Iwan S. Turgenjew Erste Liebe

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Inhaltsangabe zu „Erste Liebe“ von Iwan S. Turgenjew

Nachw. v. Dudek, Gerhard Erzählungen. ( Gesammelte Werke in Einzelbänden). 450 S.
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  • Rezension zu "Erste Liebe" von Iwan S. Turgenjew

    Erste Liebe
    Sokrates

    Sokrates

    16. September 2011 um 09:08

    In der Novelle Erste Liebe des russischen Autors Iwan Turgenjew erzählt Vladimir Petrowitsch, mittlerweile leicht ergraut, seinen Freunden von seiner ersten großen Liebe. Das Mädchen, die fünf Jahre ältere Zinaida Alexandrowna, lernte er auf einem Urlaub kennen, wo sie in einem anderen Flügel des Gutshauses, den auch Vladimir bewohnte, einzog. Die Mutter ist eine verarmte Fürstin, die Tochter allerdings besticht durch derartige Anmut und Schönheit, dass es den damals 16jährigen Vladimir völlig durcheinander bringt. In wunderbar realistischer Weise beschreibt Turgenjew das „Gefühlschaos“, in das Vladimir das erste Mal in seinem Leben gestürzt wird. Bald muss Vladimir jedoch feststellen, dass er weder der einzige „brennende“ Verehrer ist, noch das Verhältnis der Zinaida Alexandrowna zu ihren Verehrern unproblematisch ist. Fast allen verlangt sie Liebesbeweise ab, quält sie psychisch, lässt sie ihr in ergebener Weise folgen. Und viel enttäuschender für Vladimir ist letztlich die Einsicht, dass die plötzliche Nähe der Zinaida zu ihm nicht von der Überzeugung getragen ist, ihn zu lieben – was er zunächst hofft und denkt -, sondern Zinaida lediglich Mittel zum Zweck ist, um an Vladimir’s Vater zu gelangen, in den sie sich tatsächlich verliebt hat. Ein tragisches Ende scheint vorgezeichnet... In eindrucksvoller und nicht altertümlicher Sprache – wie man bei einer 1860 veröffentlichten Novelle annehmen könnte – erzählt Turgenjew die leidenschaftliche, erste Liebe des Vladimir, in der man sich – tragischerweise – selbst ein Stück wiederfinden könnte: wer hat nicht auch eine aussichtslose, aber dennoch brennende Liebe erlebt, in vielleicht ebendiesem Alter, voller Hoffnung, dass es doch etwas wird? Turgenjew schafft es wunderbar – und das offenbar genährt aus eigenen Erinnerungen und Erfahrungen – die Situationen und Gefühle der Protagonisten zu kreieren. Mein erster Turgenjew – er macht unglaubliche Lust auf mehr! Und ich meine auch für den Einstieg in das Werk dieses „großen Russen“ die passende Lektüre.

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