Iwan Bunin Ein unbekannter Freund

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Inhaltsangabe zu „Ein unbekannter Freund“ von Iwan Bunin

Zwei Meistererzählungen Iwan Bunins, übersetzt von Swetlana Geier

Eine Stadt im regnerischen Westen Irlands: eine passionierte Leserin kauft zufällig ein Buch, beginnt zu lesen und findet sich im Geschriebenen wieder. Fasziniert schreibt sie an den ihr unbekannten Freund, den Autor. Wird er ihr antworten?

Der Band wird abgerundet durch die 'Nobelpreis-Tage', Bunins Schilderung seiner Reise nach Stockholm zur Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahre 1933.

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  • Rezension zu "Ein unbekannter Freund" von Iwan Bunin

    Ein unbekannter Freund

    Sokrates

    27. September 2012 um 09:42

    Harmonisch, liebevoll, zutiefst sympathisch kommt einem die Ich-Erzählerin in "Ein unbekannter Freund" vor, die an einen Schriftsteller Briefe schreibt, ohne je Antworten zu erhalten. - Der Text ist nicht lang, eher nur ein sehr kurzweiliges Leseerlebnis, aber dennoch intensiv und mit farbenfroher Sprache. Wirklich große Literatur!

  • Rezension zu "Ein unbekannter Freund" von Iwan Bunin

    Ein unbekannter Freund

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. September 2009 um 13:21

    Zwei kleine Kurzgeschichten präsentieren sich in dem gebundenen Büchlein des Dörlemann-Verlages. Im Oktober und November spielen auch die beiden Geschichten „Ein unbekannter Freund“ und „Nobelpreis-Tage“, die einen melancholischen Flair des Herbstes verbreiten und doch noch viel mehr sind. Iwan Bunin ist ein verhältnismäßig unbekannter Autor, dabei gibt es so einiges über ihn zu sagen. Und vieles spricht auch schon aus den hier versammelten, recht kurzen Erzählungen. Bekannt geworden ist der aus russischer Provinz stammende Schriftsteller mit seiner Lyrik und den dem dörflichen Mikrokosmos verhafteten Erzählungen. 1923 schreibt Bunin die in diesem Band veröffentlichte Erzählung „Ein unbekannter Freund“. Sie handelt von einer Frau, deren Name ungenannt bleibt, die ihrem angebeteten Autor einen Brief der Bewunderung schreibt. Die von tiefer Sehnsucht getränkten Briefe und Postkarten beginnen am 7. Oktober mit einem verheißungsvollen Satz: „Auf dieser carte illustrée mit der so traurigen und majestätischen Ansicht einer Mondnacht an den Gestaden des Atlantischen Ozeans beeile ich mich, Ihnen meinen heißen Dank für Ihr letztes Buch zu sagen.“ Die Landschaft auf der Postkarte ist Irland. Dort lebt die Leserin. Von dort schreibt sie ihre Briefe. Der Autor antwortet nicht, die Leserin jedoch schreibt unbeirrt weiter an ihn. Sie empfindet Irland als einsam, immer verregnet und sie kann nicht anders, sie muss ihm schreiben. In manchen Briefen blitzt ihr Leben durch, doch oft bleiben die Worte an den Autor sehr sparsam, immer aber wiederholt sich die Bitte, er möge ihr antworten. Bis am 10. November die Briefe der Leserin abbrechen. 1933 erhielt Iwan Bunin als erster Russe den Nobelpreis für Literatur, „[für] die strenge Kunst, in der er die klassische russische Tradition in der Prosadichtung weitergeführt hat", so die Begründung der Juroren. Auf der englischen Webseite der Nobelpreisstiftung kann man gar kurz einen Blick auf Bunin werfen. Wie er am 10. Dezember 1933 in Stockholm ankommt, um an der Verleihungszeremonie teilzunehmen. Man sieht einen sehr schmächtigen Menschen*, dessen Ausdruck, dessen tieftraurige Augen, dünne, aber zart geschwungene Lippen und um die Augen gelegten Sorgenfalten, von viel Trauer und Leid zeugen, wie er diesen Gemütszustand auch in seiner Dankesrede im Dezember des Jahres ’33 anspricht. So genau kann man dies auf der kurzen Videoaufnahme natürlich nicht sehen, aber im Buch des Dörlemann Verlag erschienen ist eine Abbildung Bunins zu sehen, die lange beeindruckt und den Lesevorgang stark prägt. Die zweite Erzählung nun, „Nobelpreistage“ genannt, ist ein autobiographisches Konvolut der Tage des Nobelpreisfiebers Bunins. Sie handelt vom 9. November 1933, dem Tag, an dem Bunin einen Telefonanruf erhielt, der ihn von der auf ihn gefallenen Wahl der Schwedischen Akademie informierte und wie er dessen weiteren Verlauf empfunden hat. Bunin lebt seit 1920 in Frankreich, in Paris und Grasse in der Provence. Dorthin emigrierte er, da er die Revolution von 1917 nicht billigen kann und sich angesichts des Todes von Millionen von Menschen ohnmächtig sieht, schriftstellerisch zu arbeiten. Eröffnet wird die Erzählung „Nobelpreistage“ mit einer Reflektion über das Schreiben, vielmehr über die Unfähigkeit dazu: „[…] ein stiller, warmer, grauer Tag im Spätherbst… / An solchen Tagen war ich noch nie zur Arbeit aufgelegt. Dennoch sitze ich, wie immer, seit dem frühen Morgen an meinem Schreibtisch. […] Aber nach einem Blick aus dem Fenster sehe ich, daß es bald regnen wird, und fühle: Nein, es geht nicht.“ Bunin ist in Grasse und wartet auf das Urteil der Schwedischen Akademie. Er geht ins Kino, anstatt zu schreiben. Dann kommt ein Anruf… und ein Ansturm von Glückwünschen und Fragen stürzen auf den russischen Emigranten ein. Nach Schweden wird er reisen, Bunin, der als Emigrant seit der Ausreise aus Russland nicht mehr weg konnte. Wo er doch so gern reiste. Die Nobelpreisverleihung, in Bunins Augen „wurde für dieses ganze Rußland, das in all seinen Empfindungen derart erniedrigt und beleidigt war, zu einem wahrhaft nationalen Ereignis…“ Diese kleine Erzählung wird zur Schilderung der Abläufe der Nobelpreis-Zeremonie, wie so nur selten einer der Menschen je erleben wird. Warmherzig und mit dem Staunen eines zurückhaltenden Menschen geschrieben, der sich in beiden Texten – verborgen und offen – als einen heimatlosen, einen Emigranten ‚ohne Landesfahne‘ betrachtet, bieten diese Seite einen lesenswerten Einblick in jene Tage im Leben von Iwan Bunin. Swetlana Geier übersetzte die beiden Erzählungen. Sie machte bereits Werke von Tolstoi, Bulgakow Solschenizyn oder Dostojewski für den deutschen Sprachraum zugänglich. Sie erhielt im Jahr 2007 den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse. Fazit: Eine beeindruckende Tiefe und eine sich über alles weitende Melancholie, die von einer starken Liebe zum Thema, zum Schreiben, zur Literatur geprägt ist, gar als Kritik an selbiger gelesen werden können, bieten fast unendlichen Raum für eigene Leseerfahrung und sind in ihrer Form und Schreibweise weitab von strenger, russischer Kunst. Hier parliert menschliches Gefühl in sehr menschlicher und emotionaler Art, dessen gewaltige Intensität aufs Lesegemüt man weiterempfehlen muss! *Dieser kleine einminütige Ausschnitt ist unter folgender Adresse im Netz einsehbar: http://nobelprize.org/mediaplayer/index.php?id=311

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  • Rezension zu "Ein unbekannter Freund" von Iwan Bunin

    Ein unbekannter Freund

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. July 2009 um 22:52

    Ein absoluter Lesetipp. In diesen Erzählungen steckt so viel. Man kann es fast gar nicht glauben, wenn man die wenigen 30 Seiten jeweils hinter sich gebracht hat. Bunin schreibt in einer leichten und herzlichen Sprache, die einem liebenden Leser wohl nahe gehen wird. In der ersten Geschichte schreibt eine verehrende Leserin an einen Autor. Und da entspringt eine unerfüllbare Hoffnung. Könnte es ein pathologisches Verhältnis ihrerseits sein? Sie zumindest steigert sich in eine Verehrung, die viel von eigener Einsamkeit zeigt und birgt dabei unendliche Leidenschaft in sich und große Fragen für den Leser. Lange kann man über diese wenigen Zeilen nachdenken. Und dabei sind sie eine großartige Poetik des Lesens. Sie spiegeln ein Verhalten und eine Liebe für die Literatur, die immer wieder Fragen aufwerfen könnte. Und: vor allem, was ja das wichtigste ist. Hier kann man leidenschaftlich lesen und einfach beeindruckt sein. Iwan Bunin - eine kleine Entdeckung!

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