Ivo Andric Die verschlossene Tür

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die verschlossene Tür“ von Ivo Andric

Der weltweite Ruhm des Nobelpreisträgers Ivo Andric geht zurück auf die beiden großen Chroniken, die er während des Zweiten Weltkriegs schrieb: "Brücke über die Drina" und "Wesire und Konsuln". Weniger bekannt ist, dass Andric auch kürzere Prosatexte geschrieben hat, die in seiner Gegenwart, in der Ära der beiden Jugoslawien nach 1918 und nach 1945 spielen. Diese nuancierten, abgründigen und unerbittlichen Erzählungen gehören zum Besten, was Andric geschrieben und was die Prosa des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Die von Karl-Markus Gauß besorgte Auswahl zeigt Andric als meisterhaften Diagnostiker des modernen Lebens.

Stöbern in Romane

Durch alle Zeiten

Lebensbeschreibung einer Frau, die trotz vieler Widerstände ihren Weg geht. Konnte mich nicht restlos überzeugen.

Bibliomarie

Der Sandmaler

Leider viel weniger, als erhofft.

moni-K

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Eine Reise bei der Michele sein eigenes "Ich" wiederfindet. Ein sehr schönes Hörbuch

Kuhni77

Dann schlaf auch du

Spannend, schockierend und furchtbar traurig. Ein sprachgewaltiges Buch, dass sich so richtig keinem Genre zuordnen lässt. Lesenswert!

Seehase1977

Drei Tage und ein Leben

Ein beinahe poetisch anmutendes Psychodrama

Bellis-Perennis

Und es schmilzt

Selten so ein langweiliges Buch gelesen. 22 Euro hätten besser angelegt werden können. Leider.

Das_Blumen_Kind

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die verschlossene Tür

    Die verschlossene Tür
    Samtpfote

    Samtpfote

    18. October 2013 um 10:32

    Beschreibung: Der weltweite Ruhm des Nobelpreisträgers Ivo Andrić geht zurück auf die beiden großen Chroniken, die er während des Zweiten Weltkriegs schrieb: "Brücke über die Drina" und "Wesire und Konsuln". Weniger bekannt ist, dass Andrić auch kürzere Prosatexte geschrieben hat, die in seiner Gegenwart, in der Ära der beiden Jugoslawien nach 1918 und nach 1945 spielen. Diese nuancierten, abgründigen und unerbittlichen Erzählungen gehören zum Besten, was Andrić geschrieben und was die Prosa des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Die von Karl-Markus Gauß besorgte Auswahl zeigt Andrić als meisterhaften Diagnostiker des modernen Lebens. Inhalt: Eine Sammlung von verschiedensten Kurzgeschichten des berühmten Schriftstellers Ivo Andrić finden in diesem wunderschönen Band zusammen und werden so zu einem eindrücklichen Ganzen. Von Liebe, Verrat, Betrug und natürlich auch von der Kultur und Geschichte aus seiner Heimat berichtet uns Andrić und lässt uns so an Gebräuchen und Traditionen teilhaben. Seine Erzählungen sind so vielseitig, wie der Autor selber. Berichte, Betrachtungen, Legenden und sogar ein Märchen bereichern diese Sammlung. Ein enttäuschter und aussichtsloser Autor sucht sehr bestimmt und aufdrunglich Rat bei einem Meister seines Faches, ein Gefangener verdurstet langsam im Keller eines Kommandanten, ein Lamm will gegen den Willen seiner Mutter Ballettstunden nehmen, ein Lehrer verliebt sich hoffnungslos in eine Primadonna, ein Paar fährt nichtsahnend in die Ferien und erfährt dort, wie zerbrechlich das Glück sein kann und ein legendärer und folgenschwerer Brief findet seinen enttäuschten Empfänger. Kritisch und sehr genau aber nicht wertend schreibt und beschreibt Andrić was er hört, sieht und erzählt bekommt. In seinen Berichten geht es also auch in sehr provokativer Manier um den viel diskutierten Hass in Bosnien, um die Rolle der Frau in der Gesellschaft und um die verschiedenen Religionen, welche auf engstem Raum zusammen leben und die Konflikte, welche zwangsläufig dabei entstehen. Dabei schreibt er häufig aus der Ich-Perspektive und "versteckt" sich so hinter einem fiktiven Erzähler, welcher diese Geschichten alle erlebt oder erzählt bekommen haben will. Dies führt dazu, dass sich der Leser dem Erzähler direkt gegenüber wähnt und dabei sehr tief in die Geschichte eintauchen kann. Meine Meinung: Wie der Herausgeber des Buches, Karl-Markus Gauss im Nachwort des Buches erwähnt, soll man, um den Balkan zu verstehen, mit Andrić beginnen und immer wieder zu Andrić zurück kehren. Dies scheint mir ein sehr guter Rat zu sein, verurteilt oder wertet der Autor doch nie direkt. Vielmehr schildert er Ereignisse, wie sie so oder ähnlich hätten stattgefunden haben können und zeigt nur ganz unterschwellig oder in Form einer Provokation den Ansatz einer Meinung zum Thema. Eine tiefe Liebe zu seiner Heimat lässt er aber durchschimmern, was den Erzählungen eine wunderbar persönliche Note verleiht und sie so fassbarer macht. Eine bedrückte Stimmung ist fast allen Geschichten eigen, was darauf hinweist, dass wohl einige der trotzdem fröhlich anmutenden Erzählungen tiefgründiger und düsterer sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Leider wurde seine Literatur von oberflächlich denkenden und vorschnell urteilenden Menschen dazu missbraucht, den Jugoslawienkrieg und die teilweise blutige Geschichte des Balkans zu erklären und sogar zu rechtfertigen, dies wäre aber sicher nie im Interesse des Autors gestanden. Ganz im Gegenteil: plädierte er doch Zeit seines Lebens sehr offen und deutlich für den Dialog zwischen den Kulturen und fürgegenseitigen Respekt, und er bezeichnete sich selber auch immer als stolzer Jogoslawe, als Bürger von ganz Jugoslawien. Ich kann auch dieses Buch des Autors nur wärmstens empfehlen und auch hier lohnt es sich, ein wenig zu recherchieren und sich in weiterführende Literatur hinein zu lesen. Fazit: Eine in sich stimmige Auswahl verschiedenster Erzählungen verschmelzen in diesem Buch zu einer Sammlung von hohem literarischen Wert. Für alle Denker und für historisch interessierte Menschen, für Liebhaber von Geschichten und für Freunde von düsteren Stimmungen.

    Mehr