Iwan-Michelangelo D’Aprile
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Klappentext:
„Fontanes »Short Stories« als Gegengift für den gestressten Menschen von heute
»Der moderne Mensch, angestrengter wie er wird, bedarf auch größerer Erholung. Findet er sie?« Mit dieser verblüffenden Frage schlägt Fontane 1873 neue erzählerische Wege ein. Entstanden sind kluge, vergnügliche Geschichten, die er selbst als »Short Stories« bezeichnete. Die schönsten sind hier versammelt und laden dazu ein, aus dem alltäglichen Wahnsinn herauszutreten und sich auf die Suche nach dem Glück zu machen.
Die brillanten Beobachtungen eines wachen Zeitzeugen, der sein bis heute gültiges Plädoyer zum Besten gibt.
»Man soll den Augenblick ergreifen. Ist es der rechte, so bedeutet es das Glück.« Theodor Fontane“
Ein wahrlich schönes Buch hier aus dem Hause Aufbau! Der Leser darf sich hier auf eine Reihe von Kurzgeschichten freuen, welche mit der Weitsicht und der Klugheit Fontanes glänzen. Mit dem Untertitel „Short Stories“ wird selbst heute das junge Publikum bestens angezogen und neugierig gemacht auf einen Schriftsteller, der längst zur Legende geworden ist. Fontanes Sicht und eben seine Einschätzungen gaben ihm den Titel „bedeutender Vertreter des Realismus“ und genau das spiegelt sich hier in diesen kurzen Geschichten bestens wieder. Hier und da ist eine Prise Humor dabei, dann mal wieder etwas spitzzüngig, nachdenklich, mal auch emotional oder auch mal sarkastisch - Theodor Fontane wusste die Leserschaft im Mark zu treffen und dabei dennoch aufrichtig zu sein. Seine grandiose Beobachtungsgabe machte es möglich solche Geschichten wie hier niederzuschreiben. Fazit: Absolut lesenswert und kurzweilig. Viel Tiefgang und definitiv nachhallend ist dieses besondere Büchlein! 5 Sterne hierfür!
Der Erzähler begibt sich auf eine Wanderung durch Berlin (Auf der Suche), um die gerade eröffnete chinesische Botschaft anzuschauen. Es wird von einer Zufallsbekanntschaft bei einer Kur in Bad Kissingen erzählt (Eine Frau in meinen Jahren), wo die titelgebende Frau mit nicht mal 40 der Meinung ist, zu alt für eine neue Liebe zu sein. Eine andere zufällige Begegnung in einem Zugabteil (Im Coupé) führt hingegen zu einem erstaunlichen Ende. Fontane schreibt über den Besuch eines Erholungsuchenden bei Freunden, der aufgrund eines weiteren Gastes jedoch alles andere als erholsam wird (Onkel Dodo), und endet mit zwei Geschichten, die sich der alternativen Medizin zuwenden: Zum einen über einen Kräuterhändler, der für alles ein Kraut hat (Der letzte Laborant), zum anderen über eine Gruppe Holzfäller, die einen verunglückten Kollegen aus einem Spital entführen, weil sie den Ärzten nicht trauen. (Gerettet!).
Wie es Kurzgeschichten (oft) so an sich haben, hat mich nicht jede gleichermaßen begeistert. Dennoch finde ich, dass die Mischung sehr gut gelungen ist. Es geht in die Stadt und aufs Land, es geht um Liebe, Freundschaft, Auswanderung und den Alltag. Viele Themen sammeln sich und Theodor Fontane schreibt in einem locker-leichten Stil, oftmals mit einem feinen Humor unterlegt.
In meiner Favoriten-Geschichte "Im Coupé" hat mich der Dialog der beiden Zugreisenden begeistert. Sehr witzig liefern sich die beiden einen Schlagabtausch, der damit beginnt, ob einer von ihnen nicht ein Mörder ist. Was man so alles fragt…
Fazit:
"Auf der Suche" ist eine sehr gelungene Mischung an Kurzgeschichten, die mit Scharfsinn, wunderbarer Sprache und feinem Humor punkten.
Die ausführliche Rezension findet ihr auf meinem Blog. https://woerteraufpapier.de/auf-der-suche-von-theodor-fontane/



