Ivonne Hübner

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Interview mit Ivonne Hübner

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich glaube, ich habe mit neun Jahren mein erstes 'Buch' geschrieben. Das war eine Geschichte in einem Schreibheft über ein Mädchen, das auszieht, den Mond zu erforschen. (Damals glaubte ich noch, naturwissenschaftlich begabt zu sein, ein Irrtum, wie sich später herausstellte.) Dann, so mit 13, 14 hatte ich eine sehr schöpferische Phase, da schrieb ich mit einer Schulfreundin Kurzkrimis, täglich einen, die tauschten wir aus und lasen sie dann im Mathe- und Physikunterricht (so viel zur naturwissenschaftlichen Ader). Damals glaubte ich noch, kriminalistisch begabt zu sein (ein weiterer Irrtum, wie sich später herausstellte). Und dann sind Mädchen ja sehr exzentrisch pubertär, so schrieb ich dann weiter, sehr herzschmerzend, wie sich das gehört. Erst nach meinem beruflichen Aufenthalt in Japan kam ich dann zum ersten Romanmanuskript - eben über die Schwierigkeiten dort, aber das wurde nie veröffentlicht. Dann, so 2006, kam es zu den ersten Veröffentlichungen von Kurzgeschichten bei Lerato und dem Großstadtpoeten, das hat mir Mut gemacht, weil 'Teufelsfarbe' schon fertig war und kein Verlag was davon wissen wollte. Tja und dann kam ich auf Sandra Thoms und sie hat dann meine schriftstellerisches Leben gerettet.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ganz sehr Victor Hugo, Georg Hermann, auch Fontane, aber das gibt man nicht so gern zu. Und auch die neuen, wie Yadé Kara, obwohl sie von der Generation her eher eine Leidensgefährtin ist, was das Probieren mit Wörtern angeht.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Meistens vom Lesen. Früher hab ich auf diese Frage gern geantwortet 'aus Träumen', was auch stimmt, aber jetzt im Nachhinein fällt mir auf, dass die Träume immer Schritt Nr. 2 waren. Zuerst kommt das Lesen. Ich liebe es, Fachliteratur zu lesen. Wie andere Romane fressen, verputze ich Fachbücher zu Literatur-, Kultur- und Kunstgeschichte. Und da stoße ich dann auf Details aus unserer kulturellen Vergangenheit, die mich nicht mehr loslassen und die ich belletristisch verarbeiten will, muss - ich muss dann einfach. Recherchefahrten und Wanderungen durch halb Deutschland tun ihr Übriges, dann sprudeln nur so die Ideen für Szenen und Kapitel.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Über Lesungen, über E-mail, Rundmails sind eine so praktische Erfindung! Sogar über´s Telefon, weil einige meiner 'Fans' meine engsten Freunde sind, ich hoffe nicht meine einzigen Fääns! Und - na klar - über Lovelybooks, wovon ich ein so großer Fan geworden bin. Ein super Sache!

Wann und was liest Du selbst?

Ich lese in jeder freien Minute. Ich bin zwar (sic!) Mutter und hauptberuflich Lehrerin, aber immer lese ich, ob beim Spazierengehen mit dem Hund, oder in Form von Hörbuch beim Wäschezusammenlegen (auch eine Form von lesen, oder?), oder klassisch vor dem Schlafengehen oder - Asche auf mein Haupt - in meinen Freistunden in der Schule, wenn andere Lehrer wie verrückt Unterricht vorbereiten, selbst da stecke ich die Nase in einen Roman. Ich will immer mein Kind und meine Schüler an dem teilhaben lassen, was ich gerade lese und kann sie so zum Selbstlesen animieren, was mir total wichtig ist. Es klingt sicherlich einfallslos, aber ich lese am häufigsten die eigenen Bücher, weil ich grundsätzlich nie nur an einem Buch schreibe, sondern an mindestens zweien gleichzeitig, weil ich so viele Idee habe und nicht immer für ein und dasselbe Skript in der richtigen Verfassung bin. Die Arbeit am Skript wechselt dann immer alle Vierteljahre (deshalb schreibe ich an einem nie weniger als 3 Jahre) und da muss man eben ständig den eigenen Salat lesen, aber es macht Spaß. Noch. Ja und dann brauche ich auch geistige Nahrung - siehe Frage 3. Ich liebe die Klassiker, ich lese total gern Fallada und Böll, aber auch die Neuen, Steffi von Wolff ist lustig und bei solchen Sachen wie Janos Székely muss ich weinen, leider langweilen mich die Historische-Romane-Autoren, Berufsrisiko wohl.