Iwan Bunin Das Leben Arsenjews

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Inhaltsangabe zu „Das Leben Arsenjews“ von Iwan Bunin

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  • Rezension zu "Das Leben Arsenjews" von Iwan Bunin

    Das Leben Arsenjews
    Sokrates

    Sokrates

    16. June 2011 um 08:20

    Iwan Bunin, erster russischer Nobelpreisträger (erhalten 1933) hat mit 'Das Leben Arsenjews' einen Roman geschrieben, der aus der Sicht eines fiktiven Ich-Erzählers - man könnte denken, es erzählt der Autor selbst - das Leben des Arsenjew von seiner Jugend an erzählt. Der Roman erzählt dessen Kindheit auf dem Land, als Spross des russischen Landadels. Bunins naturalistische Beschreibungen, eine gelungene Sprache sowie menschliche Tiefe machen die Schilderungen angenehm und sympathisch. Die Natur mit all ihren Erscheinungen hat einen zentralen Stellenwert. Allerdings muss Arsenjew von der Idylle jäh Abschied nehmen: das Familienoberhaupt, dem Alkohol verfallen, verliert alles Geld bei unsicheren Transaktionen. Es folgen gesellschaftlicher Abstieg und zusehends auch Verfall. Als scheinbarer Gegenpol wird die Welt der Literatur dargestellt; Gogol und Puschkin beginnt Arsenjew früh zu lesen, sieht in der Literatur ein ideales Gegenmodell zur unsicheren Realität. Insgesamt eine sehr angenehme Lektüre für zwischendurch, die viel über das Leben in Russland zu Beginn des 20. Jh. verrät. Daneben werden ähnliche Probleme und Spannungsfelder sichtbar, die auch bei Tolstoi zu finden sind: die Kritik an der bürgerlichen Erziehung, am Bildungsideal, die gleichzeitig eine Abkehr vom Traditionellen, auch dem 'Ursprünglichen' bedeutet und stattdessen vom Einzelnen erwartet, dass dieser sich dem Diktat von Lehrern und gesellschaftlichen Zwängen unterwirft.

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