt Arbeitsplätze schaffen sollte. Und nach Jahren der Planung geschieht es genau so, wie es sich Mehmedpaša vorgestellt hat; man beginnt, eine Brücke zu bauen. Lange und arbeitsreiche Jahre, in denen viel Blut und Schweiss fliesst, Köpfe rollen und manches böse Wort fällt, vergehen, bis die Brücke endlich steht. Mit der Brücke kommt ein neues Zeitalter über Višegrad, das Leben der Menschen spielt sich zunehmend auf und um die Brücke herum ab und die Geschichten einzelner Erbauer, Bewohner und einige Legenden rund um die Drinabrücke werden in diese Chronik eingebettet, weil die Brücke sie direkt und indirekt geprägt und mitbestimmt hat. Protagonistin ist und bleibt aber immer die Brücke selber, welche mit fast stoischer Ruhe den Lauf der Zeiten, Generationen von Menschen, und Glück und Unglück um sich herum erträgt und unsicheren Verhältnissen, Unterdrückung, Kriegen, Aufständen und Schicksalen zum Trotz den Menschen Halt, Sicherheit und Beständigkeit vermittelt. Meine Meinung: Es erstaunt nicht, dass Ivo Andrić mit dieser Chronik (welche er absichtlich nicht Roman nennt) seinen Weltruhm begründete. Selten habe ich ein so vielschichtiges, komplexes, genau recherchiertes und trotzdem unterhaltsames Buch gelesen. Die ganze Liebe zu seiner Heimat aber auch den Anspruch an genaue und nicht wertende Wiedergabe der Ereignisse rund um die Erbauung und das ganze Bestehen der Brücke zeichnen den Autor aus und verleihen seinem Werk eine grossartige Authentizität. Es lohnt sich, viel Zeit in zusätzliche Recherchen zum Buch und der Geschichte der Stadt Višegrad und der Drinabrücke aufzuwenden um die gesamte Chronik und deren Bedeutung für die Geschichte und Kultur von Višegrad sowie die darin aufgezeigten Missstände aber auch den Ideenreichtum und die beschriebenen Traditionen zu erfassen. Wem dies alles zu kompliziert ist, kann dieses Buch aber auch "nur" ganz oberflächlich als unterhaltsame Chronik lesen, was ich persönlich schade und zu einfach finde. Zusätzliche Infos: Autor: Ivo Andrić Fester Einband: 493 Seiten Verlag: Zsolnay Sprache: Deutsch Originalsprache: Serbisch Übersetzt von: Ernst E. Jonas Überarbeitet von: Katharina Wolf-Grießhaber ISBN  978-3-552-05523-0

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  • Rezension zu "Die Brücke über die Drina" von Ernst E. Jonas

    Die Brücke über die Drina
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 12:03

    Sprachlich verfeinerte Übersetzung eines zeitlosen Meisterwerkes "Die Brücke über die Drina" ist ein Buch, das sich, obwohl ein großangelegtes, episches Werk der Fiktion, der Kategorie des Romans im Prinzip weitgehend entzieht. Mit diesem Werk hat Ivo Andrić ein äußerst originelles, vielschichtiges und großartiges geschaffen. Die narrative Struktur dieses Romans wird nur durch die Brücke selbst zusammengehalten, da die Protagonisten und Protagonistinnen dieses Romans über vierhundert Jahre verteilt auftreten, verschwinden und vergänglich sind, wie die Zeit. Einzig die Brücke bleibt als unbeirrbare Konstante bestehen. Die Brücke, die ursprünglich das Eindringen des Osmanischen Reichs in Europa ermöglichen hätte sollen, wurde knapp vierhundert Jahre nach ihrer Entstehung 1914 teilweise zerstört, im Versuch, die bestehende politische Struktur in Mitteleuropa zu retten. "Am Anfang hat Gott die ganze Erde topfeben geschaffen, damit sich die Menschen ohne große Schwierigkeiten von einem Ort zum nächsten bewegen können. Dann aber zerkratzte der Satan in seiner Missgunst die ganze Erdoberfläche, so dass Berge, Schluchten und Täler entstanden. Damit die Menschen sich auch weiterhin auf der Erde fortbewegen können, schenkte ihnen der Herr in seiner Gnade die Brücke, die neben dem Brunnen größte Gabe der Schöpfung an das Menschengeschlecht." Unbeirrbar, wie ein sich den Weg selbst bahnender Fluss, fließt die Erzählung von Ivo Andrić dahin. Andrić interessieren die Menschen, deren Leben sich rund um so eine Brücke abspielt, deren Leben durch diese besondere Brücke geformt, beeinflusst und geleitet wird. Symbolisch am Mittelpunkt der Brücke angelegt, ist die terrassenförmige Kapija, die zu Beginn von der jüdischen, moslemischen und christlichen Bevölkerung rund um die Drina als friedlicher Treffpunkt zum Kaffeetrinken genutzt wird. Oder auch als Ort zum Austauschen von Neuigkeiten. Der fast märchenhafte Tonfall, der sich in den Dienst der Sagen und Mythen der Menschen der Drina stellt, ist, wie auch der sich nie auf eine bestimmte Seite schlagende Erzählduktus, die große Errungenschaft und Kunst Ivo Andrićs. Man folgt dem allwissenden Erzähler gebannt bei seinen Geschichten von unglücklichen Liebespaaren, Geistlichen, Taugenichtsen, eingemauerten Kindern, Helden und Schurken. Doch die friedliche Geschichte der Brücke wird dem Strom der Geschichte ausgesetzt. Durch den Rückzug der Türken aus Ungarn verliert man gute Einkünfte, was sich auf das Leben rund um die Drina auswirkt, die serbischen Aufstände gegen die Türken haben zur Folge, dass bald Köpfe der ermordeten Christen die Brücke zieren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kommen die Mitteleuropäer und bringen die Straßenbeleuchtung, Hotels, die Eisenbahn, Freudenhäuser, Spielkasinos und ihren Geschäftssinn mit. Das Leben verändert sich schnell, Geld wird nun rasant verdient, aber auch rasch verloren. Die Jugend beginnt, die Gegend zu verlassen, um zu studieren. Mit dieser Entwicklung hält auch ein unausgereifter nationalistischer Gedanke Einzug, der sich mit der serbischen Freiheit auseinandersetzt. Dieser führt letzthin zur Ermordung Franz Ferdinands in Sarajewo und zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Ivo Andrić beschreibt über seine Geschichten rund um die Brücke über die Drina urteilsfrei die Entwicklung der Region. Er zeigt, wie eine friedlich miteinander auskommende multiethnische, multireligiöse Bevölkerung durch die Politik geleitet in verfeindete Gruppen auseinanderbrechen kann. Die einzige Wertung erfolgt gegen Ende des Romans. Es ist eine klare Verurteilung aller Tendenzen des Nationalismus. So ist "Die Brücke über die Drina" ein wunderbarer, tiefgehender und zeitloser Roman. Katharina Wolf-Grießhaber hat die alte Übersetzung von Ernst E. Jonas behutsam und fein überarbeitet und an die deutsche Sprache unserer Zeit angepasst. Dadurch liest sich dieses großartige Buch noch flüssiger und poetischer als bisher. Ein großer Roman eines wunderbaren und leider viel zu wenig beachteten Schriftstellers, der seinerzeit mehr als verdient den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Sicherlich war dieses Buch auch ausschlaggebend für die Entscheidung der damaligen Jury. Der Rezensent würde sich ähnlich feine, sprachlich überarbeitete Neuausgaben der anderen Werke Ivo Andrićs wünschen ... (Roland Freisitzer; 07/2011)

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  • Rezension zu "Die Brücke über die Drina" von Ivo Andric

    Die Brücke über die Drina
    doktormabuse

    doktormabuse

    09. May 2012 um 14:52

    "Denn im Türkischen Reich war es nicht gestattet, schlechte Nachrichten und Unglücksfälle zu verbreiten, auch dann nicht, wenn sie im Nachbarlande geschehen waren ..."
    Allein für diesen Satz lohnt sich das Buch bisher!
    Traurig, wie heute mit schlechten Nachrichten Profite gemacht werden...

  • Rezension zu "Die Brücke über die Drina" von Ernst E. Jonas

    Die Brücke über die Drina
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. February 2011 um 16:35

    Diesen Klassiker wollte ich eigentlich schon seit drei Jahren lesen, denn damals war ich das erste Mal in Kroatien im Urlaub und meine Schwester, die mit mir unterwegs war, las dieses Buch über die Region mit sehr bewegter Geschichte und empfahl mir den Roman. Über bookcrossing bin ich jetzt dazu gekommen. Allerdings fiel mir die Lektüre nicht leicht, denn der Roman ist kein Roman im klassischen Sinne. Der Leser folgt nicht mehreren Figuren in einer fortwährenden Geschichte, sondern vielmehr wird anhand von Einzelschicksalen die Geschichte der Brücke über die Drina erzählt. Beginnend vor Baubeginn um 1571 begleiten wir die Stadt Wischegrad, in der sich die Brücke befindet, durch die Jahre bis 1914, in der die Brücke durch die österreichisch-ungarische Besatzung zerstört wurde. Der Fluss Drina stellt die Trennung zwischen der Westlichen Welt und dem Orient dar. Deshalb hat die Brücke eine große Bedeutung als Verbindung zwischen den beiden Welten. Ihr Bau wird in jahrelanger Schwerstarbeit durch Fronarbeit gebaut und bringt damit Unglück über viele Menschen. Auf der anderen Seite ist sie Symbol der Völkerverständigung, die durch die Serbenverfolgung nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger durch einen Serben, ein jähes Ende fand. Somit ist auch die Sprengung der Brücke ein symbolischer Akt. Ivo Andric erhielt 1961 den Nobelpreis für Literatur. Das Buch erschien erstmalig 1945 unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges und gehört heute zu Harenbergs 1000 Büchern.

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